Kommentar

Wenn das Brot wichtiger würde als das Geld

Hanspeter Guggenbühl © bm

Hanspeter Guggenbühl /  Stellen Sie sich vor, es gäbe kein Geld mehr und Sie müssten sich statt von Geld von Kartoffeln und Brot ernähren.

Wüssten Sie, wo der Weizen wächst? Oder wo die Kartoffeln herkommen? Nein, nicht mehr aus der Migros. Denn wenn der Finanzmarkt zusammen bricht, wird Geld wertlos, und ohne Geld gibt es bei der Migros keine Kasse und keine Kartoffeln.
Die heute als Subventionsempfänger geschmähten Bäuerinnen und Bauern mutierten plötzlich zur hoch angesehenen Oberschicht. Das Gastgewerbe – heute ebenfalls eine Branche mit tiefer Wertschöpfung – könnte an Wertschätzung massiv zulegen. Devisen- und Derivatehändlerinnen kämen an den Bettelstab. Millionärinnen und Milliardäre würden ihre Aktienpakete für ein Linsengericht im Hotel Barmherzigkeit verschenken.
Müssten wir uns von Kartoffen und Getreide ernähren, litten unsere Masttiere bald an Hunger. Benzin- und maisbetriebene Autos stünden still. Die Afrikaner blieben in Afrika, und Schweizer Familien würden auswandern – zum Beispiel nach Südamerika, wo die Natur noch mehr hergibt als die Menschen verbrauchen. Georg Kreisler stiege aus dem Grab und sänge «im Warenhaus international ist alles ausverkauft», und die Kolumnisten tanzten mit den Kolumnistinnen Tango.
Schluss jetzt – die Realität im Jahr 2011 war absurd genug. Prosit Neujahr!


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

keine

Zum Infosperber-Dossier:

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Hunger und Fehlernährung weltweit

Alle Menschen auf der Erde können sich nicht so ernähren wie wir. Der Kampf um fruchtbare Böden ist im Gang.

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