Durchziehende Nato-Truppen gilt es zu schützen.

Laut Bundeswehr muss die Bevölkerung vorbereitet werden, um durchziehende Nato-Truppen zu verpflegen und vor Anschlägen zu schützen. © Bundeswehr

Reale Gefahr oder Panikmache: Greift Russland die Nato an?

upg. /  Gegensätzliche Einschätzungen des CDU-Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter und des Publizisten Andreas Zumach.

«Wir müssen damit rechnen, dass Russland bald ein Nato-Land angreift», erklärte Michael Giss, Leiter eines Bundeswehr-Landeskommandos. Deutschland sei das «alliierte Aufmarschgebiet auf dem Weg zur Ostflanke».

Giss warnte: Russland rüste seit 30 Jahren auf. Bereits ab 2029 werde Putin «die Nato substanziell bedrohen». Auch deutsche Städte seien auf Russlands «Zielradar». Deshalb könnte Deutschland in den nächsten Jahren zum Aufmarschgebiet der Nato werden. Darauf müsse man die Bevölkerung vorbereiten: «Seien Sie ein Multiplikator im Werben um Kriegstüchtigkeit!»

Bereits umreisst ein Grünbuch ZMZ 4.0, was im Kriegsfall auf die Zivilbevölkerung zukommt. Deutschland sei dann «Drehscheibe» für den Transport von Truppen und Material. Auf die medizinische Versorgung könnte die Bevölkerung nicht mehr zählen.


Kiesewetter: «Angriff 2026/27 eher wahrscheinlich»

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter teilt die Meinung des Bundeswehr-Landeskommandanten Michael Giss. Kiesewetter absolvierte die Führungsakademie der Bundeswehr, diente als Oberst bei Balkan-Einsätzen und war Referent im Brüsseler Nato-Hauptquartier. Im deutschen Fernsehen ist er ein häufiger Gast. 

In deutschen Regionalzeitungen erklärte Kiesewetter, er halte eine Attacke, «zum Beispiel begrenzt militärisch und hybrid», gegen ein Nato-Land wie Litauen bereits «in den Jahren 2026/2027 für eher wahrscheinlich». Russland werde nicht warten, bis «Europa 2029 kriegstüchtig» sei. 

Ganz entscheidend sei freilich, wie sich die Lage in der Ukraine entwickle. Auch werde ein Angriff weniger wahrscheinlich, «wenn wir massiv unsere Fähigkeiten zur Abschreckung ausbauen und glaubhaft machen, dass wir jeden Eingriff massiv zurückschlagen würden».

Das ist ein Plädoyer zum Aufrüsten.


«Überzogene Behauptung»

Der Journalist Andreas Zumach, der sich seit Jahrzehnten auf Sicherheits-, Rüstungs- und Friedenspolitik spezialisiert hat, hält die Prognosen von Giss und Kiesewetter für eine «überzogene Bedrohungsbehauptung». Auch für Zumach ist der Überfall auf die Ukraine «ein verbrecherischer, völkerrechtswidriger Angriffskrieg». Russland kultiviere eine «zunehmende Kriegswirtschaft». Allerdings ächze das Land schwer darunter. Die «negativen Auswirkungen für die zivile Gesellschaft» seien heute schon allzu deutlich. Russland werde «weder jetzt noch 2029 in der Lage sein», Nato-Staaten militärisch anzugreifen. 

Dass Russland seit 30 Jahren hochrüste, sei überdies eine «schlichte Falschbehauptung». Erst etwa ab 2010 habe Putin die Rüstungs-Anstrengungen verschärft. Die militärische Überlegenheit der Nato liege in Sachen Material immer noch «bei mindestens drei zu eins» zugunsten der Nato, beziehungsweise, wenn man als Massstab die Rüstungsausgaben nehme, sogar eher bei «neun zu eins».

Die Ansichten gehen auch bei der Frage auseinander, ob Deutschland in den nächsten Jahren zum alliierten Aufmarschgebiet auf dem Weg zur Ostflanke werde.

Für Kiesewetter ist dies klar: «Deutschland ist die Logistik-Drehscheibe der Nato. Sollte es zu einem Angriff kommen, werden wir Aufmarschgebiet und auch das zentrale Land für die Versorgung der Verwundeten.»

Man solle nicht so tun, «als ob das etwas völlig Neues» wäre, entgegnet Zumach. Das sei im Kalten Krieg nicht anders gewesen. Nur liege heute die Front im Fall der Fälle eher an der Ostgrenze Polens. Vor 1990 sei die westdeutsche Bundesrepublik noch «potenzieller Frontstaat» gewesen. Es sei auch nichts Neues, dass deutsche Städte in der Zielplanung Russlands vorkämen. Das sei «auf beiden Seiten seit Jahrzehnten» so und gelte «für die Nato genauso». Beispielsweise sollen auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr US-Mittelstreckenraketen mit Reichweiten bis zu 3000 Kilometern stationiert werden. Sinn und Zweck dieser Waffen sei es, Ziele in Russland zu treffen.

Er sei «sehr erschrocken», als der deutsche Verteidigungsminister im Oktober 2023 das Wort «kriegstüchtig» in die Debatte warf: «Offensichtlich haben die Redenschreiber von Boris Pistorius nicht gewusst, dass es sich um einen Nazi-Jargon handelt.» Den Begriff «kriegstüchtig» habe Joseph Goebbels geprägt und in Tagebüchern und Reden benutzt. 

Zumach hält es für «falsch», die Bevölkerung auf eine militärische Konfrontation einzuschwören, als wäre derlei nahezu alternativlos. Giss und Kiesewetter würden nie davon reden, «was politisch zu tun ist, um die Wahrscheinlichkeit eines solchen Szenarios zu reduzieren». 

Zumach hatte bereits Anfang der 1990er-Jahre vor der Nato-Osterweiterung dringend gewarnt. Damals habe es noch begründete Hoffnung gegeben auf ein europäisches Sicherheitssystem, das sowohl die legitimen Interessen Russlands als auch die historisch begründeten Ängste vieler osteuropäischer Staaten gegenüber dem riesigen Nachbarn berücksichtigt hätte. Doch dazu kam es nie. 

Das sei «keine Entschuldigung» für den Ukraine-Überfall. Doch auch in den unterdessen vier Kriegsjahren seien erneut «einige Chancen verpasst worden», beispielsweise bei den gescheiterten Friedensverhandlungen im März 2022. 

Konstantinos Tsetsos von der Universität der Bundeswehr in München weist darauf hin, dass die Prognosen von Kiesewetter und Giss «Worst Case»-Szenarien seien. Sie träfen nur ein, wenn es zu «negativen Extrementwicklungen» käme. 

Es sei wichtig, solche Szenarien zu antizipieren, «um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben», erklärt Falko Drossmann, Oberstleutnant der Luftwaffe und verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.

Das «Worst Case»-Szenario wäre allerdings ein atomarer Schlagabtausch. Falls die Militärs und die Regierung die Bevölkerung auch auf diesen Ernstfall vorbereiten wollen, müssten sie einen Atomschlag Russlands in den nächsten Jahren ebenfalls als wahrscheinlich darstellen. 

Realistischer sind Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen, Finanzsysteme oder Regierungsinstitutionen sowie KI-gestützte Desinformationskampagnen. Dagegen allerdings hilft das konventionelle Aufrüsten nichts.

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Zum Infosperber-Dossier:

Ukraine_Sprachen

Die Ukraine zwischen Ost und West: Jetzt von Russland angegriffen

Die Ukraine wird Opfer geopolitischer Interessen. Die Nato wollte näher an Russland. Seit dem 24.2.2022 führt Russland einen Angriffskrieg.

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23 Meinungen

  • am 12.05.2026 um 11:56 Uhr
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    Wie gefährlich ist Russland für die NATO-Staaten?

    „Westeuropa und die Schweiz rüsten gegen Russland auf. Doch dieses ist nicht einmal fähig, den Donbas einzunehmen.
    Der Krieg um den Donbas reicht bis 2014 zurück, als sich die mehrheitlich prorussische Bevölkerung mit russischer Unterstützung gegen den prowestlichen Umsturz in Kiew stellte.
    Inzwischen verschlingen Russlands Ausgaben für Militär, Sicherheit, Zahlungen an Kriegsopfer und die Zinsen auf Staatsschulden mehr als die Hälfte des gesamten russischen Haushalts. Defizite, Inflation, Versorgungsengpässe und Rekrutierungsprobleme verschärfen die Lage weiter.
    Die verbreitete Darstellung, Russland könne in wenigen Jahren einen Nato-Staat angreifen, falls der Westen nicht massiv aufrüste, erscheint vor diesem Hintergrund als Propaganda des militärisch-industriellen Komplexes. Dahinter stehen lukrative Milliardengeschäfte. Neben der Rüstungsindustrie profitieren auch viele Investoren.“ (Urs. P. Gasche in Infosperber vom 19.3.2026)

    • am 13.05.2026 um 12:32 Uhr
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      Ich würde sagen, es ist ein RÜSTUNGSWAHNSINN:
      Und wohin Wahnsinn führt, das sollte uns allen bekannt sein.

  • am 12.05.2026 um 12:58 Uhr
    Permalink

    ZDFheue Marcel Burkhardt 27.04.2026 | 03:27: «Europa erlebt derzeit eine historische Aufrüstungswelle. Den Sipri-Daten zufolge erhöhten sich die europäischen Militärausgaben 2025 um 14 Prozent auf 864 Milliarden US-Dollar – der stärkste Anstieg seit dem Ende des Kalten Krieges. Haupttreiber sind der Krieg in der Ukraine und die neuen Ziele der Nato bei den Verteidigungsausgaben. Laut Sipri stiegen die Militärausgaben der europäischen Nato-Mitglieder 2025 schneller als zu jedem anderen Zeitpunkt seit 1953.»

    Kapitän zur See Giss und Oberst . a.D. Kiesewetter könnten möglicherweise romantisch-sentimentale Gefühlswallungen für Napoleon Bonapartes und seinen verlorenen Feldzug Richtung Osten haben. Und könnten nun die Meinung haben und gutberaten von Rüstungskonzernen, dass nur mit viel Kohle Napoleons-Traum zu erfüllen ist: siegreich im Osten zu sein.
    Gunther Kropp, Basel

    • am 15.05.2026 um 05:44 Uhr
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      Ob Kiesewetter et al.historische Romantik im Herzen tragen weiß ich nicht, glaube es auch nicht. Um sein Hirn-Inneres zu deuten, sollte man sich mal den Verlauf der Rheinmetall-Aktie ansehen. Ich glaube, daß in deren Verlauf der Impuls zu suchen ist, der Kiesewetter, Strack-Zimmermann usw. mobilisiert.

  • am 12.05.2026 um 13:22 Uhr
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    Daß es zur Wahrscheinlichkeit eines russischen Angriffs auf NATO-Territorium unterschiedliche Vorstellungen gibt, ist nicht überraschend. Daß Kiesewetter schon immer behauptet hat, diese Wahrscheinlichkeit sei hoch, ist bekannt. Die Frage ist: was ist der Hintergrund seiner Einschätzung? Die Fakten sind schließlich für alle gleich. Der Antwort kommt man nahe, wenn man einen weiteren Kriegspropheten betrachtet: Pistorius und seinen Plan, Langstrecken-Drohnen in Kooperation mit der Ukraine zu produzieren. DAS ist der nächste Schritt, Deutschland noch tiefer in den Ukrainekrieg hineinzuziehen. Das muß man im Zusammenhang sehen mit der Rheinmetall-Pleite der Leopardproduktion, denn die war von Anfang an eine sinnlose, teure, kriegstechnisch anfällige Fehlinvestition und seit der Drohnendominanz herrscht peinliches Schweigen. Sowohl Pistorius wie Kiesewetter stehen nun unter dem Lobbyeinfluß der Kriegswaffenindustrie. Ich hoffe,daß möglichst viele Deutsche den Wehrdienst verweigern.

  • am 12.05.2026 um 13:43 Uhr
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    Entweder wir sind jetzt schon im Verbund mit den europäischen Staaten verteidigungsfähig – weshalb Russland auf einen Angriff verzichtet – oder wir sind es erst in 5 Jahren, wie manche vorhersagen. Dann aber ist die Frage, warum Russland bis dahin warten sollte, wenn wir doch jetzt weniger verteidigungsfähig sind, als in fünf Jahren. Die Frage ist auch, wer gewinnt was bei einem Krieg zwischen Nato Staaten und Russland. Fehlt es Russland als größtem Flächenstaat der Erde an Land? Können wir Russland nicht die gleichen Ängste vor einem Angriff durch ein anderes Land zugestehen, wie wir Angst vor einem Angriff aus Russland haben? Wird der Frieden wirklich sicherer, wenn jeder mehr Waffen hat oder wird er sicherer, wenn alle Seiten darauf verzichten, so aufzurüsten, dass sie andere Länder überfallen können. Die Beispiele Jugoslawien und Ukraine zeigen, dass vermeintliche oder tatsächliche Übermacht früher oder später zu einem Krieg führt.

  • am 12.05.2026 um 18:15 Uhr
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    Von Russland ist kein Angriff auf Deutschland zu erwarten. Nachdem sich die Russen der widerrechtlichen Ausdehnung der NATO bis an ihre Landesgrenzen erfolglos mit diplomatischen Mitteln widersetzt hatten, mussten sie sich gegen den Versuch der USA, ihnen die Ukraine zu entreißen, mit anderen Mitteln wehren. Das Drehbuch dazu hat der frühere, einem ukrainischen Adesgeschlecht entsammende US-Präsidentenberater Zbigniew Brzezinski in seinem berühmt-brüchtigten Buch The Grand Chessboard geschrieben. Als das Ränkespiel des Westens im Zusammenhang mit den Minsker Vereinbarungen – von Frau Merkel gegenüber der «Zeit» naiv ausgeplaudert – in Angriffe der ASOW-Brigaden gegen die Russen in der Donezk-Oblast mit Tausenden Toten auf russischer Seite einmündeten, musste Russland militärisch eingreifen. Dass Angriffskriege völkerrechtswidrig sind, ist nicht verhandelbar und nicht damit zu rechtfertigen, dass man gegen einen Agent Provocateur zu Felde ziehen musste.

    • Favorit Daumen X
      am 13.05.2026 um 18:00 Uhr
      Permalink

      Russland durfte gemäss Völkerrecht militärisch nicht eingreifen, weil das Land militärisch nicht unmittelbar bedroht war. Deshalb handelt es sich um einen Angriffskrieg. Der Oblast Donezk gehörte zur Ukraine.

      • am 14.05.2026 um 07:05 Uhr
        Permalink

        Wieso wird dies im Zusammenhang mit Russland konsequent und gebetsmühlenartig wiederholt während es im Zusammenhang mit all den Angriffskriegen (sorry: Militärischen Interventionen, sorry: Demokratisieriung unterdrückter Völker, sorry: habe den Faden verloren wie es heute gerade genannt wird) der USA oder Israels meistens eine Randnotiz bleibt? Wieso sollte sich Russland an ein Völkerrecht halten welches die anderen missachten, gar mit Füssen treten, und dass schon immer OHNE jegliche Konsequenz?
        Niemand bestreitet es. Messen wir aber mit ungleichen Ellen bleibt jemand auf der Strecke.

  • am 12.05.2026 um 19:37 Uhr
    Permalink

    Solange Russland keine Kehrtwende zur Demokratie vollzieht, haben die europätschen Staaten keine andere Wahl als die Abschreckungswirkung für einen Angreifer zu erhöhen. Auf verschiedensten Ebenen: Militär, gesellschaftliche Resilienz, Infrastruktur für Transporte und medizinische Versorgung, Cyberabwehr, Schutz gegen Falschpropaganda. Wir werden ganz schön an unsere Limiten kommen.Wir müssen uns alle in der Lebensplanung umstellenI Im besonderen gilt dies für Gesellschaftsschichten, die materiell privilegiert lebten. Zwar sind Diskussionsbeiträge, welche die Bedrohungslage in Frage stellen, (in Demokratien) erlaubt. Man sollte ihnen aber nicht erliegen, nur in der Hoffnung, die eigene Komfortzone nicht verlassen zu müssen.

    • am 13.05.2026 um 10:45 Uhr
      Permalink

      zit. Herbert Karch, Spiegel bei Bern am 12.05.2026 um 19:37 Uhr
      («..Solange Russland keine Kehrtwende zur Demokratie vollzieht, haben die europätschen Staaten keine andere Wahl als die Abschreckungswirkung für einen Angreifer zu erhöhen…») – Nach Ihrer Philosophie ist die Staatsform «Demokratie» also notwendige – und offenbar auch hinreichende – Bedingung dafür, daß dieser Staat keinen Angriffskrieg vom Zaune brechen kann. Vor soviel politischer Faktenfremdheit bin ich (fast) sprachlos. Wie bringen Sie es nur fertig, die jahrzehntelange US-Politik völlig auszublenden.Man kann durchaus über eine Offensiv-Strategie auch von Rußland diskutieren – aber doch nicht auf der Basis einer derart wirklichkeitsfremden Hypothese. UND : unsere Lebensumstände werden sich tatsächlich ändern – vor allem aber gerade in den NICHT privilegierten Schichten und zwar gerade wegen der Milliarden die in einer wenig wahrscheinlichen Militärdoktrin verbrannt werden.

    • am 13.05.2026 um 11:10 Uhr
      Permalink

      «Solange Russland keine Kehrtwende zur Demokratie vollzieht…»

      Sie machen es sich mit dieser Prämisse und der nachfolgenden angeblichen Alternativlosigkeit etwas gar einfach. Drei Argumente dagegen:
      1. Wenn Sie gegen alle Nicht-Demokratien in den Krieg ziehen wollen, haben Sie aber viel zu tun.
      2. Wer sind wir, die wir der ganzen Welt vorschreiben wollen, was für eine Staatsform diese haben sollen? Sind wir besser als alle anderen? Haben die Russen, Chinesen, Inder, Amerikaner… nicht das Recht, selber zu entscheiden, was für eine Staatsform sie haben wollen?
      3. Wer entscheidet, was eine Ihrer Vorstellung nach ‚würdige‘ Demokratie ist? Indien? Ungarn? USA?

      Ich halte die Dekomkratie für die am wenigsten schlechte Staatsform. Die Nicht-Demokratie-Staatsform von Russland ist aber ein schlechtes Argument für die Aufrüstung.

    • am 15.05.2026 um 07:53 Uhr
      Permalink

      „…Kehrtwende zur Demokratie…“, ja das scheint ein Fehler, dass Russland nicht demokratisch geführt wird. Wäre dem schon vor 2022 so gewesen, hätte Russland, nach westlichen demokratischen Werten, die Ukraine ohne grössere Folgen durch den Westen angreifen können, wie es ja auch Israel und die USA gegen den Iran tun. Scheint im ach so demokratischen Westen ja legitim zu sein, was die sehr zögerlichen Reaktionen z.B. der EU bestens beweisen. Nur Spanien und Orban sehen das anders. Aber das sind ja sowieso zwei Problemländer, die man unter dem europäischen Demokratieverständnis zurückbinden oder austauschen muss. Wären alle Demokratien so wie in der Schweizer direkt-demokratischer Art, würde es diese Milliardenausgaben für Kriegsgeräte gar nicht geben. Damit könnte man vieles besser machen.

  • am 13.05.2026 um 06:50 Uhr
    Permalink

    Wie die Geschichte umgedeutet wird. Es waren immer noch drei Mal die westlichen Mächte die Russland angegriffen haben. Kiesewetter hat in den vergangenen Jahren immer mal wieder komische Dinge von sich gegeben aber das tun Politiker wies scheint nun mal. Und er scheint tatsächlich eine Art Romantische Auffassung zum Militär und Kriegen allgemein zu haben. Solche Menschen gibt es auch immer mal wieder. Das Problem an einer Kriegswirtschaft ist halt, dass sie Kriege braucht um zu funktionieren. Ein Umstand dessen sich Politiker wie Kiesewetter wohl durchaus bewusst sind, nur ist es ihnen egal. Der Schwur die Menschen vor Schaden zu schützen wird damit ein hohle Phrase. Mittlerweile gibt es Kinder die halten einen für unglaubwürdig wenn man sagt, Waffen seien etwas gefährliches und würde zu viel Leid führen. Denn die Frage, weshalb wir trotzdem derart viele bauen und kaufen kann ich nicht beantworten. Dies macht mir Angst denn das Ziel der Abstumpfung scheint den Kriegstreibern erreicht.

  • Felix Schläpfer
    am 13.05.2026 um 10:11 Uhr
    Permalink

    «Auch für Zumach ist der Überfall auf die Ukraine «ein verbrecherischer, völkerrechtswidriger Angriffskrieg».» — Die USA wollen die Welt beherrschen. Kriege, Erpressung, Sturz von gewählten Regierungen, Kündigung von Verträgen, politische Morde, Unterstützung von Terrorismus und Genozid. Purer Imperialismus. – Aber die grösste Sorge vieler Journalisten ist, dass jemand denken könnte, sie würden das Verhalten Russland entschuldigen, das dem Imperialismus der USA etwas entgegensetzt – mit Samthandschuhen, vergleichsweise.

  • am 13.05.2026 um 11:15 Uhr
    Permalink

    Alle Fakten sprechen dafür, dass Russland Europa nicht imperialisieren will oder kann. Russland als imperiale Macht ist für mich kein Argument für Aufrüstung.

    Das heisst aber nicht, dass die Verteidigungsbereitschaft und Krisenfähigkeit bei uns nicht verbessert werden sollte. Bspw. schliesse ich nicht aus, dass Russland möglicherweise Drohnenfabriken in Europa angreifen wird.

    • am 14.05.2026 um 10:43 Uhr
      Permalink

      >zit.Christian Schmid, Zürich am 13.05.2026 um 11:15 Uhr ( «..Das heisst aber nicht, dass die Verteidigungsbereitschaft und Krisenfähigkeit bei uns nicht verbessert werden sollte.») Da haben Sie durchaus recht. Aber die Betonung liegt auf VERTEIDIGUNGS-Bereitschaft – und DIE wird sicher nicht gesteigert durch die Kooperation von Pistorius mit der Ukraine sowieso, und schon gar nicht durch eine derartige Kooperation bei der Produktion von Langstreckenwaffen . UND: Krisenfestigkeit bedeutet auch soziale Stabilität – und die steigert man nicht, wenn man – statt das Steueraufkommen in die sozialen Projekte wie Gesundheit, Bildung (meinetwegen auch Schutzraumbau) zu investieren, selbiges in die Produktion von fragwürdigen Waffenlagern steckt. Und vor allem: Verteidigungsbereitschaft bedeutet primär überhaupt erst mal die Bestimmmung und Qualifizierung eines ausreichend wahrscheinlichen Angreifers. Das alles liegt in Deutschland sehr im Argen.

  • am 13.05.2026 um 19:23 Uhr
    Permalink

    Derjenige der Roderich Kiesewetter immer noch einen Experten nennt, hat wohl noch nie Kassensturz gemacht. Kiesewetter lag bis jetzt immer zu 100% falsch. Hat irgendjemand jetzt Angst vor dem Hindukusch? Da wird ja nicht mehr verteidigt? Armes Deutschland. Laut Kiesewetter war einmal Russland ein halbes Jahr entfernt vor dem Zusammenbruch. Leopard Panzer ein Gamechanger, die Gegenoffensive wird bis ans Ende der Krim durchschlagen etc.. Längst vorbei und wie er reden deutsche Politiker von Kriegstüchtigkeit. Nicht von Verteidigungsfähigkeit, sie, die EU wollen Krieg.
    Nur eines noch. Wenn die NATO weiterhin Russland provoziert. Überflugsrecht ukrainischer Drohnen, Piraterie, Ukrainische Rüstungsfirmen in der EU und eventuell die Blockade von Kaliningrad. Dann wird Russland zuschlagen und die Mainstream Medien wieder von unprovoziertem Angriffskrieg schreiben.

  • am 13.05.2026 um 19:27 Uhr
    Permalink

    Haben Hiroshima und Nagasaki nicht gereicht? Im Ernstfall tritt in Russland ein autonomes atomares Vergeltungsystem namens Tote Hand in Kraft. Bei einem Totalverlust der militärischen und politischen Führungsfähigkeit werden nach einfacher Autorisierung durch nachrangige Kommandeure A-Waffen auf Ziele im Westen gestartet. Das ist die Konsequenz eines Krieges gegen Russland.

  • am 14.05.2026 um 10:05 Uhr
    Permalink

    Jeder Krieg ist schon immer herbeigeredet worden.
    Kriege können nur geführt werden, wenn die breite Meinung der Bevölkerung propagandistisch darauf ausgerichtet ist.

    • am 14.05.2026 um 10:56 Uhr
      Permalink

      Ob Kriege «herbeigeredet» wurden – da würde ich doch etwas «konstruktivere» Operationen vermuten oder sogar erkennen. Aber daß sie nur geführt werden können, wenn die propagandistische Vorarbeit geleistet wurde – DAS ist eine unbestreitbare Tatsache und darum sehe ich mit Grausen den Sprachgebrauch in unseren Medien und synchron natürlich dann bei unseren Politikern ,jedenfalls bei vielen. Ob die das nicht erkennen mangels medialer Kompetenz oder ob sie es ganz bewußt machen – das lasse ich – vorerst noch – dahingestellt sein. Jedenfalls ist es an der Zeit, daß das Volk seine Stimme erhebt – und das kann z.Zt. am deutlichsten durch Verweigerung des Wehrdienstes geschehen -wenngleich ich nicht grundsätzlich gegen einen Wehrdienst , etwa wie in Skandinavien, bin.

  • am 14.05.2026 um 11:37 Uhr
    Permalink

    Russland hatte sofern ich es sehe nie den Westen angegriffen. Sie wurden jedoch vom Westen immer angegriffen.
    Historisch gesehen gab es keinen direkten Angriff Russlands auf Westeuropa. Die Dynamik zwischen Russland und den europäischen Mächten war meist umgekehrt: In den letzten Jahrhunderten war Russland in erster Linie das Ziel von Invasionen aus Europa, wie denen durch Napoleon (1812) oder im Zweiten Weltkrieg durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Verbündeten.

  • am 14.05.2026 um 17:15 Uhr
    Permalink

    >zit.Thys Flueler, Zürich am 14.05.26 um 10:05 Uhr :
    («..wenn die breite Meinung der Bevölkerung propagandistisch darauf ausgerichtet ist…») – Dieser Hinweis von Ihnen – wobei ich «breite Meinung der Bevölkerung» eher als » Meinung der breiten Bevölkerung(skreise)» interpretiere – führt mich zu der doch ziemlich auffälligen Wahrnehmung, daß sich die kriegerischen Aktionen schon fast wie eine virusinduzierte Seuche global verbreiten. Die Frage ist : was für ein «Virus» könnte das sein? Wie ist der Übertragungspfad?Wo ist der Ursprung? Nun – das Virus besteht aus einem Cluster, nämlich einem verbalen Cluster ganz bestimmter , hier : kriegsaffiner, Begriffe. Der Verbreitungsweg sind Medien und die Quelle sind dort zu suchen, wo die Medien finanziert werden.Wenn man diese Seuche bekämpfen will, dann muß man untersuchen, in welchem logischen Verbund dieser Cluster in den verschiedenen Medien benutzt wird – eine ziemlich mühsame Aufgabe, lösbar wohl mit einem geeigneten KI-Algorithmus.

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