Eine «neutrale» Schweizer Sanktionspolitik ist realitätsfremd
upg. Die Schweiz kann sich nicht mehr glaubhaft bewaffnen und verteidigen, ohne sich militärisch von Nato-Ländern abhängig zu machen. Und unsere Waffenindustrie ist auf Waffenexporte angewiesen. Entsprechend wollen die Bundesratsparteien die Neutralität lockern und mit der Nato enger zusammenarbeiten.
Von einer neutralen Schweiz ohne schwere Waffen und ohne Militär – nach dem Beispiel von Panama oder Costa Rica – wollen selbst linke Parteien nichts wissen.
Um die Abstimmung über die Neutralitätsinitiative zu beeinflussen, ist Gegnern und Befürwortern jedes Argument recht. Die grossen Medien hinterfragen vor allem die Argumente der SVP, kaum jedoch die Argumente der Gegner.
Helmut Scheben tut dies und ergänzt damit die gegenwärtige Debatte.

«Die Initiative bricht mit einer Praxis der seit über 175 Jahren bewährten Neutralität.»
Helmut Scheben: Dieses Statement stellt die Realität auf den Kopf. Es wird behauptet, die Neutralitätsinitiative bedeute einen Bruch mit unserer Tradition. Das Gegenteil ist der Fall. Die bewährte Neutralität hat der Bundesrat auf den Kopf gestellt, als er sich den Sanktionen der USA und der EU gegen Russland anschloss. Präzedenzfälle waren die beiden Kriege im Irak.

«Die Initianten verkaufen ihre Initiative als Beitrag zu unserer Sicherheit. Sie behaupten, eine besonders starke Auslegung der Neutralität schütze uns davor, in militärische Konflikte hineingezogen zu werden. Das ist falsch. Die Schweiz ist heute neutral und beteiligt sich an keinen militärischen Konflikten anderer Staaten. Daran ändert sich mit oder ohne die Initiative überhaupt nichts. Die Initiative bietet also keinen zusätzlichen Schutz, um in keinen Krieg verwickelt zu werden.»
Helmut Scheben: Das ist Geschichtsklitterung. Die Schweiz beteiligt sich seit Februar 2022 wirtschaftlich an einem Krieg und hat ihre Neutralität damit aufgegeben. Sie verbündete sich mit den USA und der Europäischen Union und hat wirtschaftliche Zwangsmassnahmen ergriffen, um Russland zu sanktionieren.
Damit beteiligt sich die Schweiz am Verteidigungskrieg, den die EU und die Nato zusammen mit der Regierung in Kiew gegen Russland führen. Die Nato beteiligt sich personell, mit Ausrüstung und mit Waffenlieferung. Bei sämtlichen Boykott-Massnahmen macht die Schweiz mit. US-Präsident Joe Biden hatte am 1. März 2022 erklärt, «sogar die Schweiz» würde Russland Schaden zufügen (das heisst, bei den wirtschaftlichen Zwangsmassnahmen mitmachen).
Nach Ansicht des russischen Aussenministers hat die Schweiz ihre Neutralität aufgegeben. Sie sei jetzt zum Feind Russlands geworden. «Wenn die beiden Hauptprotagonisten in diesem Punkt übereinstimmen, dann ist etwas schiefgelaufen», erklärte der frühere Schweizer Botschafter und Buchautor Paul Widmer in der «NZZ».
Die Schweiz hat sich – anders als in den meisten anderen Konflikten – nicht neutral verhalten. Bisher hielt sich die Schweiz wirtschaftlich in der Regel an den «Courant normal». Sie hielt die Handelsbeziehungen mit Kriegsparteien aufrecht, aber weitete sie nicht aus, um nicht Profiteurin eines Krieges zu werden.
Die Neutralitätsinitiative würde die Schweiz zwingen, sich in Kriegen wirtschaftlich wieder neutral zu verhalten. Das kann sie davor bewahren, in Kriege verwickelt zu werden. Sie kann als – militärisch und wirtschaftlich – neutrales Land eine Verhandlungslösung vermitteln, wie sie dies mit ihren guten Diensten in der Vergangenheit mehrmals tun konnte. Die Schweiz ist das Land der Genfer Konventionen und des IKRK.
Die Schweizer Neutralitätspolitik des «Courant normal» / upg
Zweiter Weltkrieg
Die Schweiz hielt den Handel mit Deutschland/Italien auf demselben Niveau wie vor dem Krieg, ohne ihn auszuweiten – dokumentiert unter anderem im Bergier-Bericht und in einem Bundesarchiv-Dossier.
Einseitige Unabhängigkeitserklärung Rhodesiens (UN-Sanktionen 1965/66)
Der Bundesrat beschloss 1965 eine Ausfuhrbegrenzung für Kriegsmaterial und Einfuhrbeschränkung für Importe, um im «Courant normal» zu bleiben.
Apartheid in Südafrika (1948–1994)
Die Schweiz berief sich gegenüber Südafrika auf «Courant normal» statt auf eigene Sanktionen.
Islamische Revolution in Iran (1977–1983)
Darüber gibt es eine Masterarbeit an der Universität Freiburg.
Iran-Irak-Krieg (1980 – 1988)
Ein diplomatisches Dokument belegt, dass die Schweiz versuchte, mit allen Konfliktparteien Kontakte im Sinne des «Courant normal» aufrechtzuerhalten.
DDR im Kalten Krieg
Die «NZZ» beschreibt, wie die Schweiz Ausfuhren in den Ostblock im Rahmen eines «Courant normal» hielt, soweit CoCom-Embargogüter betroffen waren.
Golfkrieg / Irak-Kuwait (1990/91)
Erstmals vollzog die Schweiz UN-Sanktionen autonom nach, statt nur «Courant normal» anzuwenden.
Krieg der USA gegen Irak (2003)
Zunächst hielt der Bundesrat am «Courant normal» fest, gab dieses Konzept aber nach EU-Sanktionsübernahme gemäss Wikipedia faktisch auf. Das Gleiche sagt ein Fachartikel der Schweizerischen Gesellschaft für Aussenpolitik: «‹Courant normal› hat europapolitisch ausgedient».
Aktueller Iran/USA/Israel-Konflikt
Der Bundesrat wendet «Courant normal» auf Überflugbewilligungen im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen Iran und USA/Israel an – «Watson» berichtete am 16. März 2026, dass Gesuche über den «Courant normal» hinaus abgelehnt werden.
Helmut Scheben: Es ist naiv zu glauben, eine intensivierte Zusammenarbeit mit der Nato würde die Schweiz aus solchen militärischen Angriffen und Kriegen heraushalten. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion greifen die USA und die Nato fast ununterbrochen militärisch in fremden Ländern ein. Der wissenschaftliche Dienst des US-Kongresses dokumentierte im Jahr 2022, dass die USA seit 1991 insgesamt 251 militärische Einsätze im Ausland ausführten («use of U.S. armed forces abroad»). In vielen Fällen war die Nato mit Personal und Waffen beteiligt.

«Die Neutralitäts-Initiative ist eine direkte Reaktion darauf, dass die Schweiz 2022 die Sanktionen gegen Russland und das Regime Putins übernommen hat, nachdem der brutale und völkerrechtswidrige Angriff auf die Ukraine in vollem Ausmass erfolgt war. Was uns hier als zeitlose Neutralität verkauft wird, ist in Wahrheit der Versuch, nicht das Opfer zu schützen, sondern den Aggressor. Wer den Angreifer und das Opfer nämlich gleichbehandelt – das wissen wir alle, – ist nicht neutral. Er stellt sich auf die Seite des Stärkeren und gegen das Recht.»
Helmut Scheben: Diese moralische Position klingt gut. Doch sie lässt sich gegenüber der realen Machtpolitik der Grossmächte nicht halten. Sobald deren Machtinteressen tangiert sind, führen Grossmächte Kriege, ohne auf Völkerrecht, UN-Charta oder Genfer Konventionen Rücksicht zu nehmen. Wenn Russland, China oder die USA Krieg führen, kümmern sie sich nicht um die Regeln des Völkerrechts.
Deshalb kann sich die Schweiz nicht als Moralinstanz aufspielen. Es ist unglaubwürdig, wenn Aussenminister Ignazio Cassis selbstüberschätzend und realitätsfern erklärt, die Schweiz müsse handeln, wenn das Völkerrecht schwerwiegend missachtet wird. Wörtlich sagte er: «Wenn sich jemand nicht an Regeln hält, müssen wir handeln.»
Die Realität sieht anders aus: Für einen neutralen Staat ist es meistens unmöglich, Sanktionen gegen Staaten zu ergreifen, die «sich nicht an die Regeln halten» und Menschenrechte schwerwiegend verletzen.
Russland hatte in Afghanistan neun Jahre lang Krieg geführt, Frankreich in Vietnam acht Jahre, die USA in Vietnam neun Jahre und in Afghanistan zwanzig Jahre lang. Gegenwärtig führt Israel einen völkerrechtswidrigen, weil völlig unverhältnismässigen Verteidigungskrieg gegen Gaza, das Westjordanland und den Libanon. Die USA haben zusammen mit Israel völkerrechtswidrig Iran angegriffen.
Die Schweiz hat keinen dieser Aggressoren mit wirtschaftlichen Sanktionen bestraft. Sie blockierte US-Geschäftsleuten, die der Regierung nahestehen, ihr Vermögen auf Schweizer Konten nicht, als die USA völkerrechtswidrig den Irak angriffen.
In allen diesen grossen Kriegen hat die Schweiz nicht «gehandelt». Doch seit Russland einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine führt und Menschenrechte schwerwiegend verletzt, macht die neutrale Schweiz am Wirtschaftskrieg gegen Russland mit.
Wenn sich die Schweiz wie bei früheren Kriegen an den «Courant normal» gehalten hätte, wäre sie nicht allein gewesen. Die Hälfte der G-20-Staaten hat sich den Sanktionen gegen Russland nicht angeschlossen.

«Diese sogenannte Neutralitätsinitiative […] gefährdet unsere Sicherheit, weil sie die Zusammenarbeit mit unseren Partnern massiv einschränkt. Sie bricht mit unseren Werten, weil eine Schweiz, die bei schweren Kriegsverbrechen einfach wegschauen muss, ihre Tradition verrät, für das Völkerrecht einzustehen. Wir wollen weiterhin für das Völkerrecht einstehen und nicht wegschauen. Das entspricht nicht unserer humanitären Tradition. Und schlussendlich zerstört diese Initiative unsere Handlungsfähigkeit, weil sie uns in ein starres Korsett zwängt und heute festschreibt, wie wir in Zukunft handeln dürfen.»
Helmut Scheben: Selbstverständlich zwängt uns diese Neutralitätsinitiative in ein Korsett. Auch das Strafgesetzbuch ist ein Korsett. Auch die Schweizer Verfassung ist ein Korsett. Da wird festgeschrieben, was wir für vernünftig halten. Die Neutralitätsinitiative ist kein Bruch mit unserer Tradition. Das Gegenteil ist der Fall. Wir haben diese Tradition im Februar 2022 gebrochen, als wir die Zwangsmassnahmen gegen Russland sofort mitvollzogen. Mit der Art, wie unser Aussenminister am Flughafen Kloten Präsident Wolodymyr Selensky umarmte, haben wir der ganzen Welt gezeigt, auf welcher Seite wir stehen, dass wir an diesem Krieg gegen Russland teilnehmen.
Selbstverständlich darf und soll auch die Schweiz Aggressoren und schwere Menschenrechtsverletzungen öffentlich verurteilen. Bundesrat und Parlament müssen Aggressionen «nicht einfach schlulterzuckend zur Kenntnis nehmen», «dazu schweigen» oder «wegschauen», wie es Daniel Foppa in der «NZZ am Sonntag» den Initianten der Neutralitätsinitiative unterschiebt. Aber bei diplomatischen Auftritten, militärisch und besonders auch wirtschaftlich soll sie sich neutral verhalten.
Alle vier grossen Medienkonzerne in der Schweiz verbreiten dieselbe Erzählung wie die Mitte-Ständerätin, dass die Neutralitätsinitiative unsere Sicherheit gefährde. Diese sei gefährdet, weil der Russe uns angreifen werde. Verteidigungsminister Martin Pfister sagte, wir müssten uns auf einen baldigen Krieg einstellen. Auch EU und Nato verbreiten, es sei spätestens 2029/30 mit einem Krieg mit Russland zu rechnen.
Es ist ein ideologischer Glaubenssatz, der massenpsychologisch wirksam ist, nämlich die immer wieder aufgetischte Dominotheorie:
- Wenn Vietnam nicht gehalten wird, wird ganz Asien kommunistisch. Wenn Nicaragua nicht gehalten wird, dann kippen Guatemala, Honduras, Mexiko und die Sowjetunion steht an der Südgrenze der USA.
- Wenn wir den Irak nicht angreifen, wird Saddam Hussein uns mit seinen ABC-Waffen angreifen. Wenn wir in Afghanistan die Taliban am Hindukusch nicht besiegen, ist Deutschland nicht mehr sicher.
- Wenn wir die Ukraine nicht halten, wird Putin erst das Baltikum überrollen und dann Polen und dann stehen schon bald die russischen Panzer am Bodensee.
Es ist stets ein extremes Feindbild, das den Leuten eingetrichtert werden muss, damit sie der Teilnahme an einem Krieg zustimmen. Die Menschen und die Parlamente müssen überzeugt werden, dass ein böser Feind uns bedroht. Nur dann kann das Rüstungsgeschäft funktionieren.
Die Aufrüstung, die im Moment in Europa, in Brüssel, in Berlin betrieben wird, grenzt an Wahnsinn. Es werden Schuldenberge angehäuft, als gäbe es kein Morgen.
Die Gegner der Neutralitätsinitiative wollen die Zusammenarbeit mit der Nato intensivieren. So sagte es bereits die damalige Verteidigungsministerin Viola Amherd im Jahr 2024. Heute erklärt der aktuelle Verteidigungsminister Martin Pfister, wir müssten uns auf einen baldigen Krieg einstellen.
Es ist jedoch naiv zu glauben, dass uns eine Annäherung an die Nato von diesen Kriegen verschont. Vielmehr würde die Schweiz in Konflikte hineingezogen.
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Eine mündliche Version dieses Beitrags kam im Transition TV.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine. Helmut Scheben ist in Deutschland aufgewachsen und hat dort Romanistik studiert und promoviert. Danach arbeitete er lange in Lateinamerika und kam 1985 in die Schweiz. Zuerst arbeitete er bei der Wochenzeitung WoZ und danach fast zwanzig Jahre beim Schweizer Fernsehen, die meiste Zeit davon bei der Tagesschau.
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.








«Ist der Feind bekannt, hat der Tag Struktur».
Die ganze westeuropäische Medienlandschaft (mit wenigen Ausnahmen) hat seit sehr langer Zeit den Feind Russland sehr erfolgreich und als unwiderlegbare Tatsache in unsere Köpfe gepflanzt – unter Weglassung zahlreicher gegenteiliger Fakten. Allgemeine Russophobie ist die Folge.
Dieses Feindbild darf öffentlich nicht hinterfragt werden.
Krieg wird die logische Folge sein, wenn wir dieses Denken nicht korrigieren.
Alle anderen Aggressoren, welche das Völkerrecht mit Füssen treten, blenden die Regierungen im Westen/Schweiz (nicht aber im Osten und Süden) aus und verurteilen es nicht.
Das kritische Hinterfragen jedes Feindbildes wäre der Beginn von Diplomatie, Völkerverständigung, Neutralität und friedlicher Koexistenz. Das scheint nicht das Ziel zu sein.
Moderne Kriegsführung führt uns vor Augen, dass die NATO-Flugabwehr, Panzer, F-35 niemanden schützen können.
Einziger Schutz: DIPLOMATIE und NEUTRALITÄT – urschweizerisch, real, vernünftig.
Es gibt in der Schweiz und Österreich mächtige und hartnäckige Stimmen, die jeweilige Neutralität zu kippen. Ich bin mir sicher, dass dahinter eine oder mehrere global abgestimmte Initiativen stecken. In Ö sind es die stets gleichen «Experten» aus Militär und Politik, die knallharte pro-NATO-Beeinflussung hinter moralinsauren Sonntagsreden verstecken. Schweden und Finnland haben ihre über viele Jahrzehnte segensreiche, sich wirtschaftlich und sozial bezahltmachende Neutralität ohne Not, ohne eine einzige Bedrohung durch Russland, aufgegeben. Hier werden ähnliche Netzwerke im Hintergrund gearbeitet haben. Zur Bewaffnung: die Schweiz kann, wie Ö, erstens Rüstungstechnik selbst entwickeln und herstellen – beide Länder waren hierin erfolgreich – und zweitens in jedem anderen Land Material kaufen oder drittens mit blockfreien Staaten gemeinsam Rüstungsgüter entwickeln; sie muss weder NATO-Schrott kaufen noch sich unter Pseudo-«Schutzschirme» stellen.
Mit der automatischen Übernahme der EU-Sanktionen hat die Schweiz nicht nur ihre Neutralitätspolitik verlassen, sie hat damit ihre Aussenpolitik in diesem zentralen Dossier an die EU ausgelagert. Ein fataler Entscheid.
Mit der «Friedenskonferenz» auf dem Bürgenstock ohne eine Einladung an Russland hat sich die Schweiz der Lächerlichkeit preisgegeben. Das ist wie ein Fussball Derby zwischen FCZ und GC, einfach ohne GC. Und den Schiedsrichter würde der FCZ auch noch gleich mitbringen.
Neben den Sanktionen gegen Russland zeigt diese unselige einseitige «Friedenskonferenz» am Besten auf, dass die offizielle Schweiz die an sich vorgegebene Neutralität leider längst aufgegeben hat.
Die Schweiz genoss während des gesamten Kalten Krieges zwischen dem Westen und der Sowjetunion in der ganzen Welt höchste Achtung und Glaubwürdigkeit. Damit ist es durch die Übernahme der EU-Sktionen gegen Russland seit 2022 vorbei.
Deshalb ist eine Annahme der Initiative – zum Schutz unseres Landes und unserer Kinder – von höchster Bedeutung.
Die Neutralität wird nach der Abstimmung über die Neutralitätsinitiative ein Papiertiger bleiben, denn die Waffenexporte werden weitergehen mit dem Segen der SVP. Das klare Verbot, das seit 1973 in Kraft ist, kriegführenden Staaten kein Kriegsmaterial zu liefern, wurde immer ignoriert, ebenso wie das Verbot, an Staaten Waffen zu verkaufen, die Menschenrechte mit den Füssen treten. Die Bundesbehörden in Bern bewilligten in den letzten Jahrzehnten laufend Konzernen an NATO-Staaten Kriegsmaterial zu liefern, auch während der Kriege auf dem Balkan, im Nahen Osten, in Afghanistan, in Libyen, Somalia und bei militärischen Interventionen in vielen anderen Staaten. Der Türkei, Pakistan, Saudi-Arabien, den Arabischen Emiraten, Russland wurden Waffen verkauft, Regimes, die in militärische Konflikte verwickelt waren, und Menschenrechte krass verletzten. Auch nach den Folterungen der USA in Guantánamo, Abu Ghraib und Bagram, trotz dem Drohnenkrieg der USA, den aussergerichtlichen Hinrichtungen.
Was läuft in Schweiz warum gewaltig schief? Bin SP-Mitglied, aber SPS kann oder will mich nicht verstehen. Zwei Welten. Ich fordere:
►Monroe-Doktrin zugunsten Russland.
►Neutralität für Schweiz und Ukraine.
Wäre Ukraine bei damaliger Weisheit geblieben, wäre heute Frieden (vgl. Kuba hat nicht mal MIT Neutralität Frieden seitens USA): «In Erklärung über die staatliche Souveränität Ukraine vom 16.7.1990 verkündete die damalige Ukrainische SSR die Absicht, künftig dauerhaft neutraler Staat zu sein. Das Land erklärte, sich an keinen Militärbündnissen zu beteiligen, atomwaffenfreie Zone anzustreben.»
WAZ 1.9.2026: Reporter in Panama fragt: Präsident Donald Trump habe gesagt, Kuba sei als Nächstes dran – gebe es dabei eine Rolle für das US‑Militär? Pete Hegseth bei Pressetermin am «Jungle Operations Training Course» antwortet: «Alle Optionen liegen auf Tisch, einschließlich militärischer». Kuba solle auf Trumps Bereitschaft achten, ►amerikanische «strategische Vorrechte» durchzusetzen.
Oh Danke Herr Scheben! Sie sprechen mir aus dem Herzen! Ja, die Schweiz hätte eine intelligentere Funktion zu übernehmen, als sich kriegstreibenden Nachbarn anzuschliessen: als neutrales Land, mit einer professionellen Diplomatie (die sie offenbar auch abgelegt hat), müsste sie eine wertvolle Vermittlungsrolle übernehmen in Richtung Fieden. Im Ukraine-Russlandkrieg ist ja die EU nicht fähig und nicht willig zu vermitteln, deshalb sieht sie nur den totalen Krieg! Politisch unreif, ignorant, inkompetent und vor allem gefährlich. Wo ist die kraftvolle Diplomatie geblieben??? Wo ist die kritische Auseinandersetzung der Politiker, der Medien geblieben?
JA zur Neutralitätsinitiative, um Waffenexporten engere Grenzen zu setzen!
Mit einem JA zur Neutralitätsinitiative wäre die Weitergabe von Waffen über Drittstaaten gemäss dem revidierten Kriegsmaterialgesetz stärker an das Neutralitätsprinzip gebunden. Die militärische Unterstützung der Ukraine würde deutlich schwieriger, weil der Spielraum des Bundesrats durch die strengeren Verfassungsregeln eingeengt würde.
Fazit: Wer die Kriegsmaterialausfuhr einschränken möchte, ist gut beraten, ein JA zur Neutralitätsinitiative einzulegen.
«Die Neutralitätsinitiative würde die Schweiz zwingen, sich in Kriegen wirtschaftlich wieder neutral zu verhalten.» Wunschdenken! Handel, der den Kriegsverlauf beeinflusst, wäre unter der Neutralitätsinitiative nicht verboten.
Es gibt schon Unterschiede zwischen den gehandelten Gütern! Das Kriegsmaterialgesetz zeigt klar auf, welche Güter als Kriegsmaterial zu gelten haben.
Es wäre jetzt langsam Zeit für eine Volksinitiative für den Beitritt der Schweiz zur BRICS. Möglichst klar von links lanciert, um die Köpfe zu waschen wie 1989.
Neutralität? SPS macht mich fassungslos und wütend. Ständig gegen Russland, aber NULL Sanktionen gegen USA: Und nun «schiessen» die «Sozialen» sogar gegen russische Zivilisten. Blick 3.9.2026 – «Bundesrat will Schraube anziehen: Russische Touristen sollen draussen bleiben» (…) will Bundesrat Schraube nochmals anziehen. Justizdepartement von SP-Bundesrat Beat Jans werde in den nächsten Monaten prüfen, wie eine noch strengere Vergabe von Touristenvisa möglich ist – angepasst auf die Schengen-Vorgaben, erklärt die Landesregierung auf einen parlamentarischen Vorstoss hin.
SP hatte gefordert, dass sich Bundesrat dafür einsetzt, dass in allen Schengen-Staaten an russische Staatsangehörige keine Visa zu rein touristischen Zwecken mehr vergeben werden dürfen.
PS: Bundesrat «übernimmt», macht heute bereits sehr vieles «abhängig», von EU. Mir graut, wenn das Volk (ohne Ständemehr) Ja zu «Bilateralen III» sagt; Vertrag haben Bundespräsident Parmelin + EU-Leyen bereits unterzeichnet 2.3.2026.
Nachtrag: Die Schweiz hatte einmal einen pragmatischen Umgang mit Neutralität und bestehenden Sanktionen fremder Länder gegen einen Dritten. Es galt die Prämisse, dass die Schweiz nicht als Sanktionsbrecher profitieren darf, sondern ihr Handelsvolumen mit den sanktionierten Staat gleich bleiben muss wie vor Beginn der Sanktionen, z.Bsp. vor Beginn der antirussischen EU-Sanktionen hätte die Schweiz für 100 Mill. Franken Werkzeugmaschinen nach Russland exportiert. Dann könnte sie im Rahmen der Neutralität im Rahmen dieses Volumens bleiben, aber den Export nicht steigern. Damit würde sie zwar die Sanktionen nicht mittragen, aber auch nicht als «Blockadebrecher» agieren. Überlegenswert! Noch eins: die Nähe zur NATO schützt die Schweiz nicht! Im 2. WK schützte das FR-GB-Bündnis Polen und die Benelux-Staaten nicht. Was geschieht, wenn NATO, EU und Schweiz einmal ganz gegensätzliche Interessen verfolgen sollten? Dann kann sich die Schweiz nur auf die eigene Armee verlassen.