Krieg auf Kredit
Was die moderne Kriegsführung auszeichnet, ist nicht ihre Grausamkeit – die ist so alt wie der Krieg selbst –, sondern ihre Buchhaltung. Man denke nur an die Zahl, die Anfang März in den Korridoren Washingtons die Runde machte: Sie wurde nicht mit militärischer Fanfare oder unter dem Glanz der Generalssterne verkündet, sondern versteckt in einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters. Wir erfuhren, dass die amerikanische Regierung allein in den ersten 48 Stunden ihres Angriffs auf den Iran Munition im Wert von 5,6 Milliarden Dollar verschossen hatte.
5,6 Milliarden Dollar. Für zwei Tage. Für Munition. Man könnte versucht sein, diese Zahl als groteske Übertreibung eines antimilitaristischen Schreiberlings abzutun, aber eine oberflächliche Prüfung der Preisschilder, die an unseren modernen Waffen angebracht sind, offenbart eine finanzielle Obszönität. Inzwischen berichtete auch die «New York Times», dass allein die erste Kriegswoche das Pentagon bereits über 11,3 Milliarden Dollar gekostet habe.
Milliardenteures Abfackeln
Die von den USA im Iran eingesetzten Patriot-Raketen kosten laut Bloomberg 4,6 Millionen Dollar pro Stück, die sogenannten SM-6-Raketen 8,2 Millionen und die Thaad-Raketen 12,8 Millionen. Der Tomahawk-Marschflugkörper, seit Jahrzehnten das bevorzugte Instrument amerikanischer Luftangriffe, kostet 1,7 Millionen Dollar pro Stück. Der Angriffskrieg war dann auch bloss wenige Stunden alt, als ein amerikanischer Tomahawk-Marschflugkörper sein Ziel nicht in einer befestigten Militäranlage, sondern in den Klassenzimmern der Shajareh-Tayyebeh-Mädchenschule in Minab fand. Mehr als 160 Menschen wurden getötet, darunter überwiegend kleine Mädchen, deren einziges Vergehen darin bestand, auf der falschen Seite einer geopolitischen Gleichung geboren worden zu sein.
Die moderne Luftkriegsführung ähnelt finanziell weniger dem traditionellen Krieg als vielmehr einer grotesken Pyrotechnik der Zerstörung, bei der jedes einzelne Projektil den Preis einer Garage voller Ferraris hat (während die iranische Seite offenbar auf Geschosse und Drohnen setzt, die ein paar tausend Dollar kosten). Die groteske Ökonomie des Ganzen wäre fast komisch, wenn diese tödlichen Instrumente der nationalen Politik mit dem privaten Vermögen exzentrischer Milliardäre finanziert würden. Tatsächlich aber werden sie aus dem gesammelten Reichtum gewöhnlicher Bürger bezahlt, aus ihren Steuern und Schulden. Viele dieser Bürgerinnen und Bürger waren zudem einem Präsidenten gefolgt, der im Wahlkampf versprochen hatte, genau solche kostspieligen Abenteuer zu beenden, nur um dann einen Angriff zu beginnen, ohne zuvor die verfassungsmässige Zustimmung des Kongresses einzuholen.
Die lange Rechnung
Doch diese verschossenen ersten Milliarden sind nur der Auftakt zu einer langen Kaskade von Kriegsausgaben. Was Regierungen als Militärausgaben katalogisieren – Munition, Flugstunden, Treibstoff und taktische Operationen – sind nur Anfangsinvestitionen. Die wahren Kosten des Krieges offenbaren sich erst in der trügerischen Stille, nachdem die letzte Explosion verklungen ist. Das «Costs of War»-Projekt der Brown University in Providence, Rhode Island, dessen Berechnungen sowohl von Präsident Joe Biden als auch von Donald Trump in Reden zitiert wurden und das 2022 mit dem US Peace Prize ausgezeichnet wurde, dokumentiert seit Jahren diese unbequeme finanzielle Realität. Die Forschenden dort verfolgen eine ebenso einfache wie politisch unbequeme Idee: Wer den Preis eines US-Kriegs verstehen will, darf nicht nur das Pentagon-Budget betrachten.
Das wahre Ausmass eines Krieges, so zeigen die Brown-Zahlen, offenbart sich oft erst, nachdem sich die Generäle zurückgezogen haben, um ihre Memoiren zu schreiben. Wenn man Veteranenversorgung, Invaliditätsleistungen, langfristige militärische Präsenz und die Zinsen auf die Schulden berücksichtigt, mit denen diese Kriege finanziert wurden, verändert sich die Rechnung dramatisch. Allein die militärischen Kriegsausgaben des Pentagon für Afghanistan, Irak und andere Nach-9/11-Operationen belaufen sich laut «Costs of War» allein auf der Seite der USA auf über zwei Billionen Dollar. Rechnet man weitere kriegsbedingte Ausgaben des Bundeshaushalts hinzu, kommt das Projekt auf über 5,8 Billionen Dollar. Einschliesslich zukünftiger Verpflichtungen könnten sich die Gesamtkosten dieser Kriege auf rund 8 Billionen Dollar belaufen. Gleichzeitig haben diese Konflikte laut dem Projekt bereits etwa 900’000 Menschen das Leben gekostet, je nach Rechnung deutlich mehr. (Der vorliegende Text richtet den Blick jedoch auf eine andere Dimension dieser Bilanz – die finanziellen Kosten für die Vereinigten Staaten, während die Zerstörungen in den angegriffenen Ländern sowie die sozialen und ökologischen Folgen der Kriege zu einem anderen Zeitpunkt beleuchtet werden.)
Krieg im Körper
Ein besonders grosser Teil dieser Kosten betrifft eine Dimension, die in militärischen Erfolgsmeldungen auffällig fehlt: die gebrochenen Körper und Seelen, die der Krieg hinterlassen hat, darunter auch jene der Soldatinnen und Soldaten, die diese Kriege geführt haben. Die Harvard-Ökonomin Linda Bilmes, eine der profiliertesten Forscherinnen zu Kriegskosten, schätzt, dass allein die medizinische Versorgung und Unterstützungsleistungen für Veteranen der Irak- und Afghanistan-Kriege zwischen 2,2 und 2,5 Billionen Dollar bis zum Jahr 2050 kosten werden.
Bilmes zeigt auf, dass der Höhepunkt der Ausgaben für die Versorgung von Veteranen nicht mit den Paraden zur Heimkehr erreicht wird, sondern erst Jahrzehnte später, wenn die psychologischen Wunden des Krieges – insbesondere posttraumatische Belastungsstörungen – sich in ihrer ganzen Dimension offenbaren.
Studien der RAND Corporation, einem hauptsächlich vom US-Verteidigungsministeriums finanzierten Thinktanks mit Sitz in Santa Monica, der die US-Streitkräfte berät, weisen darauf hin, dass posttraumatische Belastungsstörungen, Depressionen und traumatische Hirnverletzungen zu den charakteristischen Langzeitfolgen der Nach-9/11-Kriege gehören. Allein solche traumatischen Hirnverletzungen betreffen laut einer RAND-Analyse seit Beginn des 21. Jahrhunderts fast eine halbe Million US-Soldaten, Tendenz steigend.
Die fiskalische Dimension dieser Folgen ist enorm. Der Rechnungshof des US-Kongresses berichtet, dass das Veteranenministerium im Fiskaljahr 2025 rund 195 Milliarden Dollar an Invaliditäts- und Entschädigungsleistungen an über 6,9 Millionen Veteranen und ihre Familien auszahlte.
771 Milliarden für fünf Konzerne
Natürlich gibt es auch Gewinner. Betrachten wir kurz die zynische Arithmetik der modernen Kriegsführung: Für jeden Dollar, den Amerika für die Kunst der Konfliktverhütung durch Diplomatie ausgibt, fliessen zwei Dollar in die Kassen von Händlern, die von der Kriegsführung profitieren. Die Politikanalysten William D. Hartung und Stephen Semler haben berechnet, dass private Unternehmen zwischen 2020 und 2024 Pentagon-Aufträge im Wert von 2,4 Billionen Dollar erhielten, rund 54 Prozent der frei verfügbaren Militärausgaben von 4,4 Billionen Dollar in diesem Zeitraum.
Besonders konzentriert ist dieses Geld bei wenigen Konzernen. 771 Milliarden Dollar gingen an nur fünf Rüstungsunternehmen: Lockheed Martin (313 Milliarden), RTX – früher Raytheon – (145 Milliarden), Boeing (115 Milliarden), General Dynamics (116 Milliarden) und Northrop Grumman (81 Milliarden). Zum Vergleich: Für den gesamten Apparat amerikanischer Diplomatie, Entwicklungshilfe und humanitärer Hilfe – militärische Unterstützung ausgenommen – gab die US-Regierung im selben Zeitraum 356 Milliarden Dollar aus.
20 Milliarden Zinsen pro Woche
Diese gigantischen Summen werden nicht aus einer gut gefüllten Staatskasse bezahlt. Während amerikanische Bomber Ziele im Iran angreifen, arbeitet im Hintergrund eine stillere Maschine: der Schuldendienst. In den ersten fünf Monaten des Fiskaljahres 2026 – von Oktober 2025 bis Februar 2026 – zahlte das US-Finanzministerium 433 Milliarden Dollar Zinsen auf die Staatsschulden, mehr als 20 Milliarden Dollar pro Woche, nur um die bestehende Verschuldung zu bedienen.
Die US-Kriegsmaschinerie funktioniert seit Jahrzehnten auf Kredit. Die Vereinigten Staaten haben ihre militärischen Interventionen überwiegend über Schulden finanziert. Allein für die unmittelbaren Kriegskosten wurden rund zwei Billionen Dollar geliehen. Daraus sind bereits enorme Zinskosten entstanden: Bis 2020 waren nach Berechnungen der Ökonomin Heidi Peltier vom «Costs of War»-Projekt bereits rund 925 Milliarden Dollar an Zinsen auf diese Kriegsschulden angefallen. Selbst wenn keine neuen Kriege mehr geführt würden, würden die Zinszahlungen weiter anwachsen und könnten laut ihrer Berechnung bis 2050 rund 6,5 Billionen Dollar erreichen.
Historisch ist das keineswegs selbstverständlich. Frühere amerikanische Kriege wurden zumindest teilweise durch Steuern finanziert: Während des Ersten Weltkriegs deckten Steuererhöhungen rund 30 Prozent der Kosten, im Zweiten Weltkrieg fast die Hälfte, und der Koreakrieg wurde sogar vollständig über Steuern bezahlt. Die Kriege nach dem 11. September hingegen wurden weitgehend über Kredit finanziert. Harvard-Ökonomin Linda Bilmes nannte sie «Kreditkarten-Kriege».
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
_____________________
➔ Solche Artikel sind nur dank Ihren SPENDEN möglich. Spenden an unsere Stiftung können Sie bei den Steuern abziehen.
Mit Twint oder Bank-App auch gleich hier:
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.










Danke für die Informationen.
Mit fehlen die Worte………
17. März 17.00 beim Stauffacher, Zürich
Kundgebung: Stoppt den Iran Krieg!Stoppt die Blockade Kubas!
Genauere Infos auf der Webseite der SFB
(Schweizerische Friedens Bewegung)
Bei 927 Milliarden Militärbudget geben die USA täglich mehr als 2,5 Milliarden pro Tag für das Militär aus. In einer Woche also 17,5 Milliarden. Vergleicht man den jährlichen Zuwachs der Staatsverschuldung der USA mit dem Wachstum des Militärbudgets, so stellt man fest, dass fast die gesamten Ausgaben für das Militär über Schulden finanziert wurden und werden. Sollte die Schuldenblase einmal platzen, dann sehen all die, die ihr Geld den USA geliehen haben, ihr Geld nicht wieder. Denn das wurde in Afghanistan, im Irak, und jetzt im Iran sprichwörtlich in die Luft geblasen. Und bei den Waffen ist es wie beim Brot. Kein Bäcker kann für drei Jahre Brot im Voraus backen. Es muss zeitnah soviel verbraucht werden, wie gebacken wird.
Noch eindrücklicher wäre es, wenn die Zahlen statt nur in Worten (z. B. 1 Billion) auch in Ziffern geschrieben wären ( 1’000 000 000 000).
Ja, wer bezahlt diese horrenden Kosten, für dem ganzen Unsinn: wereli wer?
Nicht die Aktionäre und Aktionäre der Rüstungsindustrie, welche den Reibach machen, d.h. dieses Geld absahnen. Ich schreibe bewusst nicht, «verdienen»…
Nicht die Verantwortlichen der Politik, welche die Hochrüstung beschliessen und durchführen – dazu gehört auch die Schweiz…
Den Preis auf allen Ebenen bezahlen die einfachen Bürgerinnen und Bürger, welche erst ihr Dach über dem Kopf verlieren, ev. auf der Strasse leben müssen – sie verfügen meist über keine Feriendomizil oder eine Superjacht – sie bezahlen die Waffen und das was diese anrichten, den Wiederaufbau und vieles mehr. Sie müssen ev. noch Hunger, Krankheiten und den Tod erleiden.
Es sind fast unerträgliche Schicksale welche Waffen anrichten.
Gut, man könnte sagen, sie haben die Verursacher ev. gewählt…
DABEI KÖNNTEN WIR ALLE SOVIEL AUS DER GESCHICHTE LERNEN!!!
zu vorhin wollte im 2. Absatz Aktionäre und Aktionärinnen schreiben.
Können sie dies korrigieren bitte.
Danke vielmals.
Wenn man diese Summen sieht, fragt man sich , wieso wählen die Amerikaner einen Mann, der ihnen solche finanziellen Bürden auferlegt – von dem menschlichenLeid mal ganz abgesehen. Und das auch schon zum zweiten mal. JEDOCH : als deutsche(r) BürgerIn muß man keineswegs den Kopf schütteln, denn wir haben einen Kanzler, der auf dem besten Weg ist, uns in eine eben solche Finanzfalle zu steuern; jedenfalls verweigert er strikt jede Möglichkeit eines Kurswechsels. Denn der wäre denkbar , wenn auch nur mit einer weitsichtigen und mutigen politischen Entschossenheit – und zwar durch die Verwerfungen am Energiemarkt und allen folgenden wirtschaftlichen Problemen. Zumal selbst TRump zu dieser Einsicht gekommen ist. Statt dessen verrennt der Kanzler uns noch tiefer in die Sackgasse.
economiesuisse Rudolf Minsch 24.03.25: «Die USA haben das ungeheure Privileg, dass der Dollar die Weltleitwährung ist.. weil der Dollar weltweit als Wertaufbewahrungsmittel verwendet wird. Weil ausländische Gläubiger im grossen Stile US-Staatsanleihen und andere Wertschriften kaufen, steigt deren Preis und die Zinslast sinkt..wird der Dollar, sei dies als Papiergeld, …, häufig zu Zahlungszwecken auch ausserhalb der USA verwendet….Jede Dollarnote, die in Lateinamerika eingesetzt wird, ist ein zinsloses Darlehen an die USA. Wenn diese noch verloren geht, ist sie ein Geschenk an die USA. Konkret: Die Hälfte der… Dollar Banknoten…befinden sich nach Schätzungen im Ausland…»
Möglich, dass der Manhattan Geschäftsmann-Präsident noch nicht realisiert hat, dass das Geschäftsmodell «Krieg auf Kredit» bald nicht mehr möglich sein wird, weil seine Politik den Dollar theoretisch zu einer Ramsch-Währung machen könnte. Und hören muss: „Rien ne va plus“
Gunther Kropp, Basel
Wer kauft amerikanischen Schulden?
Wo sind die 1200 Milliarden der 2. Säule?
Die 1000 Milliarden der Nationalbank?
Die 50 Milliarden der AHV ?
Die 50 Milliarden der SUVA ?
Die Kleinen Leute bezahlen diesen Irrsinn – ABER :
zit.TS: (..»Die USA erlauben ,wegen der dramatischen Folgen des Iran-Krieges für den Energiesektor weltweit,
z.Zt. wieder den Kauf russischer Energieträger»..) – schon dieser Satz zeigt 1. die Arroganz der Macht der USA, 2. die Beschränktheit des politischen Denkens der USA, denn wegen Putin hatten sie gerade erst Sanktionen dagegen verhängt. So schwachsinnig das alles ist : Europa sollte jetzt entschlossen handeln und die Situation nutzen, um den Versuch eines Brückenschlages nach Rußland zu machen : das Angebot Rußlands zur Lieferung annehmen, alle Waffenlieferungen in die Ukraine einstellen, die Reparatur der Nordstream-Leitungen zusammen mit Rußland und der Ukraine als diplomatisches Signal anbieten. Wem das absurd erscheint, der soll auf die USA blicken und einen anderen Weg aus dem Schlamassel aufzeigen. Der Moment ist günstig, weil ALLE im gleichen trüben Licht dastehen. Sonst Zahlen wir Kleinen Leute immer weiter .
Klingt alles wohltuend logisch! Wie transportieren wir diese Gedanken an «Europa»s Entscheidungsträger? Mir selber kommt dazu grad nichts in den Sinn; Gehirn und Herz befinden sich in Schockstarre.
Ich bin offen für jede Idee!! bei der Umsetzung ihrer Gedanken mit
anzupacken……
Solange Lobbys über NGOs mit Unmengen an Geld ausgestattet sind und wir die direkte Einflussnahme auf die Politik erlauben, solange wir zulassen dass Politik und Wirtschaft sich die Klinke in die Hand drücken, solange wird sich nichts ändern. Es verdienen schlicht zu viele daran.
Das ganze westliche System ist auf Korruption ausgelegt. Das beginnt dabei, dass Einzelpersonen Mandate für dutzende Firmen haben können und gleichzeitig in der Politik massgeblich die Weichen für diese stellen (Interessenskonflikte aber natürlich ausgeschlossen sind) und endet damit das einzelne Vermögensverwalter (wie z.b. Blackrock) über dermassen viel Kapital verfügen, dass sie in so viele (Konkurrenz)Firmen investiert sind und dadurch die sogenannt freie Marktwirtschaft komplett aushebeln.
Und das berücksichtigt nichtmal welche Mehrkosten anderen Ländern aufgebürdet werden durch steigende Energiekosten und anderes. Im gleichen Atemzug werden Leben vernichtet. Im gleichen Atemzug werden die Länder Europas nicht müde ihre Infrastruktur dem Aggressor für seine Angriffe zur Verfügung zu stellen und die überteuerten Waffen auch noch selbst zu kaufen. Im gleichen Atemzug wird gebetsmühlenartig verbreitet, der Iran müsse mit den eskalierenden Angriffen auf die Nachbarländer aufhören.
Gewinne privatisieren, Kriege „sozialisieren“. Nach der Bankenrettung in der Finanzkrise, der Selbstbedienung der Pharma nun die (erneute) Selbstbedienung der Rüstung. Weite Teile der Gesellschaft unterstützen dies weil „die Guten“ endlich „die Bösen“ besiegen müssen. Das widert mich an.
Nicht erwähnt ist in diesem sonst sehr guten Artikel, dass die Munition ja nicht extra für diesen unprovozierten völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran beschafft wurde, sondern längst an Lager liegt. Munition ist zwar, je nach Art, recht lang haltbar, altert aber technisch und chemisch. Die erwähnten Milliarden verfallen also nach einer gewissen Zeit einfach. Resp. verursachen sogar zusätzliche Kosten, weil die Munition ja nicht einfach in die nächste Mülltonne geworfen werden kann.
Man kann sich durchaus vorstellen, dass eine so fundamental kapitalistisch denkende Regierung wie die von DJ Trump sich entscheidet, die Munition lieber «sinnvoll», aus ihrer Sicht, einzusetzen um ein politisches, das heisst meist wirtschaftliches Ziel zu erreichen, statt sie einfach verrotten zu lassen. Wo genau der wirtschaftliche Nutzen ist, ist dann die nächste Frage. Ich würde bei der Suche nach einer Antwort beim Ölhandel beginnen.
Eine sehenswerte Dokumentation zu dem Thema gibts auf ARTE.