Students taking exam at wooden table indoors

Schriftliche Prüfung © ID844061312/Depositphotos

Fast jeder dritte Einwohner der Schweiz ist im Ausland geboren

upg. /  Etwa 30 Prozent der Schulkinder sprechen zu Hause keine Schweizer Landessprache. Die Hälfte von ihnen schafft den Pisa-Test nicht.

Kinder von wohlhabenden fremdsprachigen Eltern haben Glück. Sie bekommen meistens genügend Unterstützung, um sprachlich aufzuholen, wenn sie nicht eh Privatschulen besuchen.

Doch von sämtlichen Kindern in der Schweiz, die fremdsprachig in den Kindergarten eintreten, erreichen später in Mathematik, den Naturwissenschaften und im Lesen nur zwei Drittel das «Mindestkompetenzniveau». 

Die letzten Pisa-Zahlen hat «NZZ»-Inlandredaktor Sebastian Briellmann ausgewertet. Im praktischen Test zur Lesekompetenz habe man den Schülerinnen und Schülern folgenden Text vorgelegt: 

«Obwohl es am Morgen stark geregnet hatte, nahm Anna keinen Regenschirm mit, weil der Wetterbericht für den Nachmittag Sonnenschein angekündigt hat.»

Wer die Mindestkompetenz erreichen wollte, musste beantworten, warum Anna keinen Regenschirm genommen hat («Wetterbericht»). 

Fast ein Drittel der 15-Jährigen schaffte das nicht.

Insgesamt fast die Hälfte derjenigen, die zu Hause keine Landessprache sprechen, sind an Mindestkompetenzen gescheitert.

Beim Bundesamt für Statistik gibt es keine Angaben über den Anteil der Schülerinnen und Schüler oder den Anteil der Kinder, die zu Hause keine Landessprache reden. Vor einigen Jahren verbreitete der «Blick», dass über 300’000 Schulkinder zu Hause keine Landessprache hören. Das wären etwa 30 Prozent aller Schulkinder.

Der Anteil dieser Schülerinnen und Schüler kann je nach Standort der Schule sehr unterschiedlich sein. Im Januar 2026 forderte die SVP im Kanton Glarus eine Obergrenze fremdsprachiger Kinder pro Klasse. SVP-Nationalrat Benjamin Fischer erklärte dazu, ab 20 Prozent werde der Unterricht schwierig, ab 30 Prozent «fast unmöglich». Im Mai 2026 folgte die SVP-Luzern und forderte eine Obergrenze von 30 Prozent.

Ein paar entsprechende Ansätze gibt es im Ausland. Die Stadt Aarhus in Dänemark schreibt vor Schuleintritt systematische Sprachtests vor. Falls mehr als 20 Prozent der in der Schule angemeldeten Kinder Sprachnachhilfe brauchen, wird ein Teil einer anderen Schule zugewiesen. 

In Italien führte das Bildungsministerium im Jahr 2010 in einem Rundschreiben eine Regel ein, wonach Kinder ohne italienische Staatsangehörigkeit grundsätzlich höchstens 30 Prozent einer Klasse ausmachen sollten. Im September 2026 präzisierte die Regierung die Vorgabe mit einer gesetzlichen Regelung, die ab dem Schuljahr 2027/28 bei der Bildung der Eingangsklassen greifen soll: Maximal 30 Prozent Ausländerinnen und Ausländer pro Klasse.

Kriterium ist die Nationalität und nicht die Sprachkenntnis der Schülerinnen und Schüler. Es geht der Meloni-Regierung offensichtlich nicht um Schulleistungen, sondern um eine Ausgrenzung von Ausländern. Das zeigt eine Statistik der Wirtschafts-Plattform «Semafor»: Nur elf Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner Italiens sind im Ausland geboren. Nur ein Drittel so viele wie in der Schweiz.

Anteil der im Ausland geborenen Einwohnerinnen und Einwohner

Im Ausland geboren

Noch grösser als in der Schweiz ist der Anteil der im Ausland Geborenen in Katar (77 Prozent), den Vereinigten Arabischen Emiraten (74 Prozent), Monaco (70), Lichtenstein (69) oder Kuwait (67).


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Keine
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