Wir haben zu lange geschwiegen

Eine Minderjährige in Paris: «Wir haben zu lange geschwiegen.» © SRF am 10. Oktober 2026

Warum die Jungen allen Grund haben, auf die Strasse zu gehen 

Urs P. Gasche /  Gewalttätige Krawalle einer Minderheit wecken viel Aufmerksamkeit. Wenig Schlagzeilen macht, was wir den Jungen alles überlassen.

Abgesehen von der Minderheit der Gewalttätigen protestierten über das Wochenende in mehreren Ländern Hunderttausende unzufrieden, aber friedlich.

Noch viele mehr Junge hätten allen Grund, sich den friedlich Protestierenden anzuschliessen. Denn das heutige Wirtschaften und Politisieren ist nicht enkeltauglich. Zukünftige Generationen werden die Zeche dafür zahlen müssen.

Allerdings sieht dies «NZZ»-Chefredaktor Eric Gujer in seinem Leitartikel vom 31. Oktober1 anders: «Die Unruhen in Frankreich sind ein Zeichen für das Scheitern des Sozialstaats.» Die vielen Subventionen würden immer neue Begehrlichkeiten erzeugen. «Auch bei den Jungen» sei die «wohlfahrtsstaatliche Anspruchsmentalität besonders ausgeprägt». Die Schuld gibt Gujer nicht den Regierenden, sondern der «Ignoranz der Massen». Sein Fazit: «Das Scheitern des traditionellen Sozialstaats führt überall zu gesellschaftlichen Verwerfungen. Die Krawalle in Frankreich sind nur ein Extrem.»


15 gefährliche Zeitzünder für die junge Generation

Es mag sein, dass zu viel Geld nach dem Giesskannenprinzip ausgeschüttet wird, anstatt diejenigen direkt zu unterstützen, die es dringend nötig haben.
Gujer sieht jedoch darüber hinweg, dass die junge Generation noch nie in der Geschichte der Menschheit mit so grossen Risiken konfrontiert war. Der Zustand unserer Erde ist beispiellos schlecht. Auf Infosperber war dies in einer ersten Fassung schon mal zu lesen:

  1. KI, Drohnen und Aufrüstung machen Kriege immer wahrscheinlicher. Die gegenwärtigen Kriege machen alles Lebensnotwendige teurer.
    Bereits neun Regierungen verfügen über Atomwaffen und entwickeln sie weiter, um bei einer realen oder vermeintlichen Bedrohung mit einem Erstschlag reagieren zu können. Ein nuklearer Winter ist beabsichtigt oder unbeabsichtigt eine reale Gefahr. Die Gefahr eines Atomkrieges ist so gross wie während des Kalten Krieges.
  2. Grosse Staaten vermüllen den erdnahen Weltraum.
    Bereits umkreisen über 23’000 Trümmerteile mit einem Durchmesser von grösser als 30 Zentimeter sowie über hundert Millionen kleinere Teile die Erde.
    Grossmächte rüsten diesen rechtsfreien Raum militärisch auf. Die USA haben bestätigt, dass sie im Weltraum Waffen stationiert haben.
  3. Staaten missbrauchen die Weltmeere als kostenlose Müllkippen. Und sie plündern die Meere durch Überfischung. 
  4. Bis heute haben Atomkraftwerke hunderttausende Tonnen hochradioaktiven Atommüll hinterlassen, die mehr als Hundertausend Jahre abgeschirmt aufbewahrt werden müssen.
  5. Zerfallener Kunststoff und seine Zusatzstoffe belasten Meere, Binnengewässer, Luft und Menschen. Immer mehr Nanoplastik sammelt sich in Gehirn und Lunge der Menschen an. 
    Trotzdem will die Industrie ihre Produktion von Kunststoffen bis 2060 verdoppeln oder verdreifachen. 
  6. Eine tickende Zeitbombe: Die 30 Zentimeter dünne Schicht Humus, von der alles Leben auf der Erde abhängt, ist bereits grossflächig mit Pestiziden, Schwermetallen und «Forever Chemicals» wie PFAS verseucht. Zehn Prozent der weltweiten fruchtbaren Landfläche sind laut FAO bereits stark beschädigt.
  7. Ein noch so gesunder Lebensstil hilft gegen den Cocktail aus Nanoplastik, PFAS, Feinststaub, Pestiziden und Chemikalien nur noch wenig. 
  8. Vor hundert Jahren lebten noch zwei Milliarden Menschen auf der Erde. Heute sind es über acht Milliarden. Sie verdrängen Tier- und Pflanzenarten – die Grundlage allen Lebens. 
  9. Würden in Afrika, Indien und China alle so leben wie die Menschen in Europa, bräuchte es Ressourcen von drei Planeten. Der Streit um knapper werdende Ressourcen wie Wasser und Rohstoffe eskaliert in einem noch nie dagewesenen Ausmass.
  10. Wirtschaftswachstum nach heutigen Regeln bedeutet noch mehr Konsum, Verschwendung und Abfall. Trotzdem setzen die übersättigten reichen Länder weiter auf dieses Wachstum. Es bringt nicht die versprochene Lösung aller Probleme, sondern es schafft zusätzliche.
  11. Finanziert wird dieses Wachstum mit gigantischen Schulden, die weder zurückbezahlt noch abgeschrieben werden: Es drohen hohe Geldentwertung, Konkurse, verbreitete Arbeitslosigkeit, autoritäre Regierungen.
  12. Kaum regulierte Schattenbanken ohne Banklizenz gefährden das internationale Finanzkartenhaus. Sie spekulieren bereits mit mehr als der Hälfte der weltweiten Finanzvermögen. 
  13. Das Klima hat sich seit Menschengedenken noch nie so rasch verändert. Die Ozeane dehnen sich thermisch aus und die Polkappen schmelzen, so dass der Meeresspiegel bis 2100 um rund einen Meter steigt. Millionenstädte an Küsten werden unbewohnbar. Menschen müssen fliehen. 
    Unbekümmert stossen die Menschen jedes Jahr neue Rekordmengen an CO2 und Methan als Treibhausgase in die Atmosphäre – auch mit Kriegen.
  14. Milliardäre und ihre Konzerne hatten noch nie einen so grossen politischen Einfluss. Sie kontrollieren sogar militärische Macht. Armeen hängen von Peter Thiel und Alex Karp ab, den Eigentümern des Software-Konzerns Palantir. Elon Musk kann mit seinem Starlink-Netzwerk über Kriege entscheiden.
  15. Freiheiten und Grundrechte waren seit dem Zweiten Weltkrieg in Demokratien noch nie so bedroht wie heute. 

Obige Punkte hat Infosperber in einer leicht anderen Fassung am 5. April 2026 publiziert. 

An konkreten Vorschlägen fehlt es nicht

Grosse Parteien reden um den heissen Brei herum. Was «politisch» kurzfristig nicht realisierbar ist, bleibt tabu:

➔ Mutige Vorschläge, um die fundamentalen Krisen zu bewältigen

Zitate, die zum Handeln anregen sollten:

➔ Persönlichkeiten von links bis rechts sprechen Klartext

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