Sperberauge

Foto-Kennzeichnung: Zurück zum Vertrauen

Sperber 2025 © Bénédicte

Red. /  Weder von Auge noch mit technischen Mitteln lassen sich echte Fotos sicher erkennen. Ein neues Label setzt auf ehrliche Urheber.

Fehlt gerade ein gutes Foto zur Illustration, greifen Medien gerne zu Bildern, die von KI bearbeitet oder sogar erzeugt worden sind. Mittlerweile gibt es sogar Medien, die nur noch künstlich erzeugte Bilder zu ihren Nachrichten stellen, wie der Infosperber-Artikel «So weit sind wir schon mit dem ‹KI›-Journalismus» zeigt. Solche Bilder entstellen die Wirklichkeit und zerstören das Vertrauen in die Pressefotografie.

Auch die Redaktion von Infosperber hat leider schon die Erfahrung gemacht, dass es heute kaum mehr möglich ist, fotografierte Bilder von solchen zu unterscheiden, die von einem Computerprogramm erzeugt sind. Mit Vergleichen und Abfragen lassen sich zwar gewisse KI-«Fotografien» entlarven. Doch das ist aufwändig.

Schweizer Fotojournalisten und -journalistinnen haben deshalb einen Verein gegründet, der das «angeschlagene Vertrauen in die Faktizität von Fotografien wieder stärken» soll. Der Verein Photolabel gibt ein Kennzeichen für authentische Bilder heraus.

Das heisst: Die Urheber eines Bildes bürgen für dessen Echtheit, indem sie es mit einem Logo auszeichnen.

So sieht das Photolabel aus, das garantieren soll: Dieses Bild ist unverfälscht.

Das Logo ist in der Schweiz und in der EU geschützt. Fotografen und Fotografinnen, die es verwenden, versprechen damit, dass ihr Bild die fotografierte Szene unverfälscht abbildet. In den Richtlinien des Vereins ist geregelt, was erlaubt ist: zum Beispiel inszenierte Fotos, Blitzlicht, Retuschen von Abbildungsfehlern oder nachträgliche Änderungen von Helligkeit, Kontrast und Farbe.

Mit seinen Richtlinien gibt der Verein die Leitplanken vor. Dass ein Bild tatsächlich echt ist, entscheidet aber kein Programm, sondern allein die ehrliche Fotografin und der ehrliche Fotograf.

Fotografien bleiben trotzdem von den Urhebern beeinflussbar: mit der Wahl des Sujets, des Bildausschnitts und des Aufnahmezeitpunkts. Das Kennzeichnen soll einzig eine Garantie dafür sein, dass das Bild die gewesene Realität authentisch wiedergibt.

Die Fotografen und Fotografinnen zahlen für eine Drei-Jahres-Lizenz 25 Franken (ab 2027 55 Franken).

Weiterführende Informationen


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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