«Berner Zeitung» stellt Politikerin bloss – und blamiert sich
Die «Berner Zeitung» berichtete über die Social-Media-Aktivitäten der Stadtberner FDP-Parlamentarierin Simone Richner. Sie poste «hier ein paar Schwingfest-Bilder, da ein Open-Air-Konzert, dort einen Ausflug mit der Familie – und natürlich regelmässig ein Häppchen ernste Politik».
Kürzlich tat sie das nach einer Velotour. Zum Bild schrieb die «Berner Zeitung»: «Stutzig macht beim Betrachten des Fotos bloss Richners Helm, der offensichtlich verkehrt herum auf ihrem Kopf sitzt. Angesichts der permanenten Hitze kann so was aber schon mal passieren – und es stellt sich die Frage: Ist der Helm tatsächlich verdreht auf dem Kopf? Oder doch der Kopf verkehrt unter dem Helm?»
Das war dann ein bisschen peinlich. Denn Richner trägt den Helm natürlich nicht verkehrt herum. Sie trägt ihn richtig. Sie hat bloss das Visier hochgeklappt. Ein Leser kommentierte denn auch gleich:

Auf der Redaktion schrillten offenbar die Alarmglocken. Das war ja zu peinlich: sich über eine Politikerin lustig zu machen und dabei selber einen Bock zu schiessen. Die «Berner Zeitung» korrigierte die Passage (Bezahlschranke). Neu lautete sie so:

So weit so gut. Wenn sich der Tamedia-Verlag nur nicht so gerne seiner Transparenz rühmen würde. Im Leitfaden «Qualität in den Medien» steht ausdrücklich:

Doch für die Leserschaft war die Fehlerkorrektur nicht «einsehbar». Auch nicht «auf den digitalen Kanälen». Und schon gar nicht «mit Zeitangabe der Veränderung und Verweis auf den früheren Wortlaut». Eine öffentliche Entschuldigung an Simone Richner blieb ebenfalls aus.
Das zeigt: Mit der Transparenz hat es der Tamedia-Verlag nicht so. Und der Leitfaden ist das Papier nicht wert, auf den er gedruckt ist.
Es brauchte dann schon einen Leser, der die Radaktion an ihr selbst formuliertes Transparenz-Gebot erinnerte:

Dann endlich stand die Redaktion zu ihrem Fehler:

Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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