HPG.Erde

Zur Erde Sorge tragen und nicht mit zerstörerischem Wirtschaftswachstum gefährden © BPEA/is

in memoriam hpg: Das Wirtschaftswachstum beruht auf Pump

Red. /  Hanspeter Guggenbühls Kritik am Konsumrausch, der auf Verschuldung und Ausbeutung der Natur gründet, ist so aktuell wie eh und je.

Red. Als Teil unserer Serie im Gedenken an Hanspeter Guggenbühl veröffentlichen wir seinen nur leicht gekürzten Vortrag, den er vor zehn Jahren im Rahmen der Marienberger Klausurgespräche im Südtirol hielt. Ein Jahr zuvor hatte er zusammen mit Urs P. Gasche das Buch «Schluss mit dem Wirtschaftswachstum – Plädoyer für eine Umkehr»* veröffentlicht.


Spätestens im Alter von 20 Jahren hören Menschen auf zu wachsen. Katzen schon früher. Im wirtschaftlichen Denken hingegen ist Wachstum weiterhin das Mass aller Dinge. „Die Wirtschaft braucht stetiges und dauerhaftes Wachstum.“ Kein Tag vergeht, ohne das Mitglieder von Regierungen, Parlamenten oder Wirtschaftsverbänden diese Botschaft verkünden. 

Dazu vorerst eine kleine Geschichte: Ein Mann verkauft auf dem Wochenmarkt Äpfel so billig, dass er bei jedem verkauften Kilo zehn Euro-Cent drauflegt. Die Konkurrentin am andern Marktstand erklärt ihm, mit dieser Preisgestaltung werde er schnell Pleite gehen. „Nein, nein“, antwortete der Marktmann fröhlich, „ich mache mein Geschäft mit dem Umsatz, nicht mit der Marge.“  

In den meisten Industriestaaten ist dieser Witz vom Markt leider kein Witz: Die Umsätze der Volkswirtschaften, gemessen am Brutto-Inlandprodukt BIP, sind in den letzten Jahren stets gewachsen. Gleichzeitig verbuchten die Staatshaushalte wachsende Defizite. Wären die Staaten Marktfahrer, wären sie schon lange Konkurs. Doch die Staaten konnten einfach zusätzlichen Kredit aufnehmen. Damit kurbelten sie das Wachstum ihres Umsatzes weiter an. Und die Nationalbanken druckten zusätzliches Geld und senkten die Leitzinsen. 

Eine wachsende Wirtschaft, so würde man meinen, nutzt ihr Wachstum, um die Schulden zu senken. Doch die Realität ist umgekehrt. Die Staaten nehmen zunehmende Verschuldung in Kauf, um das Wachstum der Wirtschaft zu fördern. 

Die meisten Staaten – und damit die Steuerzahlenden – subventionieren die Energie, den Verkehr, die Fischerei und die Landwirtschaft. Und sie stützen mit Fördergeldern, Abwrackprämien und weiteren staatlichen Konjunkturprogrammen die Wirtschaft. Resultat: Verkehr, Energieverbrauch und das Bruttoinlandprodukt wachsen. Und damit wächst auch der Leerlauf. 

Die Katze beisst sich gleich zweimal in den Schwanz

Dazu ein Beispiel: Deutschland unterstützt einerseits den Abbau der Kohle mit jährlich zwei Milliarden Euro. Subventioniert wird in Deutschland – und allen andern Staaten – auch die Atomenergie. Denn die maximale Summe, mit der die Betreiber die Risiken ihrer Kernkraftwerke versichern müssen, beträgt maximal 2,5 Milliarden Euro, in den meisten Staaten weniger. Andererseits belastet Deutschland die Stromproduktion aus Kohle, Gas und Atomenergie mit einer Abgabe. Der Ertrag dieser Abgabe wird verwendet, um die kostendeckende Einspeisevergütung für Strom aus Wind- und Solarkraftwerken zu finanzieren. Resultat: Mit subventioniertem Kohle- und Atomstrom … subventioniert der Staat Wind- und Solarstrom … um damit subventionierten Kohle- und Atomstrom zu ersetzen. Da beisst sich die Katze gleich zweimal in den Schwanz.  

Finanzieller Schuldenberg für kommende Generationen

Das Resultat der Verschuldungswirtschaft: Die Verschuldung der USA, Japan und der EU-Staaten summiert sich auf Aberbillionen. In den meisten Industriestaaten wuchsen die Staatsschulden prozentual – zum Teil sogar absolut – stärker als das Bruttoinlandprodukt. Mit anderen Worten: Das Wachstum basiert auf Pump, auf Verschuldung. Ohne die massive Staatsverschuldung würde die Wirtschaft in vielen Industriestaaten schon seit langem nicht mehr wachsen. 

Wollten die USA, Japan und Europa ihre Schulden tilgen, um ihren Nachkommen einen schuldenfreien Staatshaushalt zu überlassen, müssten die Menschen dort über ein Jahr lang schuften, ohne einen Cent zu verdienen. Oder umgekehrt betrachtet: Die westlichen Industriestaaten haben das Wachstum von mehr als einem Jahr bereits vorgeholt. Irgendwann müssen sie dieses vorgeholte Wachstum wieder abstottern. Bei Ratenzahlung ergäbe das in den nächsten zehn Jahren ein BIP-Verzicht von je zehn Prozent. Doch leider sind wir nicht nur grosse Schuldner, sondern auch noch säumige Ratenzahler.  

Die Folge: Mit unserem subventionierten Wachstum hinterlassen wir den nächsten Generationen einen wachsenden Schuldenberg.  

Aber nicht nur finanzielle Schulden. 

Ausgebeutete Natur für kommende Generationen

Wir rauben den späteren Generationen auch immer mehr natürliches Kapital. Also Naturschätze, die der Planet Erde unter gütiger Mithilfe der Sonne während Tausenden, ja Millionen von Jahren gebildet hat. Die Erdölvorräte zum Beispiel, die wir ausbeuten, wachsen nicht nach. Das Gleiche gilt für die Wiesen und Felder, die wir mit Beton versiegeln. Oder die Fischbestände, die wir dezimieren. 

Das Wachstum unserer Wirtschaft gründet also auch auf einer wachsenden Verschuldung gegenüber der Natur. Das belegen die Studien des Schweizers Mathis Wackernagel über den „ökologischen Fussabdruck“: Die Welt verbraucht heute rund ein Drittel mehr natürliche Ressourcen, als die Natur regenerieren kann. 

Global ist der ökologische Fussabdruck also grösser als die ökologische Kapazität. National aber gibt es grosse Abweichungen vom globalen Durchschnitt: Wirtschaftlich reiche Staaten leben auf viel grösserem Fuss als arme. Das bedeutet: Wir müssen den Naturverbrauch nicht nur reduzieren, sondern die kleinere Menge auch neu verteilen. 

Wenn alle so leben würden wie wir…

Wenn alle Menschen – Afrikanerinnen, Inder und Chinesen – genau so lebten, wie wir, was wäre dann? Dann würde „die Plünderung des Planeten“, vor der Herbert Gruhl schon vor 50 Jahren warnte, noch viel schneller voranschreiten. 

In den Entwicklungs- und Schwellenländern wächst heute die Wirtschaft noch stärker als die Staatsverschuldung. Zum Teil wächst sie sogar ohne Finanzschulden. China zum Beispiel ist zum grössten Gläubiger der USA geworden. Aber auch in China oder Indien basiert das Wachstum auf der Ausbeutung von Naturkapital. Und weil in den Schwellen und Entwicklungsländern mehr Menschen leben als in den westlichen Industriestaaten, führt dieses Wachstum die Menschheit noch schneller an die Grenzen. Oder in den Crash. 

Damit kommen wir zurück auf eine einfache Wahrheit, die der amerikanische Ökonom Kenneth E. Boulding vor Jahrzehnten schon mit folgenden Worten zugespitzt haben soll: „Wer in einem endlichen Raum an unendliches Wachstum glaubt, ist entweder ein Verrückter – oder ein Ökonom.“ 

Die Kritik am stetigen Wachstum von Wirtschaft und Bevölkerung ist nicht neu. Ich sehe drei Phasen der Wachstumskritik. 


1. Ökologische Wachstumskritik

Die erste war auf die Natur fokussiert. Sie begann 1972. Damals veröffentlichte der Club of Rome den Report „Die Grenzen des Wachstums“, verfasst vom Ehepaar Donella und Denis Meadows.

Dieser Report zeigte: Wenn Wirtschaft und Bevölkerung prozentual gleich weiter wachsen wie in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, dann stossen wir irgendwann an ökologische Grenzen. Sie illustrierten das mit Exponentialkurven, die wir heute alle kennen. 

Ein Beispiel: Wenn der Konsum von Waren und Dienstleistungen nur schon um zwei Prozent pro Jahr wächst, ergibt sich eine Verdoppelung innerhalb von 35 Jahren. In 70 Jahren haben wir bereits eine Vervierfachung. In 105 Jahren ist der Konsum acht Mal so gross wie heute. Stellen Sie sich das einmal vor: Acht Mal mehr Häuser, Autos und Strassen als heute. Oder acht Mal mehr Handys, Fernsehsender und Betreuungstage im Irrenhaus. Das ist irrwitzig. 

Bei einem 7-prozentigen Wachstum erreichen wir die Verdoppelung bereits in zehn Jahren – zum Beispiel in China. Wobei es Leute gibt, die bekommen auch von 10 Prozent den Hals nicht voll. Der Zürcher „Tages-Anzeiger“ zum Beispiel berichtete im August 2010, dass Chinas Industrie im Juli „nur um 13,4 Prozent“ gewachsen sei, also weniger als die 13,7 Prozent im Monat davor. Und der Titel unter dieser Hiobsbotschaft: „Chinas Konjunkturdaten enttäuschten.“ Nein, der „Tages-Anzeiger“ ist kein Witzblatt, sondern ein nationales Leitmedium. 

Kommen wir zurück zu Meadows Grenzen des Wachstums: Im Jahr 1972 waren diese ökologischen Grenzen noch weit weg. Die Menschheit hatte damals also noch Zeit, um die Entwicklung sanft umzulenken. Seither sind wir einigen Grenzen nähergekommen. Ein Beispiel: Wir haben seit 1972 mehr Erdöl verbraucht als alle Generationen zuvor. Dieses Öl wächst nicht nach. 

In den 1970er-Jahren verbrauchte die Menschheit weltweit noch weniger Ressourcen, als die Natur regenerieren konnte. Seither hat unser ökologischer Fussabdruck diese Schwelle überschritten, bis heute wie erwähnt um rund einen Drittel. Meadwos erklärte im Jahre 2008: „1972 hätten wir das Problem des Wachstums noch nachhaltig lösen können. Heute bleibt nur noch die Möglichkeit, die Bevölkerung und den Konsum pro Kopf zu reduzieren.“  

Wachstumsgrenze dank technischem Fortschritt aufgehoben?

Gelegentlich kommt der Einwand: Wirtschaftliches Wachstum sei monetär, werde also in Geldwerten gemessen. Darum bedeute Wirtschaftswachstum nicht automatisch mehr Verbrauch von natürlichen Ressourcen. Wir könnten die Effizienz des Naturverbrauchs steigern, also mehr mit weniger machen. Diese Aussage prägt auch die Debatte über den „Green New Deal“. Die Autoren von Weizsäcker und Lovins boten uns in ihrem Buch schon vor Jahren den „Faktor vier“ an – und teilten im Untertitel diesen Effizienzfaktor salomonisch: „Doppelter Wohlstand bei halbiertem Naturverbrauch.“ Andere sagen: Wir stossen nicht an die Grenzen des Wachstums, weil diese Grenzen dank technischem Fortschritt stetig wachsen. 

Das stimmt zum Teil: Wir können heute mit einer Energiesparlampe mit einem Fünftel an Elektrizität gleich viel Licht machen wie mit einer Glühlampe. Auch Fahr- und Flugzeuge haben ihre Energieverbrauch gesenkt.

Das Wachstum frisst die grössere Effizienz

Aber – es stimmt eben nur zum Teil. Denn die Effizienzgewinne wurden und werden in den meisten Bereichen überkompensiert durch die wachsenden Mengen. Oder noch kürzer. Das Wachstum frisst die Effizienz: Das zeigen Vergleiche zwischen der Entwicklung des realen Bruttoinlandprodukts und der Entwicklung von Energieverbrauch und Abfallmenge – also von zwei zentralen Indikatoren für den Naturverbrauch: Wächst das Bruttoinlandprodukt, so wächst tendenziell auch der Verbrauch von Energie und Rohstoffen, und damit gibt es auch mehr Müll. Die Entkoppelung von Wachstum und Naturverbrauch, die schon in den 1970er-Jahren beschworen wurde, ist nicht eingetreten. 

Folgender kleiner Exkurs zeigt die Zwiespältigkeit des wohlklingenden und durchwegs akzeptierten Begriffs der Effizienz: 

Mehr Effizienz wird vor allem in der Produktion angestrebt und durchgesetzt. Mehr Effizienz oder mehr Produktivität in der Produktion heisst, mit gleicher Arbeitsmenge oder in gleicher Arbeitszeit mehr produzieren. Oder mit weniger Arbeit gleich viel produzieren. 

Effizienzsteigerungen gibt es auch in den Produkten. Neuere Produkte bieten die gleiche Leistung mit weniger Energie- oder Rohstoff-Input. Beispiel: Laptops brauchen bei gleicher Leistung weniger Strom und weniger Material als Tischcomputer. Energiesparlampen erbringen die gleiche Lichtleistung mit dreimal weniger Stromverbrauch gegenüber Halogenlampen. 

Das Problem ist nur: Effizienzgewinne in der Produktion und in Produkten werden re-investiert zur Steigerung der Menge; in der Fachsprache heisst das „Rebound“. Die steigende Menge an Produkten wiederum lässt sich nur absetzen, wenn wir im Konsumbereich die Effizienz ständig vermindern. Denn je mehr Produkte wir kaufen oder besitzen, desto weniger intensiv oder effizient nutzen wir die einzelnen Produkte. Beispiel: Das Zweitauto entwertet das Erst-Auto, die Zweitwohnung den Haupt-Wohnsitz, das i-Phone die E-Mail, etc. Mit anderen Worten: Je mehr Güter und Dienste wir haben, desto weniger haben wir im Einzelnen davon. In der ökonomischen Fachsprache bezeichnet man diesen Zusammenhang als „Gesetz des abnehmenden Grenznutzens“. 

Der wachsende und damit ineffizientere Konsum wiederum steht im Widerspruch zur ökologischen Forderung, den Verbrauch an natürlichen Ressourcen zu vermindern. 

Suffizienz als Ausweg aus der Wachstumsspirale 

Was also ist zu tun? Um Ökonomie und Ökologie miteinander zu versöhnen, braucht es nicht nur eine effizientere Produktion und effizientere Produkte. Sondern es braucht auch eine Mengenbegrenzung im Konsum. Auch dazu gibt es ein Fremdwort: „Suffizienz“. Zu Deutsch „Genügsamkeit“. Genügsamkeit wird oft mit „Verzicht“ übersetzt. Doch der Begriff tönt nicht attraktiv, ist nicht sexy. Wer Verzicht verlangt, gewinnt keine Mehrheiten. 

Es ist attraktiver, von der Steigerung der Effizienz auch im Konsumbereich zu reden, also von „mehr Konsumeffizienz“. Das heisst: Mit weniger Konsumgütern gleich viel Genuss erzeugen. 

Das Problem ist nur: Wenn alle Konsumentinnen und Konsumenten ihre Effizienz so steigern würden, wie das die Produzenten und ihre Produkte tun, dann riskiert die Wirtschaft respektive die herrschende Wirtschaftsordnung zusammenzubrechen. Was zeigt: Wer das ökologisch belastende Wachstum der Wirtschaft begrenzen will, muss auch die herrschende Wirtschaftsordnung in Frage stellen. 


2. Ökonomische und gesellschaftliche Wachstumskritik

Die zweite Phase der Wachstumskritik ist die ökonomische oder gesellschaftliche. Soziologen, Glücksforscher und auch einige Ökonomen erkannten, dass Wachstum nicht hält, was es verspricht:  Ab einem gewissen Niveau bringt zusätzliches Wachstum weder mehr Glück noch mehr Lebensqualität. Wachstum löst auch die Probleme nicht, die es vorgibt zu lösen. Beispiele: Das Wachstum der Wirtschaft hat weder Hunger noch Armut noch Arbeitslosigkeit beseitigt. Weiteres Wachstum ist auch kein taugliches Rezept, um die Renten zu sichern. Und vor allem – und nochmals: Stetiges Wachstum auf einem begrenzten Raum lässt sich auf Dauer nicht durchhalten. 


3. Finanzielle Wachstumskritik

Gegenwärtig stecken wir in der dritten Phase: Das Wachstum lässt sich nur noch auf Pump aufrechterhalten. Erstens weiterhin auf Pump der Natur. Zweitens auf zunehmend finanzieller Verschuldung. Damit gerät nicht nur die Ökologie aus dem Gleichgewicht. Labiler wird auch das Finanzsystem. Davon zeugen die sich wiederholenden Verwerfungen am Kapitalmarkt. Blasen entstehen und platzen. Das weitete sich 2008 zu einer globalen Finanzkrise aus. Einige Banken machten Pleite. Andere haben nur überlebt, weil die Staaten sie stützten, indem sie sich zusätzlich verschuldeten. Und diese Verschuldung stützten ihre Nationalbanken mit der Aufblähung der Geldmenge. 

Die meisten Ökonomen sagen: Stetiges und dauerhaftes Wirtschaftswachstum ist notwendig um das Wohlergehen der Gesellschaft zu sichern. Wer das Wachstum kritisiert, ist für diese Ökonomen ein Utopist oder ein Spinner. 


Zwei gegensätzliche Utopien

Meine Antwort darauf: Es mag vielleicht eine Utopie sein, zu meinen, das Wachstum der Wirtschaft – ihr Wachstumsdrang und Wachstumszwang – lasse sich stoppen. Aber viel utopischer ist, zu meinen, das Wachstum lasse sich auf Dauer durchhalten. Denn die Fortsetzung des heutigen Wachstums führt unweigerlich in den ökonomischen oder ökologischen Kollaps. Wenn der ökonomische vorher kommt, lässt sich der ökologische vielleicht verhindern oder mindern. Doch der wirtschaftliche und soziale Preis, den die Menschheit bei einem globalen Wirtschaftskollaps zahlen muss – dieser Preis ist sehr hoch und die Folgen sind unermesslich schmerzhaft. 

Damit stellt sich die zentrale Frage: Wie gelangt man von einer Wachstumsgesellschaft ohne grössere wirtschaftliche und soziale Krisen in eine Gleichgewichts-Wirtschaft? Das kann Ihnen heute kein Mensch sagen. Aber es ist dringend notwendig, dass sich die Politik, die Wissenschaft und die Wirtschaft diese Frage endlich stellt. Und dass Politik, Hochschulen, Wirtschafts-, Sozial- und Umweltorganisationen mit vereinter Kraft nach Lösungen suchen. Denn eine freie Marktwirtschaft, die zum Wachstum gezwungen ist, ist nicht frei. 

Der Ausweg aus der Wachstumszwangs-Wirtschaft ist kein Spaziergang. Aber:

Je länger wir versuchen, das Wachstum mittels wachstumsfördernden Subventionen und Verschuldung aufrecht zu halten, desto schwieriger und schmerzhafter wird der Ausweg aus der Wachstumsfalle.  


Ansätze für eine Umkehr

In unserem Buch «Schluss mit dem Wachstumswahn – Plädoyer für eine Umkehr»* wurden einige Schritte in eine neue Richtung bereits im Jahr 2010 skizziert:

  • Das Wachstum der Bevölkerung stoppen. Das ist leichter gesagt als getan. Im Buch steht diese Forderung am Schluss der Vorschläge. Die Zunahme der Bevölkerung ist zwar ein wesentlicher Treiber des Naturverbrauchs. Aber nicht der gewichtigste. Gewichtiger ist der Konsum. Denn der materielle Konsum pro Kopf ist seit dem zweiten Weltkrieg global und auch in den meisten Staaten stärker gewachsen als die Zahl der Köpfe.  
  • Eine ökologische Steuerreform, welche die Gratisnutzung und damit die Plünderung der Natur sukzessive vermindert. 
  • Wachstumsfördernde Subventionen und Mengenrabatte sind abzuschaffen. Mengenrabatte gibt es zum Beispiel im Energie- und Verkehrskonsum in Form von Fixkosten oder Grundgebühren. 
  • Es gilt, die Arbeitszeit zu verkürzen und Teilzeitarbeit zu fördern, um die Produktion zu senken. Den Druck, mehr zu arbeiten, lässt sich mit einem existenzsichernden Grundeinkommen vermindern. 
  • Der von der Realwirtschaft abgekoppelte Kapitalmarkt («Finanzcasino») muss zurückgestutzt werden. 
  • Das Verursacher-Prinzip muss bei den Preisfestsetzungen durchgesetzt werden. 
  • Besteuerung grosser Erbschaften, um die Renten auch ohne Wirtschaftswachstum sichern zu können. 
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Hanspeter Guggenbühl und Urs P. Gasche: «Schluss mit dem Wachstumswahn – Plädoyer für eine Umkehr». Somedia-Buchverlag, 2010.
Aus der Verlagsankündigung: Die Verschwendung muss ein Ende finden. Lebensqualität muss Vorrang haben gegenüber dem Wachstum von Konsum und Bevölkerung. Die Grössten, also die reichen Industriestaaten müssen ihr Wachstum als erste beenden. Dafür plädiert dieses Buch. Und es zeigt Auswege aus der Wachstums- uind Verschuldungsfalle.»

in memoriam hpg: Serie im Gedenken an Hanspeter Guggenbühl

HPG

Hanspeter Guggenbühl (2. Februar 1949 – 26. Mai 2021) gehörte zu den profiliertesten Schweizer Journalisten und Buchautoren für die Themen Energie, Umwelt, Klima und Verkehr. Hanspeter Guggenbühl engagierte sich seit den Gründerjahren mit viel Leidenschaft für Infosperber – er schrieb mehr als 600 Artikel und prägte die Online-Zeitung ganz wesentlich. Sein unerwarteter Tod ist ein grosser Verlust für den Journalismus, für Infosperber und für alle, die ihm nahestanden. 

Um einen Beitrag an das Andenken von Hanspeter Guggenbühl zu leisten, haben sich mehrere Schweizer Autor:innen bereit erklärt, einen Text mit der Vorgabe zu schreiben, dass Hanspeter ihn gerne gelesen hätte. «Gerne gelesen» heisst nicht, dass er nicht widersprochen hätte – war ihm die argumentative Auseinandersetzung doch ebenso wichtig wie das Schreiben. Alle Beiträge werden als Serie «in memoriam hpg» zusammengefasst und im hier verlinkten Dossier vereint.

Diese Woche ergänzen wir die Serie «in memoriam hpg» mit einem der vielen Artikel von Hanspeter Guggenbühl, die auch noch nach Jahren von ihrer Aktualität nichts verloren haben.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
*Hanspeter Guggenbühl war Mitglied der Infosperber-Redaktion
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

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Führt Wachstum zu Glück oder Crash?

Geht uns die Arbeit aus, wenn wir nicht ständig mehr konsumieren? Oder sind die Renten in Gefahr?

HPG

in memoriam hpg

Mehrere Schweizer Autor:innen leisten einen Beitrag zum Andenken an den Journalisten Hanspeter Guggenbühl (2.2.1949 - 26.5.2021).

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15 Meinungen

  • am 1.08.2021 um 11:32 Uhr
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    Was die Schlaraffenländer*innen Wohlstand nennen, ist oft Überfluss. Sie produzieren damit erstens Abfall. Zweitens ist Überfluss ein Verbrechen. Weil er auf Kosten von andern auf dieser Erde, und zu Lasten unserer aller Umwelt geht. Konsumismus basiert auf einer sozialen Ausbeutung und auf einer ökologischen Plünderung. Drohte vor zwanzig Jahren mit dem Wachstumswahn noch ein Fass ohne Boden, so gibt es heute auch kein Fass mehr.

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  • am 1.08.2021 um 12:15 Uhr
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    Wachstumskritiker wie HPG und UPG gibt es viele, aber keine anderes allgemeines Medium wie Infosperber, welches diese Gedanken ernsthaft aufnimmt und die beiden sie so anschaulich erklären lässt. Chapeau!

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  • am 1.08.2021 um 13:16 Uhr
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    Der ökologische Teil ist richtig, jedoch beim ökonomischen Teil bin ich anderer Meinung.
    Auch hier werden die monetären Schulden genannt, die wir späteren Generationen hinterlassen. Um das aufzuschlüsseln muss man sich überlegen, wie Geld überhaupt entsteht, sprich «geschöpft» wird. Der Großteil entsteht durch Kreditvergabe von Privatbanken an Kreditnehmer wobei zu beachten ist, dass bei der Kreditvergabe nur das Geld für den Kredit entsteht, aber nicht das Geld für Zins- und Zinseszins.Interessant dazu diese Broschüre:

    https://www.vollgeld-initiative.ch/fa/img/Wie_entsteht_Geld/2016_10_BiswangerM_Wie_Banken_Geld_schoepfen_AKB-KMU.pdf

    Auch zu beachten gilt die sogenannte «Saldenmechanik» wonach Geld immer zuerst von einer anderen Person oder Stelle ausgegeben werden muss, ehe es von jemandem eingenommen werden kann:

    http://www.joerglipinski.de/blog/volkswirtschaftliche-saldenmechanik-vergessene-grundlage-der-geldtheorie/

    Als weitere Faktoren sind zu beachten der Einfluss der Gesamtgeldmenge und die Geldumlaufgeschwindigkeit. Bei allem Wachstum, und sei es nur Bevölkerungswachstum muss entweder die Geldmenge erhöht werden, sprich mehr Schulden gemacht werden oder die Geldumlaufgeschwindigkeit erhöht werden indem man z.B die «Geldhortung» weniger attraktiv macht. Leider macht die Politik das Gegenteil indem sie Steuern genau dort senkt, wo viel Geld gehortet wird welches dann dem Geldkreislauf entzogen ist. So bleibt dann nur Neuverschuldung um die Bedürfnisse abzudecken.

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    • am 2.08.2021 um 11:36 Uhr
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      @Paolo Ermotti, Lugano ……

      Ihren Ansichten kann man sich durchaus anschliessen. Schade dass Sie dazwischen eine fette Ende plazierten. Zitiere: dass bei der Kreditvergabe nur das Geld für den Kredit entsteht, aber nicht das Geld für Zins- und Zinseszins.

      Immer wieder wird dies behauptet, dass entweder die Schuld- oder die Guthabenzinsen eine Ausweitung der Geldmenge erzwingen würden. Ist natürlich falsch und pur ideologisch. Die Schuldenmenge wird zwar durch die Kreditzinsverrechnung vergrössert und die Gesamtgeldmenge wird durch die Guthabenzinsen erhöht; die Zunahme wird aber, durch die Kreditzinsbedienung wieder ausgeglichen.

      In einem Schuldgeldsystem sind es vor allem gehortete Guthaben die verursachen, dass Schulden nicht bedient werden können, sofern die Spargelder nicht absorbiert werden. …= Guthabenkriese

      http://www.dragaonordestino.net/Drachenwut_Blog_DragaoNordestino/Freies-Konsensforum/Kreditgeldsystem_ist_kein_Spargeldsystem.php

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  • am 1.08.2021 um 14:39 Uhr
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    Den ersten Teil des Artikels haben wir schon hundertmal gelesen. Ständig zu wiederholen, dass unser Wirtschaftssystem krank ist, ist sinnlos. Die Schulden, die die Staaten angehäuft habe sind doch eigentlich kein Problem, sie sind doch nur auf dem Papier. Es ist nicht gottgegeben, dass sie kommende Generationen übernehmen müssen.
    Der Abschnitt über die Lösungen ist sehr kurz. Ich finde es wäre sinnvoll aufzuzeigen wie ein nachhaltiges Leben auf unserem Planeten aussehen würde. Marcel Hänggi hat das, soviel ich mich erinnere, in seinem Buch «ausgepowert» getan. Oder auch P:M: in «Neustart Schweiz».
    Wir sind meilenweit davon entfernt.
    Leider ist es nicht realistisch, dass die Menschheitsfamilie eine Kehrtwende aus Einsicht, aus freiem Willen, zustande bringt.

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  • am 1.08.2021 um 15:35 Uhr
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    Interessanter Artikel, jedoch können mMn die darin enthaltenden Erkenntnisse nirgends hinführen, solange man die Grundursache des Wachstumszwang ausklammert. Diese Grundursache besteht aus dem Missbrauchs des Kreditgeldsystems. Dieser Missbrauch (Finanzmonopoli, Horterei) erzwingt ein Ponzisystem des ewigen Wachstums, um genugend liquide zu sein um die Schuldenberge zu reduzieren… Es scheint vergessen zu werden, dass der einen Geldberge … der anderen Schuldenberge sind. Somit was wir seit Jahren wieder einmal zunehmend haben, ist eine Guthabenkrise.

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  • am 1.08.2021 um 19:06 Uhr
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    Das zentrale Problem scheint mir zu sein, dass das System des kapitalistischen Wirtschaftens ohne Wachstum, also ohne immer mehr Rohstoffverbrauch, Energie und Arbeitsleistung, nicht überleben kann. Das werden diejenigen welche sich dadurch stetig bereichern und ihre Stellvertreter in der Politik auf den Tod nicht zulassen. Lieber lassen sie in ihrer geradezu grotesken Profitgier die Welt zugrunde gehen. Aufgrund der Machtverhältnisse landet zudem, wer ihr perfektes System nicht nur theoretisch sondern in der Tat in Frage stellt, früher oder später im Gefängnis, dafür sorgen Polizei und Justiz. Um das zu erleichtern, dient seit neustem das wunderbare «Antiterrorismus-Gesetz». Um dagegen vorzugehen müsste es etwas mehr Mitkämpfende geben, die Illusionen in Möglichkeiten von Kompromissen fallen lassen.

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  • am 1.08.2021 um 23:27 Uhr
    Permalink

    Sehr gut!
    Ganz richtig, das «Finanzcasino» muss zurückgestutzt werden.
    Das potentielle Geldmengenwachstum ist dem Geldsystem inhärent – Stichwort FIAT-GELD.
    Die freie Geldschöpfung durch Privatbanken ist die Quelle fast aller Menschheits-Katastrophen. Die FED, wie fast alle andern Zentralbanken sind Privatbanken.

    Dazu finden sich beispielsweise bei «wissen-ist-relevant» Informationen.
    https://wissen-ist-relevant.de/
    https://wissen-ist-relevant.de/vortrage/ernst-wolff-die-geschichte-des-geldes-von-der-tauschwirtschaft-bis-zum-hochfrequenzhandel/

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    • am 2.08.2021 um 10:45 Uhr
      Permalink

      @Urs Lachenmeier:
      Das würde im Prinzip stimmen. Da ich aber nicht mehr an die Erneuerbarkeit der bestehenden Systeme glaube (Münchhausen kann sich nicht an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen), bleibt nur noch zu hoffen, dass das Ganze zusammenbricht, und es vor allem die Verursacher trifft (ein frommer Wunsch: ich weiss).

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  • am 2.08.2021 um 10:49 Uhr
    Permalink

    «Profit» ist das BLUT in den Adern des kapitalistischen Systems. Ohne Profit – ohne «Wachstum» kann dieses System nicht überleben – das haben schlaue Köpfe vor mehr als 150 Jahren schon festgestellt. Auch dazu der Marx zugerechneten Satz: Kapital flieht Tumult und Streit und ist ängstlicher Natur, das ist wahr, aber nicht die ganze Wahrheit.
    Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit, oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere.
    Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. 10 Prozent sicher und man kann es überall anwenden;
    20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens.
    Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sich beide encouragie­ren.
    Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel(historisch), dann Faschismus, Kriege und HartzIV (gegenwärtig)
    Zwischen allen Beweisen besteht ein unmittelbarer Zusammenhang, da immer die gleiche Klasse diese Entwicklungen gewünscht, vorangetrieben und für sich gegen die Menschen ausgenutzt hat !!

    Dabei wird von der Politik immer noch davon geschwafelt, es sei Marktwirtschaft der Freien Konkurrenz. Die haben wir seit fast 100 Jahren nicht mehr. Es herrscht Imperialismus und da gilt der Monopolpreis – womit auch der Mittelstand ausgebeutet wird.

    Das sind die Prediger des WACHSTUMS, in ihrer Gier nach Macht !

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  • am 4.08.2021 um 09:39 Uhr
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    Ein lesenswerter artikel, den ich weiter empfehle. Das obwohl ich in einem zentralen problem im kontext des artikels gaenzlich anderer meinung bin. Naemlich in bezug auf das strapazierte “wir” darauf, ob wir wirklich alle, mehr oder weniger, gleich stark an der folter unseres planeten beteiligt und schuldig sind. Ich sage, nein, sind wir nicht. Es ist die demokratiefassade us-amerikanischer herkunft, die viele menschen glauben laesst, es sei anders. Aber, tatsaechlich, haben die meisten leute nichts zu melden und weder die zeit noch die mittel sich so zu bilden und informieren, dass sie ueberhaupt erst schuldfaehig werden. Es ist die klasse der reichen, die vom derzeitigen wirtschaftssystem profitiert, die es aufrechterhaelt und legitimiert. Ohne deren entmachrung im zuge einer demokratischen revolution in den entwickeltesten laendern wird real werden, was rosa luxemburg prognostiziert hat: barbarei. Fuer mich, die unmittelbar gewalttaetige unbeschraenkte herrschaft der jeweiligen machthaber.

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    • am 5.08.2021 um 09:47 Uhr
      Permalink

      Schätzungsweise 800‘000 gross Mächtige und schwer Reiche scheinen vielfach vernetzt de facto die Welt zu beherrschen. Mit einem staatenlos teuflischen System von Verantwortungslosigkeit und Wertefreiheit. Wo vor allem zählt, was sich für sie bezahlt, und was ihnen Spass macht. Das geht, weil die Mehrheit der Bevölkerung mitmacht: allen voran ihre Politiker*innen, die sogenannten Leitmedien und sogenannten Wissenschaften. Und läuft es schief, kann niemand etwas dafür: Jede*r ist sich selbst der*die Nächste.

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  • am 4.08.2021 um 19:28 Uhr
    Permalink

    @Dragao Nordestino
    Das ist keine «Ente» wenn sie bei der Bank z.B einen Kredit von Fr.100’000 aufnehmen dann haben Sie Fr.100’000 Guthaben aber z.B mit einem Zins von 6% auch Fr. 106’000 Schulden.
    Heisst wenn Sie den Kredit vollständig zurückzahlen wollen müssen Sie zusätzliche Fr.6000-. auftreiben, das heisst von einer anderen Person oder Unternehmung abknöpfen. Da Sie diese Fr.6000-. nie bekommen haben von Ihrer Bank. Damit Sie für die Zinsen aufkommen können müssen Sie erfolgreich sein was eben auch Wachstum erfordert. Der Zins- und Zinseszins bedingt ständige Neuverschuldung.
    Der verstorben Geldexperte Bernard Lietaer sagte zum Zins folgendes:
    «Einige der Funktionen des heutigen Geldsystems tendieren dazu, sich zu widersprechen. Eine Währung mit Zinsen hat einen eingebauten Anreiz, Ersparnisse in Form von Geld zu akkumulieren und zu konzentrieren. Mit der so hervorgerufenen Konzentration des Geldes sinkt die Möglichkeit, dass es den ärmeren Schichten der Bevölkerung als Tauschmittel dienen kann. Statt Zinsen zu erheben, kann man Geld mit einer Demurrage belegen, gewissermaßen eine Strafgebühr für die Hortung. Durch die Demurrage verliert das Geld seine Funktion als Wertaufbewahrungsmittel und wird zum reinen Tauschmittel.»
    https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2001/geld/eine-welt-eine-waehrung-und-mehr-wert

    Und was machen wir einfältigen Menschen? Wir heben die Geldhorter noch in den Himmel dabei sind diese für viele Probleme die Ursache.

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    • am 5.08.2021 um 11:17 Uhr
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      @Paolo Ermotti, Lugano …. Heisst wenn Sie den Kredit vollständig zurückzahlen wollen müssen Sie zusätzliche Fr.6000-. auftreiben, das heisst von einer anderen Person oder Unternehmung abknöpfen.

      Dass mag zwar für Laien o aussehen, ist aber falsch. In Tat und Wahrheit braucht und kann dieses Geld auch gar nicht geschöpft werden. Geld wird im allgemeinen mittels Bilanzbuchung «geschaffen». Die Kreditzinsen werden aber der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) gutgeschrieben! Wenn man eine GuV einer beliebigen Bank zur Hand nimmt, sieht man schnell, dass auf der Ertrags-, also der rechten Seite der GuV, die den Kreditnehmern belasteten Zinsen im Konto „Zinserträge“ gutgeschrieben werden. Der Ertragsseite steht allerdings auf der linken Seite die Aufwandseite gegenüber, aus welcher man dann unschwer ersieht, wohin diese den Kreditnehmern belasteten Zinsen gehen: Nämlich an die verschiedenen Leistungserbringer der Bank. Das Geld aus den eingenommenen Kreditzinsen steht somit unwiderlegbar zum grössten Teil praktisch unverzüglich wieder zur Schuldentilgung zur Verfügung. Das Geld fehlt also grundsätzlich nicht zur Kreditrückzahlung, wie die lautstarke Propaganda weismachen möchte! ……

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    • am 5.08.2021 um 22:51 Uhr
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      Gehälter, Boni, Spesen, Honorare, Tandiemen und schliesslich der Reingewinn, dies alles steht auf der Aufwandseite.
      … einfach so für Laien….

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