Substation in the evening

Eine Anlage, die verschiedene Netzspannungen verbindet. © Depositphotos

Schluss mit Mengenrabatten: Stromtarife sollen Sparer belohnen

Urs P. Gasche /  Umfrage zeigt Zustimmung: Die ersten 1000 Kilowattstunden sollen billig sein, danach bei höherem Verbrauch stufenweise teurer.

Die fixen Grundtarife auf Stromrechnungen wirken wie Mengenrabatte: Wer viel Strom braucht oder sogar verschwendet, zahlt pro Kilowattstunde weniger. Umgekehrt trifft es die Sparsamen: Wer Strom spart und wenig Strom bezieht, zahlt mehr pro Kilowattstunde.


Für progressive Stromtarife

Der Konsumentenschutz und Umweltorganisationen fordern schon lange, die fixen Grundtarife abzuschaffen und stattdessen progressive Strompreise einzuführen: Wer mehr verbraucht oder verschwendet, soll auch mehr pro Kilowattstunde zahlen.

Diese Forderung findet Anklang. Das belegt eine repräsentative Meinungsumfrage von Demoscope im Auftrag von Infosperber: 

«Ein Minimum an Strom ist lebensnotwendig. Was sagen Sie zu folgendem Vorschlag: Jede Person sollte die ersten 1000 Kilowattstunden sehr günstig erhalten. Nachher sollten die Strompreise stufenweise steigen, je mehr Strom verbraucht wird.» 

55 Prozent der Befragten erklärten sich mit dem Vorschlag einverstanden, 32 Prozent waren nicht einverstanden.

Umrage progressive Tarife x


Im Interesse aller

Neue Grossanlagen zur Stromerzeugung und -verteilung sind deutlich teurer als die bestehenden. Die Strompreise würden deshalb für alle höher, wenn der Stromverbrauch steigt. Es ist im volkswirtschaftlichen Interesse, dass wir Strom effizient nutzen und den Eigenverbrauch von Photovoltaik-Strom fördern. Doch die Tarife benachteiligen heute Stromsparer und Betreiber von Photovoltaikanlagen (siehe Infosperber vom 23. Februar 2026).

Die Mehrheit der Befragten gibt an, aus der Stromrechnung nicht erkennen zu können, ob die Tarife und Gebühren fair und angemessen sind.

Umfrage Rechnungen X

Das kann erklären, weshalb zwei Drittel der Befragten irrtümlich glauben, eine Kilowattstunde koste gleich viel (49%) oder sogar weniger (17%), wenn sie weniger Strom verbrauchen.

Umfrage Stromkosten x

Tatsächlich kostet eine Kilowattstunde 10 bis 50 Prozent mehr, wenn ein Haushalt Strom spart.

Seit Jahresbeginn trifft es Sparer noch härter: Das Bundesamt für Energie hat den Elektrizitätsgesellschaften auf deren Ersuchen hin erlaubt, einen zusätzlichen fixen Messtarif in Rechnung zu stellen. Angeblich waren die Messkosten vorher im festen Netztarif enthalten. Doch dieser bleibt in fast gleicher Höhe bestehen. Der fixe Messtarif kommt einfach zusätzlich auf die Stromrechnung (siehe Infosperber vom 6. Januar 2026).

Damit wird der Mengenrabatt noch grösser: Die BKW haben die fixen Grundtarife dieses Jahr um 40 Prozent angehoben, ein Oberwalliser Stromanbieter um 54 Prozent und ein Zürcher sogar um 66 Prozent.

Zwei Drittel wünschen freie Wahl des Stromanbieters

Haushalte und gewerbliche Kleinverbraucher (KMU) dürfen – anders als Grossverbraucher – ihren Stromlieferanten nicht selbst bestimmen. Sie sind ihrem Elektrizitätsverteiler ausgeliefert. 21 Prozent der Befragten stört dies nicht, aber 64 Prozent sehr wohl.

«Was sagen Sie zu folgender Regelung im Strommarkt?
Alle Haushalte sowie KMU (kleine und mittlere Unternehmen), die weniger als 100’000 Kilowattstunden im Jahr verbrauchen, sind von einem einzigen Stromanbieter abhängig und dürfen – im Gegensatz zu Grossverbrauchern – keinen günstigeren Anbieter wählen.» 

Umrage Freie Wahl x


Argumente der Stromverteiler

Fixe Grundgebühren, die unabhängig vom Stromverbrauch gleich hoch bleiben, rechtfertigen das Bundesamt für Energie von Bundesrat Albert Rösti sowie die Stromlobby mit den hohen Kosten für das Stromnetz und die Stromzähler. Diese Kosten entstünden, ob die Haushalte viel oder wenig Strom verbrauchen.

Das stimmt zwar, doch das getrennte Belasten von Fixkosten widerspricht der Marktwirtschaft. Nur Anbieter von Strom und Wasser, die ihre Güter mit Leitungen ins Haus liefern, können solche Fixkosten verlangen – dank eines bürokratisch regulierten Monopols. 

Viele andere Branchen haben hohe Fixkosten, wie etwa Anbieter von Handy- und Telekommunikations-Abos: Doch für die Glasfaser-Netze und Mobilfunkmasten verlangen sie keine separaten Grundgebühren. Auch in Coop- und Migros-Zentren zahlt man die Fixkosten für Miete, Heizung und Inventar nicht separat.

Ein weiteres Argument für fixe Grundgebühren lautet, dass die Stromanbieter eine Versorgungspflicht haben. Diese erfordere Reservekapazitäten und Netzausgleiche. Doch auch dieses Argument überzeugt nicht. Es gibt Länder und Regionen, die keine fixen Grundgebühren erheben und dennoch eine zuverlässige Stromversorgung gewährleisten.


Es geht auch anders

Das grosse China verzichtet fast überall auf fixe Grundgebühren und hat bereits seit 2012 progressive Strompreise eingeführt. Drei Tarifstufen sind vorgeschrieben, wobei die Provinzen Schwellen und Preise selbst festlegen können. 

Es gibt einen teureren «Hochtarif» für Stunden mit grosser Nachfrage (orange Balken) und einen günstigeren «Niedrigtarif» für die Stunden mit weniger grosser Nachfrage (blaue Balken).

Beide Tarife steigen bei grösserem Verbrauch an. In Shanghai etwa steigt der Hochtarif um 57 Prozent von 7 Rappen bis auf 11 Rappen pro Kilowattstunde, der Niedrigtarif um 50 Prozent von 4 auf 6 Rappen. Fixe Grundtarife gibt es nicht.*

Stromkosten Shanghai
Je mehr Strom ein Haushalt braucht, desto mehr kostet eine Kilowattstunde. Fixe Grundgebühren werden keine belastet.

Die Rolle der Photovoltaik in China ist ähnlich wie die in der Schweiz: In China deckt Strom etwa 30 Prozent des Energieverbrauchs, in der Schweiz etwa 27 Prozent. Von diesem Strom stammten 2024 in China 9 Prozent aus Photovoltaik, in der Schweiz 11 Prozent (in beiden Ländern mit steigender Tendenz).

China schafft es, ohne Grundgebühren und mit progressiven Strompreisen eine stabile Versorgung sicherzustellen, Tag-Nacht-Schwankungen auszugleichen und Netzstabilität zu gewährleisten.

Gleichzeitig fördert China das Stromsparen finanziell, während in der Schweiz Vielverbraucher durch günstigere Kilowattstunden-Kosten belohnt werden.

____________
*Nachtrag
Antwort auf die Frage, wann in Shanghai der Hochtarif und wann der Nidrigtarif gilt:
Hochtarif von 6:00 bis 22.00 Uhr, Niedertarif von 22:00 bis 6:00.

Industrie hat drei verschiedene Raten:
Hochtarif von 8:00 bis 11:00 und 18:00 bis 21:00
Normaltarif von 6:00 bis 8:00, 11-18, und 21-22h
Niedertarif: 22h-6h

Spitzenverbrauch senken

Produktionsanlagen und Netze müssen auf die Spitzenstunden des Verbrauchs ausgelegt werden. Ein Land, das den Stromverbrauch so steuert, dass diese Spitzen gekappt werden, kann enorme Kosten sparen. Das gelingt durch den Einsatz von Speichern (auch Batterien von Elektroautos) und die elektronische Steuerung von Geräten wie beispielsweise Boilern oder Wärmepumpen, die viel Strom verbrauchen.

Doch bei einer solchen «Peak-Policy» liegt die Schweiz weit hinter Kalifornien zurück. Dort gibt es zeitvariable Tarife und finanzielle Anreize für Kunden. Damit lassen sich Spitzenzeiten vermeiden oder glätten.

Die grössten Stromreserven braucht es nicht für Photovoltaik oder Windenergie, sondern für den plötzlichen Ausfall eines Kernkraftwerks. In einem solchen Fall fehlen auf einen Schlag enorme Mengen Strom.

_____________
Angaben zur Demoscope-Umfrage

Die Umfrage fand vom 18. Februar bis 2. März statt.
Statistische Fehlermarge ±3.1 Prozentpunkte. 
Adressbasis 60’000 Mitglieder der Demoscope-Community.
Stichprobe umfasst n=1’016 Interviews, davon 762 in der Deutschschweiz und 254 in der Westschweiz.
Die Stichprobenziehung erfolgt pro Sprachregion anhand einer kombinierten Quotierung nach Geschlecht (Mann/Frau) sowie drei Altersgruppen (15 bis 34 / 34 bis 54 / 55 und älter).
Das Netto-Sample wird anschliessend moderaten Gewichtungsanpassungen entlang der effektiven Populationsverteilung unterzogen.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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13 Meinungen

  • am 16.03.2026 um 11:48 Uhr
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    Die EW behaupten oft, dass sie nicht mehr für PV vergüten dürfen, weil das Gesetz zb 6Rp./kWh vorschreibt. Sie vergessen dabei einfach ein Wort, das im Gesetz steht: mindestens! Sie argumentieren auch, dass die tiefere Gewinnmarge von 3.45% Investitionen verunmögliche. Das ist natürlich falsch, weil Investitionen nicht mit dem Gewinn bezahlt werden müssen. (Natürlich sinkt der Anreiz in eine Firma zu investieren, die ’nur noch‘ 3.45% Gewinn erwirtschaftet. 😉 ).

  • am 16.03.2026 um 11:55 Uhr
    Permalink

    – Zu Kalifornien: der mit Abstand grösste Stromverbrauch sind die privaten Klimaanlagen. diese können während den Spitzenzeiten problemlos abgestellt werden. Bei uns ist das nicht so einfach.

    – Zur freien Wahl des Stromanbieters: Die Fragestellung ist tendenziös. Erfahrungsgemäss sind private Anbieter meist teurer als der öffentliche Anbieter. Eine komplizierte Tarifgestaltung vertuscht diese Tatsache. Billiger sind sie nur, wenn sie die Infrastruktur vernachlässigen, CO2-haltigen Strom produzieren, oder die Kontinuität nicht garantieren können. Langfristig geht das nicht. In Deutschland, ist die freie Wahl auch für kleine Konsumenten erlaubt, die meisten haushalte bleiben dem öffentlichen Anbieter treu.

    – Zum progressiven Stromtarif und Abschaffung der Fixkosten: 100% einverstanden!

  • am 16.03.2026 um 13:07 Uhr
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    Guter Artikel und ja, progressive Stromtarife sind ein Mittel für mehr Effizienz und auch Suffizienz. Basel hatte die früher einmal, es wäre spannend zu wissen, ob es hierzu irgendwelche Auswertungen gibt.
    Noch eine Präzisierung: die «Messgebühr» wurde explizit mit dem Mantelerlass eingeführt, die SSES hatte schon damals darauf hingewiesen, dass dies die «Verschwendung» begünstigen würde. Erstaunlich ist auch, dass wir über ein neues KKW diskutieren und gleichzeitig nicht mit aller Kraft modernisieren, sprich effizienter werden: wir Ingenieure könnten im Hintergrund das System (z.B. Lüftungen in der Industrie etc.) so optimieren, dass 20% weniger Strom gebraucht werden. Dies entspricht mehr als einem neuen AKW, zu «Strom»kosten von 2-3 Rp/kWh. Man spricht in diesem Zusammenhang auf von «Negawatt», also Energie, die nie produziert werden musste. Und diese ist mit Abstand die umweltfreundlichste 🙂

    • am 17.03.2026 um 08:46 Uhr
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      Es gibt da den Grenznutzen. Die immer höheren Kosten für immer mehr Effizienz müssen ja irgendwie finanziert werden. Manchmal wandert dann die Produktion ab bzw. der Endverbraucher wird wieder einmal zur Kasse gebeten, über gestiegene Preise oder über Förderungen für Unternehmen aus dem Steuertopf. Billige Energiekosten sind die Grundlage einer gesunden Wirtschaft; das war in den 60igern noch volkswirtschaftlicher Konsens: mit der UdSSR schlossen erst Österreich, dann die BRD weitreichende Verträge für Pipelinebau und Gasimport. In Frankreich begann die AKW-Bauoffensive. In der Schweiz wurde schon vorher durch Wasserkraft günstiger Strom erzeugt; die Bahn etwa konnte sich unabhängig von Marktpreisen selbst versorgen. Was wir machen, nämlich das künstliche Hochtreiben von ohnehin schon hohen Energie- und Lebenshaltungskosten, sorgt nicht für Umweltschutz, sondern für Deindustrialisierung, Inflation und Verarmung.

    • am 17.03.2026 um 12:45 Uhr
      Permalink

      Zu diesem Thema noch ein Hinweis auf eine persönliche Erfahrung:
      Ich arbeitete lange Zeit als Ing. in einer kunststoffverarbeitenden Industrie mit sehr hohem Strombedarf. In der Firma gibt es ein sog. Vorschlagswesen, wonach gute Vorschläge belohnt werden.
      Mein Vorschlag, auf die firmeneigenen Flachdächer PV-Anlagen zu installieren, wurde mit CHF 500.- belohnt – aber die PV-Anlagen wurden nie realisiert!
      Begründung: Die Firma erhält dank hohem Stromkonsum von der baselbieter EBM einen Mengenrabatt – bei kleinerem Konsum wird dieser reduziert. Summa summarum wären die Stromkosten der Firma wegen der PV-Anlage angestiegen!

  • am 16.03.2026 um 15:10 Uhr
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    Gestaffelte Stromtarife, auch noch gepaart mit Hoch- und Niedriglastkosten, sind Gängelung der Verbraucher. Eine vierköpfige Familie verbraucht nunmal ca. 4.800 kWh / Jahr. Da ist nichts mehr zu sparen, außer man läuft mit dreckigen Klamotten rum, kocht nicht und lagert alle Elektronik-Verbraucher in die Schule oder an den Arbeitsplatz aus. Niemand hat Lust, zur Niedriglastzeit um Mitternacht mit dicken Augenringen eine Waschmaschine zu bestücken oder den Elektro-Boiler einzuschalten. Ich kenne wirklich niemanden, der Strom verschwendet. Alle sparen schon, so gut sie können und zahlen trotzdem jedes Jahr mehr, weil die Preise stark gestiegen sind. Alle kommunalen E-Unternehmen (Ö) fahren seit Jahren dicke Gewinne ein, zahlen ihren Vorständen ab € 300.000 / Jahr und verschleiern die Schuldenbilanz der Bundesländer. Warum sollten gerade Konsumenten die Instabilität eines Netzes basierend auf «erneuerbaren» Energien kompensieren?

    • Favorit Daumen X
      am 16.03.2026 um 16:35 Uhr
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      Ihre Überlegung kann ich nicht nachvollziehen. Wenn – wie in der Umfrage vorgeschlagen – die ersten 1000 kWh pro Person billig abgegeben werden, dann erhält Ihre vierköpfige Familie 4000 der 4800 kWh zum billigen Tarif. Man kann es auch eine soziale Tarifgestaltung nennen. 1000 kWh pro Person sind heute lebensnotwendig.

      • am 16.03.2026 um 18:46 Uhr
        Permalink

        Vielen Dank für diesen guten Artikel.
        Aus berliner Sicht halte ich die «lebensnotwendigen» 4000 kWh/Jahr für eine vierköpfige Familie als zu hoch Begriffen, es sei den mit dem Strom wird auch das Haus geheizt. 4000 kWh/Jahr ist unser Jahresverbrauch als Familie für Haushalt und Wärmepumpe und wir waschen und kochen auch, allerdings betreiben wir kein Auto mit Strom.
        Das Shanghai Modell klingt sehr vortschrittlich und übernehmenswert ,wissen Sie wie häufig die Hoch umd Niedrigpreise im tagesverlauf wechseln und ob diese über einen längeren Zeitraum feststehen ?

      • am 17.03.2026 um 07:52 Uhr
        Permalink

        Meine sehr sparsame 4er Familie verbraucht ca. 8000 kWh / Jahr. In unserer Wohnanlage – alles Normalverdiener mit Familie – ist das unterer Durchschnitt, weil bei uns auch die Warmwassererzeugung durch Elektroboiler geschieht; das lässt sich bautechnisch auch nicht ändern. Ich möchte daher nicht irgendwelchen weltfremden Staffeltarifen unterworfen werden, die die ohnehin jedes Jahr stark steigenden Lebenshaltungskosten noch weiter hinauftreiben. Letztlich landen alle steigenden Energiepreise beim Endverbraucher: Wirtschaft und Handel reichen diese Kosten weiter bzw. produzieren gleich im Ausland. Auch die Kommunen erhöhen dann entsprechend ihre Entgelte und Gebühren – letztlich landet alles beim Konsumenten. Hohe Strompreise schaden uns allen, auch wenn es in der Theorie gut klingt.

  • am 16.03.2026 um 18:15 Uhr
    Permalink

    Da macht man jahrein, jahraus Werbung für Elektroheizungen (Wärmepumpen) und Elektro- statt Verbrennerautos. Und dann kommt quasi durch die Hintertür das Absahnen: Ab 1’000 kWh wird es teuer.

    Da zahlten die privaten Haushalte viele Jahre lang drauf, weil sie die Stromlieferanten nicht wechseln durften – bis das Rechnungsmodell kippte und die Lieferanten draufzahlten. Und schon begann die Beareitung auf allen Ebenen, dass die Privaten diese günstig gewordenen Verträge nicht länger behalten durften.

    Noch nie wurde so etwas damit begründet, dass die Lieferanten mehr Geld wollen. Immer ging es um den Schutz von Welt, Frösche, Klima und was auch immer.

    Super auch, dass China Vorbild sein soll. Dabei will man praktisch nichts von dort übernehmen. Keine bösen Atomreaktoren, keine üblen Thoriumreaktoren und die Neuesten schon gar nicht. Noch etwas: China reicht über fünf Zeitzonen, die Schweiz – wenn man das Wallis und Graubünden mitzählt – über 0 – sonnenmässig.

    • am 18.03.2026 um 08:01 Uhr
      Permalink

      Ja genau so ist es! Ich denke wir als 5köpfige Familie haben einen Bockmist gemacht beim Neubau. Solarpanels, Solarthermie für Wasser (DIE WURDE UNS VORGESCHRIEBEN VON DER GEMEINDE!) und Luft-Wasserwärmepumpe (Heizung sowie auch Brauchwasser), sowie ein 12kw Stromspeicher für Eigenverbrauch. Nun bin ich im Sommer mehr oder minder Autark (EW Anschluss ist ja pflicht und ohne geht da nix) im Winter gurgelt die Wärmepumpe (wenn es kalt ist und keine Sonne hervorlugt) und ich habe einen massiv erhöhten Konsum von teurem Strom des EW. Es wird soweit kommen, dass wir im Sommer bestraft werden, weil zuviel Strom ins Netz eingespiesen wird und im Winter bestraft, weil bei Kälte und wolkenbedektem Himmel, die WP etc. Strom frisst. Alles hanebüchener Mist, Strompreis am Gaspreis anbinden ist ebenso hanebüchen. Wo das noch hinführen wird…

  • am 17.03.2026 um 04:54 Uhr
    Permalink

    Kein Grundtarif und fixe Preise pro KWh sind erst der Anfang. Wichtig ist die Information im grünen Kasten, die Spitzen müssen gebrochen werden. Und das könnte sehr einfach mit Rabatten (!) gelöst werden: Wer dem EW erlaubt, die Wärmepumpe oder das Ladegerät des Autos z.B. maximal eine Stunde pro Tag auszuschalten, bekommt einen Rabatt. Für die EWs ist es natürlich einfacher, neue Gaskraftwerke zu fordern, statt smarte Lösungen zu suchen. Solche Lösungen müssen gesetzlich vorgeschrieben werden, ebenso sollen keine Wärmepumpen oder Autoladestationen ohne Fernabschaltungsoption mehr verkauft werden dürfen.

  • am 17.03.2026 um 15:44 Uhr
    Permalink

    >Paul Schön, Wien am 16.03.2026 um 15:10 Uhr:
    zit.(«..um Mitternacht…. eine Waschmaschine zu bestücken oder den Elektro-Boiler einzuschalten…») Also DAS Problem löst jede Zeitschaltung. zit-(«..niemand verschwendet Strom..») da wäre ich mir nicht so sicher.Vielleicht nicht absichtlich – aber doch durch nicht genug selbstkritisches Verhalten ganz sicher einen nicht unerheblichen Betrag. Das wikliche Problem liegt aber an anderer Stelle: nämlich an 2 unterschiedlichen Perspektiven. Zum einen die Sicht des einzelnen Produzenten: der muß erst mal investiern um liefern zu können. Dazu muß er Gewinne machen und die kann er auf 2 Wegen erzielen: Viel Produkt zu geringerm Preis verkaufen oder weniger Produkt zu höherem Preis. Aus marktwirtschaftlichem Wettbewerbsdenken wählt er den Weg KLEINEREn Preises bei höheren Mengen. Zum anderen die gesamtgesellschaftliche Perspektive: geringen Verbrauches durch kleineren Preis befördern. der grundsätzliche Widerspruch in unserem Wirtschaftssystem

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