Maiskolben (004)

Beispiel Mais: Getreideanbau für Menschen statt für Nutztiere erhöht die Selbstversorgung. © Pixabay/Anrita

Agrarwende kann die Selbstversorgung sogar erhöhen

Beatrix Mühlethaler /  Die Schweizer Landwirtschaft kann ökologisch produzieren, ohne dass die Importe an Nahrungsmitteln zunehmen.

Ein hämisches Argument gegen die Trinkwasserinitiative lautet: Wenn im Inland ökologischer produziert wird, müssen wir wegen geringerer Erträge mehr Nahrungsmittel importieren, womit sich die Umweltbelastung einfach ins Ausland verlagert. Das liesse sich ebenso hämisch kontern: Sagen Sie Ja zur Pestizidinitiative. Diese fordert dieselben ökologischen Produktionsstandards für importierte Lebensmittel.

Aber lassen wir die Häme und schauen wir die Importfrage und den Selbstversorgungsgrad der Schweiz genauer an. 

Selbstversorgungsgrad ist schon heute niedrig

Die Schweiz kann sich gemäss statistischen Angaben des Bundes zu 58 Prozent mit Nahrungsmitteln aus eigener Produktion versorgen (Stand 2018). Auch zur Zeit der Anbauschlacht im zweiten Weltkrieg lag dieser Wert nie sehr viel höher. Denn die Schweiz hat als kleines Land im Verhältnis zur Zahl der Bevölkerung und deren Raumansprüchen grundsätzlich zu wenig nutzbare Flächen. Doch die 58 Prozent sind erst noch zu hoch gegriffen. Denn bei dieser Bruttozahl ist nicht berücksichtigt, dass wir jährlich über eine Million Tonnen Futtermittel importieren, um den genannten Versorgungsgrad zu erreichen. Es wird also vernachlässigt, dass über die Hälfte des Ackerlands für die Nutztier-Fütterung im Ausland liegt.

Ehrlicher ist es daher, den Selbstversorgungsgrad netto auszuweisen. Dieser liegt bei nur 51 Prozent. Nebenbei bemerkt: Damit bleiben alle weiteren Importe wie Dünger, Maschinen und Treibstoffe immer noch unberücksichtigt. Und ebenfalls nebenbei bemerkt: Der Transport von Importgütern belastet zwar die Umwelt. Doch ausser bei Waren aus Übersee schlägt der Transport bezüglich Umweltbelastung weniger zu Buch als die Produktionsweise. Und diese ist in unseren Nachbarländern im Durchschnitt weniger intensiv als in der Schweiz – allen Werbesprüchen zum Trotz.

Futtermittelimporte vermeiden

Der entscheidende Punkt ist also nicht die Tatsache, dass die von den Initiativen geforderte ökologische Anbauweise durch Verzicht auf synthetische Pestizide und Handelsdünger teilweise kleinere Ernten liefert. Die entscheidende Frage ist, ob die dann allenfalls notwendigen neuartigen Importe höher und umweltschädigender wären als die heutigen.

Nach Annahme der Trinkwasserinitiative gibt es keinen finanziellen Anreiz (Direktzahlungen) mehr, um Futtermittel zu importieren. Dieser besonders fragwürdige Importposten würde also kleiner, womit sich die Selbstversorgung für unsere Nutztiere erhöht.

Das Bereitstellen von Futtermitteln für das Vieh ist sowohl im Inland wie im Ausland der wichtigste Treiber für eine zu intensive und naturschädigende Landwirtschaft. Weltweit dienen – neben Wiesen und Weiden – 30 Prozent der Ackerböden der Versorgung von Vieh, nicht von Menschen. In der Schweiz liegt dieser Anteil noch deutlich höher. Das erzeugt den bekannten hohen Druck, wertvolle Natur zu zerstören.

Viehhaltung ist nur dort nachhaltig, wo sie nicht die wertvollsten Naturflächen beansprucht und mehrheitlich auf Grasland und der Verwertung von Reststoffen beruht. Denn die direkte Ernährung der Menschen – ohne Umweg über das Tier – ist sehr viel effizienter. Die Umwandlungsrate von pflanzlichen in tierische Kalorien schwankt im Idealfall zwischen 2:1 bei Geflügel, 3:1 bei Schweinen, Zuchtfischen, Milch und Eiern und 7:1 bei Rindern. Bei Grasfressern ist der hohe Umwandlungsverlust je nach Situation von geringerer Bedeutung, weil sie Böden nutzen können, die für den Ackerbau nicht taugen.

Weniger Fleisch, Milch und Eier

Die Werbeplattform für Fleisch «Proviande» redet die Futtermittelimporte trickreich klein. In der Schweiz stammten 85 Prozent des Futters von hiesigen Böden, argumentiert sie. Doch das stimmt nur von der Menge, nicht vom Nährwert her: 50 Prozent des Fleisches und 70 Prozent der Eier kommen durch Futtermittelimporte zustande. Die Folgen sind unter anderem übermässige Mengen von Kot, die unsere Böden überdüngen und die Gewässer verschmutzen. Infosperber hat dies hier näher ausgeführt. 

Somit ist klar: Der Verzicht auf Futtermittelimporte würde die Umwelt massiv entlasten. Aber ebenso klar ist: Die dadurch sinkende Produktion von tierischen Lebensmitteln darf nicht durch Fleischimporte kompensiert werden. Sonst betreiben wir tatsächlich Ökologie auf Kosten anderer Gesellschaften jenseits der Grenze.

Es sind also nicht einfach die Bauern, die den Wandel schaffen müssen und können, sondern es geht um unsere Konsumgewohnheiten. Konkret: um den hohen Konsum von tierischen Lebensmitteln.  Die grossen Mengen an Fleisch, Eiern und Milchprodukten, die wir verzehren, lassen sich nicht aus unseren Böden erzeugen. Eine «standortangepasste und ressourcenschonende Landwirtschaft» – als Mittel zur Sicherung unserer Ernährung in der Verfassung verankert – ist mit dem heutigen Verzehr von Kalorien aus der Viehwirtschaft schlicht nicht erreichbar.

Viehwirtschaft mit Mass

Sich in der Schweiz in einem bescheidenen Mass von tierischen Produkten zu ernähren, ist ökologisch durchaus sinnvoll. Denn ein wesentlicher Teil der landwirtschaftlichen Flächen eignen sich am besten als Grasland für die Tierhaltung und Tierernährung. Aber im Vordergrund müsste stärker die Versorgung mit Milch als mit Fleisch stehen. Das hält die eidgenössische Forschungseinrichtung Agroscope fest, die in einer Studie analysierte, wie ein möglichst ökologisches Ernährungssystem für die Schweiz aussehen würde.

Bei einer standortangepassten Bewirtschaftung müssten die Bestände aller Fleischlieferanten – also von Schweinen, Geflügel, Mutterkühen und Mastrindern – drastisch sinken. Wiesen und Weiden würden vor allem den Milchkühen dienen. Bei diesem Modell könnte sogar ein Teil des Graslands weniger intensiv genutzt werden als heute. Das käme der bedrohten Vielfalt von Wiesenpflanzen und ihren Bestäubern sowie den am Boden brütenden Vögeln zugute.

Selbstversorgung steigt

Eine Umstellung auf stärker pflanzenbasierte Nahrung macht importierte Futtermittel überflüssig. Das umstrittene Sojaschrot, für dessen Anbau grosse Flächen von Urwald geopfert werden, fällt ganz weg. Als Ergänzungsfutter für Hochleistungskühe rechnet Agroscope nur noch mit etwas Körnermais und Gerste. Bei diesem Regime verringert sich auch der Flächenbedarf für den Futtermittelanbau im Inland. Folglich werden Ackerflächen frei, auf denen die Bauern vermehrt Getreide, Kartoffeln, Raps und Gemüse für die Menschen anbauen könnten.  

Mit diesem Wandel liesse sich ein massiv höherer Selbstversorgungsgrad erreichen als heute. Wer Ernährungssicherheit mit möglichst kleiner Abhängigkeit von Futter- und Lebensmittelimporten gleichsetzt, muss sich somit für diesen Wandel einsetzen. Mehr dazu lässt sich hier erfahren.

Sorgfältiger einkaufen und sparen

Zusätzlich lässt sich der Selbstversorgungsgrad steigern, wenn vom Feld bis zum Teller weniger Lebensmittel verschwendet werden. In der Schweiz fallen jährlich 2,6 Millionen Tonnen Lebensmittelverluste (gewogen in Frischsubstanz) an, hat das Bundesamt für Umwelt (BAFU) eruiert. Mindestens zwei Drittel davon wären vermeidbar. Das würde nicht nur der Umwelt dienen, sondern auch dem Haushaltbudget. In der Gastronomie entsprechen die Kosten für die überflüssigen Rohstoffe und deren Entsorgung einer Milliarde Franken pro Jahr, schreibt das BAFU. Die Haushalte lassen sich den falsch verstandenen Luxus sogar fünf Milliarden oder pro Kopf 600 Franken kosten. Die wenigsten nehmen ihren Anteil am Wegwerfproblem selber überhaupt wahr.

Die Schweiz hat sich mit Annahme der UN-Agenda 2030 dazu verpflichtet, die Lebensmittelverschwendung bis zum Jahr 2030 zu halbieren. Alle Beteiligten von der Produktion über den Handel bis zum Konsum sollen ihren Teil zur Verbesserung beitragen. Dazu muss insbesondere in den Haushalten die Teilhabe am Problem erst erkannt werden. 

Lebensmittel wegzuwerfen ist ein Symptom für mangelnde Wertschätzung. Machten Nahrungsmittel einen höheren Anteil an den Haushaltkosten aus, würde der Bedarf beim Einkauf sorgfältiger abgewogen und Nahrungsreste würden noch genutzt. Stiegen die Preise für Lebensmittel durch eine ökologischere Produktion allenfalls tatsächlich an, so liessen sich die Mehrausgaben mit Achtsamkeit und Sorgfalt kompensieren.  


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

Sperber.NurKopf.vonLinks.IS-Hintergrund

Des Sperbers Überblick

Kompaktes Wissen: Hier finden Sie die wichtigsten Fakten und Hintergründe zu relevanten Themen.

Kuh

Landwirtschaft

Massentierhaltung? Bio? Gentechnisch? Zu teuer? Verarbeitende Industrie? Verbände? Lobbys?

Wald

Schutz der Natur und der Landschaft

Nur so weit es die Nutzung von Ressourcen, wirtschaftliche Interessen oder Freizeitsport zulassen?

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10 Meinungen

  • am 20.05.2021 um 12:01 Uhr
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    Herzlichen Dank für diesen ausgezeihneten Artikel. Ich werde den beiden Agrar-Initiativen und dem CO2-Gesetz zustimmen. Allen Initiativen mache ich aber den Vorwurf, dass sie das Problem nicht an der Wurzel anpacken. Die richtige Lösung ist eine Ressourcen-Lenkungsabgabe. In Bezug auf die Abstimmungen wären dies primär die Ressourcen Energie, Dünger, importierte Futtermittel. Leider ist keine einzige Partei auf den Vorschlag der KELS von Bundesrätin Widmer-Schlumpf eingetreten, obwohl genau dieser Vorschlag in Richtung einer Ressourcen-Lenkungsabagbe ging. Vorgesehen war im übrigen die CO2 Abgabe durch die KELS zu ersetzen. Doch offensichtlich war die Zeit einfach noch nicht reif. Vielelicht hilft Infosperber eine Ressourcen-Lenkungsabagbe vorzustellen.

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  • am 20.05.2021 um 12:56 Uhr
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    «Denn die Schweiz hat als kleines Land im Verhältnis zur Zahl der Bevölkerung und deren Raumansprüchen grundsätzlich zu wenig nutzbare Flächen.» – Dazu kommt die ungebremste Einwanderung mit erhöhter Zersiedelung, zunehmendem Konsum und abnehmenden Anbauflächen. Die vorwiegend links/grünen Ökovorstellungen passen schlecht zu deren Politik der offenen Grenzen.
    Die Wertschätzung von Lebensmitteln wäre eine Aufgabe von Bildung und Erziehung. Der Preis spielt für wohlhabende und staatlich alimentierte Familien eine untergeordnete Rolle, (links/grüne Familieninitiative). Beim Einkaufen bestimmt oft mehr der Bauch als der Kopf.

    4
  • am 20.05.2021 um 13:18 Uhr
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    Das spricht aber gegen ein Rahmenabkommen, was nicht allen gefallen wird…….
    Dieses Argument gefällt mir, allerdings ist es nicht die halbe Miete!
    Deshalb trotzdem: Rahmenabkommen nein und bei den Agrarinitiativen zweimal nein!

    9
  • am 20.05.2021 um 20:36 Uhr
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    Sehr guter Artikel! Das wichtigste kurz und bündig, fach- und sachgerecht dargestellt. Zu diesem Thema habe ich 2020 eine Broschüre verfasst: http://www.kulturlandwirtschaft.ch
    Darin beschreibe ich noch zwei Ideen zur Finanzierung einer Kultur-Landwirtschaft welche nicht nur in der Schweiz, sonder weltweit nötig ist. Beginnen wir mit dem, was schon lange notwendig ist: Landwirtschaft + Naturschutz + verantwortungsvolles Konsumverhalten = Kultur-Landwirtschaft.

    1
  • am 21.05.2021 um 08:30 Uhr
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    Danke für den guten Artikel. Einen kleinen Fehler enthält er jedoch: Es wird suggeriert, dass Agroscope zum Schluss gekommen sei, dass eine Milchwirtschaft basierende Landwirtschaft in der Schweiz am nachhaltigsten sei. Dieses Resultat war jedoch leider schon zu Beginn der Studie so vorgegeben, da Agroscope in dieser Studie den Milchkonsum nicht hinterfragen durfte. Aus wissenschaftlicher Sicht ist solch eine Einschränkung sehr fragwürdig. Insbesondere, wenn dann in allen Medien das Resultat ohne Hinweis auf dieses gemachte Einschränkung publiziert wird.
    Ob die Milchwirtschaft tatsächlich so ökologisch ist, wie die Milchlobby und der Bauernverband in jeder Werbung suggerieren, kann diese Agroscopestudie jedenfalls nicht beantworten. Offenbar sind sich gewisse Personen dessen nicht so sicher, sonst hätten sie diese Einschränkung bei den Rahmenbedingungen der Studie nicht machen müssen.

    1
  • am 22.05.2021 um 12:57 Uhr
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    Leider wurde meine obige Botschaft offenbar nicht verstanden. Ich bin kein Veganer, die beiden Agrarinitiativen sind ganz klar abzulehnen, wollen wir uns von der EU noch stärker abhängig machen, als wir ohnehin schon sind?

    2
  • am 22.05.2021 um 16:13 Uhr
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    Das tönt alles gut, aber am Ende kommt es auf die Konsumenten an. Die Trinkwasserinitiative kann die Konsumenten nicht in die Pflicht nehmen. Die Konsumenten können weiterhin viel importiertes Fleisch essen, Bauern ohne Direktzahlungen Futter importieren. Da sehe ich einen Schwachpunkt, im Gegensatz zur Pestizidinitiative, die auch Pestizidimporte verbietet (wobei ich dann gespannt wäre, wie das europa- und WTO-konform umgesetzt wird).

    1
  • am 22.05.2021 um 22:13 Uhr
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    China entdeckt im Moment das Schweinefleisch und die Milch! Chinesen bauen Schweineställe mit 2 Millionen Tieren die nie Tageslicht sehen! Kuhställe mit 10000 Kühen die nie eine Weide sehen und wir reden bei 1000 Schweinen von Massentierhaltung. Wie verblendet muss man sein wenn wenn man einigen grünen, linken Spinnern noch Glauben schenkt? Ich nehme an China wird bereit sein einige Schweine für uns zu schlachten wenn wir keine mehr haben!

    Ich will Fleisch essen, da kann auch das Hirngespinst einiger Veganer meine Meinung nicht ändern! Das Fleisch soll aber aus der Schweiz sein und nicht aus Brasilien oder weis ich wo! Darum zweimal NEIN am 13. Juni! Jeder der Sauberes Trinkwasser will kauft in Zukunft BIO. So stellt sich die Landwirtschaft von selbst um ohne Zwang und sinnlosen Regulierungen die mehr schaden als nützen!

    Solche einseitigen Artikel wie hier geschrieben werden gehören nicht veröffentlicht! Warum werden keine Positive Artikel über die Landwirtschaft geschrieben oder auch ein kontra zu den Initiativen? Das ganze mit den Initiativen und dem Schulterschluss mit den Medien wird langsam zur Lachnummer!

    3
  • am 24.05.2021 um 09:47 Uhr
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    Die Trinkwasserinitiative ist mir sympathisch, sie geht aber zu weit.
    Weil jeder Landwirtschaftsbetrieb muss dann sämtliches Futter auf dem eigenen Hof/Land produzieren. Auch im Hügel- und Berggebiet. Also somit teilweise wegen zu wenig Platz oder Höhenlage nicht möglich.

    1
  • am 2.06.2021 um 21:18 Uhr
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    In diesem Text wird noch viel im Konjunktiv mit hätte, könnte, wäre argumentiert. Bis jetzt hätte der Konsument BIO kaufen können, tut es aber nicht!! Die Initiativen sind völlig einseitig. Leider wurden die Inhalte nicht MIT den Bauern ausgearbeitet, sondern gegen sie. Bereits heute (!) muss an den verlangten Punkten „herumfrisiert“ werden, weil man merkt, was die Umsetzung alles für unmögliche Auswirkungen hätte. Ganze Existenzen vor allem von eher kleinbäuerlichen Betrieben mit Legehennen, Poulets oder Schweinehaltung würden vernichtet. Der Konsument hingegen müsste sich keinen Millimeter bewegen; ausser ins Ausland, um dort günstige, mit Pestiziden hergestellte Lebensmittel einzukaufen.
    Wieso sollen alle Bauern BIO Produkte herstellen, wenn es heute gerade von gut 10% gekauft wird?
    Seit Jahrzehnten wissen wir, dass Fleisch mehr Ressourcen verbraucht. Wollen wir in Zukunft Gutscheine verteilen, um den Konsum zu reglementieren? Wir leben zur Zeit noch in einer Welt mit MARKT, Angebot und Nachfrage. Es gäbe noch so manchen Zielkonflikt, welcher nicht gelöst ist. Und nun soll es einseitig und rücksichtslos auf dem Buckel der Bauern ausgetragen werden? Sorry, dass dieses Experiment so nicht gerade Mut macht.

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