Erst kommt die Kasse, dann die Natur – auch bei Bio Suisse

Beatrix Mühlethaler /  Der Dachverband der Bio-Bauern sagt Nein zur grünen Trinkwasser-Initiative, weil diese ihr Geschäftsmodell bedrohe.

Die Delegierten von Bio Suisse, dem Dachverband der Schweizer Bioknospe-Betriebe, beschlossen gestern die Nein-Parole  zur «Initiative für sauberes Trinkwasser», über die das Schweizer Volk am 13. Juni abstimmen wird. Es sei kein Nein zu den Zielen der Initiative, nämlich der Reduktion von Pestizideinsatz und Überdüngung von Böden und Gewässern, begründet der Verband seinen Entscheid gegenüber den Medien, sondern ein Nein zum vorgeschlagenen Weg.

Man lehne die Initiative ab, weil sie nur die Bauern und Bäuerinnen in die Pflicht nehme, nicht aber die Konsumentinnen und Konsumenten. Folgerichtig unterstützt Bio Suisse die gleichzeitig zur Abstimmung kommende «Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» (Anti-Pestizidinitiative). Denn diese möchte nicht allein die einheimische Landwirtschaft auf ökologische Produktion verpflichten, sondern dieselben Anforderungen auch an importierte Produkte stellen.

Was auf Anhieb konsequent klingt, ist ein Steilpass für die Gegner jedes Versuchs, die Landwirtschaftspolitik ökologischer auszurichten.  Sie schwächt just jene der beiden aktuellen Landwirtschafts-Initiativen, die in der Abstimmung eine gute Chance für ein Ja hat. Denn die Trinkwasserinitiative spricht einen grösseren Teil der Bevölkerung an, weil sie mit einem liberalen Mittel arbeitet: Sie verzichtet auf ein striktes Verbot von Pestiziden. Stattdessen setzt sie auf einen wirtschaftlichen Anreiz: Sie verlangt, dass Bauernbetriebe, auf denen Pestizide zur Anwendung kommen, keine Direktzahlungen mehr beziehen dürfen. Sie streicht also die Subventionen, die als Treiber für die heute dominierende intensive Landwirtschaft wirken, die Böden überdüngt und Gewässer verseucht.

Die Anti-Pestizidinitiative hingegen verlangt ein Verbot für den Einsatz von Pestiziden; dies im Inland sowie im Ausland für jene Nahrungsmittel, welche die Schweiz importiert. Das schreckt die bürgerlichen Kräfte ab, die zwar eine Gesundung der Natur wünschen, aber sensibel auf Verbote reagieren. Und es erschreckt sie auch, weil ein Verbot angesichts internationaler Handelsregeln ein äusserst umstrittener Weg ist.

Man kennt die Argumente aus dem Abstimmungskampf zur Fairfood-Initiative (Initiative für gesunde sowie umweltfreundlich und fair hergestellte Lebensmittel), die 2018 in der Abstimmung Schiffbruch erlitt: Auch diese peilte eine ökologische Nahrungsversorgung an, mit Massnahmen sowohl im Inland wie auch mit Importregelungen. Es siegte damals jene Lobby, welche eine Wende hin zu einem weltverträglicheren Leben mit den immer gleichen Waffen bekämpft: Schüren der Angst vor höheren Kosten für das tägliche Essen und Angstmacherei vor einem Handelskrieg.

Die Haltung der Verbandsvertretung von Biobetrieben gegenüber einer gangbaren Reform zu einer naturfreundlicheren Landwirtschaft mutet derart seltsam an, dass die offizielle Begründung nicht hinreichend scheint. Das Biowein-Handelsunternehmen Delinat wirft den Delegierten denn auch vor, sich den «hanebüchenen Scheinargumenten des Bauernverbands» und dem «Druck der grossen Detailhändler» zu beugen.

Tatsächlich steckt hinter dem Nein der Bio Suisse, jetzt die Chance für eine umfassende grüne Landwirtschaft in der Schweiz zu packen, wirtschaftlich begründete Angst. Die Lobby des Bioanbaus sieht das Geschäftsmodell der heutigen Biobetriebe in Gefahr: Wenn eine Neuausrichtung der Schweizer Landwirtschaft die Zahl der biologisch produzierenden Milch- und Viehwirtschaftsbetriebe ansteigen liesse, könnten die heute fairen Abnahmepreise für die Produkte der Biobauern ins Rutschen geraten.

Diese wirtschaftliche Motivation gab Bio-Suisse-Präsident Urs Brändli im Interview mit der Sendung «Kassensturz» vom 6. April  gegenüber der hartnäckigen Fragerin schliesslich zu. Offenbar fehlt dem Bioverband das Vertrauen in die Tatsache, dass eine Bioschweiz für alle von Vorteil wäre. Jene Biobäuerinnen und Biobauern hingegen, welche die Trinkwasserinitiative befürworten und grosse Gestaltungsmöglichkeiten in dieser Reform sehen, können die Position von Bio Suisse nicht fassen. Und der Gründer und Chef der Bio-Weinhandelsfirma Delinat, Karl Schefer, ist entsetzt: «Das ist ein Skandal.»

Wichtig in diesem Zusammenhang ist, nochmals an das Umfeld zu erinnern: Allen ist klar, dass die heimische Natur die heutige Dünger- und Giftlast nicht mehr verkraften kann. Die Belastungen von Böden und Gewässern sowie der enorme Rückgang der Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten im Kulturland ist in vielen Untersuchungen belegt worden. Alle sprechen darum von notwenigen Absenkpfaden. Dennoch hat die Agrarlobby im eidgenössischen Parlament die vom Bundesrat vorgeschlagene Agrarreform bereits versenkt. Wenn im Juni auch die beiden Initiativen scheitern, wofür der Schweizerische Bauernverband hart arbeitet, wird Stillstand herrschen im Bemühen um eine umweltverträglichere Nahrungsversorgung.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine.

Zum Infosperber-Dossier:

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«Fair Trade» und «Bio»

Viele zahlen für fairen Handel und für echte Bio-Produkte gerne mehr. Das öffnet Türen für Missbrauch.

Kuh

Landwirtschaft

Massentierhaltung? Bio? Gentechnisch? Zu teuer? Verarbeitende Industrie? Verbände? Lobbys?

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17 Meinungen

  • am 15.04.2021 um 11:59 Uhr
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    Es gleicht wirklich einem Schildbürgerstreich, dass Bio Suisse die Trinkwasser-Initiative ablehnt. Und es stellt die Glaubwürdigkeit dieses Verbandes fundamental infrage. Die berechtigten Bedenken bezüglich eines fatalen Preiszerfalls, der den Mehraufwand der Produktion nicht mehr decken würde, könnte mit einem solidarischen Vorgehen der Verbandsmitglieder aufgefangen werden. Aber offenbar fehlt hier das Vertrauen in die eigene Basis.

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  • am 15.04.2021 um 13:46 Uhr
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    Die ökonomischen Argumente des Schweizer Biobauern-Verbands «Bio Suisse» gegen die Trinkwasser-Initiative haben einen wahren Kern: Der vorwiegend industriell organisierte Absatzmarkt würde gerne Bio in grösserer Menge und Vielfalt anbieten, aber bei tendenziell sinkenden Produzentenpreisen, während die Margen für Migros, Coop usw. tendenziell weiter steigen. Dass Bio Suisse befürchtet, bei einer Ausweitung der Bio-Produktion würden die bisherigen Biobauern an Einkommen verlieren, ist nachvollziehbar.

    Kopflos hingegen ist die Strategie, die der Bioverband vorschlägt. Seine Nein-Parole zur Trinkwasser-Initiative ändert überhaupt nichts an den Tendenzen auf dem Markt; sie bestehen mindestens seitdem Bio Suisse mit Migros, Coop usw. zusammenarbeitet. Was Bio Suisse fehlt, ist eine offensive, lustvolle und selbstbewusste Politik nach vorn, zum langfristigen Ziel 100 Prozent Biolandbau. Diie Trinkwasser-Initiative ist ein logischer Schritt dorthin.

    Das Ziel wird nicht ohne die Konsument/innen zu erreichen sein, da hat der Bioverbandspräsident schon recht – nur: Wo sind denn diese Konsument/innen, wenn der Bioverband seine Beschlüsse fasst? Da sind die Biobauern unter sich, und darum beschliessen sie manchmal auch Schüsse ins eigene Knie.

    Wenn Bio Suisse wirklich mehr sein will als eine Lobby der Biobauern, dann muss sie ihre Strukturen ändern und den Konsument/innen die Mehrheit in ihren Gremien geben – so etwa, wie das bei der kleinen Bio-Schwester KAGfreiland seit jeher gilt

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  • am 15.04.2021 um 13:52 Uhr
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    Es entspricht nicht der Realität das die TWI ökologische Anreize schafft. Die bereits eher extensiveren Betriebe müssen (Zwang nicht Anreiz), weil auf Direktzahlungen angewiesen, praktisch auf «Bio» umstellen. Die spezialisierten, tendenziell intensiveren Betriebe können sich ein Verzicht auf DZ eher leisten, verzichten darauf und intensivieren ihre Betriebe noch mehr. Insbesondere sind diese dann, nicht mehr verpflichtet Ökoausgleichsflächen zu bewirtschaften. Die Initiative hat nur ein Anreiz zu mehr Umweltbelastung und einen Teil Zwang (in der praktischen Umsetzung kein Unterschied zu Verbot) zu mehr Ökologie. Die Basis der Bio Suisse entscheidet selbstbewusst, ganzheitlich ohne Druck von irgendwo und demokratisch vorbildlich. Die «liberalen» Verbündeten der TWI, die Avenir Suisse (Grosskapitalvertreter), geben sich jetzt nur ganz kurzfristig «Grün». Bestes Beispiel dazu ist NR Wasserfallen. Die TWI deckt sich mit der Avenir Suisse Idee die CH-Landwirtschaft in «Schmutzzonen und Schutzzonen» aufzuteilen. Befreite Schmutzzonen ohne DZ, weniger Auflagen, ohne Bürokratie und wo es nicht so einfach und eben ist, Schutzzonen mit DZ und Nischenproduktion. So soll die ökologische Wende aussehen? Da sag ich insbesondere als überzeugter Grüner, Nein Danke! Felix Lang, Bio Suisse Delegierter, Altkantonsrat, Grüne, Lostorf

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  • am 15.04.2021 um 14:08 Uhr
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    «Allen ist klar, dass die heimische Natur die heutige Dünger- und Giftlast nicht mehr verkraften kann.» – Ehrlich gesagt sehe und spüre ich davon nicht das Geringste, obwohl ich mich viel und gern in der freien Natur bewege und frisches Obst und Gemüse gilt nach wie vor als gesund. – Da die Bauern wie alle Unternehmer betriebswirtschaftlich agieren müssen, drängt sich ein sparsamer Einsatz von Agrarchemikalien auf. Die ökonomischen Anreize sind gegeben. Wenn Syngenta & Co. auf der innovativen Seite weitere Fortschritte machen, erübrigen sich Verbote. Grüner Perfektionismus ist auch hier ungesund.

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  • am 15.04.2021 um 15:04 Uhr
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    Man kann auch sagen: » erst kommt das Fressen dann die Moral». Berthold Brecht.
    Jetzt erst recht ein Ja um auch diese völlig aus der Spur geratenen «Bio» Bauern zur Raison zu bringen.

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  • am 15.04.2021 um 15:05 Uhr
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    Bio-Suisse sagt NEIN zu gesundem Trinkwasser für uns alle ? Zur Kenntnis genommen. Meine Antwort darauf ist, wir sagen NEIN zu Bio-Suisse. Ab sofort wird nichts mehr gekauft, was mit Bio-Suisse zu tun hat. Die verstehen nur die Sprache des Geldes. Schluss mit lustig! Und wenn das viele machen, kommt die Wende schneller.

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  • am 15.04.2021 um 15:50 Uhr
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    So ein verdammter Blödsinn. Entlasst die Leute aus dem Bio-Vorstand, welche diese unverständliche Entscheidung eingefädelt haben. Wurde der Dachverband von der Chemie-Lobby gekauft. Super, was man alles mit Geld machen kann. Ich kaufe jedenfalls nichts mehr von der Bioknospe. Die ist für mich gestorben,

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  • am 16.04.2021 um 11:08 Uhr
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    Bisher habe ich die Qualität von Infosperber geschätzt. Zeigt mir eine demokratisch vorbildlichere, insbesondere in Bezug aktiver Debattenkultur und trotz Meinungsverschiedenheit gegenseitiger Akzeptanz, Organisation. Die Bio Suisse Basis folgt alles andere als blind seinem Vorstand. Wer so etwas behauptet hat nun wirklich keine Ahnung vom Werdegang und Funktionieren der Bio Suisse. Wer jetzt behauptet das schnöde Geld habe dieses auch für mich sehr überraschend klare Ergebnis gebracht verlässt definitiv die seriöse Stufe. Wer zitiert immer wieder die Avenir Suisse, die Vertretung des Grosskapitals? Frau Herren! Befasst Euch doch bitte mit den wirklichen Argumenten. Selbstkritisch müssen wir von Bio Suisse aber das Thema, was für ein Bild von «Bio» die Allgemeinheit hat angehen. Wenn «Bio» in den Medien thematisiert wird (leider oft durch Biowerbung bestätigt) sieht man als Beispiel ein paar Hühner im Gras. Wenn die Landwirtschaft allgemein thematisiert wird, werden tausende Hühner im Stall gezeigt. Tausend von Hühner im Stall ist auch bei «Bio» und Demeter Realität. Die Höchstzahlbeschränkungen, die Platzverhältnisse pro Tier, Vorschriften zu Auslauf und Fütterung sind aber strenger dem Tierwohl ausgerichtet. Wer jetzt indirekt zu Boykott aufruft der kämpft gegen soziale, ökologische und demokratische Vorbilder. In Bezug der Realität Bio Suisse muss so jemand diktatorische Tendenzen haben oder er kennt eben die Realität nicht.

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  • am 18.04.2021 um 02:44 Uhr
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    Die Trinkwasserinitiative will die subventionierte Vergiftung des Wassers beenden. Biologische Landwirtschaft dient der Reinhaltung des Wassers, nicht so die konventionelle Landwirtschaft mit dem ihr eigenen Einsatz synthetischer Düngemittel.
    Wasser ist ein Gemeingut. Wer es schädigt soll dafür bezahlen. Wer es schützt, soll Wettbewerbsvorteile bekommen, so wie dies die Initiative bewirken würde.
    Eine fairere Finanzierung der Landwirtschaft ist ein wichtiges und berechtigtes Anliegen. BioSuisse muss sich doch zur Aufgabe machen, die Regeln des Marktes so zu gestalten, dass wer umweltverträglich produziert, gegenüber Umweltsündern am Markt Vorteile, statt wie heute Nachteile hat. Stattdessen bekämpft BioSuisse die Initiative für sauberes Wasser.
    BioSuisse muss doch den Konsumenten die vielfältigen Mehrwerte des Biolandbaus verständlich machen. Marktregel muss werden: Gemeinwohlorientierte Produktion bekommt Wettbewerbsvorteile, Umweltverschmutzung kostet, sowohl die Produzenten, wie auch die Konsumenten. Schade, die BioSuisse-Delegierten haben gerade viele Sympathien mit kleinkrämerischem Lobbying vernichtet und den eigenen Anspruch verraten.

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  • am 18.04.2021 um 04:51 Uhr
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    Es gibt ja noch den Demeter-standard. Ausserdem wollte man ja eigentlich die SCHWEIZER BAUERN auf Bio trimmen.um die Gewässerbelastung zu senken. Aber wenn Coop und Migros weiterhin mit de facto Sklavenarbeit Geld verdienen wollen (Immigranten und Asylanten in Spanien für Grossbauern zum beispiel) dann sollen sie doch. Das macht spaniens Ökonomie und Ökologie kaputt. Nicht Unsere.
    Das ist deren Problem, und ich denke, nicht durch unseren (doch recht bescheidenen Absatzmarkt im vergleich zu anderen Ländern) auszuhebeln.»Bio Suisse» muss mehr werden als eine Etikette, Eine eigene Ladenkette zum Beispiel. Eine eigene Bauerngenossenschaft, die Ihre Produkte möglichst reservenschonend in eigene Läden bringt. Wurmstichige Früchte werden Pflüümli,Kirsch, etc, befallenes Gemüse Kompost, der anstatt, oder mit weniger Dünger wieder ausgetragen wird. Das bringt Arbeitsplätze, und somit wirtschaftliches Gewicht. Wenn man die vielen Bullshitjobs Weg-ökonomisiert belastet dies das Sozialwesen. und das wiederum den Absatzmarkt für die durch den Mehraufwand höheren Produktpreise. Die Konkurrenz zu Landi und konsorten muss ebenso natürlich wachsen wie die Produkte. Aber das Nein zur Trinkwasserinitiative hilft höchstens Katadyn.Oder (wieder mal ausländischen) Wasserfilterherstellern. Wie dick sind eure Kartoffeln eigentlich?

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  • am 18.04.2021 um 10:02 Uhr
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    Die TWI darf ruhig etwas differenzierter betrachtet werden. Folgende Organisationen haben für die Pestizidfreiinitiative gestimmt, bei der TWI: Demeter stimmfreigabe, Bioterra stimmfreigabe, Kleinbauernvereinigung stimmfreigabe, Unittere pestizidfrei stimmfreigabe, TWI nein.

    Natürlich hat die TWI bessere Chancen angenommen zu werden, die Konsument*innen haben absolut nichts zu befürchten, es darf weiterhin jeder Dreck importiert werden.

    Man kann durchaus für eine nachhaltigere Landbewirtschaftung, Ernärungspolitik sein und doch die TWI kritisch beurteilen, hinterfragen.

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  • am 18.04.2021 um 11:08 Uhr
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    Herr Lang,
    es geht nicht darum, Bio-Bauern schlecht zu machen, es geht darum, dass es unverständlich ist, dass ein mächtiger Verband wie BioSwiss etwas dagegen hat, dass unser Grundwasser, unsere Bäche und Seen und unser Trinkwasser etwas weniger vergiftet ist.

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    • am 19.04.2021 um 08:29 Uhr
      Permalink

      Herr Rabe
      da sind Sie leider falsch informiert. Die Bio Suisse und auch ich als überzeugter Grüner teile die Zielsetzung zu 100%. Nur der Weg dazu mit der TWI ist nach meiner Einschätzung falsch. Er ist sozial extrem gefährlich. Und ist ökologisch ziemlich sicher kontraproduktiv, sprich eben gerade nicht zielführend. Bitte hört auf uns Biobäuerinnen und Biobauern Unwahrheiten zu unterstellen!
      Herzlich Felix Lang, a Kantonsrat Grüne, Lostorf (SO)

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  • am 19.04.2021 um 16:07 Uhr
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    1.) Es braucht für ALLES (Trinkwasser, Artensterben, Palmöl, Klima etc.) Systemwechsel. Kernkomponente muss Abschaffung der Zinseszins-Exponentialregion sein (die war bis im Mittelalter verboten; es gibt sicher helle Köpfe, auch in der Kirche, die erklären könnten, dass und wie man damals ohne die heutige Zwangsfeudalsteuer der «Nutztierhalter»-Oberschicht lebte; das sollte die Kirche machen statt Kirchenglockenlärm). Denn wir (Volk der Goldesel), insbesondere Bauern, werden erdrückt von der künstlich erzeugten Schuldenspirale und opfern deshalb unsere Lebensgrundlagen auf dem Altar des Raubbaus. Mein Idol: die «Finanz-Greta» aus Kanada, Victoria Grant: https://www.youtube.com/watch?v=q0IUl2UMwt4
    2.) Trinkwasser müssen wir ständig konsumieren. Diese höchste Bedeutung des Trinkwasser kannte man ebenfalls im Mittelalter (Brunnenvergiftung Todesstrafe). Das Volk sollte sich wieder hautnah ERDEN (Verbindung im physischen Sinne mit Mutter Erde aufnehmen): von Industrie/Grossverbänden befreien durch quasi Guerillaanbau in Genossenschaften, Permakultur, SOLAWI: https://heimatvertriebene.webnode.com/

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  • am 19.04.2021 um 16:15 Uhr
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    (Korrigierte Fassung)
    1.) Es braucht für ALLES (Trinkwasser, Artensterben, Palmöl, Klima etc.) Systemwechsel. Kernkomponente muss Abschaffung der Zinseszins-Exponentialreligion sein (die war bis im Mittelalter verboten; es gibt sicher helle Köpfe, auch in der Kirche, die erklären könnten, dass und wie man damals ohne die heutige Zwangsfeudalsteuer der «Nutztierhalter»-Oberschicht lebte; das sollte die Kirche machen statt Kirchenglockenlärm). Denn wir (Volk der Goldesel), insbesondere Bauern, werden erdrückt von der künstlich erzeugten Schuldenspirale und opfern deshalb unsere Lebensgrundlagen auf dem Altar des Raubbaus. Mein Idol: die «Finanz-Greta» aus Kanada, Victoria Grant: https://www.youtube.com/watch?v=q0IUl2UMwt4
    2.) Trinkwasser müssen wir ständig konsumieren. Diese höchste Bedeutung des Trinkwasser kannte man ebenfalls im Mittelalter (Brunnenvergiftung Todesstrafe). Das Volk sollte sich wieder hautnah ERDEN (Verbindung im physischen Sinne mit Mutter Erde aufnehmen): von Agroindustrie/Grossverbänden befreien durch quasi Guerillaanbau in Genossenschaften, Permakultur, SOLAWI: https://heimatvertriebene.webnode.com/

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  • am 19.04.2021 um 22:36 Uhr
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    @Bruno Rabe
    Es ist sehr wohl verständlich, dass der Verband etwas gegen die Initiative hat! Auch BIO Bauern können ohne Direktzahlungen nicht existieren! Die Initiativen verlangen ein totales Verbot von Pflanzenschutzmitteln! Auch im Bioackerbau werden diese gebraucht. Zudem verlangt die Trinkwasserinitiative auch noch, dass keine Futtermittel mehr zugekauft werden können! Dies ist nicht umsetzbar ohne den Verlust von tausenden Landwirtschaftsbetrieben!

    BIO Suisse steckt in einem Dilemma! Stimmt Sie ja ist sie gegen die Bauern im allgemeinen, stimmt Sie nein hat Sie ein Interessenkonflikt mit den Medien und Ihrem Idealismus. Was sollte ein Verband in dieser Situation tun? Ein nein behält den Status quo bei. Um eine Verschärfung wird sich der Staat kümmern und für alle Beteiligten die beste Lösung suchen. Ich finde die Entscheidung vernünftig! Zudem würde ein Ja bedeuten, dass der Bio Produzentenpreis in den Keller fallen und die Importe von nicht Bio Produkten massiv zunehmen würde! Keine der beiden Initiativen behandelt das Thema Einkaufstourismus! Dieser macht momentan 10% aus und eine massive Zunahme an Touristen wäre die Folgen! Die Staus an den Grenzen und den Autobahnen werden noch grösser!
    Die Delegierten haben Demokratisch entschieden Vernünftig zu bleiben!
    Frau Mühlethaler bitte betreiben Sie Journalismus und nicht eine Hetze! Ich nehme nicht an, dass sie einen Hauch einer Ahnung von der Landwirtschaft haben sonst würden Sie differenzierter schreiben.

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  • am 21.04.2021 um 14:29 Uhr
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    Unabhängig von der sachlichen Frage wie nützlich oder eventuell kontraproduktiv die Initiative sein könnte, ist die symbolische Wirkung des NEINs verheerend. Bio Suisse animiert zudem, trotzt ihrer diesbezüglichen JA-Parole, manche Biolandwirte sich gleich noch für ein NEIN zur Initiative «Schweiz ohne synthetische Pestizide» einzusetzen, und erinnert uns somit daran, dass es viele Landwirte gibt, welche Bio nur wegen des Geldes und nicht aus Überzeugung betreiben. Hätte Bio Suisse wenigstens Stimmfreigabe beschlossen, wie ähnliche Verbände!

    Mein Vertrauen in die Knospe ist jedenfalls erschüttert. Ich werde künftig wenn immer möglich Demeter Lebensmittel einkaufen, oder von ganz kleinen Betrieben, die zwar nicht nach Knospe zertifiziert sind, aber de facto Bio produzieren.

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