Eine Ohrfeige für UBS-Ermotti und weichgeklopfte Parlamentarier
Mit einem enormen Aufwand versucht UBS-CEO Sergio Ermotti Parlamentarierinnen und Parlamentariern weiszumachen, dass die Eigenkapital-Forderungen des Bundesrats überrissen seien. Die UBS würde den Anschluss an andere Grossbanken verlieren oder werde sogar zum Auswandern gezwungen, behaupteten Ermotti und seine Lobbyisten landauf, landab.
Doch jetzt hält die Schweizerische Nationalbank dagegen. In ihrem neusten Bericht über die Finanzstabilität unterstützt sie die Forderungen des Bundesrats voll und ganz und desavouiert damit alle Parlamentsmitglieder, die nach einem «Kompromiss» suchen und der UBS entgegenkommen wollen.
Die Nationalbank bringt die PR-Kampagne der UBS zum Einbrechen. Denn die 20 Milliarden Dollar mehr Kapital, welche Bundesrätin Karin Keller-Sutter und mit ihr der Bundesrat fordern, stehen der UBS längst zur Verfügung. Die Grossbank braucht keine Kapitalerhöhung. Originalton der Nationalbank: «Die UBS verfügt bereits über ausreichend Kapital, um die vorgeschlagenen Anforderungen zu erfüllen.» («UBS already has sufficient capital to meet the proposed requirements.»)
Wichtiger Grund: Die UBS verschweige in ihren Verlautbarungen die Kapitalreserven in Höhe von 9 Milliarden Dollar, über welche die Schweizer UBS AG Ende 2025 verfügt habe. Unter Einbeziehung dieser Reserven besitze die UBS bereits heute über ausreichend Kapital, um die Anforderungen der vorgeschlagenen Kapitalreform zu erfüllen, erklärt die Nationalbank.
Antoine Martin, Vizepräsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank, sagt dazu: «Die vom Bundesrat vorgeschlagene vollständige Unterlegung von ausländischen Beteiligungen des Stammhauses mit hartem Kernkapital ist wichtig. Sie ist zielgerichtet, da sie eine Schwachstelle in der Regulierung adressiert, die sich während der Krise der Credit Suisse deutlich gezeigt hatte. Sie ist zudem verhältnismässig und wird die Stabilität des Finanzsystems in der Schweiz stärken.»
Die Nationalbank will eine Doppelzählung des Kapitals verhindern
In der derzeitigen Rechtsstruktur der UBS fungiert die Mutterbank (UBS AG) laut Stabilitätsbericht sowohl als Holdinggesellschaft, die in- und ausländische Tochtergesellschaften besitzt, als auch als Bank, die eigene Geschäftsaktivitäten ausübt.
Die Mutterbank benötigt Kapital, um die Risiken sowohl ihres eigenen Geschäfts als auch des Geschäfts ihrer ausländischen Tochtergesellschaften abzudecken. Nach den geltenden Eigenkapitalvorschriften muss die Mutterbank jedoch lediglich etwa 45 Prozent ihrer ausländischen Beteiligungen mit Kapital unterlegen.
Dazu die Nationalbank: «Dies entspricht einer Doppelzählung von Kapital, was grundlegenden aufsichtsrechtlichen Prinzipien widerspricht.»
Denn die UBS müsse gleichzeitig zwei Risiken abdecken: das Risiko des eigenen Geschäfts der Mutterbank und das der ausländischen Tochtergesellschaften.
Die vom Bundesrat verlangte vollständige Kapitalunterlegung auch der Tochtergesellschaften stärke die Widerstandsfähigkeit der Bank in einer Krise in zweierlei Hinsicht: «Erstens stellt sie sicher, dass die Schweizer Mutterbank vor Verlusten aus ihren ausländischen Beteiligungen geschützt ist. Zweitens gewährleistet sie, dass gängige Sanierungsmassnahmen, wie beispielsweise die Restrukturierung der Bank mittels Veräusserungen, weiterhin zur Verfügung stehen. Dies wiederum verringert die Wahrscheinlichkeit einer notwendigen staatlichen Unterstützung und mindert das Risiko für die Steuerzahler.»
Auf «Inside Paradeplatz» meint Lukas Hässig dazu: «Was Ermotti wirklich anstrebt, zeigt die heutige Financial Times: Ever Bigger in U.S. Vorbild ist Jamie Dimon, der letztes Jahr 43 Millionen Dollar kassierte.
Sergio Ermotti brachte es 2025 auf lediglich 15 Millionen Franken.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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