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Millionen von Flüchtlingen in Lagern: Ein prekäres Leben © swa

In Syrien wäre eine Dreiteilung das geringste Übel

Prof. Joshua Landis /  Andere «Lösungen» verlängern den Krieg und das Flüchtlingselend. Und das Terrorregime Assads im ganzen Land würde kein Ende nehmen.

Ein Eingreifen westlicher Mächte in den syrischen Bürgerkrieg mit Bodentruppen ist ausgeschlossen. Deshalb bleiben für westliches Tun nur drei mögliche Szenarien:

  1. Die verschiedenen Rebellengruppen so stark aufrüsten, dass diese die wichtigsten Städte in ausgedehnten Strassenkämpfen Quartier für Quartier erobern können. Das Ergebnis wäre eine politisch völlig unstabile Situation, weitere enorme Zerstörungen und ein noch viel grösseres Flüchtlingselend.
  2. Dem Bürgerkrieg freien Lauf lassen aus Angst, «falsche» fundamentalistische Rebellen aufzurüsten und den Terrorismus zu stärken. Das würde Assad erlauben, einen grossen Teil des Landes unter seiner Kontrolle zu behalten, einen kleiner Rest ginge zu den Jihadisten. Das Assad-Regime könnte seine Politik der Massenhinrichtungen, Torturen und andern Menschenrechtsverletzungen unbehelligt fortsetzen.
  3. Die politische Lösung einer Dreiteilung des Landes anstreben. Die Opposition würde nur so stark unterstützt, dass sie bestimmte Schlüssel-Gegenden unter ihrer Kontrolle behalten könnte. Assad müsste man zu einem Waffenstillstand drängen, indem man ihm einen Teil des Landes zugesteht. Im Gebiet der Opposition müsste eine moderate Regierung so unterstützt werden, dass sie die extremen Jihadisten bekämpfen und kontrollieren könnte.
    Die Kurden ihrerseits dürften ihre Macht im ferneren Osten des Landes konsolidieren.

Gegenwärtig erlauben die internationalen Akteure keiner Seite, den Konflikt für sich zu entscheiden. Die Opposition wird am Leben erhalten, aber ohne Möglichkeit, Terrain zu gewinnen. Dies alles zu Lasten der syrischen Bevölkerung, die auf dem Altar der Grossmachtspolitik geopfert wird.


Quelle: Syria Comment. Übersetzt aus dem Englischen.

Siehe
«Syriens Aufspaltung in drei Teile schreitet voran» vom 8.8.2013
«Das Leben in Aleppo und Damaskus als Hölle erlebt» vom 2.2.2013
«Assad wird das Jahr 2014 als Präsident erleben» vom 4.1.2013


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Joshua Landis ist Professor für Internationale Beziehungen und Direktor des «Center for Middle East Studies» an der University Oklahoma, USA. Landis spricht fliessend Arabisch, Französisch und Englisch. Seine Familie lebte zuerst in Saudiarabien und im Libanon.

Zum Infosperber-Dossier:

BasharalAssad

Der Krieg in Syrien

Das Ausland mischt kräftig mit: Russland, Iran, USA, Türkei, Saudi-Arabien. Waffen liefern noch weitere.

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