Für eine neutrale Ukraine – Raketen weg von Grossmachtsgrenzen
upg. Jeffrey Sachs, Professor an der Columbia University in New York, beschäftigt sich mit Geopolitik und dem Krieg in der Ukraine. Sein Brief vom Dezember an den deutschen Bundeskanzler fand in den Medien kaum Echo. Deshalb sei er hier dokumentiert. Zwischentitel von der Redaktion.
Im Jahr 2022 hatte Sachs zusammen mit anderen Professoren sowie mit Jakob Augstein, Richard D. Precht und Erich Vad einen Appell «Waffenstillstand jetzt» unterzeichnet.
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz,
Sie haben wiederholt von Deutschlands Verantwortung für die europäische Sicherheit gesprochen. Diese Verantwortung lässt sich nicht durch Parolen, selektive Erinnerung oder die Normalisierung von Kriegsrhetorik ersetzen. Sicherheitsgarantien sind keine Einbahnstrassen. Sie wirken in beide Richtungen. Dies ist weder ein russisches noch ein amerikanisches Argument; es ist ein Grundprinzip der europäischen Sicherheit, das explizit in der Schlussakte von Helsinki, dem OSZE-Rahmen und jahrzehntelanger Nachkriegsdiplomatie verankert ist.
Deutschland ist verpflichtet, diesem Moment mit historischem Ernst und Ehrlichkeit zu begegnen. In dieser Hinsicht bleibt Ihre jüngste Rhetorik gefährlich hinter den Erwartungen zurück.
Seit 1990 wurden Russlands zentrale Sicherheitsbedenken wiederholt ignoriert, verwässert oder direkt verletzt – oft mit aktiver Beteiligung oder Duldung Deutschlands. Diese Geschichte darf nicht ausgelöscht werden, wenn der Krieg in der Ukraine beendet werden soll, und sie darf nicht ignoriert werden, wenn Europa einen permanenten Konfrontationszustand vermeiden will.
Angriff auf Serbien als Warnung
Am Ende des Kalten Krieges gab Deutschland der sowjetischen und später der russischen Führung wiederholt und unmissverständlich die Zusicherung, dass die Nato nicht nach Osten expandieren würde. Diese Zusicherungen erfolgten im Kontext der deutschen Wiedervereinigung. Deutschland profitierte enorm davon. Die rasche Wiedervereinigung Deutschlands – innerhalb der Nato – wäre ohne die auf diesen Zusagen beruhende sowjetische Zustimmung nicht möglich gewesen. Später so zu tun, als seien diese Zusicherungen bedeutungslos gewesen oder lediglich beiläufige Bemerkungen, ist nicht realistisch, sondern geschichtsrevisionistisch.
1999 beteiligte sich Deutschland an den Nato-Bombenangriffen auf Serbien, dem ersten grösseren Krieg, den die Nato ohne Mandat des UN-Sicherheitsrates führte. Dies war keine Verteidigungsaktion, sondern eine wegweisende Intervention, die die Sicherheitsordnung nach dem Kalten Krieg grundlegend veränderte. Für Russland war Serbien keine abstrakte Angelegenheit. Die Botschaft war unmissverständlich: Die Nato würde Gewalt jenseits ihres Territoriums anwenden, ohne UN-Mandat und ohne Rücksicht auf russische Einwände.
Näher an Russlands Grenzen
Im Jahr 2002 traten die Vereinigten Staaten einseitig aus dem ABM-Vertrag aus, einem Eckpfeiler der strategischen Stabilität über drei Jahrzehnte. Deutschland erhob keine ernsthaften Einwände. Doch die Aushöhlung der Rüstungskontrollarchitektur erfolgte nicht im luftleeren Raum. Raketenabwehrsysteme, die näher an Russlands Grenzen stationiert wurden, wurden von Russland zu Recht als destabilisierend wahrgenommen. Diese Wahrnehmungen als Paranoia abzutun, war politische Propaganda und keinesfalls kluge Diplomatie.
2008 erkannte Deutschland die Unabhängigkeit des Kosovo an, trotz ausdrücklicher Warnungen, dass dies den Grundsatz der territorialen Integrität untergraben und einen Präzedenzfall mit weitreichenden Folgen schaffen würde. Erneut wurden Russlands Einwände als böswillig abgetan, die grundsätzlichen Bedenken wurden nicht ernst genommen.
Das stetige Drängen auf eine Nato-Erweiterung um die Ukraine und Georgien – formell erklärt auf dem Gipfeltreffen in Bukarest 2008 – überschritt die deutlichsten roten Linien, trotz jahrelanger, lautstarker, klarer, konsequenter und wiederholter Einwände Moskaus. Wenn eine Grossmacht ein zentrales Sicherheitsinteresse benennt und es über Jahrzehnte hinweg immer wieder betont, ist dessen Ignorieren keine Diplomatie, sondern eine bewusste Eskalation.
Abkommen von 2014 und 2015
Deutschlands Rolle in der Ukraine seit 2014 ist besonders beunruhigend. Berlin vermittelte gemeinsam mit Paris und Warschau das Abkommen vom 21. Februar 2014 zwischen Präsident Janukowitsch und der Opposition – ein Abkommen, das die Gewalt beenden und die verfassungsmässige Ordnung wahren sollte. Innerhalb weniger Stunden scheiterte dieses Abkommen. Es folgte ein gewaltsamer Umsturz. Eine neue Regierung entstand auf verfassungswidrigem Wege. Deutschland anerkannte das neue Regime umgehend an und unterstützte es. Das von Deutschland garantierte Abkommen wurde folgenlos aufgegeben.
Das Minsker Abkommen II von 2015 sollte die Korrektur darstellen – ein ausgehandelter Rahmen zur Beendigung des Krieges in der Ostukraine. Deutschland fungierte erneut als Garantiemacht. Doch sieben Jahre lang wurde das Minsker Abkommen II von der Ukraine nicht umgesetzt. Kiew lehnte seine politischen Bestimmungen offen ab. Deutschland setzte sie nicht durch. Ehemalige deutsche und andere europäische Staats- und Regierungschefs haben inzwischen eingeräumt, dass Minsk weniger als Friedensplan denn als Verteidigungsmassnahme behandelt wurde. Allein dieses Eingeständnis erfordert eine Auseinandersetzung mit den Vorgängen.
Vor diesem Hintergrund klingen Forderungen nach immer mehr Waffen, immer schärferer Rhetorik und immer grösserer «Entschlossenheit» hohl. Sie fordern Europa auf, die jüngste Vergangenheit zu vergessen, um eine Zukunft permanenter Konfrontation zu rechtfertigen.
Russlands Sicherheitsinteressen ignoriert
Genug der Propaganda! Genug der moralischen Infantilisierung der Öffentlichkeit! Die Europäer sind durchaus in der Lage zu verstehen, dass Sicherheitsdilemmata real sind, dass Nato-Aktionen Konsequenzen haben und dass Frieden nicht dadurch erreicht wird, dass man so tut, als gäbe es Russlands Sicherheitsbedenken nicht.
Die europäische Sicherheit ist unteilbar. Dieses Prinzip bedeutet, dass kein Land seine Sicherheit auf Kosten eines anderen stärken kann, ohne Instabilität zu provozieren. Es bedeutet auch, dass Diplomatie nicht Beschwichtigung ist und historische Ehrlichkeit kein Verrat.
Deutschland hat dies einst verstanden. Ostpolitik war keine Schwäche, sondern strategische Reife. Es wurde erkannt, dass Europas Stabilität von Dialog, Rüstungskontrolle, Wirtschaftsbeziehungen und der Achtung der legitimen Sicherheitsinteressen Russlands abhängt.
Deutschland braucht diese Reife heute erneut. Es darf nicht länger so reden, als sei Krieg unvermeidlich oder gar tugendhaft. Strategisches Denken darf nicht länger auf Bündnisparolen reduziert werden. Es muss sich endlich um echte Diplomatie bemühen – nicht als PR-Massnahme, sondern als ernsthafter Versuch, eine europäische Sicherheitsarchitektur wieder aufzubauen, die Russland einschliesst, statt es auszuschliessen.
Eine erneuerte europäische Sicherheitsarchitektur muss mit Klarheit und Zurückhaltung beginnen. Zunächst erfordert sie ein unmissverständliches Ende der Nato-Osterweiterung – um die Ukraine, Georgien und jeden anderen Staat entlang der russischen Grenzen.
Die Nato-Erweiterung war keine unvermeidliche Folge der Nachkriegsordnung; sie war eine politische Entscheidung, die unter Verletzung feierlicher Zusicherungen von 1990 getroffen und trotz wiederholter Warnungen vor einer Destabilisierung Europas verfolgt wurde.
Glaubwürdige internationale Garantien
Sicherheit in der Ukraine wird nicht durch die Stationierung deutscher, französischer oder anderer europäischer Truppen erreicht, da diese die Spaltung nur vertiefen und den Krieg verlängern würde. Stabilität wird durch Neutralität erreicht, gestützt auf glaubwürdige internationale Garantien. Die Geschichte ist eindeutig: Weder die Sowjetunion noch die Russische Föderation haben in der Nachkriegsordnung die Souveränität neutraler Staaten verletzt – weder Finnland, Österreich, Schweden, die Schweiz noch andere. Neutralität funktionierte, weil sie legitime Sicherheitsbedenken aller Seiten berücksichtigte. Es gibt keinen triftigen Grund, anzunehmen, dass sie nicht erneut funktionieren kann.
Zweitens erfordert Stabilität Entmilitarisierung und Gegenseitigkeit. Russische Streitkräfte müssen von den Nato-Grenzen ferngehalten werden, und Nato-Streitkräfte – einschliesslich Raketensysteme – müssen von den russischen Grenzen ferngehalten werden. Sicherheit ist unteilbar, nicht einseitig. Grenzregionen sollten durch überprüfbare Abkommen entmilitarisiert und nicht mit immer mehr Waffen überladen werden.
Sanktionen sollten im Rahmen einer Verhandlungslösung aufgehoben werden; sie haben keinen Frieden gebracht und der europäischen Wirtschaft schweren Schaden zugefügt.
Insbesondere Deutschland sollte die leichtfertige Beschlagnahmung russischer Staatsvermögen ablehnen – ein eklatanter Verstoss gegen das Völkerrecht, der das Vertrauen in das globale Finanzsystem untergräbt. Die Wiederbelebung der deutschen Industrie durch rechtmässigen, auf Verträgen beruhenden Handel mit Russland ist keine Kapitulation, sondern wirtschaftlicher Realismus. Europa sollte seine eigene Produktionsbasis nicht im Namen moralischer Rhetorik zerstören.
Die OSZE aufwerten
Schliesslich muss Europa zu den institutionellen Grundlagen seiner eigenen Sicherheit zurückkehren. Die OSZE – nicht die Nato – sollte wieder als zentrales Forum für europäische Sicherheit, Vertrauensbildung und Rüstungskontrolle dienen. Strategische Autonomie für Europa bedeutet genau dies: eine europäische Sicherheitsordnung, die von europäischen Interessen geprägt ist, nicht von der permanenten Unterordnung unter den Nato-Expansionsgedanken.
Frankreich könnte seine nukleare Abschreckung als europäischen Sicherheitsschirm ausweiten, jedoch nur in einer rein defensiven Haltung, ohne vorgeschobene Systeme, die Russland bedrohen.
Europa sollte dringend auf eine Rückkehr zum INF-Abrüstungsvertrag und auf umfassende strategische Verhandlungen zur nuklearen Rüstungskontrolle unter Beteiligung der Vereinigten Staaten und Russlands – und später auch Chinas – drängen.
Das Streben nach Frieden muss unantastbar sein.
Und das Wichtigste: Lernen Sie Geschichte, Herr Bundeskanzler! Und seien Sie dabei ehrlich! Ohne Ehrlichkeit kann es kein Vertrauen geben. Ohne Vertrauen kann es keine Sicherheit geben. Und ohne Diplomatie riskiert Europa die Katastrophen zu wiederholen, aus denen es angeblich gelernt hat.
Die Geschichte wird beurteilen, woran sich Deutschland erinnert – und was es vergisst. Lassen Sie Deutschland dieses Mal Diplomatie und Frieden wählen und zu seinem Wort stehen.
Mit freundlichen Grüssen,
Jeffrey D. Sachs
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Übersetzung der «Berliner Zeitung»
Für Putins Krieg gegen die Ukraine gibt es keine Entschuldigung
upg. Es kann durchaus sein, dass es ohne Osterweiterung der Nato und ohne Absicht, die Ukraine in die Nato aufzunehmen zu keinem Krieg gekommen wäre. Doch auch wenn sich Russland von der Nato eingeschnürt fühlte, war Russland existenziell nicht bedroht. Angegriffen wurde Russland schon gar nicht. Deshalb gibt es nichts, das den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine rechtfertigt.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.









Die geplagten Russen werden von Europa und der NATO derart bedroht, sodass ihre Angriffe und die Zerstörung der Ukraine gemäss Prof. Jeffrey Sachs absolut legitim sind!
Es gab 1994 ein Budapester Memorandum an welches sich Hr. Sachs vermutlich nicht mehr erinnert. Offensichtlich widersprechen derartige Abkommen den russischen Expansionsplänen.
Es geht darum, ob der russische Angriff auf die Ukraine hätte verhindert werden können, und wie ein Frieden möglich wäre.
Dass Sachs den russischen Angriff auf die Ukraine für «legitim» hält, ist eine böswillige und wahrheitswidrige Unterstellung. Bereits am 24. März 2014 hatte er Russland eine «schwerwiegende Verletzung des internationalen Rechts» vorgeworfen (siehe «Ukraine and the Crisis of International Law»). Und in einer von ihm unterzeichneten Erklärung «Reaching a Just and Lasting Peace in Ukraine» vom Juni 2022 heisst es: «Die Invasion Russlands in der Ukraine ist zweifellos ein eklatanter Verstoss gegen die Charta der Vereinten Nationen und das Völkerrecht.»
Ihr Einwand mag formal korrekt sein. Dennoch verharmlost Herr Sachs die russische Aggression. Die russischen Sicherheitsbedenken waren nie gefährdet. Gefährdet war höchstens das Ego der ehemaligen Supermacht UdSSR, welche ausser ihren Atomwaffen so ziemlich alle Grossmachtsattribute verloren hatte. Aber der Grund dieses Abstiegs war nicht die Nato, sondern der innere Zerfall.
Es ist den ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten in Osteuropa nicht zu verübeln, dass sie möglichst rasch der Nato beitreten wollten. Spätestens seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine wissen wir, dass dies sehr gut begründet war.
Sie wollten wohl ausdrücken, dass die ‚Sicherheit‘ von Russland nie gefährdet gewesen sei. Sie und ich mögen da denken, was immer wir wollen. Relevant ist, was der (gefühlt) Bedrohte denkt und fühlt. Russland hat immer konsistent und transparent informiert: die Natoosterweiterung ist aus Russland’s Sicht eine existentielle Bedrohung und mit der Ukraine wurde eine rote Linie überschritten. Je näher Natoraketenbasen zu Moskau sind, desto schwieriger wird es, die Abschreckungspolitik glaubhaft aufrecht zu erhalten.
Ich teile Ihre Meinung, dass Länder der Nato beitreten wollen dürfen. In der Realpolitik ist das aber nicht das einzige was zählt. Gerade uns Westlern (USA), die wir mit der Monroe-Doktrin angefangen haben, müsste obige russische Argumentation bekannt vorkommen. Wir sollten nicht so tun, als ob Russland das personifiziert Böse sei und völlig überraschend und unprovoziert gehandelt habe. Dass es falsch war, ja. Dass die forcierte Natoosterweiterung falsch war, aber ebenso.
USA haben als einziger Atom-Erstschlag-Doktrin (Angriffskrieg), was sich Russland und China selbst verbieten. Aber wer ist von wem militärisch umzingelt?
Sozialistische Wochenzeitung («UZ – Unsere Zeit») titelt: «Die Überlebenden werden die Toten beneiden»: Vorwarnzeiten (…) Heute wird dies durch immer schnellere Raketen, die direkt an der russischen [insbesondere nahe Moskau] und perspektivisch auch der chinesischen Grenze aufgestellt werden, obsolet. Der russische Präsident Wladimir Putin umschrieb dies mit den Worten, man «spüre das Messer am Hals». Der US-FRIEDENSRAT erklärte: «Der Erfolg der NATO bei ihren Bemühungen, bis zur ukrainisch-russischen Grenze vorzudringen, würde eine höllische Welt schaffen und die Möglichkeit eines Atomkriegs nach sich ziehen.» Die USA und deren NATO fordern die atomare Katastrophe heraus. Es geht um nichts weniger als um das Überleben der Menschheit.
Die USA setzten Atombomben gegen Japan ein – bis heute verfolgen sie atomare Erstschlagstrategie.
@ Urs P. Gasche und Daniel Heierli:
– Die Ukraine gehörte als USSR (Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik) nicht zu den Warschauer Paktstaaten und war als solche integraler Bestandteil der Sowjetunion.Die auf ihrem Territorium lagernden A-Waffen mussten vertragsgemäß auf deren Nachfolgestaat Russland disloziert werden. Siehe auch Weißrussland und Kasachstan.
– Sicherheitsgarantien für die Ukraine muss Russland geben, nicht die USA, nicht die Nato, nicht die EU. Russland hat diese noch 2010 gegeben mit dem Vorschlag einer «Wirtschaftszone von Lissabon bis Wladiwostok». Gewiss nicht unter Ausschluss der Ukraine.
Platiteuden & Ironie, sind Meiner Ansicht nach Fehl am Platz. Tatsache ist, dass wenn das regierende Oberhaupt der Ukraine, nur im entferntesten an sein Volk denken würde, würde er diesen Krieg, der durch wiederholte Vertragsbrueche, wiederholenden Provokationen etc. die katastrophale Konsequenz polit. Handelns der Ukraine darstellt; beenden, kapitulieren, anstatt durch militärische Provokationen, Angriffe um. Tiraden, für immer Leid, Tod und. Zerstörung zu sorgen. Von dem bereits gestartetem Ausverkauf seines Landes, dass seit Beginn der «beantragten ausländischen Krediten u. Waffenlieferungen vor langer Zeit bereits begonnen hat. Die finanziellen enormen Aufwendungen, dabei noch nicht berücksichtigt. Bis jetzt kämpft Russland gegen die Ukraine, & der permantenten Unterstützung durch USA & EU. Aber wie lange kann sich die Ukraine diese Unterstützung noch leisten?? Und welche Auswirkungen wird dies zusätzlich auf das ukrainische Volk haben??
Mr. J. Sachs hat vollkommen Recht!!
SRF 17.03.2025, 10:42: «Die US-Regierung macht Druck: Mit einem Rohstoff-Deal will sie sich Zugang zu Bodenschätzen in der Ukraine sichern…Klar ist: Die Ukraine verfügt über immense Rohstoffvorkommen. Laut Schätzungen beträgt der Wert …mehr als zehn Billionen Dollar…»
FR Andrea Jeska18.10.2023, 11:22: 18.10.2023, 11:22 «Die Ukraine als die Kornkammer Europas hat 33 Millionen Hektar Ackerland, das entspricht einem Drittel der Gesamtackerfläche der Europäischen Union. 30 Prozent des Weltweizens werden auf diesen Böden angebaut.»
euronews 22/01/2026 – 11:47: «Die Kommissarin Marta Kos sagte im Interview…. sie führe wichtige Gespräche über den Wiederaufbau der Ukraine …US-Unternehmen wie BlackRock,…».
Watson 28.11.2024, 06:4v Christoph Cöln / t-online» ««Top-Lobbyist» Friedrich Merz: Blackrock-Chef spricht über das Gehalt des CDU-Chefs»
Möglich, dass Friedrich Merz nun erkennen könnte, dass es im Ukraine-Konflikt um die grosse Kohle geht.
Gunther Kropp, Basel
Dieser Brief wird den gleichen Effekt haben, wie wenn man einen Ochsen ins Horn klemmt.
«einen Ochsen ins Horn klemmt» – heißt vermutlich «vergeblich» : und das ist leider wahr, denn F.Merz zeigt das Gegenteil der gewünschten Reaktion.Das überrascht nicht. Denn das f.Merz sich und Deutschland aus der USA-Abhängigkeit befreit, ist unwahrscheinlich. Vielleicht hätte der Brief eine gewisse Wirkung haben können, wenn er parallel veröffentlicht worden wäre. Ich kenne zwar die genauen Motive Spaniens nicht, zit.(«…„Spanien hat sich schrecklich verhalten“, sagte Trump am Dienstag bei einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz..»), aber es ist ein mutiges Signal aus Europa. Vielleicht hat man in Spanien nicht vergessen, daß auch dort schon mal die Bomber einen fremden Macht ihre Bomben abgeworfen haben als Auftakt zu jenem Drama, welches in Deutschland heute ganz gerne verdrängt wird. Im Übrigen : die ewigen Diskussionen über die Motive Putins ist ziemlich sinnlos. Der Kern ist :Putins Angriff war ein strategischer Fehler in Nachahmung der USA-Strategien.
Sachs schrieb im Dezember 2025 gemäss Infosperber: «Stabilität wird durch Neutralität erreicht, gestützt auf glaubwürdige internationale Garantien. (…) Weder die Sowjetunion noch die Russische Föderation haben in der Nachkriegsordnung die Souveränität neutraler Staaten verletzt.»
Was war denn 2008 in Georgien (Kaukasuskrieg)? Was mit der Krim 2014?
Internationale Garantien schliessen Garantien von Russland ein. Wer aber glaubt heute noch, dass Russland die Neutralität der Rest-Ukraine akzeptieren wird? Jeffrey Sachs? Herr Trump?
Sachs meint weiter: «Grenzregionen sollten durch überprüfbare Abkommen entmilitarisiert und nicht mit immer mehr Waffen überladen werden.»
Dumm nur, dass Russland grad nicht verhandeln will. Und die USA anderweitig beschäftigt sind. Und europäische Staaten ggw. zu schwach, um internationale Garantien leisten zu können.
Ich würde es diesem Zusammenhang begrüssen, wenn die EU im Digital Services Act (DSA) Kommentatoren – insbsondere in Massenmedien – zur Sicherung und zum Erhalt des Friedens verpflichten würde. Kriegstreibende Kommentare sollen sofort entfernt werden müssen.
Ich teile Ihre Meinung, dass kriegstreiberische und -verharmlosende Kommentare gefährlich und falsch sind. Dennoch bin ich klar gegen Ihren Vorschlag. Zensur ist der falsche Weg. Diskussion und Argumentation der bessere.
Man kann ja schon von einem «Angriffskrieg» Russlands gegen die Ukraine sprechen, aber es ist nicht wahr, dass die USA nie die Absicht hatten, Russland zu zerstückeln. Hier seien nur zwei amerikanische Dokumente zu diesem Thema genannt.
Zbigniew Brzeziński: In seinem 1997 erschienenen Buch The Grand Chessboard (Die einzige Weltmacht) schlug der ehemalige US-Sicherheitsberater vor, Russland in eine locker konföderierte Struktur aus drei Teilen (ein europäisches Russland, eine sibirische Republik und eine fernöstliche Republik) umzuwandeln.
Die Helsinki-Kommission, eine US-Regierungseinrichtung, hielt bereits kurz nach Beginn der Invasion 2022 (basierend auf jahrelangen Vorüberlegungen) Briefings zur «Dekolonisierung Russlands» ab. Dabei wurde argumentiert, dass Russland ein koloniales Gebilde sei, das in seine einzelnen Teilrepubliken (wie Tschetschenien, Tatarstan etc.) zerlegt werden müsse.
Die Russen wussten und wissen also sehr wohl, was ihnen wofür sie in der Ukraine kämpfen.
Ich finde, die NATO (Oberbefehl USA, ist deren «Verein») VERWECHSELT grundsätzlich Angriff mit Verteidigung. Libyen, Irak, Iran, Venezuela, Kuba etc.
►Blick 26.2.2026 – Beängstigende Kriegssimulation
KI setzt zu 95 Prozent die Atombombe ein
In simulierten Atomkrisen setzen ChatGPT, Claude und Gemini bereitwillig Nuklearwaffen ein – und kein Modell wählt jemals die Kapitulation. Neue Studie aus London lässt aufhorchen.
►msn 1.3.2026 – Marines trainieren Trupp-Angriffe bei eisigen Temperaturen in der Arktis
US-Marines vom 2. Bataillon, 6th Marine Regiment, 2nd Marine Division, führen während der Übung Cold Response 26 in Setermoen, Norwegen am 12.2.2026 Gefechtsdrills im Trupp durch. Als zentraler Bestandteil der NATO-Initiative Arctic Sentry ist Cold Response 26 eine norwegisch geführte Winterübung, die die Verteidigungsfähigkeit der Bündnispartner stärken und die Einsatzbereitschaft der ►USA für schnelle, koordinierte Operationen unter arktischen Bedingungen sicherstellen soll.
Der Auszug aus einer Rede des US-Außenministers unter Trump I erklärt besser als alles andere, warum wir Krieg in Europa haben:
«By aiding Ukraine, we undermined the creation of a Russian-Chinese axis bent on exerting military and economic hegemony in Europe, in Asia and in the Middle East. This would further devastate the lives of Americans and our economy here at home. …Look, we must act in support of Ukraine’s territorial integrity, lest we undercut America’s self-interest. It is a deeply American mission.»
Mike Pompeo am 24. Juni 2022 am Hudson Institute Chicago.
Trump II hat diese Sichtweise allerdings längst gecancelt und laviert zwischen Friedenspreisen, Clan-Interessen und den KI-Gerüsten der Tech-Giganten. Die Nichtberufung Pompeos in sein neues Kabinett war ein Fingerzeig auf seinen Plan, Russland auf die Seite der USA zu ziehen – gegen China. Doch das ist am Widerstand der EU gescheitert.
Ja, Herr Peter, leider! Prof. Sachs hielt letztes Jahr einen Vortrag über den Ukrainekrieg vor dem EU-Parlament und bat die Parlamentarier, ihre Chefs aufzuklären und vernünftige Massnahmen für den Frieden zu ergreifen. Aber bis heute blieben seine Worte ungehört. In der EU und Nato sitzt eine unreife Kriegs Lobby, die nur an ihre Interessen denkt und nicht sehen will, dass auch sie bald auf dem Bauch landen wird. Wie Prof. Glenn Diesen zu Jacques Baud sagte: «Indem ihr euren Feind als das absolute Böse darstellt, verwandelt ihr euren Hass in Tugend.»
Ich finde den «Offenen Brief von Professor Jeffrey Sachs» perfekt.
USA führen Angriffskriege (USA einziges Land mit Atom-Angriffskrieg-Doktrin) und bedrohen nun auch offen «Verbündete» wie Dänemark. Trump droht Spanien mit Handelsembargo (das gegen Kuba, Iran längst existiert durch USA & Co.).
5.3.2026 Blick titelt: «Wie Trump Europa in den Krieg hineinzieht»
4.3.2026 Der Spiegel: Ungeachtet von Trumps Kritik bekräftigt Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez den Widerstand seines Nato-Landes gegen den israelisch-amerikanischen Angriff auf Iran. In einer TV-Ansprache forderte er die USA, Israel und Iran erneut zu einer sofortigen Einstellung der gegenseitigen Angriffe auf. Die Gewalt müsse enden, »bevor es zu spät ist«, sagte Sánchez.
Es sei »naiv zu glauben, dass blinder und unterwürfiger Gehorsam Führung bedeutet«, warnte Sánchez im Hinblick auf Drohungen Trumps.
Leider sind in CH/EU viele einzig gegen Russland, das ich im Visier der USA sehe wie damals die Indianer und viele weitere.
Nach dem Putsch auf dem Maidan wurde mit Absegnung der USA und der EU eine neue Regierung installiert, die von den Volksrepubliken Donezk und Luhansk nicht akzeptiert wurde. Die sogenannte «Anti-Terror-Operation» der vorwiegend nationalistischen Einheiten wie der Asow-Brigade gegen die «Separatisten» des Donbass führte zu ca. 15 000 Toten, vorwiegend auf Seiten des Donbass. Als die Kämpfer der Volksrepubliken bei der entscheidenden Schlacht von Debalzewo kurz vor dem Sieg über die ukrainischen Einheiten standen, kam es zu den Minsk II Verhandlungen. Wie uns die frühere Kanzlerin Merkel erklärt hat, war der Vertrag vor allem durch das Veto von Polen und den baltischen Staaten nicht umsetzbar und diente nur dazu, das ukrainische Militär mit Hilfe der NATO wieder neu aufzubauen.
Hätte man den Vertrag 2015 umgesetzt, wäre es vermutlich nie zum Krieg gekommen. Ein möglicher Friedensvertrag dürfte ähnlich aussehen wie der Minsker Vertrag. Bitter nur, dass dazwischen 4 Jahre Krieg liegen…
Herr Mähr, ich bewundere Ihre Kenntnisse der Umstände und vermute, dass Sie RussiaToday-Meinungen ziemlich ungefiltert übernommen haben.
Für wissenschaftlich fundierte Informationen kann ich z.B. das googeln nach «URIS – Ukrainian Research in Switzerland» sehr empfehlen.
►5.3.2026 – Russland fürchtet, dass Putin als Nächster auf Trumps Liste stehen könnte: «Wir alle sollten den Präsidenten schützen»
Leonid Kalaschnikow, Abgeordneter der Staatsduma, sagte das während einer russischen Fernsehsendung. Er bezog sich auf die Tötung des iranischen Obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei bei US-amerikanischen und israelischen Angriffen. Die Situation zeige, wie schnell politische Führung beseitigt werden könne.
►zdfheute.de 3.3.2026 – … wie es beim Militärschlag gegen Iran gelingen konnte, innerhalb weniger Minuten fast 50 Männer der iranischen Führung zu töten, darunter auch den obersten Führer Chamenei?
«Schon im letzten Sommer haben wir gesehen, wie weit die israelischen Geheimdienste hier Iran und sein System durchdrungen hatten – also nicht nur die Informationen hatten, wo Dinge sind, sondern auch wo Personen sind». Damit seien gezielte Luftschläge beispielsweise auf das Schlafzimmer eines Generals möglich gewesen, erläutert Iran-Experte Schindler.
Das Belächeln und Kleinreden russischer Sicherheitsinteressen ist eine beliebte Ausweichtaktik im Westen. Fakt ist, dass russische Schwäche jedesmal zu Invasionen, Provokationen und Ausweitung fremden Einflusses führte. Ob Mongolensturm, polnische Marionettenzaren, Deutschordensritter, großmachtbesoffene Schweden, islamische Steppenvölker, Napoleon, Interventen im Bürgerkrieg, Hitler, Operation Unthinkable, CIA-Wühlarbeit unter nationalistischen Elementen in der UdSSR, sofortige Einrichtung von NATO-Basen in Ex-Jugoslawien ab 1999; Russland muss keine Bedrohung erfinden. Sie ist real. Der Westen konnte sich im Gegensatz zu Stalinismus und Realsozialismus immer als wertebasierte Kulturdemokratie verkaufen; diese zuckersüße Propaganda steckt noch in vielen Köpfen. Fakt ist, dass keine Großmacht ein fremdes Militärbündnis an seinen Grenzen duldet, erst recht nicht mit weitreichenden Raketen. Damit ist alles gesagt.