US-Panzer vor dem Verlad in Giorgia

US-Panzer vor dem Verlad in Savannah, Georgia (USA), für die NATO-Manöver Defender-Europe 21 am Schwarzen Meer. © ArmyTimes

Was die westlichen Medien konsequent verschweigen

Christian Müller /  Im Donbass sind die Spannungen hoch, ein neuer Krieg wird immer wahrscheinlicher. Doch die Medien informieren bewusst einseitig.

Seit einigen Wochen steigen die Spannungen zwischen der Ukraine und Russland im Donbass massiv. Seit der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach der Wahl Joe Bidens in den USA einen deutlich härteren Kurs gegen Russland fährt, drei sogenannt Russland-freundliche Fernseh-Sender widerrechtlich geschlossen hat und offen eine Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO verlangt, sind auch die Waffenstillstandsverletzungen in Luhansk und Donezk wieder gestiegen. Und seit kurzem melden die dortigen Beobachtungsequipen der OSZE, dass auch die Überwachungsdrohnen durch – vermutlich bewusst inszenierte – Störungen des GPS-Navigationssystems kaum mehr einsatzfähig sind. Zur Motivation der regierungstreuen ukrainischen Soldaten reiste Selenskyj sogar persönlich wieder an die Frontlinie. Von seinem Wahlkampf-Versprechen, in erster Priorität für Frieden im Donbass zu sorgen, ist nichts übriggeblieben. Im Gegenteil, er giesst jetzt sogar Öl ins Feuer.

Auch die Medien beginnen über diese sichtbare Eskalation und die neue, erhöhte Kriegsgefahr zu berichten. Vor allem berichten sie über grössere russische Truppenverschiebungen in der Grenznähe zum Donbass – und sie interpretieren und kommentieren diese erwartungsgemäss als russische Provokation und Vorbereitung auf einen neuen Waffengang.

Worüber die Medien nicht berichten, ja es nicht einmal in einem Nebensatz erwähnen: Die NATO führt jetzt die grossen Manöver Defender-Europe 21 durch, und zwar wie schon 2020 erneut an der russischen Grenze. Die NATO-Manöver Defender-Europe 20 wurden damals als grösste Manöver seit Ende des Kalten Krieges angekündigt. Beteiligt waren neben den USA mehrere NATO-Länder, natürlich auch Deutschland. Aus den USA wurden 20’000 Soldaten eingeflogen, weitere 17’000 stammten aus anderen NATO-Ländern. Die Manöver sollten strategiegerecht in Polen und in den baltischen Staaten stattfinden, also gezielt und demonstrativ an der russischen Grenze. Wegen der Covid-19-Pandemie mussten sie dann allerdings vorzeitig abgebrochen werden.

Defender-Europe 21 erneut an der russischen Grenze

Jetzt sind die neuen NATO-Manöver mit dem Namen Defender-Europe 21 angelaufen. Angekündigt – zum Beispiel in den «ArmyTimes» – wurden 28’000 Streitkräfte aus 27 Ländern. Beteiligt sein sollen diesmal auch die (noch) Nicht-NATO-Mitglieder Ukraine, Georgien, Bosnien-Herzegowina, Moldawien und Kosovo. Besonderes Gewicht soll zusätzlich auf das Training der NATO-Führungskräfte gelegt werden. Und auch diesmal finden die NATO-Manöver gezielt an der russischen Grenze statt, diesmal nicht im europäischen Norden, sondern im Süden: «DEFENDER-Europe 21 bietet uns die beste Gelegenheit, unsere Fähigkeiten an der Seite unserer Verbündeten und Partner in der strategisch wichtigen Balkan- und Schwarzmeer-Region zu schärfen, damit wir gemeinsam bereit sind, auf jede Krise zu reagieren, die entstehen könnte.»

Zitat:

«WIESBADEN, Deutschland – Die Aktivitäten von DEFENDER-Europe 21 beginnen diesen Monat in ganz Europa und dauern bis Juni.

DEFENDER-Europe ist eine jährlich stattfindende, gross angelegte, multinationale, gemeinsame Übung unter der Leitung der US-Armee in Europa und Afrika, die dazu dient, die strategische und operative Bereitschaft und Interoperabilität zwischen den USA, den NATO-Verbündeten und Partnern zu verbessern. 

Aufbauend auf dem Erfolg der letztjährigen Übung umfasst DEFENDER-Europe 21 eine grössere Anzahl von NATO-Verbündeten und Partnernationen, die Aktivitäten über ein grösseres Gebiet durchführen, als dies für 2020 geplant war. Mehr als 28’000 multinationale Streitkräfte aus 26 Nationen werden nahezu zeitgleiche Operationen in mehr als 30 Übungsgebieten in einem Dutzend Ländern durchführen.

DEFENDER-Europe 21 wird mehrere miteinander verbundene Übungen umfassen, darunter:

– Swift Response (Anfang bis Mitte Mai) – wird Luftlandeoperationen in Estland, Bulgarien und Rumänien beinhalten, an denen mehr als 7’000 Soldaten aus 11 Ländern beteiligt sind.

– Immediate Response (Mitte Mai bis Anfang Juni) – mehr als 5’000 Soldaten aus 8 Ländern werden sich auf 31 Übungsgebiete in 12 verschiedenen Ländern verteilen, um Live-Feuer-Training durchzuführen. Eine Joint Logistics Over-the-Shore Operation wird ebenfalls stattfinden.

– Saber Guardian (Mitte Mai bis Anfang Juni) – mehr als 13’000 Soldaten aus 19 Ländern führen Schiessübungen sowie Luft- und Raketenabwehrübungen durch und üben ausserdem eine gross angelegte medizinische Evakuierung.

– Gefechtsstandübung (Juni) – etwa 2’000 Angehörige werden die Fähigkeit des Hauptquartiers trainieren, multinationale Landstreitkräfte in einer gemeinsamen und kombinierten Trainingsumgebung zu befehligen, während gleichzeitig reale Operationen in 104 Ländern auf zwei Kontinenten durchgeführt werden.»

Auf der Website «U.S. Army Europe and Africa» mit dem Motto «Stronger together» kann man ein anderthalbminütiges, sehr informatives und eindrückliches Video anschauen, wie das Manöver Defender-Europe 21 im Balkan und am Schwarzen Meer – also an der russischen Grenze – aussehen wird: hier anklicken.

Die NATO-Truppenverschiebungen bleiben unerwähnt

Am 1. April berichtete die «Washington Post» über die russischen Truppenverschiebungen an der Grenze zur Ukraine. Kein Wort über die gigantischen NATO-Manöver an der russischen Grenze.

Am 2. April berichtete die luxemburgische Online-Plattform «L’essentiel» über die russischen Truppenverschiebungen an der Grenze zur Ukraine. Kein Wort über die gigantischen NATO-Manöver an der russischen Grenze.

Am 5. April berichtete das Schweizer «Echo der Zeit», im politischen Bereich eine der besten Schweizer Radiosendungen, über russische Truppenverschiebungen an der Grenze zur Ukraine. Kein Wort über die gigantischen NATO-Manöver an der russischen Grenze.

Am 6. April berichtete die Deutsche Welle über die russischen Truppenverschiebungen an der Grenze zur Ukraine. Kein Wort über die gigantischen NATO-Manöver an der russischen Grenze.

Am 6. April berichtete die israelische Tageszeitung Haaretz über die russischen Truppenverschiebungen an der Grenze zur Ukraine. Kein Wort über die gigantischen NATO-Manöver an der russischen Grenze.

Am 8. April berichteten die Schweizer CH Media-Zeitungen über die russischen Truppenverschiebungen an der Grenze zur Ukraine. Kein Wort über die gigantischen NATO-Manöver an der russischen Grenze.

Am 9. April berichtete die BBC über die russischen Truppenverschiebungen an der Grenze zur Ukraine. Kein Wort über die gigantischen NATO-Manöver an der russischen Grenze.

Am 10. April berichtete die NZZ über die russischen Truppenverschiebungen an der Grenze zur Ukraine. Kein Wort über die gigantischen NATO-Manöver an der russischen Grenze.

Und so weiter und so fort.

Man kommt nicht darum herum, daraus den einen Schluss zu ziehen: Die westlichen Medien informieren nicht nur, sie betreiben vor allem auch Anti-Russland-Meinungsmache.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Zum Autor deutsch und englisch.

Zum Infosperber-Dossier:

Nato1

Nato: Sicherheit oder Machtpolitik?

Das Militärbündnis soll vor Angriffen schützen, doch Russland oder China fühlen sich von ihm bedroht.

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35 Meinungen

  • am 11.04.2021 um 11:26 Uhr
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    Nun, wenn diese Übung so transparent angekündigt ist, dann ist es ja kein Wunder, wenn Russland seine Übungen darauf abstimmt. Who cares?

    Wichtiger finde ich, was Sie, Herr Müller, in diesem Artikel konsequent verschweigen: die widerrechtliche Annektion der Krim und des Donbass.

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    • am 11.04.2021 um 13:45 Uhr
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      @ Daniele Ulrich: Mit Verlaub, ich war persönlich mehrere Wochen auf der Krim und habe dazu über zehn Artikel geschrieben ( https://www.infosperber.ch/dossier/krim-annexion-oder-selbstbestimmung/ ). Jedem Leser und jeder Leserin zur Lektüre empfohlen! Und woher haben Sie die Information, dass das Donbass annektiert wurde? Mit Dank für Ihr Interesse und freundlichem Gruss, Christian Müller

      0
  • am 11.04.2021 um 11:47 Uhr
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    Erdogan hat den Napoleon-Komplex, rationales Denken scheidet weitgehend aus. Seit 1945 versucht die Türkei die USA und Sowjetunion gegeneinander auszuspielen. Aktuell setzt dieses Spiel die USA /NATO schachmatt, sie können der Türkei mit nichts drohen, wenn sie den stärksten NATO-Partner im Osten nicht verlieren wollen. Russland ist da in seinen Mitteln wesentlich freier und bedrohlicher für die Türkei. Das werden Erdogans Generäle wissen. Selensky will mit Hilfe der NATO die Krim zurückholen, die Ukraine ist aber kein NATO-Mitglied, sie wird allein gegen Russland kämpfen müssen. Einzig denkbare Folge dieses Szenarios: Die USA werden die Ukraine samt ihren 16 heimlichen Biolabs dort verlieren. Selbst wenn das längst verschossene false flag-Pulver Novitschok oder eine „russische“ Buk o.ä. gegen ein NATO-Schiff den NATO-Artikel 5 auslösen würde und die NATO die Ukraine bis zum letzten Europäer „verteidigen“ würde, wäre nichts gewonnen, die Ukraine samt Europa wäre für die USA verloren. Natürlich blieben auch die USA anders als in WKI und WKII beim dritten Mal nicht verschont. Dass ein amerikanischer Präsident, der nach Minuten vergisst, was er gesagt hat, dies möglicherweise nicht überblickt und seine selbstherrlichen Berater vielleicht auch nicht, ist das Risiko, vor dem wir alle stehen. Russlands Position ist eindeutig: Der Botschafter wurde aus den USA abgezogen. Russland greift nicht an, aber sollten Russen im Donbass angegriffen werden, wird gekämpft.

    5
  • am 11.04.2021 um 12:35 Uhr
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    Ich war persönlich betroffen vom zweiten Tschetschenienkrieg (der die Popularität von Präsident Putin begründet hat), sowie vom Russisch – georgischen Krieg 2008. Ich halte den Verteidigungscharakter von ‹Defender – Europe 21′ für sachgerecht!

    Und: ich sehe wohl die neo’liberale› Einflussnahme (nicht nur) der USA nach der Wende 1990, und dass damit die Hoffnung auf eine wirklich demokratische Entwicklung verspielt wurde – .

    Danke für die notwendige Information über ‹Defender-Europe 21› -, Christian Müller. Nur: ich glaube, Sie in der Falle der propagandistischen Polemik sitzen zu sehen – .

    InfoSperber war mir noch immer eine Hoffnung, einen Weg aus dieser Falle zu zeigen.

    16
  • am 11.04.2021 um 14:21 Uhr
    Permalink

    Danke für die Informationen. Ja, wer sich den Werdegang von Biden angesehen hat wundert sich nicht, dass er solange provoziert bis es wieder zu Kriegen kommt. Er war einer der wenigen Demokraten, der den Golfkrieg gutgeheissen hat. Und bei Kriegen gibt es immer nur Verlierer. Hoffen wir, dass sich die Russen und die Chinesen nicht provozieren lassen.

    2
  • am 11.04.2021 um 16:46 Uhr
    Permalink

    Vielen Dank, Herr Christian Müller. Zum Glück gibt es Sie und den Infosperber. Noch…
    Die westlichen MSM, auch die schweizerischen, kann man nicht mehr mit guten Gewissen lesen, ausser man will sich selber hinters Licht führen.

    3
  • am 11.04.2021 um 16:54 Uhr
    Permalink

    Christian Müller beklagt seit Jahren immer wieder die einseitige Berichterstattung der westlichen Medien über den Krieg zwischen der Ukraine und der von Russland unterstützen Ostukraine. Diesmal weist er auf Manöver der NATO in Polen und Litauen hin. Er übersieht allerdings, dass die russischen Truppen mit ihren Panzern und weiteren schweren Waffen in ein Gebiet verschoben werden, in welchem bereits eine kriegerische Auseinandersetzung im Gang ist, während die Nato-Manöver zwar in Ländern, die an Russland grenzen, durchgeführt werden, aber nicht in einem Kriegsgebiet .Sie stellen deshalb keine Vorbereitung eines Eingriffs zugunsten einer Kriegspartei dar. Es fällt auf dass der Autor ausschließlich zugunsten von Russland Stellung nimmt, obwohl er stets seine Unabhängigkeit betont.

    18
  • am 11.04.2021 um 18:01 Uhr
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    Die NATO-Kampfübungen an der russischen Grenze sind ein gefährliches Spiel mit dem Feuer. Die dazugehörige Berichterstattung in den westlichen Medien läßt einen schier verzweifeln. Es sind ja nicht nur die NATO-Manöver, es betrifft genauso die deutliche Zuspitzung auf diplomatischer Ebene, über die gar nicht berichtet wird oder ausschließlich nach dem Motto: der Russe ist schuld. Es ist nur gut 25 Jahre her, dass anerkannt wurde, dass auch Russland Sicherheitsinteressen hat. Ich glaube, dass es für viele Russen bedrohlich wirkt, wenn heute wieder Deutsche mit Panzern zu ihrer Grenze kommen. Für alle europäischen Länder gilt, dass sie Sicherheit nur in einem friedlichen Zusammensein mit Russland haben und erhalten können. In anderen politischen Zusammenhängen wird in Deutschland gerne mit dem «TINA-Argument» gearbeitet. Was die friedliche Koexistenz mit Russland betrifft, würde es tatsächlich einmal zutreffen.

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  • am 11.04.2021 um 18:52 Uhr
    Permalink

    Wenn ich die Logik richtig verstehe: Wenn westliche Medien über russische Truppenbewegungen an der ukrainischen Grenze berichten, dann MÜSSEN sie gleichzeitig über die grossen Manöver Defender-Europe 21 berichten. Die finden zwar woanders statt. Aber wenn sie dies unterlassen, dann verschweigen sie etwas und verzerren die Realität.

    6
  • am 11.04.2021 um 19:30 Uhr
    Permalink

    «Bewusst verschweigen», «konsequente anti-russische Meinungsmache»… Sind Sie jetzt auch noch zum Verschwörungstheoretiker mutiert, Herr Müller? Alle die von Ihnen erwähnten Medien, jedes einzelne frei und unabhängig, haben alle bewusst und konsequent einseitig berichtet? Echt jetzt? man kann Ihre Texte nicht mehr ernst nehmen.

    22
  • am 11.04.2021 um 20:09 Uhr
    Permalink

    Ich habe leider auch den Eindruck, dass unsere Medien Mühe haben umfassend zu berichten.

    Kein Interesse, mangelnde Kompetenz oder Ressourcen, oder gar stille Gleichschaltung?

    2
  • am 12.04.2021 um 00:41 Uhr
    Permalink

    An Daniele Ulrich, ich bin ein bisschen erstaunt, was Sie hier schreiben. Ja seit wann wurde Donbass annektiert? Ich habe Freunde in der Krim und besuchte sie oft, (zudem arbeite ich mit Leuten von der Krim zusammen). Nur noch eines einige Freunde haben damals den Ukrainischen Pass annuliert und den Russischen angenommen. Warum wohl? Würde Ihnen anraten mal den ganzen Verlauf, was in der Ukraine geschah, zu lesen, Familie Biden etc. Die Westlichen Medien berichten ja nicht darüber.

    2
  • am 12.04.2021 um 00:46 Uhr
    Permalink

    Ich möchte mich bei Herr Müller, sowie Herrn Gasche etc. für die guten und aufschlussreichen Artikel bedanken.InfoS kopiert nicht Reuters und andere dubiosen Verlage…..

    1
  • am 12.04.2021 um 01:11 Uhr
    Permalink

    Lieber Christian
    Polen eine Grenze zur RF.
    Ja, aber nur über die Enklave Kalinigrad, ex Königsberg
    Gorbi wollte sie zusammen mit der DDR Deutschland zurückgeben, aber die deutsche Regierung lehnte dankend ab.
    Nun liegt dieser Stachel zwischen Polen und Litauen und wir müssen damit leben.
    Es fehlte damals die Weitsicht gewisser Politiker.
    Klar war Kaliningrad abgewirtschaftet. Es hätte Unsummen benötigt um diese Gegend wieder aufzupäppeln und es darf notabene nicht vergessen werden mit einer russ. Bevölkerung, die nicht unbedingt in den Westen wollte. Die Deutschen waren am Ende des 2. WK fast alle geflohen oder ermordet worden.
    Nazideutschland hat uns Probleme hinterlassen, an welchen wir heute noch zu knabbern haben.
    Wir dürfen auch nicht die von Stalin verordnete Verschiebung der polnischen Grenzen gen Westen vergessen.
    Die Ostgrenze Europas ist noch nicht zur Ruhe gekommen und das wird vermutlich noch lange so bleiben.

    2
  • am 12.04.2021 um 03:23 Uhr
    Permalink

    Propaganda und Militärübungen, die zwei perfekten Ausreden für Bürger, «Provokationen» für die, an die es gewandt ist. Truppenverschiebungen heissen nun halt «Übung».

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  • am 12.04.2021 um 06:18 Uhr
    Permalink

    @ Georg Müller:
    wenn die NATO ihre Manöver in Ländern durchführt, die selber keine NATO-Mitglieder sind, jedoch die Manöverstrategien von der Zielsetzung und inhaltlichen Ausrichtung her gegen einen definierten souveränen Staat gerichtet sind, dann wundert mich das nicht, dass dieser Staat seinerseits mit Truppenverstärkungen in diesen Regionen reagiert. Die Truppenbewegungen im eigenen Territorium als aggressive Handlung Russlands zu bezeichnen, während die NATO – Truppen sich den russischen Grenzen nähern, dazu noch in Staaten, die selbst nicht einmal NATO – Mitglieder sind, und das Ganze dann «Defender» (Verteidiger) nenne, halte ich für mehr als nur «abenteuerlich».
    Und die Art, wie das in den Leitmedien der «westlichen Wertegemeinschaft» behandelt wird, zeigt, auf welche Schiene die Bevölkerungen in Westeuropa gebracht werden sollen.
    Die Berichterstattung des SPIEGELS zu Defender 2020 zeigte klar, dass große Teile der deutschen Öffentlichkeit solch provokante Grenzmanöver als Kriegstreiberei ablehnen.
    Daher wird jetzt gar nicht mehr über die NATO – Manöver informiert, sondern nur noch über russische Truppenbewegungen.

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  • am 12.04.2021 um 10:57 Uhr
    Permalink

    Danke für diesen Artikel. Ein weiterer, der bei vielen Medienkonsumenten der etablierten Blätter ein bissle kognitive Disonanz auslösen muss…

    Wer glaubt, Herrn Müller russische Nähe unterstellen zu müssen, begreift nicht, woher seine (russische) Ferne kommt. Was ist es denn, was sich die Herren erwünschen? Krieg mit einer Atommacht? Oder Dialog? Letzteres geht nur über klare Darstellungen der Sache – da gibts gezwungenermassen widersprüchliche Tendenzen, Positionen und Darstellungen. Dürfen wir – um den Dialog zu ermöglichen im Privaten wie auch im Diplomatischen – erst einmal Wahrnehmungen als Wahrnehmungen wahrnehmen und mit vorschnellen Urteilen abwarten?

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  • am 12.04.2021 um 18:31 Uhr
    Permalink

    «Was die westlichen Medien konsequent verschweigen» und uns dafür die angesagte Propaganda einhämmern, ist eigentlich ein Skandal, nämlich Desinformation. Das Russland seine Truppen repositioniert ist gut nachvollziehbar, wenn man die Fakten kennt.
    Am 24. März unterzeichnete Zelensky ein Dekret, das praktisch eine Kriegserklärung an Russland gleichkommt. Mit dem Dekret 117/2021ist es ab sofort Leitlinie der ukrainischen Aussenpolitik donbass und Krim zurückzuerobern.
    Unterstützend erklärte Biden die Krim sei «integraler Bestandteil der Ukraine» und Antony Blinken, der Organisator des Putsches von 2014, versicherte Zelensky der vollumfänglichen Unterstützung der USA zum Erhalt der territorialen Ingtegrität der Ukraine.
    Neue Waffensysteme im Umfang von rund 300 Tonnen sind bereits in der Ukraine angekommen.
    Dass Russland Als Reaktion Truppen an die Grenze verlegt wird von unsern Meinungsmachern dann als «russische Agression» medial aufbereitet.

    1
  • am 13.04.2021 um 01:25 Uhr
    Permalink

    Herr Müller, wenn Sie wollten, würden Sie mich schon verstehen. Die Annektion der Krim ist ein Fakt, der Donbass wird gerade etwas langsamer annektiert. Dazu ein interessanter Artikel von einem Fachmann, der für die Nova Gazeta schreibt:

    https://jamestown.org/program/tensions-escalate-in-donbas-and-on-ukrainian-border/

    Er ist ein ausgewiesener Kenner und arbeitet für die russische Akademie der Wissenschaften.

    https://novayagazeta.ru/authors/29

    https://jamestown.org/analyst/pavel-felgenhauer/

    Wissen Sie, Einseitigkeit bekämpft man am besten mit differenzierten Texten.

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    • am 13.04.2021 um 09:14 Uhr
      Permalink

      @ Daniele Ulrich: Danke, dass Sie sich so klar zu erkennen geben. Die Jamestown Foundation ist einer jener Think Tanks in Washington D.C., die gegründet wurden und betrieben werden, um Russland zu schädigen und den US-Einfluss in Russland zu stärken. Jamestown arbeitet mit der CIA zusammen und verblödet sich nicht, auf ihrer Website sogar Informationen von Fox News zu verbreiten. Diese Texte sollen dann «differenzierte Texte» sein, die Sie einfordern? Sorry, auf diesem Informationsniveau mag ich nicht diskutieren. Christian Müller

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  • am 13.04.2021 um 12:04 Uhr
    Permalink

    Es spricht für Russland, dass Pavel Felgenhauer seine Meinung frei äußern kann. Wenn er für den verteidigungpolitischen US-think tank schreibt, vertritt er wohl kaum die Sicherheitsinteressen Russlands. Wie US-lastig er schreibt, entnehme ich Ihren Links, in denen, wie üblich actio-reactio vertauscht ist, bzw. die actio (faschistisch getragener Staatsstreich in der Ukraine 2014) ausgeblendet wird, als actio die Reaktion der Krimbewohner darauf bezeichnet wird. In Übereinstimmung mit der UNO-Charta Artikel 1, Abs. 2 haben sie sich selbstbestimmt und gewaltfrei für die Loslösung von der faschistisch regierten Ukraine und die Wiedervereinigung mit Russland entschieden. Die Krim gehört zu Russland fast so lange wie die USA ein souveräner Staat sind, zu dem sich die weißen Kolonialisten in Loslösung vom Mutterland in freier Entscheidung 1776 erklärt haben. Aus Ihren Links zitiert:
    „Either the Ukrainian military will move forward decisively to reach the Russian border and push the Moscow-backed forces out of Ukrainian territory, or the Russians will use the pretext of resumed fighting to massively go in…“
    „Чтобы США отступились от Украины, межконтинентальные ракетные комплексы России демонстративно выведены на маршруты боевого патрулирования.“ Das Interesse der Bevölkerung des Donbass wird übergangen, die unrechtmäßige Anwesenheitder USA und die Bedrohung der Sicherheit Russlands gar nicht in Frage gestellt, sondern Russland, das sich schützen muss, als aggressiv dargestellt.

    0
  • am 13.04.2021 um 12:44 Uhr
    Permalink

    Es gab ein Gesprächsangebot von Putin an Biden, nachdem Biden Putin einen «Killer» nannte.
    Und das war nicht das erste Angebot von russischer Seite.

    Wann gab es denn letztmals ein ernst gemeintes Gesprächsangebot des Westens an Putin?

    Wann wollen Sie sich denn für den Frieden einsetzen, wenn nicht JETZT?

    Es gibt nur nur eine Haltung, in welcher wir radikal sind: Gewaltlosigkeit.
    https://friedenskraft.ch/verein

    0
  • am 13.04.2021 um 14:52 Uhr
    Permalink

    an Xavier Keller,
    danke für Ihren Kommentar,
    siehe Heute «»Die Unterstützung der Nato für die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine sei unerschütterlich, betonte er.(Stolperberg) dies sagt schon viel aus. Hat die Nato, nicht schon genug Uebel angerichted, Ex Yugolsavien, Lyiben etc.
    Die USA Soldaten in der EU aufgestockt.Die Quiz Frage wo würde der Krieg stattfinden , eben Europa Ich Frage mich immer wieder warum die Nato-Generalsekretäre Norweger sind., beide Kriegstreiber repektiv die Pudel von den Amis.

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  • am 13.04.2021 um 15:00 Uhr
    Permalink

    an Daniele Ulrich,
    jamstown.org sagt mir schon alles, auch diese Gruppe wird von Herrn Soros unterstützt.
    Board Member of jamestown.org Michael Carpenter, Michael V. Hayden, General, U.S. Air Force (Ret. etc. sagt schon alles.

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  • am 13.04.2021 um 19:26 Uhr
    Permalink

    @Joachim Wieck
    Von welcher russ. Grenze sprechen Sie?
    «Die NATO-Kampfübungen an der russischen Grenze sind ein gefährliches Spiel mit dem Feuer.»
    Diese NATO-Übungen finden jedes Jahr statt. Also nichts abnormales. Dazu noch in einem der NATO angeschlossenem Land.
    In der Ukraine finden keine NATO-Übungen statt!

    Übrigens die Russ Föderation führt auch Übungen durch in Ex-Sowjetrepubliken, die in einem Bündnis zu ihnen stehen. Nur liegen diese neuen Republiken nicht in Europa. Darum empfinden wir dies nicht als bedrohlich ein. Dafür reagieren einige asiatische Staaten, die sich dadurch bedroht fühlen.
    Es ist immer überall dasselbe Spiel.
    Diese Kriegsspiele sind eine Katastrophe für den Frieden auf der Erde.
    Aber solang kein globaler Friedensprozess stattfindet, werden wir solche Kriegsspiele erleben mit der Gefahr, dass es einmal eskaliert und zu einem Krieg ausartet.

    6
  • am 13.04.2021 um 22:19 Uhr
    Permalink

    Herr Christian Müller, es ist schade, dass Sie so parteiisch reagieren. Die Nowaja Gaseta ist eines der letzten kritischen Medien in Russland und die Qualifikationen des Autors sind hervorragend für dieses Thema. Dass er mit seiner Kritik von der Jamestown Foundation publiziert wird, erachte ich als nicht besonders erstaunlich. Ihre Charakterisierung dieses «Think Thanks» entbehrt aber jeder Grundlage. Ich erwarte hier keine Belege, die über die Berichterstattung von Fox News hinausgeht.

    Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie Ihren Diskussionsstil etwas anpassen könnten und Fakten statt Arroganz sprechen lassen könnten.

    8
  • am 13.04.2021 um 22:38 Uhr
    Permalink

    Brigitta Küster-Sartori, wer natürlich den Umsturz in der Ukraine als faschistisch deklariert und wohl auch das Ausland in Weissrussland vermutet, dem kann man wohl nicht erklären, dass ganz einfach der Lebensstandard in den ehemaligen Sowjetrepubliken so tief ist, dass sich viele was anderes wünschen. Russland finanziert sich zu 50 % aus Öl und wird mit diesem Geschäftsmodell wohl bald Schiffbruch erleben. Ich finde ein gerüttelt Mass an Antiamerikanismus sehr gesund – da hätten Sie aber in Deutschland noch einiges nachzuholen -, aber was Putin und Konsorten nach dem Zusammenbruch des Kommunismus angerichtet haben, ist ja nicht gerade als vorbildlich zu bezeichnen. Deutsche Neo-Nazis werden übrigens gerne in Russland ausgebildet.

    7
  • am 14.04.2021 um 11:16 Uhr
    Permalink

    Lieber Herr Anton Stadelmann, schade dass sie den begriff verschwörungstheoretiker verwenden. so ist eine diskussion gleich im keim erstickt. der begriff spaltet und gehört in die boulevard presse. in christian müllers artikel geht es einzig darum dass eine breite berichterstattung wünschenswert wäre um sich ein umfassendes bild zu machen. dazu gibt es eine spannende masterarbeit von rafael lutz. die bestätigt leider dass sehr einseitig berichtet wird, und meistens werden amerikanische interessen verfolgt. (amerika das land dass wegen einer verschwörungstheorie einen krieg startete ) die medien die aufgelistet sind als unabhängig und frei zu bezeichnen ist schon fast lustig. wenn sie denken publikationen wie NZZ oder CH Media  ‹frei› und unabhängig sind, dann sind sie etwas naive. diese publikationen sitzen in riesige verlagshäuser. wenn sie unabhängig und freie medien wollen, sollten sie lieber weiterhin infosperber lesen. https://www.infosperber.ch/wp-content/uploads/2020/12/Masterarbeit_Rafael_Lutz.pdf

    1
  • am 14.04.2021 um 12:28 Uhr
    Permalink

    @ Reto Derungs, Neuhausenam 11.04.2021 um 14:21 Uhr
    «Er war einer der wenigen Demokraten, der den Golfkrieg gutgeheissen hat.»
    Dazu möchte ich Ihnen unbedingt etwas sagen, denn mir scheint, das sie die Vorgehensweise im Weissen Haus noch nicht durchschaut haben. Es ist völlig belanglos, wer nun Präsident geworden ist, es ist auch belanglos, aus welcher politischen Richtung der Präsident kommt: eine Provokation Russlands (und bals sicher auch Chinas) wäre so oder so erfolgt. Denken sie einfach mal an den Demokraten Barak Obama, der einen Friedensnobelpreis bekommen hat, obwohl er nachweislich die meisten Kriege geführt/angezettelt und hat und unter seiner Regierung nie mehr Bomben abgeworfen wurden als jemals zuvor.
    Wäre Hillary Clinton damals Präsidentin geworden, hätte die die Politik ihres Mannes fortgesetzt, was noch viel mehr Kriege bedeutet hätte. Also nein, der überwiegende Teil der Demokraten war sehr wohl für den Krieg am Golf, auch wenn George W. Bush jr,. diesen Krieg unter Vorwand begonnen hat.
    Wir haben Trump schon für einen Trottel gehalten, aber wir werden sehen, das Biden noch viel mehr Dummheiten im Kopf hat als Trump jemals hätte haben können.
    Schauen sie genauer hin, wenn ein Land wie die Ukraine auf finanzielle und militärische Hilfe angewiesen ist und es dann die Amerikaner sind, die ein «Angebot» machen, das darauf hinausläuft, das man dort mitspielt oder eben untergeht.
    Schon die Nato-Osterweiterung war eine bewußte Provokation!

    0
  • am 14.04.2021 um 14:39 Uhr
    Permalink

    Der ‚Westen’ wollte die Ukraine mit einem Assoziierungsabkommen in die EU und die NATO eingliedern. So wäre am Ende die NATO neben der russischen Schwarzmeerflotte auf der Krim gestanden. Und dann? Russland holte sich die Krim, welche der Ukrainer Chruschtschow 1954 innerhalb der Sowjetunion an die Ukraine verschenkt hatte, 2014 wieder zurück. Aber die ‚westliche Wertegemeinschaft‘ will das nicht wahrhaben, und so lesen und hören wir landauf und ab beharrlich von der „Annexion“ der Krim.

    0
  • am 15.04.2021 um 08:31 Uhr
    Permalink

    US-Truppen, die von irgendwo abgezogen werden, ändern meist nur das Theater. Wenn Biden Seine aus Afghanistan «abzieht», werden Die wohl schon bald nahe der Ukraine, oder Irak/Syrien zu finden sein.
    Eigentlich hoffe ich mit Sanders als Finanzminister auf sozial verträglichere Lösungen. Zum beispiel den oft erwähnten Infrastrukturausbau, bei dem Schaufeln und Pickel gebraucht werden. Zur Zeit obliegt diese Aufgabe Häftlingen, die wegen der «3 strike-Regel» unverhältnismässig lange in Gefängnissen sitzen, aber «ungefährlich genug» sind, um Öffentlichkeitsarbeit zu leisten.

    0
  • am 15.04.2021 um 10:12 Uhr
    Permalink

    Beeindruckend , daß es immer es Menschen gibt , die blind den Kriegstreibern ihre Lügen abnehmen und der Meinung sind die NATO würde sie verteidigen wollen.

    0

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