ConainerChinaUSA_Front

Die USA haben gegen China einen Handelskrieg angefangen und Zölle verhängt. © cc

IWF: «Keine Manipulation» – SRF-Tagesschau schweigt

Urs P. Gasche /  Der Weltwährungsfonds spricht China vom Vorwurf der Währungsmanipulation frei. Die Tagesschau informiert nicht darüber.

Am 6. August hatte die Hauptausgabe der SRF-Tagesschau während mehr als vier Minuten den Vorwurf Trumps wiederholt, China habe die Währung «manipuliert». Der Yuan habe die «psychologisch wichtige Marke» von 7 Yuan für einen Dollar überschritten. Bereits am Vortag hatte die Sendung «SRF Börse» behauptet, China setze «die Währung als Waffe im Handelskrieg» ein und überschreite geldpolitisch «eine rote Linie».

Infosperber hatte SRF am 10. August kritisiert, einseitig und unkritisch Trumps Tweet übernommen und während über vier Minuten noch aufgeblasen zu haben.

Am 9. August hat der Weltwährungfonds IWF einen neuen Bericht («Article IV Consultation») veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass der Wechselkurs des Yuan im ganzen 2018 der wirtschaftlichen Entwicklung entsprach.

Die jüngste leichte Abwertung des Yuan ist eine Folge der von Trump angedrohten Zölle auf weiteren chinesischen Waren im Wert von 300 Milliarden Dollar. Diese Zölle künden Schaden für die chinesische Wirtschaft an, was die Währung des Landes schwächt. Namhafte Ökonomen wie Jeffrey Sachs von der Columbia University erklären, dass der heutige Yuan-Kurs nichts mit einer Manipulation zu tun habe. Solche Stimmen sind in der Tagesschau oder in «SRF-Börse» bisher kaum zu Wort gekommen.

Weiterführende Informationen


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine

Zum Infosperber-Dossier:

TS_Logo

SRF Tagesschau in der Kritik

Die Informationssendung mit den meisten Zuschauenden muss sich von kommerziellen Sendern klar abheben.

War dieser Artikel nützlich?
Ja:
Nein:


Infosperber gibt es nur dank unbezahlter Arbeit und Spenden.
Spenden kann man bei den Steuern in Abzug bringen.

IBAN: CH 0309000000604575581

5 Meinungen

  • Avatar
    am 13. Aug 2019 um 12:11 Uhr
    Permalink

    Zur Beantwortung müssten wir zuerst die Frage beantworten, was wir denn unter ‚quantitative easing‘ (Geld-Schwemme) verstehen wollen.
    – Der IWF sagt nun, für ihn sei das künstliche Senken des Aussen-Werts des chinesischen Yuan keine Geldwert-Manipulation.
    – Aus meiner ganz persönlichen Sicht ist das künstliche Senken des Aussen-Werts des chinesischen Yuan der letzten Tage sehr wohl eine Geldwert-Manipulation.

    Und jetzt? ‚Sie alle‘ manipulieren den Aussenwert ihrer Währung ja derzeit. Welche Währung ist nicht manipuliert, etwas der CHF?
    – Japan (YEN)
    – USA (USD)
    – EU (EUR)
    – China (Yuan)
    – Schweiz (CHF)

    ‚Sie‘ nennen das ‚freie Markt-Wirtschaft‘ auf der Ebene der Währungen …

    0
  • Avatar
    am 13. Aug 2019 um 12:37 Uhr
    Permalink

    Es ist doch eine alte Tatsache, dass die offizielle Schweiz und deren TV sehr sehr Amerika freundlich ist. Es gäbe noch etliche andere Beispiele.

    0
  • Avatar
    am 13. Aug 2019 um 15:05 Uhr
    Permalink

    Mit der Wahrheit nimmt es SRF schon längere Zeit nicht mehr so genau.
    Einseitige Berichterstattung hat mit freier Meinung nichts zu tun. Sie dient der Manipulation!
    So langsam stellt sich mir die Frage, ob die Verantwortlichen von gewissen Interessensgruppen bezahlt und gelenkt werden.

    0
  • Avatar
    am 14. Aug 2019 um 15:29 Uhr
    Permalink

    Ja, ist ein alter Hut, die Medien wischen viel unter den Tisch, Man muss sich wirklich
    Informationen von auswärts besorgen.

    0
  • Avatar
    am 19. Aug 2019 um 18:21 Uhr
    Permalink

    SRF lässt auch zu meinem Ärger viele Statements unwidersprochen im Raume stehen, obwohl sie mehr als nur einseitig sind. Die Redaktionsleistung hat noch viel Luft nach oben. Schliesslich haben wir genau für diese Informationsleistung der Weiterführung der Fernsehgebühr zugestimmt. Wenn gespart werden muss dann bitte bei gewissen «Unterhaltungs"-Sendungen.

    0

Comments are closed.

Ihre Meinung

Lade Eingabefeld...

Die Schlagzeilen der täglich drei neusten Artikel erhalten Sie nach Wunsch täglich oder wöchentlich.

Vielen Dank, dass Sie unseren Newsletter abonnieren!

Der Bestätigungslink ist nicht mehr gültig.