Schweinegrippe Grafik SRF

Bei der Schweinegrippe-Pandemie bestand anfangs die Sorge, dass sich ein neuartiges Grippevirus mit dramatischen Folgen weiterverbreiten würde. Aus der SRF-Sendung «Puls» vom 27.4.2009. © SRF

Nachbetrachtungen zur Schweinegrippe-Pandemie

Peter S. Schönhöfer, Hermann Schulte-Sasse /  Ein Fachartikel beleuchtete 2012 Interessenkonflikte und Panikmache bei der Schweinegrippe-Pandemie. Er ist immer noch lesenswert.

Red. – Mit Verweis auf die Schweinegrippe 2009/2010, die sich als vergleichsweise harmlos entpuppte, nehmen manche Menschen die jetzige Pandemie nicht ernst. Was sich damals zutrug, haben der bekannte deutsche Pharmakologe und Pharmakritiker Peter Schönhöfer und sein Kollege Hermann Schulte-Sasse 2012 in der Fachzeitschrift «internistische praxis» kritisch beleuchtet. Wir veröffentlichen diesen Artikel mit freundlicher Genehmigung der Mediengruppe Oberfranken – Fachverlage. Ein Interview mit Peter Schönhöfer zur jetzigen Situation erscheint morgen. (mfr) 

Strategien des Pharmamarketings zur Zeit der Schweinegrippe 

Wahrheitswidrige und auch kriminelle Marketingpraktiken der Warenanbieter fallen im Pharmabereich zunehmend häufiger auf. Anders als die europäischen oder deutschen Behörden verfolgen und bestrafen US-amerikanische Behörden des Bundes und der Einzelstaaten irreführendes und kriminelles Marketing der Pharmaindustrie seit Jahren. In den letzten 5 Jahren (2006 bis Ende 2010) mussten Pharmafirmen dort wegen falscher Angaben zu Produkten und Preisen Bußgelder in Höhe von 14,8 Mrd. USD zahlen, die sich bis Mitte 2011 noch einmal um mehr als 3 Mrd. USD erhöhten 1, 2

Dem Rückgang der innovativen Leistungsfähigkeit der pharmazeutischen Industrie stehen – statt Qualitätswettbewerb der Produkte – irreführende Behauptungen und falsche Aussagen als Methoden der Absatzförderung gegenüber. Vorsorge- bzw. Aufklärungskampagnen (Disease awareness), die von Warenanbietern und von gesponserten Experten getragen werden, stilisieren seit den 1980er-Jahren zunehmend natürliche Lebensprozesse zu behandlungspflichtigen Erkrankungen hoch (z. B. menopausale Beschwerden, Osteoporose, Erektionsstörungen, Reizdarmsyndrom) oder erfinden neue Erkrankungen (z. B. das Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom 3 oder die »Female Sexual Dysfunction« 4). 

Dieses Erfinden und Suggerieren von Krankheiten wird in der angelsächsischen Literatur als »Disease mongering« bezeichnet und soll neue Absatzmärkte erschliessen 5, 6

Eine neuere Variante dieser Absatzstrategie ist das »Fear mongering«, die Vermarktung mittels Angst- und Panikmache bei Kranken oder potenziellen Konsumenten. Eine beliebte Methode ist dabei auch das Umdefinieren bisher normaler Messwerte oder Befunde als pathologisch, um vormals gesunde Populationen zu behandlungspflichtigen Patienten zu machen. Hier fällt die Neigung vieler Experten und Fachgesellschaften zur Ausweitung ihrer Tätigkeitsfelder zusammen mit dem Profitinteresse der Hersteller, den Absatz ihrer Produkte zu erweitern. Die finanzielle Unterstützung solcher Experten und Fachgesellschaften durch Hersteller ist dann nur die konsequente Folge. 

»Fear mongering« wurde von den Impfstoffherstellern als geeignetes Instrument zur Steigerung der Impfwilligkeit der Bevölkerung und damit zum vermehrten Absatz von Impfstoffen erkannt. Spekulative Warnungen von Virologen erzeugten Angst vor einer Pandemie und steigerten die Bereitschaft für eine vorbeugende Impfung. 

Da aber die Prävention von Infektionskrankheiten weitgehend der staatlichen Gesund-heitsadministration obliegt, ist auch deren Haltung von Bedeutung. Das erklärt die wesentliche Rolle der WHO bei der Inszenierung der Schweinegrippe-Pandemie. 

Nachbetrachtungen zum Ablauf der Schweinegrippe-Pandemie 

Für Virologen bietet die Hypothese des Reassortments (Neuzusammensetzung) viraler DNS oder RNS infolge Mehrfachinfektion des Wirts ähnlich wie für Biochemiker die Hypothese von Zellschädigungen infolge der Entstehung freier Radikale die Möglichkeit, zwanglos Schad- oder Horrorszenarien zu konstruieren und Panikmache (Fear mongering) zu betreiben. 

So können Virologen bei üblichen Grippeviren mit der Hypothese des Reassortments Worst-Case-Szenarien mit extrem aggressiven Virulenzsteigerungen und bedrohlichen Pandemien an die Wand malen und Schutzmassnahmen durch Massenimpfung fordern, die das Absatzinteresse von Virostatika- und Impfstoffherstellern bedienen. Dem widersprechende klinische oder epidemiologische Daten und Stellungnahmen anderer Experten werden schlichtweg nicht zur Kenntnis genommen, unterdrückt oder durch den geballten öffentlichen Einsatz vorgeblich unabhängiger Experten konterkariert. 

Angelpunkt bei dieser Variante des virologischen »Fear mongering« ist die Erinnerung an die oft tödlich verlaufende Spanische Grippe (A/H1N1) der Jahre 1918–1920. 

Als besonders eifriger Panikmacher in den Medien fiel seit den 2000er-Jahren der Rotterdamer Virologe ALBERT OSTERHAUS auf, der Berater der WHO und gleichzeitig Präsident der von Roche und anderen Impfstoffherstellern finanzierten »European Scientific Working Group on Influenza« (ESWI) war 7 und deshalb in Organisationen und Medien als »Dr. Flu« apostrophiert wurde 8. In Misskredit geriet er damit erst, als seine Panikmache in öffentlichen und wissenschaftlichen Medien mit seinen materiellen Beziehungen zu Impfstoffherstellern in Verbindung gebracht wurde9

Die staatlichen Behörden hatten bereits ihre Erfahrungen mit spekulativen Warnungen virologischer Experten. 2006 wurden nach Berichten und bewegten Bildern über eine tödliche Vogelseuche ein Virus der Vogelgrippe (A/H5N1) mit einer akut drohenden Pandemie in Zusammenhang gebracht und entsprechende Warnungen veröffentlicht. Zum Schutz der Bevölkerung rieten diese Experten staatlichen Stellen zur Bevorratung des damals bereits als zweifelhaft wirksam erkannten Virostatikums Tamiflu 10. Entgegen diesen Warnungen blieb das A/H5N1-Virus eine Zoonose ohne pandemische Konsequenzen 11. Die zur Vorsorge für etwa 200 Mill. € eingekauften Tamiflu-Vorräte kamen nicht zum Einsatz. 

Die gezielte Panikmache der Virologen wirkte sich hinsichtlich der Pandemiepläne aus sowohl bei den nationalen Gesundheitsbehören als auch bei der WHO, die wegen mangelnder Ressourcen schon unter der Ägide der Generaldirektorin BRUNDTLAND verstärkt Kooperationen mit der Pharmaindustrie begonnen hatte: Nationale Regierungen und WHO beschlossen 2007 mit den International Health Regulations (IHR) einen weitreichenden Katalog gestufter Abwehrmassnahmen im Falle einer Pandemie. Die WHO sollte die Koordination übernehmen und die entsprechenden Pandemiestufen 1–6 ausrufen 12

Fachlich beraten sollte die WHO dabei ein 16-köpfiger Notfallausschuss, der fast ausschliesslich aus industrienahen Administratoren oder Virologen mit engen Verbindungen zu Impfstoffherstellern zusammengesetzt war, ohne dass deren Interessenkonflikte und deren materielle Partizipationen hinterfragt und offen gelegt wurden. 

Die Stufe 6 bedeutete für die nationalen Regierungen, dass zur Gefahrenabwehr Pandemieimpfstoffe produziert und Massenimpfungen durchgeführt werden sollten. Deshalb vereinbarten im Jahr 2007 viele europäische Staaten Lieferverträge mit Herstellern von Pandemieimpfstoffen, die von der europäischen Zulassungsbehörde EMA ohne hinreichende Sicherheitsnachweise für marktfähig erklärt wurden (sog. Mock-up-Impfstoffe) 13

Die Impfstoffhersteller investierten angeblich mehr als 4 Mrd. € in die Produktion der Pandemieimpfstoffe, wobei ihnen allerdings erheblich Finanzmittel der EU zuflossen. 

Nachdem sich die Vogelgrippe entgegen den Erwartungen nicht zur Pandemie entwickelt hatte, wartete der virologisch-industrielle Komplex auf einen weiteren Pandemiekandidaten, um die Investitionen in die Impfstoffproduktion zu realisieren. Anfang 2009 hatte sich auf der Südhalbkugel ein A/H1N1-Virus der Schweinegrippe ausgebreitet, der durch sehr hohe Kontagiosität für den Menschen, aber geringe Pathogenität auffiel. Dieser A/H1N1-Virus war nicht neu, denn schon in der Mitte der 1970er-Jahre wurde eine asiatische Variante von Soldaten, die aus Vietnam zurückkehrten, in die USA eingeschleppt. Das löste dort eine Pandemieangst 14 und eine Kampagne für eine Massenimpfung aus, die erst abrupt beendet wurde, als klar wurde, dass die Infektion überwiegend milde verlief, die Impfung bei etwa 40 Mill. Geimpften aber schwere (532), sogar tödliche (32) Ereignisse von GUILLAIN-BARRE-Syndrom auslösen konnte 15

Die hohe Ansteckungskraft des A/H1N1- Virus von 2009 erfüllt zwar die WHO-Definition einer Pandemiegefahr, nicht aber die bereits im Frühjahr 2009 auf der Südhalbkugel beobachtete geringe Schwere der Erkrankung, die in Australien die saisonale Grippe-Übersterblichkeit von den jährlich erwarteten 2000 Todesfällen auf etwa 700 absinken liess. Und doch erklärte Sir ROY ANDERSON, der offizieller Berater der britischen Regierung bei medizinischen Katastrophen war, im Mai 2009 in den Nachrichten der BBC das seinerzeit in Mexiko grassierende A/H1N1-Virus zur weltweiten gravierenden Pandemiegefahr 16

Was zu der Zeit niemand wusste: Der Regierungsberater stand gleichzeitig seit 3 Jahren mit jährlich € 135000 im Sold des Impfstoffherstellers GlaxoSmithKline (GSK) 17

Den öffentlichen Warnungen des verkappten GSK-Mitarbeiters schlossen sich die überwiegend industrienahen Berater der WHO ohne weitere inhaltliche Prüfung an. Nachdem sie aus der WHO-Definition der Pandemie die Schwere des gesundheitlichen Schadens als Entscheidungskriterium eliminiert hatten, konnten sie die WHO veranlassen, das A/H1N1-Virus im Juni 2009 zur Pandemiegefahr der Stufe 6 zu erklären. 

Gemäss der IHR mussten die nationalen Regierungen die Verträge mit den Impfstoffherstellern aktivieren und mit Massenimpfungen beginnen. Gleichzeitig wurden die Bundesländer vom Bund verpflichtet, ihre 2007 eingelagerten Bestände an Tamiflu aufzufüllen, kurz: Das bereits für 2007 geplante Geschäft mit Virostatika und Pandemieimpfstoffen gegen die Vogelgrippe konnten Pharma- und Impfstoffhersteller dank des »Fear mongering« der Virologen 2009 mit der Schweinegrippe realisieren. 

Das wissenschaftliche Urteil über die Qualität der Warnungen der Virologen lautet: Sie waren falsch bei SARS (2003), falsch bei der Vogelgrippe (2006) und falsch bei der Schweinegrippe (2009) 18

Nachbetrachtung zur Pandemieimpfkampagne 

Nach der Ausrufung der Pandemiestufe 6 durch die WHO im Juni 2009 wurden in Deutschland die Verträge aus dem Jahr 2007 zur Beschaffung des Pandemieimpfstoffs Pandemrix der Firma GSK aktiviert. GSK hatte 2007 möglicherweise den Zuschlag erhalten, weil sie die ehemaligen DDR-Serumwerke bei Dresden erworben und mit staatlichen Subventionen als Produktionsstandort für den Pandemieimpfstoff vorbereitet hatte. 

Um die Ausbeute an Impfstoffdosen pro Antigencharge zu steigern, durfte GSK das Impfantigen pro Dosis von 15 Mikrogramm auf 3,75 Mikrogramm senken und stattdessen den Wirkverstärker AS03, eine Mischung aus Squalen, Vitamin E und Polysorbat 80, zufügen. Das erhöhte die Profitabilität der Impfstoffproduktion, bedingte aber bei Geimpften nachweislich vermehrte Störwirkungen, also eine geringere Verträglichkeit 19

In den USA wurden adjuvantierte Pandemieimpfstoffe deshalb nicht zugelassen. Sie stehen heute zudem im Verdacht, für das als unerwünschte Wirkung beobachtete Narkolepsiesyndrom bei geimpften Kindern verantwortlich zu sein. 

Es wurden im Herbst 2009 von den Bundesländern für die Versorgung der Bevölkerung 50 Mill. Impfdosen Pandemrix à € 8,33, insgesamt also eine Summe von etwa 420 Mill. € bestellt. Der Bund orderte dagegen für seine Beschäftigten den noch weniger erprobten, aber wirkverstärkerfreien Schweinegrippe-Ganzvirus-Impfstoff Celvapan der Firma Baxter. 

Die Impfkampagne war begleitet von einem Informationschaos: Das Robert Koch-Institut (RKI) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) empfahlen die Impfung auch für chronisch Kranke und Schwangere. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI wies auf fehlende Daten für diese Gruppe hin und empfahl die Impfung mit einem nicht adjuvantierten Pandemieimpfstoff, der aber nicht verfügbar war. 

Während die Medien zum grossen Teil den benignen Krankheitsverlauf der Schweinegrippe korrekt berichteten, bedienten die Präsidenten der Bundesbehörden RKI und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einseitig die bekannte Panikmache der Mitglieder der Gesellschaft für Virologie (GfV), wie sie auch heute noch in einem offenen Brief der GfV an Transparency International Deutschland zu finden ist 20. Dabei lässt sich der milde Verlauf der Schweinegrippe heute sogar anhand statistischer Daten zur grippebedingten Übersterblichkeit epidemiologisch belegen: In der Grippesaison 2008/2009 betrug in England die Übersterblichkeit 9’904 Personen (3% Übersterblichkeit), in der Saison 2009/ 2010 (Schweinegrippe-Pandemie) 2’963 Personen (0,9%), in der folgenden Saison 2010/2011, bei der auch noch das Schweinegrippevirus dominierte, 3’757 Personen (1,5%) 21

Trotz der behördlichen und fachgesellschaftlichen Panikmache nahmen nur etwa 6% der Bevölkerung an der Pandemieimpfung teil, in Bremen 4,3%. Somit ist die Massenimpfung gegen die angebliche Pandemie wahrscheinlich auch an der kritischen Vernunft der Bevölkerung gescheitert. 

Finanzieller Schaden der Impfkampagne 

Es gibt keine Daten zum finanziellen Schaden, der den Krankenkassen oder dem öffentlichen Gesundheitsdienst durch pandemieangstbedingte überflüssige Massnahmen entstanden, etwa bei Urlaubern, die mit Ferienfliegern aus dem Süden ankommend daheim mit quarantäneähnlichen Massnahmen oder überflüssigen Behandlungen mit Tamiflu u. a. traktiert wurden. 

Der finanzielle Schaden durch die inadäquate Beschaffung von Pandemrix ist berechenbar: Beschafft wurden 50 Mill. Impfdosen. Zurückgenommen von GSK wurden etwa 16 Mill. Dosen, verbraucht wurden etwa 5 Mill. Dosen. Somit wurden Ende 2011 etwa 29 Mill. Dosen Pandemrix als verfallen entsorgt, also etwa 240 Mill. € buchstäblich verbrannt. 

Dies ist nicht der einzige finanzielle Schaden. Im Frühjahr 2010 mussten die Gesundheitsbehörden der Länder ihre Bestände an eingelagertem Tamiflu auffüllen. Dies kostete das Land Bremen etwa 1 Mill. €. Rechnet man diesen Betrag auf Deutschland hoch und stellt in Rechnung, dass die Bevorratungsquote in manchen Ländern höher als in Bremen war, dann müsste zusätzlich bundesweit ein hoher zweistelliger, vielleicht sogar ein dreistelliger Millionenbetrag für Nachbestellungen an Tamiflu u. a. aufgewendet worden sein. 

Nach Angaben des Repräsentanten der europäischen Impfstoffhersteller auf der Anhörung des Europarates am 26. 1. 2010 brachte die Schweinegrippe-Pandemie den Firmen weltweit einen Umsatz von etwa 18 Mrd. USD, bei einem Forschungs- und Entwicklungsaufwand von etwa 4 Mrd. USD 22. Die Impfstoffhersteller haben also diese finanziellen Mittel der Gesundheitsversorgung ohne jeden gesundheitlichen Gegenwert entzogen. 

Versuche der Aufarbeitung der Fehler 

Während das britische Parlament, der französische Senat und das Europaparlament eine inhaltliche und politische Aufarbeitung der Schweinegrippe-Pandemie veranlassten, herrschte in Deutschland sowohl im Bundestag wie auch in der Gesundheitsadministration Schweigen oder einseitiges Lob für die durchgeführten Massnahmen. Auch die Rückschau des »Impfgipfels«, die Akteure und ärztliche Selbstverwaltung zusammenführte, beschränkte sich weitgehend auf Selbstlob und vermied jede kritische Wertung der Art und Weise, wie die Entscheidungen zustande gekommen waren 23

Dabei waren die Stellungnahmen zahlreich, die kritisch auf die Panikmache der Virologen, die Einflussnahmen von offenbar abhängigen Beratern der WHO oder das Missmanagement bei der Umsetzung der Massnahmen hinwiesen. Sowohl die Medien wie auch Fachzeitschriften wie «BMJ» oder «Lancet» berichteten wiederholt kritisch. 

Besonders fiel unter diesen Stimmen die Anhörung des Europarates vom 26. 1. 2010 auf. Sie machte europaweit bekannt, dass Polen wegen Bedenken seiner Gesundheitsministerin keinen Pandemieimpfstoff beschafft hatte und dass dort die Schweinegrippe nicht schwerer verlief als in den impfenden EU-Ländern. Auch die Rolle der Berater im Notfall-Komitee sowie der Generaldirektorin der WHO bei der Ausrufung der Pandemie wurde kritisch gewertet und das Fehlen von adäquaten Informationen zu Interessenkonflikten gerügt 24

Dies führte nicht nur zu einer Reaktion der WHO 25, sondern auch zur Beauftragung eines externen Gutachters, der die WHO und ihre Experten entlastete 26, dabei aber die Hinweise auf Interessenkonflikte und die finanziellen Verbindungen der Propagandisten der Pandemie zu den Impfstoffherstellern geflissentlich verschwieg oder überging 17

Welche Fehler haben den Ablauf der Schweinegrippe-Pandemie bestimmt? 

Wie die Analyse der Vorgänge um die Schweinegrippe-Pandemie zeigt, haben folgende Verhaltens- und Entscheidungsfehler der Akteure den Ablauf der Ereignisse gefördert: 

Pharmafirmen 

Aggressives, gegen das Gemeinwohl gerichtetes Marketing mittels Panikmache (Fear mongering) und Einsatz finanzieller Mittel (korruptives Sponsoring) zur Gewinnung von Experten und Institutionen. 

Virologen, Experten 

Fixierung auf ein rein hypothetisches Gefährdungsmodell ohne Rücksicht auf widersprechende klinische und/oder epidemiologische Daten und Willfährigkeit gegenüber Sponsoren. 

Nationale und supranationale Behörden, Fachgesellschaften 

Unwilligkeit und/oder Unfähigkeit, Interessenkonflikte beratender Experten zu erkennen, offenzulegen und solche Experten aus Entscheidungsfunktionen zu eliminieren. 

Gesundheitspolitik 

Unwilligkeit und/oder Untätigkeit, aggressiven Marketingpraktiken entgegenzutreten und so das Gesundheitssystem vor Ausbeutung und Missbrauch durch skrupellose Warenanbieter zu schützen. Dass dies möglich ist, zeigt das Beispiel der USA 1. 

Was ist richtig gelaufen? 

Die Panikmache der Warenanbieter und ihrer Experten hat nur in den intransparenten Gremien der nationalen und supranationalen Gesundheitsbehörden durchgegriffen. In der Öffentlichkeit hat sie nicht gewirkt, wie sich an der geringen Beteiligung an der Pandemieimpfung – etwa 6% der Bevölkerung! – ablesen lässt. 

Der Zivilgesellschaft kann zuerkannt werden, dass sie bei der von Interessengruppen orchestrierten Schweinegrippe-Pandemie funktioniert hat, mit unabhängigen Medien, mit unabhängigen kritischen Wissenschaftlern, mit der Forderung nach Offenlegung von Interessenkonflikten, aber vor allem mit der Entscheidung, sich trotz aller Katastrophenszenarien und Werbekampagnen nicht impfen zu lassen. 

In mehreren EU-Ländern und im Europarat haben Parlamentarier die Ereignisse und die Kosten der Schweinegrippe-Impfungen zum Anlass genommen, parlamentarische Untersuchungen einzuleiten, um zu diskutieren, wie die Bevölkerung vor ähnlichen kostspieligen Inszenierungen zu schützen ist. In deutschen Parlamenten fand und findet leider nichts dergleichen statt. 

Was können wir aus der Schweinegrippe- Affäre für die Zukunft lernen? 

Die Aufforderung zum Lernen und zu Veränderungen ist an folgende Zielgruppen zu richten: 

Gesetzgeber und Justizbehörden 

Auch in Deutschland müssen skrupellose und irreführende Marketingstrategien der Warenanbieter wie in den USA strafrechtlich verfolgt und Zahlungen der Warenanbieter an Ärzte und medizinische Experten analog dem »Physician Payments Sunshine Act« offengelegt werden. 

Fachgesellschaften, Fachgremien und Publikationsorgane 

Fachgesellschaften und Fachgremien müssen ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass das verdeckte oder offene Sponsoring von Mitgliedern durch die Industrie nicht nur die Unabhängigkeit, sondern auch die Qualität wissenschaftlicher Leistungen beeinträchtigen und entwerten kann. Deshalb müssen sie dafür sorgen, dass die Interessenkonflikte von Mitarbeitern in Gremien nach Art und materiellem Umfang dokumentiert und offen gelegt werden und Berater mit Interessenkonflikten bei Entscheidungen konsequent ausgeschlossen werden. 

Nationale und supranationale Gesundheitsbehörden 

Sie müssen ebenfalls dafür sorgen, dass alle Interessenkonflikte von beratenden Experten nach Art und materiellem Umfang offengelegt werden und dass Experten mit Interessenkonflikten konsequent aus Entscheidungsgremien ausgeschlossen werden. Entscheidungsgründe und Abstimmungen müssen nachvollziehbar sein und offengelegt werden. 

Das immer wieder vorgebrachte Argument gegen den Ausschluss von Experten mit Interessenkonflikten, dass dann notwendige Expertise fehlen würden, ist falsch und irrführend: 

Institutionen, die eine solche Offenlegung und den Ausschluss solcher Experten praktizieren, wie z. B. das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), herstellerunabhängige Arzneimittelinformationsorgane (z. B. die International Society of Drug Bulletins, ISDB) oder herstellerunabhängige Nichtregierungsorganisationen (NGO), wie z. B. die BUKO-Pharmakampagne oder Health Action International (HAI), haben keine Schwierigkeiten, hoch qualifizierte unabhängige Experten als Berater zu gewinnen. Das ist von grosser Bedeutung, denn gerade die interessenunabhängige Expertise ist ein integraler Bestandteil und die Stärke der Zivilgesellschaft. 

Zusammenfassung 

In der Nachbetrachtung erweist sich die Schweinegrippe-Pandemie als eine Krankheitserfindung der Pharmaindustrie, die mithilfe von Panikmache firmennaher Virologen und Regierungsberater sowie mit Unterstützung firmenhöriger Verwaltungsbeamter inszeniert wurde, um Profite aus Impfstoffen und Virostatika zu generieren. Der Schaden für das deutsche Gesundheitswesen betrug annähernd 350 Mill. €. 

Überwiegend beeinflusst durch Experten mit Interessenkonflikten versagte die Gesundheitsadministration bei der Abwehr der Fehlallokation von Finanzmitteln, während unabhängige Vertreter der Zivilgesellschaft erfolgreich waren bei der Warnung der Bevölkerung vor der Pandemieimpfung. 

Strategien zur Verhinderung von Wiederholungen wie vollständige Offenlegung finanzieller Interessenkonflikte und Ausschluss von Experten mit Interessenkonflikten aus Entscheidungsgremien der Gesundheitsadministration werden diskutiert. 

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Zu den Autoren: 

Peter Schönhöfer (85) ist Arzt und emeritierter Professor für Pharmakologie. Er hat 25 Jahre lang für das unabhängige «arznei-telegramm» geschrieben und war bis Herbst 2010 Mitherausgeber dieser Fachzeitschrift. Seit 2001 ist Schönhöfer Mitglied bei «Transparency International». Er war u.a. Leiter der Abteilung Arzneimittelverkehr (heute Pharmakovigilanz) im deutschen Bundesgesundheitsministerium und Senatsdirektor beim Senator für Gesundheit des Landes Bremen. 

Hermann Schulte-Sasse (73) ist Facharzt für Innere Medizin. Nach seiner Tätigkeit als Oberarzt am Institut für Klinische Pharmakologie des Klinikums Bremen-Mitte hatte er verschiedene Positionen bei einer deutschen Krankenversicherung und in der öffentlichen Verwaltung inne, unter anderem als Abteilungsleiter im deutschen Bundesgesundheitsministerium, Senator für Gesundheit im Lande Bremen und ist heute dort Vorsitzender des paritätischen Wohlfahrtsverbands.

➞ Lesen Sie morgen das Interview mit Professor Peter Schönhöfer zur aktuellen Lage.

Literatur 

1. Almashat S, et al. Rapidly Increasing Criminal and Civil Penalties Against the Pharmaceutical Industry 1991–2010. Washington DC: Public Citizen’s Health Research Group; 2010. Internet (www.citizen.org/docu ments/rapidlyincreasingcriminalandcivilpenalties.pdf).
2. Schönhöfer PS, Schaaber J. Justiz und Pharmaindustrie: Deutschlands Untätigkeit beim kriminellen Marketing und Schadensersatz. Pharma-Brief 2010; 9/10: 2–5.
3. Hoffmann C, Schmelcher A: Ritalin gegen ADHS: Wo die wilden Kerle wohnten. Internet (www.faz.net/aktu ell/politik/inland/ritalin-gegen-adhs-wo-die-wilden-kerle- wohnten-11645933.html).
4. Moynihan R. Merging of marketing and medical science: female sexual dysfunction. BMJ 2010; 342: c5050.
5. Moynihan R, Heath I, Henry D. Selling sickness: the pharmaceutical industry and disease mongering. BMJ 2002; 324: 886–891.
6. Blech J. Die Krankheitserfinder: Wie wir zu Patienten gemacht werden. Frankfurt/Main: Fischer; 2004.
7. Cohen D, Carter P. Conflicts of interest. WHO and the pandemic flu »conspiracies«. BMJ 2010; 340: c2912.
8. Engdahl FW. Schwere Interessenskonflikte: Untersu- chungen gegen den »Schweinegrippe-Papst« der WHO. Internet (www.dr-annette-prollius.de/Public/ShowInfo. aspx?Link=248).
9. Enserink M. Virology. In Holland, the public face of flu takes a hit. Science 2009; 326: 350–351.
10. Welchen Nutzen haben Neuraminidasehemmer bei einer Grippe-Pandemie? arznei-telegramm 2005; 36: 62–63.
11. Vogelgrippe-Todesfälle, Stand 24. September 2009. Internet (www.vogelgrippe.es/todesfaelle.shtml).
12. Robert Koch-Institut: Die Internationalen Gesundheitsvorschriften der Weltgesundheitsorganisation. Internet (www.rki.de/DE/Content/Infekt/IGV/igv_inhalt.ht ml).
13. EMEA. Pressemitteilung vom 25. September 2009. Internet (http://www.emea.europa.eu/pdfs/general/direct/ pr/60258209en.pdf).
14. Neustadt RE, Fineberg HV. The epidemic that never was. Policy making and swine flu scare. New York: Vintage Books; 1983. 

15. Fineberg HV. Swine flu of 1976: lessons from the past. Bull World Health Organ 2009; 87: 414–415.
16. BBC Radio 4 Today, 1. May 2009. Internet (http:// news.bbc.co.uk/today/hi/today/newsid_8028000/80282 95.stm).
17. Derbyshire D. MailOnline vom 27. Juli 2009. Internet (http://www.dailymail.co.uk/news/article-1202389/ Government-virus-expert-paid-116k-swine-flu-vaccine- manufacturers.html).
18. Hawkes N. Why we went over the top in the swine flu battle. BMJ 2010; 340: c789.
19. Leroux-Roels I, et al. Antigen sparing and cross-reactive immunity with an adjuvanted rH5N1prototype pandemic influenza vaccine: a randomised controlled trial. Lancet 2007; 370: 580–589.
20. Gesellschaft für Virologie. Offener Brief: Viele Fehler auf nur einer Seite: ein Transparency International Beitrag zur Schweinegrippe-Pandemie. Internet (www. g-f-v.org/docs/1313753752.pdf).
21. Health Protection Agency. Surveillance of influenza and other respiratory viruses in the UK. 2010–2011 report, London May 2011 (p. 51).
22. Hassel L. European Vaccine Manufacturers: Personal communication. Anhörung des Europarats, Strassburg, 26. 1. 2010.
23. Zylka-Menhorn V. Neue Influenza: Kritischer Rückblick mit wegweisender Vorschau. Dtsch Ärztebl 2010; 107: A850–855.
24. Flynn P (Council of Europe, Parliamentary Assembly). The handling of the H1N1 pandemic: more transparency needed. AS/Soc (2010) 12, 23. 3. 2010. Internet (http://assembly.coe.int/CommitteeDocs/2010/201003 29_MemorandumPandemie_E.pdf).
25. WHO. The international response to the influenza pandemic: WHO responds to critics, 10. 6. 2010. Internet (http://www.who.int/csr/disease/swineflu/notes/brie fing_20100610/en/index.html).
26. Fineberg HV. Report of the Review Committee on the Functioning of International Health Regulations (2005) in relation to Pandemic (H1N1) 2009. Internet (http://www.who.int/gb/ebwha/pdf_files/WHA64/A64_ 10-en.pdf). 


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

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14 Meinungen

  • am 31.08.2021 um 12:08 Uhr
    Permalink

    Besonders interessant an diesem Beitrag:

    Die beiden Experten, welche sich so richtig trauen, haben ihre Schäfchen im Trockenen, mit ihren 73 bzw 85 Lebensjahren. Wie auch so manch anderer Experte, welcher sich traute – und der kaum «Gegenwind» bekam.

    Interessant -und s e h r aufschluss-reich wäre es, die Alters-Verteilung der pro – und kontra-Experten festzustellen (— meine Anregung an infosperber—):

    Die um/unter 50-jährigen Wissen-Schaftler werden wohl kaum gegen den Strom schwimmen. weil diese -nebst Frau und Kindern- sonst «Alters-Armut» befürchten müssten ?!

    Wir «Normalos» , – die wir «Virus- un-wissend» sind –
    — und daher überwiegend auf Logik und Glauben angewiesen —
    sollten insbesondere auf die Meinung und den Rat d e r Experten hören, welche mindest 60 Jährchen erlebten – un-abhängig sein ?könnten? – und seither anerkennens-werte, respektable Leistungen zeigten.

    wolfge
    scheinbar.org

    sind für mich

    3
  • am 31.08.2021 um 12:42 Uhr
    Permalink

    Sehr interessanter Text und kein Wort über Covid…! Honny soit qui mal y pense! Wird da ein Sack geschlagen, weil der Esel tabu ist?

    3
    • am 1.09.2021 um 21:30 Uhr
      Permalink

      Es geht ja gar nicht um Covid in dem Artikel, sondern um das Verhalten damals von Pharmaherstellern, Institutionen und politischen Instanzen. Doch leider scheint man die teilweise kriminellen Machenschaften schon wieder vergessen zu haben. Dabei gibt es doch eindeutig Parallelen. Auch bei Covid liess man nur wenige einstimmige «Experten» zu Wort kommen. Verdiente Fachleute, welche an der Pandemie irgendwie zweifelten wurden «trocken» gelegt, diffamiert, degradiert und gar verhaftet. Und auch jetzt wurde massives «Fear mongering» betrieben mit täglichen Todes- und Fallzahlen aus aller Welt. Massenhaft Särge gefilmt und von überfüllten Friedhöfen und Spitälern gesprochen. Besonders beliebt auch Prominente, die angeblich an Covid gestorben sind, auch wenn diese schon recht alt waren. Alles wurde von einem Grossteil der Bevölkerung unkritisch aufgenommen. Niemand hinterfragte, wo denn in Winter 20/21 eigentlich die Grippe hingekommen ist. Nun empfiehlt die Centers for Disease Control and Prevention, andere Tests zu verwenden, welche zwischen Corona und Influenza Viren unterscheiden können:

      https://www.cdc.gov/csels/dls/locs/2021/07-21-2021-lab-alert-Changes_CDC_RT-PCR_SARS-CoV-2_Testing_1.html?fbclid=IwAR14USHnMxNHjmMNb2pQfJEUqamT9wZga-DbJEeONsS5SQcB_nG7e3gZhGM

      Somit dürften ein unbekannter Anteil der Erkrankten und Verstorbenen in Wirklichkeit auf das Konto der Influenza gegangen sein.

      0
  • am 31.08.2021 um 12:59 Uhr
    Permalink

    Pandermix steht heute nicht mehr bloss im Verdacht, für das als unerwünschte Wirkung beobachtete Narkolepsiesyndrom bei geimpften Kindern verantwortlich zu sein. Alleine in England läuft ein Prozess von 10’000 Geschädigten gegen den Hersteller. https://www.bmj.com/content/362/bmj.k3948
    In der Schweiz wo alle Gerichte mehrheitlich mit liierten Richtern e.g. Rotary besetzt sind, sind kaum Prozesse zu erwarten. Hierzulande hat die Pharmamafia quasi freie Hand. Dies erklärt wohl warum sie bloss von Verdacht reden…
    Tamiflu ist das unnützlichste Medikament, dass je einen mehr Milliardenumsatz erzielt hat. Man müsste es in den ersten zwei Tagen nach einer Infektion ( wo es niemand merkt..) anwenden um einen minimalsten Nutzen (1 Tag schneller gesund..) zu haben.
    Interessanterweise wirkt auch Ivermectin gegen Grippe, nur dieses Wissen wurde genau so unterdrückt, wie es jetzt bei CoV-19 geschieht…

    Kurz: Big Pharma dient längst nicht mehr unserer Gesundheit. Das Bankkonto einiger sehr reicher Personen ist viel, viel wichtiger. Und ja viele Tote sind gut für das Geschäft mit «fear mongering».

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  • am 31.08.2021 um 17:15 Uhr
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    Eigentlich, wenn ich zurueckdenke, gab es in westdeutschland immer etwas gaaanz gefaehrliches, von aussen kommendes, vor dem man absolut auf der hut sein musste und das es notwendig machte, dass man zusammenhielt und die elite machen lies, was sie eben so machen wollte.

    Wir hatten die rote, die gelbe gefahr, das waldsterben, den extremismus. Jetzt haben wir klimawandel und covid. Vor covid hatten wir die verschiedenen schlimmen krankheiten, die in retrospektive diesen meinungsbeitrag ausgeloest haben.

    An den mensch gemachten klimawandel glaube ich nicht mehr. Warum? Ganz einfach, mir fehlen die voraussetzungen, welche benoetigt werden, dass man daran glauben muss. Die sind m.m. Nach:
    1. Vorhandensein eines mathematischen klimamodells der erde, das aus wenigen grundannahmen erlaubt das klima sagen wir mal der letzten million jahre zu rekonstruieren.
    2. Das modell kann die klimaphaenomene erzeugen die wir aktuell erfahren, aus der spezifischen art der industrialisierung der letzten 200 jahre.
    3. Das modell generiert ohne industrialisierungsinput ein klima, wie es vor der industrialisierung war.
    4. Das modell erfreut sich allgemeiner zustimmung.

    Meines wissens gibt es ein solches modell nicht. Das fuehrt dazu in der klimadebatte eine erfolgreiche version des fearmongering zu sehen.

    Vielleicht wird fearmongering viel umfassender und grundsaetzlicher praktiziert als der artikel behauptet.

    Wuerde mich sehr interessieren, was andere personen dazu sagen.

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    • am 31.08.2021 um 22:45 Uhr
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      Sehr geehrter Herr Kaschek,
      mir geht «dazu» -wegen der Überschwemmungs-Katastrophen- immer wieder mal durch den Kopf, ob wir den Klima-Wandel nicht «un-klug» «be-kämpfen» weil wir dabei den natürlichen Kreis-Lauf der Stoffe aussen vor lassen, denn:

      Kohlenstoff-Dioxid, CO2 soll eingespart werden.
      Einerseits ok. Aber CO2 geht viele komplexe Wege. Sowohl chemisch per Verbrennung, Verbindungen und Reduktion – als auch physikalisch per Gas und per Lösung.

      Wasserstoff soll favorisiert werden.
      In Form von Verbindungen, die viel verbrennbaren Wasserstoff enthalten. — Beispielsweise vom puren Wasserstoff über Methan, Äthan, Propan, Methanol, Äthanol. Aber Wasser-Stoff-Verbindungen werden, wenn verbrannt, überwiegend zu Dampf, Wasser, Eis, Wolken, Regen … …

      Also steht für mich auch die Frage im Raum, ob die neuerlichen Regen- und Flut-Katastrophen nicht auch damit zu tun haben, dass wir immer mehr Wasser-Stoff statt Kohlenstoff für Energie-und- Wärme-Erzeugungen nutzen ?!

      Selbst beantworten kann ich DIES zwar nicht –
      ABER mich stört sehr, dass mir keinerlei «Kommentierung wissenschaftlicher Art» zu den möglichen (positiven U N D negativen) Auswirkungen einer Favorisierung von Wasserstoff als Energie-Träger -zu Lasten von Kohlenstoff- bekannt ist !

      Denn mit Veränderungen von Gleichgewichten muss man sehr, sehr vorsichtig umgehen, weil derartige Veränderungen immer mehrere «Folgen» haben – und kaum jemals nur positive Folgen !

      wolfge
      scheinbar.org

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  • am 31.08.2021 um 18:15 Uhr
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    Vielen Dank für diesen Artikel. Man kann sagen, dass durchaus Lehren aus der «Schweinegrippe-Plandemie» gezogen wurden. Leider von den Falschen.

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  • am 31.08.2021 um 23:28 Uhr
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    Herr gerlach, das mit der unklugen bekaempfung des klimawandels halte ich auf jeden fall fuer richtig. Ich denke ein effektives oeffentliches personentransportsystem koennte kurzfristig im verkehrsbereich viele emissionen einsparen, ohne neue systeme einzufuehren deren konsequenzen man nicht kennt. Auch hinsichtlich der straeflichen missachtung dieses punktes haben sie m.m. Nach voellig recht.

    Den personentransport betreffend sind wir uns auch sicherlich darin einig, dass mehr gegangen, geradelt oder sonstwie muskelkraft zur fortbewegung genutzt werden sollte. Wuerde auch die krankheitskosten deutlich reduzieren.

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  • am 1.09.2021 um 05:56 Uhr
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    Vielen Dank fuer Ihren Beitrag, den ich sehr schätze, denn durch Geschichte kann man vieles lernen. Hier ist ganz eindeutig, dass die Konzerne, Politiker und die Medien gelernt haben, wahrscheinlich auch durch das Studium von Psychologie (Massenaengste). 3 x ging die Pandemic schief, aber dieses mal hat’s geklappt. Beinahe!!
    Zum Glück.

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  • am 1.09.2021 um 21:41 Uhr
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    Ein anderer lesenswerter Artikel:
    «Die Covid-Impfstoffe werden unverantwortlich verharmlost»
    Der Chirurg und Sportmediziner Urs Guthauser gehört zu den Ärzten, die der dominierenden Covid-Impf-Politik widersprechen.

    https://www.medinside.ch/de/post/die-covid-impfstoffe-werden-unverantwortlich-verharmlost?fbclid=IwAR2roVYogfiLVbVcygLPJb0ZgLZ0g92mikkuuNnxtV47W44BtJy-06y6WcQ#.YS9iIFM4W98.facebook

    Impfnebenwirkungen werden verharmlost, mit dem Virus dagegen wird Panik geschürt.
    Stirbt ein positiv Getesteter war’s immer der Virus, stirbt ein Geimpfter waren es immer Vorerkrankungen oder das Alter, nie aber im Zusammenhang mit der Impfung, die als alleiniges Wundermittel angepriesen wird.

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  • am 2.09.2021 um 17:06 Uhr
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    «Ein Interview mit Peter Schönhöfer zur jetzigen Situation erscheint morgen. (mfr)»

    Guten Tag Infosperber-Redaktion. Mich würde das angekündigte Interview sehr interessieren.
    Ist damit zu rechnen?

    Mit freundlichen Grüssen

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