Far-right group protest against migrants and refugees policy

Renaud Camus, hier bei einer Demonstration 2016, sah sein Frankreich verschwinden. Und machte aus diesem Gefühl eine politische Theorie. © EPA/GUILLAUME HORCAJUELO

Aussichten auf den Bürgerkrieg

Daniel Ryser /  Renaud Camus und der Grosse Austausch: Einer der Kerntexte der Neuen Rechten erzählt Einwanderung als demographische Kriegsführung.

Das rechtsextreme Pamphlet «Le Grand Remplacement», auf Deutsch erschienen 2016 im Verlag Antaios als «Der Grosse Austausch oder: Die Auflösung der Völker» mit einem Nachwort von Martin Sellner, beginnt mit einem Zitat von Bertolt Brecht.

Mit Brecht will der französische Rechtsextremist und Schriftsteller Renaud Camus und Autor von «Der Grosse Austausch» offenbar unsere Gegenwart beschreiben: «Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?»

Brechts Satz stammt aus dem Gedicht «Die Lösung» von 1953, das den Arbeiteraufstand in der DDR zum Thema hatte. Camus reisst den Satz aus dem Kontext und wendet ihn auf die westlichen Demokratien an, die in seinen Augen den Austausch betreiben: Das angestammte Volk soll durch eine gezielte Einwanderungspolitik, gesteuert von globalistischen Eliten, ersetzt und ausgelöscht werden.

«Man muss nur aus dem Fenster schauen»

«Wenn man nun mit dem blossen Auge erkennen kann, dass ein Volk mit rasender Geschwindigkeit gegen ein anderes oder mehrere andere ausgetauscht wird, auf seinen Strassen, in seinen althergebrachten Wohnbezirken, in seinen Stadtzentren, in seinen U-Bahnen, in seinen Schulen, auf dem Fernsehschirm und in seinen ältesten Dörfern, handelt es sich dann wirklich noch um dasselbe Volk, auch wenn sein offizieller Name derselbe bleibt?», schreibt Camus. Es ist eine rhetorische Frage, denn die Antwort steht für ihn fest, und die Grundlagen für seine Feststellungen sind sein Gefühl. Camus sieht oder fühlt etwas, und damit ist die Sache im Grunde bewiesen. So funktioniert seine Empirie.

«Man muss nur aus dem Fenster schauen», schreibt er, «dort gab es einmal ein stabiles Volk, das dasselbe Gebiet seit fünfzehn oder zwanzig Jahrhunderten besiedelt hat. Und plötzlich, sehr rasch, in ein oder zwei Generationen, ist es durch ein anderes Volk oder mehrere andere Völker ersetzt worden. Es wurde ausgetauscht. Es ist nicht mehr es selbst.»

Der Text handelt zuerst einmal von Schmerz und von Verlust und von Trauer und gar nicht so sehr von einer politischen Idee. Es geht um Gefühle und Empfindungen, die in einer sich rasant verändernden Welt immer anschlussfähiger werden.

Camus erkennt seine eigene Welt nicht wieder, die Städte, das Vertraute ist verschwunden, das Frankreich, das er in seiner Kindheit kannte und dass er in seiner Gegenwart nicht mehr findet, wobei «das eingeborene Volk», wie er schreibt, «seinesgleichen immer seltener sieht, in der U-Bahn, in Strassen, die einst wohlvertraut waren und nun fremd geworden sind».

Camus erklärt den Schmerz zum System, die Ursache liege in der Einwanderung. Das Wohnungsproblem und die politische Vertrauenskrise und die Verrohung der Städte und die Vergewaltigungen und die Gewalt in den Strassen, und dass niemand mehr Bücher liest und was von den grossen Nationen übrig blieb, all die Demütigungen und der Verfall des Bildungswesens und der Verfall der Strassen und der Viertel und des gesellschaftlichen Zusammenhalts und tausend Geschlechter – es gab ein ursprüngliches Frankreich, so Camus, und dann kam die «Masseneinwanderung», der Grund für all das, was wir in seinen Augen verloren haben und noch verlieren werden.

Ein Mann der Pariser Avantgarde

Renaud Camus, der spätere Chefideologe der Neuen Rechten, war ursprünglich kein grimmiger Nationalist vom Land, sondern ein verwöhntes Kind der Pariser Avantgarde: ein Homosexueller, der in der Pariser Bohème der Siebziger verkehrte, Schwulenrechte verteidigte, von Roland Barthes protegiert wurde und sich in den Kreisen von Andy Warhol und Marguerite Duras bewegte. Sein Debütroman hiess «Tricks». Barthes schrieb das Vorwort. Akkes deutete darauf hin, dass er ein angenehm unauffälliges Leben als Pariser Intellektueller führen würde. Stattdessen entschied er sich, die rote Pille zu schlucken, wie er dem «New Yorker» 2017 erzählte und wurde Cheftheoretiker der «Neuen Rechten».

Im Auftrag der französischen Regierung schrieb Camus Ende der Neunziger Reisebücher über die Regionen des Landes. Die Banlieues, die waren ihm bekannt, die schwarzen und arabischen Vorstädte, die vertraute Kulisse der französischen Abendnachrichten und seit Jahrzehnten Projektionsfläche der französischen Rechten um den alten Jean-Marie Le Pen. Aber dann führte ihn die Arbeit ins südfranzösische Hérault, in die mittelalterlichen Dörfer, und dort, so Camus im «New Yorker», sei er zu einem sechs, sieben Jahrhunderte alten Brunnen gekommen, «und da waren all diese nordafrikanischen Frauen mit Schleiern».

Der Rechte als Opfer, immer und überall

Während die deutsche Ausgabe mit Bertolt Brecht beginnt, startet das französische Original mit Franz Fanon, dem antikolonialen Psychiater von der Insel Martinique, der im Algerienkrieg aufseiten der Algerier stand. Und damit erschliesst sich, wie Camus arbeitet.

Von Fanon klaut er einen Satz, mit dem dieser die Logik der Kolonialmächte beschrieb, jener Welt, der Camus nachtrauert: «Die Versklavung der einheimischen Bevölkerung im strengsten Sinne des Wortes ist die erste Notwendigkeit. Um dies zu erreichen, müssen wir ihre Referenzsysteme zerstören; Enteignung, Vertreibung, Raub, zielgerichteter Mord gehen einher mit der Plünderung kultureller Rahmen. Das soziale Panorama wird destrukturiert, Werte werden verachtet, zertreten, entleert.»

Camus verwendet Fanon im «Grossen Austausch» als Deutung des postkolonialen Zeitalters, allerdings unter umgekehrten Vorzeichen. Franz Fanon meinte die Gräueltaten der Kolonialisten im Kongo oder in Algerien, Camus hingegen meint die Einwanderer in Paris, die überfüllte Metro. Die Nachkommen der Kolonisierten werden zu Kolonialisten. Und Camus sieht sich in diesem Vorgang als Opfer, und das ist eine Erzählung, die in der Neuen Rechten allgegenwärtig wird. Ein Beispiel dafür liefert das im Sommer erschienene Interview mit AfD-Politiker Björn Höcke in der «Weltwoche».

Chefredaktor Roger Köppel stellt Höckes Opfer-Erzählung einen Adenauer-Konservativismus entgegen, die Bonner Republik, mit der Bürde gegründet, dass sich die selbstverschuldete deutsche Katastrophe des Zweiten Weltkriegs nie wiederholen dürfe. Aber Höcke will davon nichts wissen, Deutschland ist bei ihm immer Opfer – überrollt und verhungert im Dreissigjährigen Krieg, über den Tisch gezogen in Versailles, ausgeplündert von den Sowjets, das DDR-Volksvermögen abgezwackt, an die Kette gelegt in Maastricht, fremdbestimmt von einer Elite, die das eigene Land hasst, verkauft an Black Rock, in die Luft gesprengt in der Nordsee, hineingetrieben in einen Krieg, den man nicht wollte, und, wie Höcke bei Köppel den Vordenker der Neuen Rechten Armin Mohler zitiert, «am Nasenring durch die Manege geführt».

Und so liest sich auch Camus: Er ist Opfer, immer und überall. Er enteignet Brecht und Fanon, und damit legt er seine Methode offen: Er löst Begriffe aus ihrer Geschichte, verkehrt ihre politische Bedeutung und fügt sie ein in seine eigene Bedrohungserzählung. Und nirgendwo zeigt sich diese Methode bei Camus so deutlich wie in seinem Umgang mit dem Schriftsteller Michel Houellebecq. Armer, versoffener, reaktionärer, wunderbarer Houellebecq – auch das noch.

Die Fiktion als Fundament

Gleich zu Beginn des Textes behauptet Camus, die Linke habe die ursprüngliche Arbeiterschaft verraten und sich den Einwanderern zugewandt, diese mit Rechten und Privilegien ausgestattet, um sich auf Kosten der «angestammten Bevölkerung» die Macht zu sichern, bis diese Einwanderer, die anfangs noch als Bittsteller gekommen seien, «der unerbittlichen Logik des Grossen Austauschs gemäss, zahlreich und stark genug sein werden, um die linke Schützenhilfe hinter sich zu lassen, und die Führung des Landes, als Ganzes oder zu erheblichen Teilen, selbst in die Hand zu nehmen».

Das Fremde ist bei Renaud Camus keine Summe von Menschen mit ihren eigenen Ängsten und Träumen und Familien, es ist immer ein einheitlicher Block. Der Islam erscheint in diesem Kampf der europäischen Zivilisation gegen ein multikulturelles «globales Dorf» nicht als Religion, sondern als ein monolithischer Feind mit einem Plan zur Eroberung. Und dabei arbeitet Camus mit Fussnoten. Und als Beleg für seine These, dass in Frankreich die Bevölkerung ausgetauscht wird, führt Camus in einer Fussnote Michel Houellebecqs Roman «Unterwerfung» an – einen Roman über einen islamischen Politiker, der durch geschickte Parteienbündnisse und taktische Allianzen mit der Linken schliesslich Frankreichs Präsident wird. Eine Fiktion, die Camus die Bestätigung für sein Manifest liefert, in dem er einzig das sieht, was er sehen will.

«Juden werden uns nicht ersetzen»

Renaud Camus lebt auf einem Schloss aus dem 13. Jahrhundert in einem südfranzösischen Dorf namens Plieux mit 159 Einwohnern, und dort gibt es weit und breit gar nichts, aber je länger der Text, desto enger wird der Raum, bald herrscht immer Krieg, in seinem Kopf, in den Strassen, der Bürgerkrieg wird bei ihm unausweichlich und kommt bedrohlich immer näher. Camus beschreibt Migration als «Eroberung» und nicht als demographische Entwicklung. Er beschreibt sie als «Gegen-Kolonisation», als «Scharmützel eines kolonialen Eroberungs- und Territorialkrieges». «Lassen Sie sich nicht täuschen», schreibt er über eine Gruppe gewalttätiger Migranten, «diese Schläger sind nichts anderes als Soldaten, und ihr Verhalten dient der territorialen Besitzergreifung.» Und irgendwann beginnt dieser Text zu reisen.

Tucker Carlson beginnt den Begriff des «Grossen Austauschs» zu verwenden, Viktor Orbán, die AfD. Und während Marine Le Pen den Begriff noch als «verschwörungstheoretisch» abtut, sagt ihre Nichte Marion Maréchal 2019 über die Zukunft Frankreichs: «Die erste grosse Herausforderung, die entscheidende, ist der Grosse Austausch. Dieser demografische Countdown lässt uns bereits erahnen, dass wir im Land unserer Vorfahren zur Minderheit werden könnten – mit der Folge einer zunehmenden Verwilderung einer multikulturellen Gesellschaft, die von Spaltung und Gewalt geprägt ist.»

Im August 2017, an jenem Wochenende, an dem die rechtsextreme «Unite the Right»-Kundgebung in Charlottesville eskaliert und eine Gegendemonstrantin getötet wird, skandieren rechtsextreme Fackelträger am Vorabend der Demonstration «You will not replace us», englisch für «Ihr werdet uns nicht ersetzen», gefolgt von «Jews will not replace us», «Juden werden uns nicht ersetzen», und dann rufen sie «Blut und Boden». All das kann man in der beeindruckenden und preisgekrönten «Vice»-Dokumentation «Race and Terror» von Elle Reeve sehen, die Reporterin war an jenem Wochenende immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Und was tut Camus, der Mann, der sagt, dass er Gewalt ablehne, jetzt wo seine Idee der Ersetzungsmigration über den Atlantik gewandert und zum Kampfbegriff von US-Neonazis geworden ist? Er veröffentlicht umgehend eine englische Übersetzung und nennt sie «You Will Not Replace Us».


Die Spur der Toten von Christchurch bis Buffalo

Zwei Jahre später ermordete in Christchurch ein Attentäter 51 Menschen in zwei Moscheen. Sein Manifest trägt den Titel «Der Grosse Austausch». Fünf Monate später erschiesst ein Rechtsextremist in einem Walmart in El Paso 23 Menschen. In seinem Manifest spricht er von einer «hispanischen Invasion» und vom «kulturellen und ethnischen Austausch». 2022 verfasst ein Rechtsextremer ein Manifest mit demselben Titel und erschiesst in einem Supermarkt in Buffalo zehn Schwarze.

Im Krieg ist Gewalt gegen feindliche Kämpfer legitim, und diesen Krieg beschwört Camus, bei dem Menschen mit Migrationsgeschichte zu Soldaten in einem Krieg werden. Kinder werden Träger von Ethnizität wie eine Krankheit, zu «Vektoren der ethnischen Substitution und des Grossen Austauschs». Die Menschen haben den freien Willen aufgegeben und sind Überträger geworden. Entschieden haben längst die globalen Eliten, im Namen eines entfesselten Superkapitalismus, irgendwo, in einem geheimen Raum.

«Der grosse Austausch unseres Volkes ist nur eine, wenn auch besonders spektakuläre und – in unseren Augen, nicht in ihren – katastrophale Folge der Ideologie der universalen Austauschbarkeit aller Dinge, die ihrem Denken fundamental zugrunde liegt», schreibt Camus. Mit «Ihr» meint er die «Davos-Klasse», die Politik, die Medien: «Der austauschbare Mensch, eine entwurzelte Spielfigur, der man alle Ecken und Kanten ihrer nationalen, ethnischen und kulturellen Zugehörigkeit abgeschliffen hat, von Geburt an entortet, daher nach Belieben versetzbar, ein solcher Typ Mensch ist in den Augen der überbezahlten Geschäftsführer ein unverzichtbares Basismodul in der Maschinerie der planetaren Geld- und Güterströme.»

«Es darf keine Gleichheit geben»

Aus einer kulturpessimistischen Klage wird schliesslich dann doch ein politisches Programm gegen eine «erneute Kolonisierung». Camus zählt Forderungen auf, um dem «Pendelschlag Einhalt zu gebieten»: Abschaffung des «verhängnisvollen Geburtsortprinzips». Streichung aller Sozialleistungen als «Anreiz». Ausweisung verurteilter Ausländer nach Haftverbüssung. «Hoffen wir, dass dieser neue Unabhängigkeitskrieg primär mit den Mitteln des Gesetzes und durch die Revision von Gesetzen geführt werden kann (…) und nicht mit Blut und Tränen», schreibt Camus. Doch schon im nächsten Satz liefert er Aussichten auf den Bürgerkrieg, wenn er Millionen Menschen die Rechtsgleichheit entziehen will: «Es kann und darf keine Gleichheit geben zwischen dem französischen Heimatboden, zwischen dem, was schon seit jeher französisch ist, was Frankreich geschaffen hat, was ihm Liebe und Ruhm eingebracht hat, und dem, was anderen Kulturen, Zivilisationen und Traditionen zugehörig ist.» Camus fordert die Aberkennung der Staatsbürgerschaft für jene, die «ihre französische Nationalität durch Taten oder Worte verneinen».

Irgendwo in der Mitte dieses vom Identitären Martin Sellner mit einem Nachwort versehenen Büchleins fordert Camus, dass die Anderen nicht nur hier keinen Platz mehr haben sollen, sondern eigentlich nirgendwo: «Es geht nicht darum, dass die Europäer mehr Kinder zeugen müssen. Es geht darum, die Nichteuropäer daran zu hindern, in Europa Kinder zu zeugen». Und: «Stattdessen muss man diese Völker anhalten, umzukehren und fortan auch in ihren Heimatländern die Fortpflanzung radikal zu beschränken».

Spätestens an dieser Stelle offenbart sich die Brutalität seines politischen Programms, dem er Bertolt Brecht voranstellt. Wie das praktisch durchgesetzt werden soll, schreibt Camus nicht. Wer aber verlangt, Völker an der Fortpflanzung zu hindern, sollte wenigstens den Mut besitzen zu erklären, wie er das erreichen will. Polizei? Lager? Operationssäle?

«Sommer, Sonne, Remigration» – die Serie. Heute: Die Kernbegriffe der Neuen Rechten

Diese Serie erzählt von der rechtsextremen Szene in der Schweiz und ihren Akteuren, von den Achtzigerjahren bis heute. Das erste Kapitel, «Der Winterthurer Anschlag», führte zurück zu den Recherchen des Journalisten Jürg Frischknecht und in drei Folgen bis zu einem Bombenanschlag auf einen Journalisten in Winterthur im Jahr 1992.

Im zweiten Kapitel, «Die Ideologen», geht es um die Gegenwart und ihre Begriffe. Im ersten Teil haben wir Martin Sellners Konzept der Remigration untersucht, in diesem Teil geht es um Renaud Camus und den Grossen Austausch. Dahinter liegt ein dritter Begriff: der Ethnopluralismus des französischen Vordenkers Alain de Benoist. Es sind Begriffe und Ideen, ohne die sich die Identitäre Bewegung und Gruppen wie die Junge Tat nur schwer verstehen lassen.

Der französische Philosoph Pierre-André Taguieff analysierte diese Konstruktion bereits in seinem Standardwerk «La Force du préjugé»; der Politikwissenschaftler Cas Mudde bezeichnet den Ethnopluralismus als ein zentrales ideologisches Merkmal der europäischen extremen Rechten nach 1945. Im «Manifest für eine europäische Renaissance» von 1999 klingt de Benoists Vorstellung zunächst geradezu weltoffen: «Der wahre Reichtum der Welt ist in erster Linie die Vielfalt ihrer Kulturen und Völker.» Der entscheidende Punkt ist, wie diese Vielfalt erhalten werden soll: durch Trennung. Jedes Volk soll in seinem angestammten Raum leben. Migration und ethnisch gemischte Gesellschaften erscheinen in dieser Logik nicht als Ausdruck von Vielfalt, sondern als deren Bedrohung.

Damit bilden Ethnopluralismus, Grosser Austausch und Remigration ein ideologisches Dreieck: De Benoists Ethnopluralismus entwirft die ethnisch sortierte Welt. Camus beschreibt mit dem Grossen Austausch ihre Bedrohung durch die angebliche Verdrängung des angestammten Volkes infolge von Masseneinwanderung. Sellners Remigration schliesslich soll die verlorene Ordnung wiederherstellen. Ausgrenzung kommt so als Kulturpflege daher, Remigration als Wiederherstellung einer vermeintlich natürlichen Ordnung. Die Sprache hat sich verfeinert, die Konsequenz nicht.

Weiterführende Informationen


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Sommer, Sonne, Remigration – die Serie

Die extreme Rechte in der Schweiz und Europa: von Handgranaten in den Achtzigern bis zu Videos und Remigration heute.

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