Nord-Stream: Neuer Dokumentarfilm lässt Experten zweifeln
Wer hat im September 2022 die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee gesprengt? Während die offiziellen Ermittlungen der Bundesanwaltschaft seit geraumer Zeit eine Spur verfolgen, die zu der Segelyacht «Andromeda» führt, mehren sich in Fachkreisen die Zweifel an dieser Theorie. Der neue, 121-minütige Dokumentarfilm «Nordstream – Die Sprengung» (2026) der Regisseure Moritz Enders und Gunther Merz rollt den Kriminalfall der jüngeren europäischen Geschichte völlig neu auf. Das Projekt, präsentiert vom Nachrichtenmagazin Hintergrund, lässt in exklusiven Interviews internationale Experten zu Wort kommen, deren Analysen das offizielle Narrativ ins Wanken bringen.
Logistische Zweifel – Warum die «Andromeda-Spur» wackelt
Regisseur Moritz Enders stellt in begleitenden Interviews zur Dokumentation klar, dass die logistischen und technischen Anforderungen für die Zerstörung einer solchen Unterwasser-Infrastruktur weit über das hinausgehen, was eine kleine Crew auf einer gecharterten Segelyacht leisten könnte.
Unterstützt wird diese Skepsis durch handfeste technische Expertisen aus der Praxis. Der schwedische Ingenieur Erik Andersson, ein Fachmann für komplexe Unterwasser- und Offshore-Operationen, analysiert im Film die physischen Bedingungen am Meeresgrund. Seine Einschätzung deckt sich mit den Berechnungen des US-Physikers Professor Theodore Postol. Der ehemalige Berater im Pentagon liefert eine naturwissenschaftliche Einordnung der Detonationen und macht deutlich, welche immensen militärischen Kapazitäten und präzisen Sprengstoffmengen für eine gezielte Zerstörung in dieser Tiefe tatsächlich notwendig waren.

Geopolitische Interessen und die Rolle der Geheimdienste
Neben den technischen Aspekten beleuchtet die Dokumentation die geopolitische Dimension des Anschlags auf die einstige Lebensader der deutschen Energieversorgung. Hierzu äussert sich unter anderem Ray McGovern, ehemaliger CIA-Analyst und langjähriger Berater mehrerer US-Präsidenten. Er bringt die Perspektive des US-Sicherheitsapparates ein und hinterfragt die Informationspolitik der westlichen Alliierten scharf.
Auch auf deutscher Seite äussert sich ein hochrangiger Militär: Harald Kujat, Generalinspekteur der Bundeswehr a. D. und ehemaliger Vorsitzender des Nato-Militärausschusses, ordnet das Ereignis strategisch ein. Er beleuchtet den immensen Schaden für die westeuropäische Wirtschaft und die sicherheitspolitischen Bruchlinien innerhalb der internationalen Gremien.
Beweise unter Verschluss
Warum dringen so wenige dieser fachlichen Zweifel an die breite Öffentlichkeit? Der Investigativ-Journalist Dirk Pohlmann berichtet im Film von einer Mauer des Schweigens. Wichtiges Beweismaterial werde von den Behörden weiterhin strikt unter Verschluss gehalten, was eine unabhängige journalistische Aufklärung massiv behindere.
Der Amerikanist und Propagandaforscher Jonas Tögel ordnet diese Dynamik psychologisch ein. Er analysiert die Sprengung als Teil moderner psychologischer Kriegsführung und zeigt auf, mit welchen Narrativen Politik und Leitmedien versuchen, die Deutungshoheit über den Anschlag zu behalten und kritische Fragen im Keim zu ersticken.
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Am Dienstag, 13. Oktober 2026 findet um 20:00 Uhr im Babylon in Berlin (Kino 2) eine Vorstellung in Anwesenheit des Regisseurs und des Produzenten statt. Wer nicht in Berlin wohnt, kann den unabhängig finanzierten Film auf der offiziellen Website nordstreamfilm.de für 25 Euro auf DVD (versandkostenfrei) bestellen oder für 8,99 Euro als Online-Stream für sechs Stunden freischalten. Um die Dokumentation international zu verbreiten, läuft auf der Website eine Crowdfunding-Kampagne für englische Untertitel und weltweite Synchronfassungen.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine. Manfred Böhm ist Publizist und Buchautor. Er hat katholische Theologie, Philosophie und Politikwissenschaft studiert. Sein Artikel erschien bei «pressenza.com», einer Nachrichtenagentur von ehrenamtlich tätigen Freiwilligen, die sich den Themen Humanismus, Gewaltfreiheit, Menschenrechte, Abrüstung und Nicht-Diskriminierung widmet. Infosperber veröffentlicht eine leicht redigierte Fassung.
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.









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