ID828261870 JD VANCE

US-Vizepräsident JD Vance © ID828261870/Depositphotos

«Stärker als Russland bedroht uns die Abkehr vom Christentum»

upg. /  Für den Katholiken und US-Vizepräsidenten JD Vance unterhöhlen Immigration und Antichristen grundlegende gemeinsame Werte.

Bereits an der letzten Münchner Sicherheitskonferenz erklärte Vance den anwesenden Vertretern der Atlantischen Allianz:

«Die Bedrohung, die mir in Bezug auf Europa am meisten Sorgen bereitet, ist nicht Russland, nicht China und auch kein anderer Akteur von aussen. Was mir Sorgen bereitet, ist die Bedrohung von innen, nämlich der Rückzug Europas von einigen seiner grundlegendsten Werte – Werte, die es mit den Vereinigten Staaten von Amerika teilt.»

Die drängendste Herausforderung für Europa, so argumentierte Vance, sei die Massenimmigration, verursacht durch Politiker, die sich über den Wählerwillen hinwegsetzen und «die Schleusen für Millionen ungeprüfter Einwanderer öffnen» würden.

In seinem 2026 veröffentlichten Buch «Communion: Finding My Way Back to Faith» präzisiert Vance, dass er neben der Sicherheit den Glauben gefährdet sieht: 

«Indem unsere Politiker durch Einwanderung die demografische Vielfalt beispiellos vergrösserten, haben sie gleichzeitig die stärkste Kraft für den kulturellen Zusammenhalt enorm geschwächt: das Christentum.»

Auch andere hochrangige Vertreter der US-Regierung erklären, sie sähen das gemeinsame christliche Fundament des Westens bedroht. Ebenfalls an der diesjährigen Münchner Konferenz bezeichnete US-Aussenminister Marco Rubio – Vances möglicher Konkurrent um die republikanische Nominierung für 2028 – das Christentum als «heiliges Erbe, eine unzerbrechliche Verbindung zwischen der Alten und der Neuen Welt». 

US-Kriegsminister Pete Hegseth meinte bei einem Treffen der Verteidigungsminister der westlichen Hemisphäre Anfang dieses Jahres, die «entscheidende Bewährungsprobe» sei die Frage, «ob unsere Staaten westliche Nationen mit unverwechselbaren Merkmalen bleiben werden – christliche Nationen unter Gott, stolz auf unser gemeinsames Erbe, mit starken Grenzen und einer wohlhabenden Bevölkerung».

JD Vance stellt sich in seinem Buch «Communion» als bekehrter Christ dar:

«Ich sehnte mich verzweifelt nach einer Weltanschauung, die unser schlechtes Verhalten als zugleich soziales und individuelles, strukturelles und moralisches Phänomen versteht. Eine Weltanschauung, die anerkennt, dass wir Produkte unserer Umgebung sind und dass wir die Verantwortung haben, diese Umgebung zu verändern. […] Die Geschichte, wie ich meinen Glauben wiedergewonnen habe, geschah natürlich nur, weil ich ihn zuvor verloren hatte. […] Ich bin froh, dass ich meinen Weg zurück zur Kirche gefunden habe.»

Welches die christlichen Werte konkret sind, führt Vance nicht aus. Die Nächstenliebe gehört offensichtlich nicht dazu.

Zum ethischen Handeln schreibt er in «Communion»: «Ob eine Handlung gut oder schlecht ist, wird nicht allein durch das Ergebnis bestimmt, sondern durch die Art der Handlung und die dahinterstehenden Absichten.»

Kritiker würden der Regierung vorwerfen, sie gehe in der Einwanderungspolitik «zu hart» vor. Doch er geht nicht darauf ein: «Diese Frage möchte ich auf diesen Seiten nicht erörtern. Wenn moralische Prinzipien in der realen Welt angewandt werden, muss man Vor- und Nachteile ständig miteinander abwägen.»

Doch um diese Abwägung drückt sich Vance in seinem Buch.

In der Politik ist er als Vizepräsident zur unterwürfigen Nummer 2 eines Mannes geworden, den er zuvor als «kulturelles Heroin» und «Amerikas Hitler» verurteilt hatte.


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