Donald Trumps Behauptungen sind mathematisch unmöglich
«Amerika, wir haben ein mathematisches Problem.» Das schrieb Mathematiker Aubrey Clayton in der «New York Times». Trump und seine Regierung stellten Behauptungen auf, die nicht nur faktisch nicht stimmten, sondern auch das mathematisch Mögliche sprengen würden. Vier Beispiele:
In seiner Rede zur Lage der Nation am 24. Februar wiederholte Trump eine Behauptung, die die Regierung bereits zuvor aufgestellt hatte:
«Die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente sind um bis zu 600 Prozent gesenkt worden.»
Bei einer Senkung um 100 Prozent kostet ein Medikament bereits nichts mehr. Bei einer Senkung um 600 Prozent müssten der Pharmakonzern den Patienten das Fünffache auszahlen. Mehrmals versprach Trump, er werde die Medikamentenpreise sogar um bis zu 1500 Prozent senken.
Trump behauptete mehrmals:
«Die Zölle und andere Massnahmen haben in den USA zu 18 Billionen Dollar an neuen Investitionen geführt.»
18 Billionen entsprächen mehr als der Hälfte des Bruttoinlandsprodukts der USA. Das wäre eine Wirtschaftswachstumsrate, die selbst die grössten Expansionsphasen nach dem Zweiten Weltkrieg in den Schatten stellte. Clayton: «Man muss kein Experte sein, um diese Aussagen zu überprüfen. Es genügt ein grundlegendes Zahlenverständnis, um gleich zu erkennen, dass diese Zahlen völlig überzogen sind.»
Das US-Heimatschutzministerium verbreitete:
«Wir können 100 Millionen Menschen deportieren.»
Das entspräche der doppelten Zahl aller Einwanderer im ganzen Land. Clayton: «Diese Zahlen gehen über das Plausible hinaus und stehen im Widerspruch zu bekannten mathematischen Axiomen und Definitionen.»
Generalstaatsanwältin Pam Bondi hat behauptete:
«Die Beschlagnahmungen von Fentanyl durch die Regierung haben 119 Millionen Amerikanern das Leben gerettet.» (später nach oben auf 258 Millionen korrigiert)
Diese Zahl käme einer Pestepidemie gleich, die mit dem Schwarzen Tod vergleichbar wäre.
Mathematiker Aubrey Clayton kritisiert, dass die Regierung mit Statistiken Missbrauch betreibe und Zahlen nur noch für rhetorische Ausschmückungen verwende: «Dieser Missbrauch entzieht dem öffentlichen Diskurs die Basis.»
Denn nur wenn man Beweise ernst nehme und man bereit sei, seine Meinung zu revidieren, seien Meinungsverschiedenheiten produktiv auszutragen. «Wenn Beamte absurde Zahlen verwenden, gehen sie offensichtlich davon aus, dass die Amerikaner nicht in der Lage sind, sie zu hinterfragen», schrieb Clayton. Er meinte: «Vielleicht wäre ein Auffrischungskurs in grundlegender Mathematik ein guter Ausgangspunkt für alle.»
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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