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Ein Grund zum Anstossen: Dutzende Medien berichteten über die von Feldschlösschen gesponserte Sotomo-«Studie». © feldschloesschen.swiss

«Studie» zeigt: Bier trinken fördert den Zusammenhalt

Marco Diener /  Sotomo hat kürzlich eine «Studie» zum Zusammenhalt in der Schweiz veröffentlich. Bezahlt hat Feldschlösschen.

Es ist schon erstaunlich. Das Institut Sotomo hat kürzlich eine Umfrage mit dem Titel «Barometer: Zusammenhalt in der Schweiz 2026» veröffentlicht. Finanziert wurde die Umfrage von Feldschlösschen. Der Feldschlösschen-Chef Thomas Amstutz durfte sogar das Editorial schreiben. Und: Sotomo bezeichnet die Umfrage als «Studie».

Noch erstaunlicher allerdings: Dutzende von Schweizer Medien berichteten über die «Studie» – darunter Provinzblätter wie die «Neue Fricktaler Zeitung» oder der «Werdenberger & Obertoggenburger», aber auch grosse Zeitungen wie der «Tages-Anzeiger» oder der «Blick». Sogar die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) machte die «Studie» zum Thema.

Weniger erstaunlich ist hingegen das Ergebnis: Die Studienautoren Lisa Frisch, Simon Stückelberger und Michael Hermann von Sotomo kommen zum Schluss, dass fürs Gemeinschaftsgefühl «das gemeinsame Sport schauen (44 Prozent), auswärts essen (35 Prozent) und zusammen ein Bier trinken (32 Prozent)» förderlich seien. Wie hätte es auch anders sein sollen – wenn das Biertrinken zu den vorgeschlagenen Antworten gehörte?

Ein Jahr davor waren übrigens das «Grillieren (64 Prozent), Wandern (46 Prozent) und Bier trinken (46 Prozent)» die meistgenannten Antworten gewesen. In der damaligen «Studie» war das Wort «Bier» 22 Mal vorgekommen, in der diesjährigen nur noch 3 Mal.

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In der «Studie» geht es allerdings nicht nur ums Grillieren und ums Biertrinken, sondern auch um die Weltpolitik. Die Sotomo-Forscher haben nämlich herausgefunden, dass der Zusammenhalt in der Schweiz geschwunden ist.

Sie schreiben: «Während 2024 noch rund jede dritte Person den Militärdienst als förderlich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einschätzte, tut es 2025 nur noch gut jede fünfte.» Die etwas weit hergeholte Erklärung der Sotomo-Leute: «Dies deutet darauf hin, dass der emotionale Effekt des Einmarsches der Russen in der Ukraine bereits wieder abnimmt.»

Interessanterweise zeigt die «Studie» auch, dass die Kirche für den Zusammenhalt ebenso an Bedeutung verloren hat wie der Militärdienst. Ob das ein Zufallsergebnis ist? Ein Problem des Studiendesigns? Oder «der emotionale Effekt des Einmarschs der Russen in der Ukraine»?

Übrigens: Nicht nur Militärdienst und Kirche wurden innert eines Jahres deutlich weniger wichtig – auch das Biertrinken verliert laut der «Studie» an Bedeutung. Vor einem Jahr fanden noch 46 Prozent der Befragten, sie verbänden das Biertrinken «am stärksten mit Geselligkeit und Gemeinschaft». Nun sind nur noch 32 Prozent der Meinung, das Biertrinken bringe «Menschen in der Schweiz zusammen».

Aber über diesen krassen Verlust an Zusammenhalt beim Biertrinken steht nichts in der «Studie». Vielmehr können sich die Auftraggeber von Feldschlösschen über die Schlagzeilen freuen, die sie von den Schweizer Medien zum 150-Jahr-Jubiläum erhalten. Der «Blick» zitierte Bundesrat Albert Rösti in grossen Buchstaben: «Feldschlösschen braut auch Versöhnung.»

Der Preis bleibt geheim

Wie viel Feldschlösschen für die «Studie» bezahlt hat, will Sotomo-Geschäftsführer Michael Hermann nicht preisgeben. Er sagt bloss: «Der Preis liegt im Rahmen aller unserer Befragungsstudien, die wir für Unternehmen machen.»

Damit ist auch gesagt, dass Sotomo neben Meinungsumfragen für Medienhäuser auch häufig «Studien» für andere Unternehmen macht. Das zeigt die Projektliste von Sotomo. Zu den Kunden gehören zum Beispiel die Axa-Versicherung, die landwirtschaftliche Genossenschaft Fenaco, der Möbelhändler Ikea oder die Krankenkasse CSS.

Für die Feldschlösschen-«Studie» hat Sotomo einerseits Leute aus einem eigenen Pool befragt, andererseits die Hilfe der deutschen Firma Bilendi beansprucht. Schliesslich liessen sich die Antworten von 2495 Personen auswerten.

Da diese 2495 Personen nicht repräsentativ sind, wandte Sotomo allerlei Korrekturfaktoren an. Dieses Vorgehen, schreibt Sotomo, «gewährleistet eine hohe Repräsentativität der Wohnbevölkerung der Schweiz».


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