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Migros-Chef Mario Irminger tritt Mitte 2027 ab. © migros.ch

Migros-Fusion: Es wird schwierig

Marco Diener /  Für die Fusion der Migros-Genossenschaften braucht es nicht nur Zweidrittels-Mehrheiten. Es braucht 25 Prozent Stimmbeteiligung.

Red. Dies ist eine aktualisierte Fassung eines Artikels vom 21. September 2026.

Was Infosperber im März angekündigt hatte, wird nun konkret. Die Migros will ihre zehn Regional-Genossenschaften fusionieren. Das gab das Unternehmen gestern an einer Medienkonferenz bekannt. Damit will die Migros jenen Schritt machen, den Coop schon vor über 25 Jahren vollzogen hat.

Die zehn Regional-Genossenschaften sind ein Problem. Die «NZZ am Sonntag» schrieb kürzlich: «Zehn Genossenschaften bedeuten viele teure Doppelspurigkeiten, Kompetenzgerangel und langwierige Entscheidungsfindungen.» Nun sollen die zehn Regionalgenossenschaften zu einer zentralen «Gruppengesellschaft» zusammengeschlossen werden.

Hohe Hürden

Einfach zu gewinnen dürfte die Abstimmung allerdings nicht werden. Denn jede einzelne Regional-Genossenschaft muss zustimmen. Und zwar mit einer Zweidrittels-Mehrheit. Das ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass es noch eine weitere Hürde gibt: die Stimmbeteiligung.

In den Statuten der Regional-Genossenschaften steht: «Beschlüsse über die Fusion oder die Auflösung einer Genossenschaft (…) kommen nur zustande, wenn sich (…) mindestens ein Viertel aller Mitglieder an der Stimmabgabe beteiligt.»

Rabattkarten und Gratiseinkäufe

Das klingt nach wenig, ist aber viel. Selbst bei der Urabstimmung über die Abschaffung des Alkoholverbots im Sommer 2022 kamen nur fünf Genossenschaften auf eine Stimmbeteiligung von 25 Prozent. Fünf blieben darunter: die Genossenschaften Genf, Neuenburg/Freiburg, Tessin, Waadt und Wallis.

Ein Kadermitglied erinnert sich an die Fusion der Migros Bern und der Migros Aargau/Solothurn zur Migros Aare im Jahr 1998: «Wir haben mit Aktionen gepowert und zum Mitmachen animiert.» Wer abstimmte, nahm an der Verlosung von Rabattkarten und Gratiseinkäufen teil. So sei schliesslich die geforderte Stimmbeteiligung erreicht worden.

Wegen der hohen Hürden wollen die Migros-Verantwortlichen laut «NZZ am Sonntag» die Urabstimmungen mit juristischen Kniffen umgehen. Zu frisch ist die Erinnerung an die krachende Niederlage bei der Abschaffung des Alkoholverbots. Keine einzige Regional-Genossenschaft stimmte damals zu. Die Migros Zürich lehnte die Abschaffung sogar mit über 80 Prozent Nein-Stimmen ab.

Und was passiert, wenn die Zweidrittels-Mehrheit oder die 25-Prozent-Stimmbeteiligung nicht in allen Regionalgenossenschaften zustande kommt? Migros-Chef Mario Irminger und Verwaltungsratspräsidentin Ursula Nold wollten die Frage gestern nicht so recht beantworten. Irminger meinte: Die Schweiz habe «vier Erfahrung mit Abstimmungen». Was auch immer das heisst.

Der Zwischenschritt ist missraten

Die Gründung der Supermarkt-AG der Migros hätte wohl ein Zwischenschritt auf dem Weg zur Fusion der zehn Regional-Genossenschaften sein sollen. Doch er ist missraten. Laut der Migros hätte die Supermarkt-AG folgende Aufgabe: «Das Supermarktgeschäft wird in einer zentral gesteuerten eigenständigen Gesellschaft geführt, um effektive Leistungen entlang der ganzen Wertschöpfungskette zu erbringen.»

Tönt kompliziert. Und ist es auch.

Denn seither läuft der Einkauf der Ware nicht nur über die zehn Regional-Genossenschaften, sondern zusätzlich auch noch über die Supermarkt-AG. Das funktioniert mehr schlecht als recht. Jedenfalls stehen die Kunden seit letztem Sommer in der Migros immer wieder vor leeren Regalen. Und Online-Kunden erleben immer wieder, dass sie nicht die gesamte bestellte Ware erhalten.

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Müesli-Regal in der Migros: halb leer.

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