Elektro_MotorraderKopie

Mofas auf separater Spur: Elektroantrieb obligatorisch © photodiarist

Kunming: Nur noch Elektro-Motorräder und -Velos

Mireille Mata /  Die 3-Millionen Stadt ist nicht die einzige in China, die keine Benzin-Zweiräder mehr zulässt. Die E-Bike-Industrie boomt.

Wie in der grossen Innenstadt von Beijing sind auch in der 3-Millionen-Stadt Kunming im Südwesten Chinas nur noch elektrisch betriebene Motorräder und Fahrräder zugelassen. Auf den meist getrennten Fahrspuren sind auch wieder vermehrt Velos ohne Motor zu sehen, wie Rolf Martin Bergmaier, Experte für öffentlichen Verkehr in der Städtepartnerschaft Zürich-Kunming, in der NZZ berichtete.
Die auf 1900 Meter gelegene Hauptstadt der Provinz Yunnan zählte zu Beginn der Städtepartnerschaft im Jahr 1982 noch gleich viele Einwohner wie Zürich, heute sind es ohne Wanderarbeiter über 3,2 Millionen, die 1,2 Millionen Autos besitzen.
Ein 162 Kilometer langes, teils unterirdisch teils als Hochbahn gebautes Schnellbahn-Netz ist seit 2010 im Bau und soll bereits 2018 fertig sein.
Ein neuer Flughafen rund fünfzig Kilometer vom Stadtzentrum entfernt soll bis 2035 dreimal so viele Passagiere abwickeln wie der Flughafen in Zürich heute.
Alle drei Massnahmen – Verbot von Benzin-Zweirädern, 162 Kilometer Schnellbahn innert acht Jahren und neuer Gross-Flughafen – wären in einem demokratischen Prozess, wie wir ihn in der kleinen Schweiz kennen, nicht möglich.
Als Partnerstadt von Kunming konnte Zürich einige Anregungen wie getrennte Busspuren (unterdessen 70 Kilometer) oder effizientere Abfallentsorgung geben. Aber Ratschläge, wie man die Probleme des rasanten Bevölkerungswachstums auf eine demokratischere Art bewältigen kann, konnten die Zürcher Behördenvertreter keine erteilen.

Weiterführende Informationen


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine

Zum Infosperber-Dossier:

Flagge_China

Chinas Innenpolitik

Hohe Wachstumszahlen; riesige Devisenreserven; sozialer Konfliktstoff; Umweltzerstörung; Herrschaft einer Partei

War dieser Artikel nützlich?
Ja:
Nein:


Infosperber gibt es nur dank unbezahlter Arbeit und Spenden.
Spenden kann man bei den Steuern in Abzug bringen.

IBAN: CH 0309000000604575581

2 Meinungen

  • Avatar
    am 26.12.2013 um 14:13 Uhr
    Permalink

    Die 400´000 Einwohner Stadt Zürich ist die einzige in der Schweiz, die keine Benzin-Vierräder mehr zulässt. Die Velo-Industrie boomt. Die Einnahmen aus Parkbussen wurden in den letzten fünf Jahren verdoppelt und alle Mitglieder des Zürcher Stadtrates sind längst mit dem Zweirad unterwegs, um ein gutes Beispiel abzugeben. Die Stadtpräsidentin Mauch, keine besonders gute Velofahrerin, hat dafür eigens einen Velo-Führerkurs besucht, um ihrerseits endlich auch die Verkehrsregeln einzuhalten. Da kann man nur sagen, vorbildlich, da muss sich die Partnerstadt Kunming ein Beispiel nehmen!

    0
  • Avatar
    am 26.12.2013 um 15:02 Uhr
    Permalink

    Ja, dann könnten wir stolz sein auf Zürich und die Schweiz. Wenn wir die Unabhängigkeit nutzen würden, um Vorreiterin und Pionierin einer demokratischen, Ressourcen-schonenden Gesellschaft der Zukunft zu sein, wüssten wir, wofür wir uns einsetzen. Doch unserer müden Gesellschaft ist ein ehrgeiziges Ziel abhanden gekommen. Es gilt nur noch «was gut ist für die Umsätze, ist gut für die Schweiz». Macht das noch Spass?

    0

Ihre Meinung

Lade Eingabefeld...