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Milliardär Guo Wengui und Steve Bannon: Gemeinsam gegen China © NTD

Wie Steve Bannon die Corona-China-Story orchestrierte

Christa Dettwiler /  Gemeinsam mit einem milliardenschweren Steuerflüchtling aus China setzte Bannon eine Hongkong-Chinesin als Propagandistin ein.

Auf Fox News und in anderen rechtskonservativen US-Medien verbreitete Li-Meng Yan, eine aus Hongkong ausgewanderte Virologin, die chinesische Regierung habe das Virus Sars-Cov-2 nicht nur in einem Labor herstellen lassen, sondern «selbstverständlich in voller Absicht» verbreitet. Das Virus setze China als «biologische Waffe» ein. 

Eigentlich wollte Yan anonym bleiben, aber Steve Bannon, ehemaliger Sicherheitsberater von Donald Trump und Promoter eines «Regime Change» in China, sowie Guo Wengui spannten Yan für ihre eigenen Ziele ein. Der Milliardär Guo Wengui floh aus China, nachdem er dort der Korruption verdächtigt wurde. Eine Recherche der «New York Times» deckte jetzt auf, wie die beiden dafür sorgten, dass die Verschwörungsphantasie eines von China absichtlich in die Welt gesetzten Virus die Runde um den halben Erdball machte.

Tour durch rechtslastige Medien

Mitte Januar vertraute sich Li-Meng Yan in Hongkong als anonyme Whistleblowerin ihrem regimekritischen Lieblings-Youtube-Kanal an. Innert kürzester Zeit vernahmen 100’000 Follower von der angeblich absichtlichen Freisetzung des Corona-Virus. Darunter auch Steve Bannon und Guo Wengui. Sie setzten die Virologin in ein Flugzeug, beschafften ihr eine Unterkunft, unterwiesen sie für Medien-Auftritte und organisierten eine Tour durch rechtslastige Medien. Guo und Bannon befinden sich seit Jahren auf einer Mission, die kommunistische Partei Chinas zu stürzen.

Im September trat Yan bei Fox News auf, um ihre unbelegten Behauptungen über eine in China hergestellte Biowaffe zu verbreiten. Über Nacht wurde sie zum Star der rechten Szene, zur gefeierten Heldin sowohl von Top-Ratgebern der Trump-Regierung wie von weiteren konservativen Schwergewichten. 

Ihr kometenhafter Aufstieg zum Medienstar verdankt Yan der Zusammenarbeit zweier Gruppen, die Desinformation als Geschäft betreiben: einer kleinen aber äusserst aktiven Gruppe aus der chinesischen Diaspora und der einflussreichen Rechten in den USA. Geht es den Ersteren vor allem darum, die chinesische Regierung zu destabilisieren, wollen die Letzteren primär vom Pandemie-Versagen der Trump-Regierung ablenken. Beide Seiten profitieren dabei vom Mangel an vertrauenswürdigen Informationen aus China und davon, dass die Regierung in Beijing eine unabhängige Untersuchung über den Ursprung des Corona-Virus verweigert. 

Der Weg von Li-Meng Yan zum Star der US-Rechten verlief über Wang Diggang, der Youtube-Host, den die Virologin zuerst kontaktierte. Der wiederum ist ein enger Vertrauter des Milliardärs Guo Wengui. Guo war offensichtlich auch derjenige, der Gerüchte über den Sohn des neuen US-Präsidenten, Hunter Biden, in die Welt setzte, dieser sei in eine Kinderschänder-Verschwörung involviert. Ein Gerücht, das von Bannons Plattform «Infowars» und anderen rechtsgerichteten Outlets aufgegriffen wurde. Bannon, Wang und Guo verbreiten auch die Idee, dass die US-Präsidentschaftswahlen manipuliert worden seien.

Seit Facebook und Twitter unwahre Posts vermehrt markieren und seriöse Wissenschaftler Li-Meng Yans Aussagen widersprechen, erleben andere Informationskanäle einen Aufschwung. So haben sich Wangs YouTube-Follower seit Januar praktisch verdoppelt. Zwei von Guos Webseiten verzeichneten letzten Monat 135 Millionen Besuche. Im Dezember waren es noch weniger als 5 Millionen gewesen, wie der Online-Daten-Provider SimilarWeb feststellte. 

100 Millionen, um Stimmung gegen China zu machen

Guo Wenguis Geld und Bannons Netzwerk sind die Grundsteine einer äusserst einflussreichen Plattform. Die beiden Männer verfügen über einen Fonds von 100 Millionen US-Dollar, um Korruption in China aufzudecken. Gleichzeitig sind die Beiden selbst ins Visier der Strafverfolgung geraten. US-Bundesbehörden untersuchen offenbar Guos zweifelhafte Fundraising-Methoden bei seinem Medien-Unternehmen. Bannon war im Sommer auf Guos Yacht verhaftet worden und muss sich wegen Betrugs bei einer von ihm gegründeten Organisation verantworten, die entlang der mexikanischen Grenze eine Grenzmauer bauen will.

In Li-Meng Yan fanden die beiden Männer das ideale Gesicht für ihre Kampagne. In einem Interview auf der Fox News Webseite klagte sie – ohne jeden Beweis – Professoren der Hong Kong Universität an, die Wahrheit über die menschliche Übertragungskette verschwiegen zu haben. Zudem sei auch die Weltgesundheitsorganisation am grossen Cover-up beteiligt. 

Am 15. September hatte Yan ihren grössten Auftritt bei Tucker Carlson. Dessen populäre Fox News-Sendung verbreitet immer wieder rechtsgerichtete Verschwörungsphantasien. Carlson fragte Yan, ob China das Virus absichtlich oder zufällig freigesetzt hätte. Yan zögerte keinen Moment: «Natürlich war es absichtlich», sagte sie. Das Video ging sofort viral.


Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine.

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Eine Meinung zu

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    am 18.12.2020 um 16:52 Uhr
    Permalink

    Die Autorin Christa Dettwiler hat wohl keine Ahnung von den Ereignissen in den USA und offensichtlich schon gar nicht von jenen in Europa. Ihr Artikel hat soviel Linksdrang, dass er wirklich nur in Schweizer Medien noch Platz hat. Dass ganz Europa von einer sozikommunistischen Handlanger Clique unter der Ägide der UNO, der WHO und der EU, inkl. Bundesbern in den Abgrund getrieben wird, hat sie nicht und will sie gar nicht merken. Wer sie für ihre unfundierten Artikel bezahlt ist auch klar, aber dass Infosperber dies ohne Kommentar veröffentlicht ist beschämend, die Lügen bleiben schlussendlich am Logo von Infosperber haften. Wer weiss, warum die Teilung auf LINKS/RECHTS so drastisch vorangetrieben wird, der kennt wohl den Weg der NWO und der UNO. Rette sich wer kann!

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