MuschenkoViktor

Ukrainischer Generalstabschef Viktor Muschenko: "Wir kämpfen nicht gegen russische Truppen." © TV

Weil zwei sich streiten, sterben Dritte

Christian Müller /  Wann endlich stoppen sie diesen Krieg, die beiden Männer im geopolitischen Machtkampf? Auch die USA sind mit von der Partie!

«Das Unglück der Erde war bisher, dass zwei den Krieg beschlossen und Millionen ihn ausführten und ausstanden.» Der deutsche Denker Jean Paul schrieb diesen Satz in einem Text «Kriegserklärung gegen den Krieg» im Jahr 1809, also vor etwas mehr als 200 Jahren. Das Traurige daran ist: Der Satz stimmt auch noch heute.

Wenn zwei sich streiten

Der gegenwärtig mächtigste Mann der Welt, Barack Obama, verkündet immer wieder laut, dass die USA die stärkste und alleinige Weltmacht sind und es auch bleiben werden. Den einst stärksten Gegenspieler, damals noch Sowjetunion, heute nur noch Russland, verhöhnt er als «Regionalmacht» (siehe dazu den Bericht im Spiegel vom März 2014: Obama verhöhnt Russland als Regionalmacht). Der Präsident Russlands auf der anderen Seite, Wladimir Putin, immer noch einer der zehn mächtigsten Männer der Welt, ist mit dieser einseitigen Weltordnung nach USA-Vorstellung nicht einverstanden und wehrt sich. Mit ebenso unzimperlichen Methoden.

Wenn zwei sich streiten, lacht der Dritte, besagt ein Sprichwort. In der Geschichte und in der gegenwärtigen Geopolitik ist es allerdings anders – ganz anders: Aus dem Streit machtbesessener Potentaten entstehen Kriege. Und: Jeder Krieg bringt unendliches Leid über die betroffenen Menschen. Gerade jetzt wieder in der Ukraine. Tausende Tote, Zehntausende Verletzte, Verstümmelte. Das tägliche Leben wird zur körperlichen und seelischen Folter, zum nackten Überlebenskampf.

Bilder der Kriegsopfer nur im russischen TV

Dass die grauenvollen Bilder mit toten und verletzten – zivilen! – Menschen in den westlichen Medien praktisch nicht gezeigt werden, hat einen plausiblen Grund. Die Separatisten, die zwei «unabhängige Republiken» ausgerufen haben, kämpfen gegen die anrückenden Soldaten der ukrainischen Armee. Dabei sterben ukrainische Soldaten. Die ukrainische Armee aber versucht, das «verlorene» Territorium zurückzuerobern und beschiesst dabei die Städte und Dörfer der beiden «unabhängigen Republiken». Dabei sind die Opfer zu einem guten Teil Zivilisten. Im russischen Fernsehen kann man deshalb diese grauenvollen Szenen mit blutüberströmten, toten und schwerverletzten Menschen, nicht zuletzt Betagte, Frauen und Kinder, in aller Ausführlichkeit anschauen. Jeden Tag. (Siehe am Schluss des Artikels auch ein Beispiel direkt aus dem Donbass.)

Ein Krieg nur als Auseinandersetzung zwischen Schwarz und Weiss?

Wer sich allerdings in der Schweiz oder in Deutschland und einigen anderen Ländern Europas erlaubt darauf hinzuweisen, dass dieser schreckliche Krieg nicht einfach ein Krieg der («guten», weil europafreundlichen) Ukraine gegen den (bösen, weil russischen) Präsidenten Putin ist, sondern eben auch ein geopolitischer Krieg mit US-Beteiligung, kommt hierzulande schlecht an. Das Schlagwort ist einfach: Antiamerikanismus. So wie jeder, der Israel kritisiert, mit der Keule Antisemitismus zum Schweigen gebracht wird, so wird, wer es wagt, die USA zu kritisieren, mit der Keule Antiamerikanismus zum Schweigen gebracht.

Fakt ist, dass die Nähe zwischen der US-amerikanischen und der ukrainischen Regierung in den westlichen Medien heruntergespielt oder oft ganz ausgeblendet wird. Wo etwa hat man in der Schweiz lesen können, dass die UNO-Generalversammlung am 21. November 2014 eine Resolution gegen die Verherrlichung des Faschismus mit 115 Stimmen gegen 3 Stimmen – bei 55 Enthaltungen – angenommen hat? Und dass die drei Staaten, die Nein stimmten, die USA, Kanada und die Ukraine waren? Ein Zufall?

Natürlich nicht. Denn die Vorlage kam von einer Gruppe von Ländern, zu der auch Russland gehörte (neben Brasilien, Indien und etlichen anderen nicht-europäischen Ländern). Alle 28 EU-Staaten und auch die Schweiz enthielten sich der Stimme, weil, wie sie sagten, die Formulierung der Vorlage weniger einseitig gegen den Faschismus und mehr allgemein gegen Rassismus hätte sein sollen. Die Ukraine aber wusste natürlich genau, dass ihr «Widerstandskämpfer» Stepan Bandera, ein richtig übler ukrainischer Nazi-Kollaborateur, seit Maidan-Zeiten wieder öffentlich als Nationalheld gefeiert wird – unter Stillschweigen der Regierung, ja mit teilweiser Unterstützung.

Und was konnte man in der Schweiz darüber lesen, dass die ukrainische Regierung im Dezember 2014 drei Ausländer, die US-amerikanische Investmentbankerin Nadia Jaresko, den litauischen Investmentbanker Aivaras Abromavicius und den Georgier Alexander Kwitaschwili innerhalb von Stunden eingebürgert und gleich zu Ministern befördert hat, Jaresko zur Finanzministerin und Abromavicius zum Wirtschaftsminister? Alle drei haben Ihre Hochschulausbildung im Finanzwesen in den USA absolviert. Jaresko war sogar etliche Jahre Mitarbeiterin des US-Aussenministeriums und von 1992 bis 1995 Leiterin der Wirtschaftsabteilung der US-Botschaft in Kiew.

Ja, man konnte auch in der Schweiz darüber lesen: In der NZZ in der Rubrik «International in Kürze» eine 16 Zeilen lange dpa-Agenturmeldung. Was würde wohl geschrieben, wenn Deutschland seinen Finanzminister Wolfgang Schäuble durch einen am gleichen Tag eingebürgerten US-Amerikaner ersetzen würde? Eine 16-Zeilen-Agenturmeldung?

Jazenjuk ist schon seit 2008 ein bekennender NATO-Befürworter

Dass Arseni Jazenjuk, der ukrainische Regierungschef, selber ein USA- und NATO-Verehrer ist, weiss man immerhin seit dem 18. Januar 2008, als Präsident Viktor Juschtschenko, Ministerpräsidentin Julia Timoschenko und eben er, Arseni Jazenjuk, damals Parlamentspräsident, im Hinblick auf das NATO Gipfeltreffen in Bukarest dem NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer einen Antrag (!) auf die Einsetzung eines «Membership Action Plan» übergab. Wundert es da, wenn die US-Diplomatin Victoria Nuland eben diesen Arseni Jazenuk als Kronfavoriten der USA in das Amt des Regierungschefs gedrückt hat?

Hat man in den Schweizer Medien etwas darüber lesen können, dass Jazenjuk nun auch die Geschichte des Zweiten Weltkrieges neu zu schreiben versucht? Dass er in einem Interview in der deutschen Tagesschau das Vorrücken der Roten Armee in ihrem Abwehrkampf gegen Hitlers Wehrmacht ab 1942 als «Invasion» der Russen in die Ukraine und nach Deutschland bezeichnete? (In der russischen Sprache brauchte Jazenjuk das Wort «Invasion».)

Hat man vergessen, dass John McCain, der US-Präsidentschaftskandidat der Republikaner im Jahr 2008, am Maidan in Kiew selber auf der Rednerbühne stand?

Hat man vergessen, dass R. Hunter Biden, der Sohn von US-Vizepräsident Joe Biden, in der Chefetage eines amerikanischen Energie-Konzerns sitzt, der in der Ostukraine Fracking betreiben will und dort bereits grosse Ländereien besitzt?

Hat man vergessen, dass sich Joe Biden in einer Rede an der Kennedy School of Government an der Universität Harvard höchstselbst rühmte, dass es die USA waren, die die Europäer zwingen «mussten», Sanktionen gegen Russland zu ergreifen?

Oft ist weniger bemerkenswert, was und wie Schweizer Medien über die Ukraine berichten, als worüber sie nicht berichten. Das jüngste Beispiel: Poroschenko hat in einem Interview mit der NZZ am 20. Januar gesagt, sein Geheimdienst gehe davon aus, dass in der Ostukraine zwischen 8000 bis 9500 russischen Soldaten im Einsatz seien. Nur neun Tage später, am 29. Januar, sagte der ukrainische Generalstabschef Viktor Muschenko vor laufender Kamera: «Wir haben einige Fakten, dass einzelne Soldaten der russischen Streitkräfte und russische Staatsbürger im Bestand der illegalen bewaffneten Formationen an den Kampfhandlungen teilnehmen. Wir führen aber keine Kämpfe mit Einheiten der regulären russischen Armee.» In der Schweiz davon etwas gelesen?

Das alles hindert den NZZ-Auslandredaktor Cyril Stieger nicht, in einem Leitartikel vom Freitag, 30. Januar 2015, die Lösung des Konflikts in der Ukraine ausschliesslich bei Putin zu lokalisieren. Die Ukraine kann dazu nichts beitragen. Die USA kommen in dem Kommentar schon gar nicht vor.

(Immerhin, die NZZ hat vermeldet, dass das für Freitag geplante Treffen in Minsk nicht stattfinden konnte, weil Kiew seine Beteiligung absagte.)

«Das Unglück der Erde ist, dass zwei einen Krieg beschliessen und Millionen ihn ausstehen müssen», ist man leicht modifiziert mit Jean Paul zu sagen geneigt. Mit Tausenden von zivilen Opfern: Toten, Verstümmelten, Verletzten; Betagten, Frauen, Kinder.

Auch am heutigen Sonntag wieder.

* * * * * * *

Für Leute, die Bilder von Kriegstoten nicht fürchten, siehe das folgende Beispiel.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine

Zum Infosperber-Dossier:

Ukraine_Sprachen

Die Ukraine zwischen Ost und West

Die Ukraine ist sprachlich und kulturell ein geteiltes Land. Die Interessen klaffen weit auseinander.

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44 Meinungen

  • am 1.02.2015 um 11:41 Uhr
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    Der im Text zitierte Jean Paul Friedrich Richter schrieb schon mit 19 Jahren eine meisterhafte Antikriegs-Satire ¨"Uber die Wiederverwendung der menschlichen Haut», zur Herstellung von Kampfanzügen, in seinen satirischen «Grönländischen Prozessen», dies notabene schon vor der Französischen Revolution. Dass Feindquellen, in diesem Fall russische, nicht ernst genommen werden, erinnert an die deutsche Dokumentation des Massakers von Katyn, der Vernichtung der polnischen Elite durch Stalin, welche erst in den letzten 25 Jahren fair zur Kenntnis genommen wurde jenseits blosser Propagandistik mit Toten incl. Horror-Bildern von schrecklichen Leichen, wie es immer schon Propaganda war, zum Beispiel bei der Entkolonisierung mit dem Film «Africa addio» vor mehr als 40 Jahren. Christian Müller scheint sich an das Prinzip der Aequidistanz zu Amerikanern und Russen zu halten, was zwar nicht mit der schweizerischen Neutralität zu verwechseln ist, geht jedoch als journalistisches Prinzip mit guten Gründen durch.

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  • am 1.02.2015 um 12:00 Uhr
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    @ Christian Müller

    Ich bewundere Ihre Geduld, die wahren Verhältnisse detailliert hier darzulegen.
    Danke!
    Einzig Eines möchte ich korrigieren. Herr Obama ist null mächtig. Er führt aus, was ihm die, welche wirklich mächtig sind, befehlen.

    Dabei war mein Eindruck beim Wahlkampf ein anderer. Ich hielt Obama für wirklich rechtschaffen. Wenige Wochen nach dem Wahlsieg hörte/sah ich eine Rede und war irritiert. Er sprach mit Mimik des Herrn Bush jun. .
    Wer Augen und Intuition hat, möge sie benutzen.

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  • am 1.02.2015 um 12:40 Uhr
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    Kleine Nebengeschichte zur Ukraine-Krise:

    Zu Beginn der Ukraine-Krise war Ruslana Lyschytschko (Gewinnerin Eurovision Contest 2004) ein, in westlichen Medien, gern porträtiertes Sternchen. Sie bekam zahlreiche Preise, unter anderem einen aus der Hand von Michelle Obama (International Woman of Courage Award ) oder einen Preis vom Atlantic Council in Washington (Distinguished Humanitarian Leadership Award).

    Das war bevor sie die Seite wechselte:

    http://www.solothurnerzeitung.ch/ausland/einst-eurovision-gewinnerin-heute-die-stimme-der-revolution-127697689

    http://www.suedkurier.de/nachrichten/panorama/weltspiegel-themensk/Ruslana-will-Ukraine-nach-Europa-bringen;art1003205,6578771

    http://www.spiegel.de/panorama/ukraine-saengerin-ruslana-stimmt-jede-nacht-die-nationalhymne-an-a-939391.html

    http://www.wz-newsline.de/home/panorama/kopf-des-tages/ruslana-lyschytschko-die-kaempferin-1.1542789

    http://www.solothurnerzeitung.ch/ausland/einst-eurovision-gewinnerin-heute-die-stimme-der-revolution-127697689

    Dann wechselte die Gute die Seite, wahrscheinlich ging sie einer Aufforderung von Francchetti nach, der dieses viel beachtete Interview in einer ukrainischen Sendung gab. Das Interview war ein Meilenstein in der offziellen Berichterstattung in der Ukraine, weil erstmals die Meinung Platz bekam, dass die Kiewer Regierung in der Ostukraine die Zivilbevölkerung bekämpft – und nicht russische Armeen:

    https://www.youtube.com/watch?v=W1x7xmsYArs

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  • am 1.02.2015 um 13:06 Uhr
    Permalink

    @Christian Müller: Cyrill Stieger ist nicht Chef der NZZ Redaktion International, sondern Redakteur «zuständig vor allem für Ostmittel- und Südosteuropa sowie Österreich, die Türkei, die Ukraine und Weissrussland.»

    Redaktionsleiter International bei der NZZ ist der liebe Eric Gujer, der 2010 ein Buch zu Terrorismusbekämpfung schrieb zusammen mit dem ehemaligen Executive Director des von Dick Cheney gegründeten Project for a New American Century (PNAC). An Bord geholt wurde er 2013 von Markus Spillmann, und zwar parallel zur Absetzung des USA-kritischen NZZ VRP Konrad Hummler.

    Erstaunt es da wirklich, dass die NZZ die offensichtlich führende Rolle der USA beim Februar-Putsch und dem anschliessenden Regime Change in der Ukraine nicht erwähnt?

    Hat sich die NZZ in ihrer Auslands-Berichterstattung freiwillig dermassen blamiert? Wohl kaum. Sowohl Konrad Hummler mit Wegelin als auch Etienne Jornod mit Galenica haben von den USA schon ihren «Schuss vor den Bug» erhalten, bzw. Ersterer wurde ganz versenkt.

    Eine allzu USA-kritische Berichterstattung in den tonangebenden sog. «Leitmedien» wäre den wirtschaftlichen und politischen Interessen der Schweiz derzeit nicht besonders förderlich.

    http://www.nzz.ch/impressum

    Anm. cm:
    Dominik Rölli hat recht. Cyril Stieger ist nicht der Chef der Auslandredaktion. Wir haben das im Text geändert.

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  • am 1.02.2015 um 14:11 Uhr
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    PS: Der «richtig üble ukrainische Nazi-Kollaborateur» Stepan Bandera wurde von den «Nazis» immerhin verhaftet und kam erst 1944 aus Sachsenhausen frei.

    Bei aller Skepsis gegenüber dem neusten Washingtoner Streich und bei allem Verständnis für die bereits unter den Zaren weitgehend russifizierte Bevölkerung im heutigen Donbass: Die Menschen in der heutigen Westukraine haben nunmal eine andere Geschichte und eine andere ethnische und sprachliche Zusammensetzung und fühlten sich eigentlich noch nie wirklich als Teil Russlands (ob zaristisch, sowjetisch oder modern). Ihre grundsätzlich legitimen Unabhängigkeitsbestrebungen wussten interessierte und mächtige Dritte freilich schon immer für ihre eigenen Interessen zu instrumentalisieren: 1918 Deutschland (und gleich darauf das junge Polen), 1922 und 1954 die Sowjets mit ihren grosszügigen «Geschenken», dazwischen 1941 nochmals Deutschland, und heute eben die USA.

    Dass der Vorstoss der Wehrmacht 1941 von weiten Teilen der Bevölkerung in sowjetisch besetzten oder bedrohten Gebieten von Finnland über das Baltikum bis in die Ukraine begrüsst wurde, ist nicht zu leugnen und grundsätzlich nachvollziehbar. Daran würde die USA nun gerne anknüpfen, wenn auch nicht besonders glaubwürdig, trotz tatkräftiger PR-Unterstützung durch die Schreiberlinge von der Falkenstrasse.

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  • am 1.02.2015 um 14:35 Uhr
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    Auch dieser Autor bringt es wieder fertig, den Krieg in der Ukraine als Konflikt zweier gleicher Übeltäter, resp. Mächte, darzustellen, die sich doch irgendwo in der vernünftigen Mitte finden sollten. Darf man daran erinnern, dass die Ukraine von Russland ohne irgendwelche vorgängige Aktion gegen Russland angegriffen wurde, weil Russland die innenpolitischen Vorgänge in Kiew nicht passten? Dass die Eroberung der Krim schon länger auf Putins Agenda stand? Dass Russland sich selber kapitalistischen Organisationen annäherte, seinem Nachbarn aber jegliche eigenständige Bündnispolitik abspricht? Russland hat als erster Staat in Europa international anerkannte Grenzen verletzt. So wie es bereits in Südossetien und Abchasien geschehen war.

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  • am 1.02.2015 um 14:47 Uhr
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    "nämed Si dä Quick vom Ruedi Laisi» – oder wie ging jetzt die Werbung?!

    Die Wahrheit kann doch so einfach sein, wenn man sich auf die Nato-Berichterstattung verlässt. 😉 sorry

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  • am 1.02.2015 um 14:51 Uhr
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    @Bregy. Sie sollten anerkennen, dass Ruedi Lais, übrigens ein Mann mit politischer Erfahrung, hier rational argumentiert. Selber hielt ich als Tolstoileser einerseits und Verächter Chruschtschews andererseits nie viel von einer rein legalistischen Betrachtung der Krimfrage. Von dieser allein aber ist das Ukraineproblem nicht objektiv zu beurteilen.

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  • am 1.02.2015 um 15:00 Uhr
    Permalink

    Entschuldigen Sie. Etwas sachlicher:

    1) «Dass die Eroberung der Krim schon länger auf Putins Agenda stand?"

    – Man muss die geostrategische Lage der Krim beachten (Schwarzmeerflotte).
    – Im Gegensatz zur deutschen Vereinigung gab es abgesehen davon immerhin eine Abstimmung
    – Was die Historie anbelangt, könne Sie, Herr Meier, besser Auskunft geben.

    Von einer «Eoroberung» zu sprechen, ist mehr als unkorrekt

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  • am 1.02.2015 um 15:02 Uhr
    Permalink

    2) «Dass Russland sich selber kapitalistischen Organisationen annäherte, seinem Nachbarn aber jegliche eigenständige Bündnispolitik abspricht? «

    Da fehlen mir glatt die Worte

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  • am 1.02.2015 um 15:07 Uhr
    Permalink

    Wenn Russland die Krim mit Schwarzmeerflotte nicht zu Russland «geschlagen» hätte, wäre Russland nicht mehr verteidigbar. Das ist aus geostrategischer Sicht derart essentiell, dass ein «Mann mit politischer Erfahrung» sowas wissen müsste.

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  • am 1.02.2015 um 15:20 Uhr
    Permalink

    Die Ukraine hat mit Russland einen Pachtvertrag (bis 2042) über den Hafen Sewastopol. Dieser Vertrag war in keiner Weise gefährdet, als Russland die Krim attackierte. Russland wurde 1994 Mitglied der NATO-Partnership for Peace, 1995 Mitglied von IWF/Weltbank und 2012 Mitglied von GATT/WTO. Putin hat für sich die Vision, die Sowjetunion in der Form «Russland+Vasallenstaaten» wiederherzustellen und Russland so wieder zur Weltmacht zu machen. Ausser der Armee und dem Öl fehlt dem ansonsten ärmlichen Mittel-Staat Russland aber so ziemlich alles für Putins Ambitionen. V.a. schrumpft durch Sterbe- und Auswanderungsüberschuss die Bevölkerung. Das setzt Putin leider unter Druck, Gewalt anzuwenden.

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  • am 1.02.2015 um 15:25 Uhr
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    Wann attackierte Russland die Krim? Was meinen Sie damit?

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  • am 1.02.2015 um 15:31 Uhr
    Permalink

    Nach monatelangem Leugnen steht heute selbst Präsident Putin dazu, dass russische Soldaten «inoffiziell» seit dem 27. Februar 2014 in der Krim im Einsatz waren und die «Heimholung» der Krim völkerrechtswidrig und mit Waffengewalt vollzogen. Sie sollten nichts abstreiten, worauf Putin selber stolz ist!

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  • am 1.02.2015 um 15:36 Uhr
    Permalink

    Fragen wir mal anderst, Herr Lais:

    Dass amerikanische Söldner die ostukrainische Zivilbevölkerung attackieren, finden Sie

    a) nicht okay

    b) zum Ignorieren

    c) das Normalste der Welt

    ->

    https://www.youtube.com/watch?v=m9R5UEVMJHE

    Was soll Putins Russland nach Ihrer Mienung tun, Herr Lais?

    a) zuschauen

    b) Separatisten unterstützen

    c) eingreifen und die ostukrainische Bevölkerung schützen (Können Sie abändern, wenn als suggestiv empfunden, aber dann bitte genau sagen, wie Sie das sehen)

    Wenn Sie mir diese Fragen beantworten, kann ich Sie besser verstehen, Herr Lais. Ich habe im Moment überhaupt keinen Zugang zu Ihrer Sichtweise. Helfen Sie mir, ansonsten glaube ich, Sie wollen sich mit Ihren Kommentaren für einen transatlantischen PR-Club bewerben.

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  • am 1.02.2015 um 15:38 Uhr
    Permalink

    ""Nach monatelangem Leugnen steht heute selbst Präsident Putin dazu, dass russische Soldaten «inoffiziell» seit dem 27. Februar 2014 in der Krim im Einsatz «

    -> natürlich. Meinen Sie, Kiew hätte ansonsten eine Abstimmung zugelassen? Was haben die russischen Soldaten gemacht, über das Bewachen der Stimmlokale hinaus?

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  • am 1.02.2015 um 15:40 Uhr
    Permalink

    An Herrn Ruedi Lais.

    So Sie sich über die Loslösung der Krim von der Ukraine sich wirklich kundig machen, werden Sie auf die Tatsache stossen:

    Etwa 90% der Stimmberechtigten sind zur Urne gegangen.
    Ueber 90 % von ihnen haben ein Ja eingelegt zu der Vorlage, einen eigenen Staat zu gründen und der russ. Föderation sich anzugliedern.

    Es gab keinen Zwang in dieser Abstimmung. Die Menschen auf der Krim wollten die Selbständigkeit und den Anschluss an Russland.

    Das Einzige, was Russland während der Abstimmung machte: Das russische Militär hinderte ukrainisches Militär daran, auszurücken – so mein Wissensstand.

    Der Lebensstandart auf der Krim ist seit der Loslösung von der Ukraine gestiegen. Dies nebenbei.

    Tut mir leid, lieber Herr, aber diese Informationen stehen in den qualitätsfreien NZZ TA SD FAZ Spiegel Focus Bild Blick, Gott sei es geklaget, nicht.

    Doch gibt es Augenzeugen. Ewald Stadler zum Beispiel war bei den Wahlen auf der Krim vor Ort.

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  • am 1.02.2015 um 15:53 Uhr
    Permalink

    …passen Sie auf mit Ewald Stadler. Da liefern Sie Herrn Lais unnötig Futter für Nebenschauplätze, wie Roelli sagen würde.

    Ich bleibe dabei. Können Sie mir, Herr Lais, Ihre Standpunkte zu meinen Fragen darlegen?

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  • am 1.02.2015 um 15:59 Uhr
    Permalink

    @Christian Müller: Sackstark Ihr Artikel, herzliche Gratulation! Sie sehen, wir sind zwar nicht immer gleicher Meinung, aber diesmal kann ich Ihnen nur zustimmen. Danke!
    Und Ihr Artikel hat gar nichts mit Antiamerikanismus zu tun sondern nur mit wachem Sachverstand.

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  • am 1.02.2015 um 16:01 Uhr
    Permalink

    @ Olivier Bregy
    Ich habe eine persönliche Frage und bitte um Kontakt:
    kristall@gmx.ch

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  • am 1.02.2015 um 16:12 Uhr
    Permalink

    @Voegeli. Eine Volksabstimmung ohne verfassungsmässige Grundlage ist vielleicht ein revolutionärer Akt, in diesem Fall eine russische Manipulation, aber sicher kein Rechtsakt. Es war eine «Tat» Putins im raffiniert gewählten richtigen Augenblick, worauf er noch, wie Herr Lais betont, unterdessen stolz ist. Ohne einen nur zum kleinen Teil passenden Vergleich zu machen: Es ist nie durch ein Gericht abgeklärt worden, ob die Oeffnung der Berliner Mauer durch die Erklärung von Herrn Grabowski oder wie er hiess, legal war. Die gesetzte Tatsache liess sich nicht mehr rückgängig machen. Gilt wohl, unter anderen Bedingungen, auch für die Krim. Alle anderen Probleme, die Ukraine betreffend, sollten wenn möglich unter die Kontrolle des Rechts gebracht werden.

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  • am 1.02.2015 um 16:17 Uhr
    Permalink

    …und dann kann man das fehlende Amtsenthebungsverfahren auch erwähnen.

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  • am 1.02.2015 um 16:28 Uhr
    Permalink

    Und ich frage mich, ob ich aus historischer Sicht die Maidan-Ereignisse überbewerte. Da gibt es inzwischen ernstzunehmende Untersuchungen, die darauf hinweisen, das «wild» in die versammelten Demonstranten geschossen wurde. Wer sich mit «inszenierten» Regierungsstürzen befasst, wird hellhörig. Die Leitmedien gehen der Frage aus dem Weg.

    http://www.heise.de/tp/artikel/43/43590/1.html

    https://www.youtube.com/watch?v=kfN__DbkjNI

    Vor dem Hintergrund zur damaligen Meinungsbildung bzw. zum Grundtenor in den Medien und der politischen Konsequenzen, sind diese Ereignisse nicht unwesentlich – wenn sie richtig gedeutet/bewertet werden.

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  • am 1.02.2015 um 16:58 Uhr
    Permalink

    @ Pirmin Meier

    Wie drücke ich mich aus, dass ich nicht durch die Zensur falle.
    Ich mach’s mal archaisch.

    Die Helden vom Rütli haben vermutlich auch nicht das gehabt, was Sie als Rechtsgrundlage zu bezeichnen belieben?

    Ich frage Sie, Herr Meier (uff, diese Siezerei hier ist sowas von oberkandidelsteril):
    Was ist denn Recht?

    Ist Recht nicht jedem Menschen innewohnend?
    Wohnt nicht jedem Menschen das Recht zu Selbstbestimmung inne?
    Muss denn, damit ein Mensch etwas entscheidet und ausführt, irgend in einer Gruft ein Schriftstück liegen, welche ihm eben das erlaubt???

    Herr Meier!
    Wenn es mir in meinem Land nicht gefällt und wenn das geltende «Recht», also der Buchstabe in Bern oder wo auch immer mir nicht erlaubt, etwas zu ändern – dann lasse ich dieses «Recht» links liegen und tue, was mein Gewissen mir zu tun gebietet.

    Meiner Erachtens haben die Menschen auf der Krim das gemacht.
    Wer zum Teufel denn soll darüber bestimmen, wie die Leute auf der Krim leben wollen, wenn nicht genau und eben diese Leute selber???

    Was ist das für eine Buchstabenglaube, den ich da zu vernehmen meine?
    Was der Mensch als gut und richtig erkennt, das tue er.

    Wenn morgen die Romands beschliessen, sich Frankreich anhängen zu wollen – ich bin einverstanden. Es ist ihr Recht.

    Wenn morgen Sardinien wirklich zur Schweiz will – ich bin einverstanden. Es ist ihr Recht.

    Wenn morgen der Aargau (hahaha, der sicher nicht) sich Deutschland anhängen will – wer wollte es den Aargauern verwehren?

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  • am 1.02.2015 um 17:58 Uhr
    Permalink

    @Voegeli: Die Bewegung auf Sardinien lebt immer noch: http://www.cantonmarittimo.com

    Argumentativ gehen sie ziemlich clever vor: Sie argumentieren, sie seien primär sardisch, nicht italienisch. Und dann, die sardische Kultur, geprägt vom ursprünglichen Berg- und Hirtenvolk der Sarden, passe besser zur Schweiz als zu Italien.

    Fazit: Ueli Maurer soll den Euro-Crash abwarten und dann schleunigst ein paar grüne Männchen runterschicken, dann gibt’s eine Volksabstimmung, und die Schweizer Navy geht in Cagliari vor Anker. Chiavenna, Bormio und das Veltlin sollten wir uns auch endlich mal zurückholen, die wurden uns alle völkerrechtswidrig von Napoleon geklaut.

    Dann schauen wir weiter. Im Elsass zum Beispiel gibt es seit Monaten heftigste Proteste gegen die neue, komplett völkerrechtswidrige Gebietsreform von Paris (wird darüber in der NZZ eigentlich berichtet?) Deutschland und Frankreich haben hier beim Annektieren beide erbärmlich versagt und die Herzen der Menschen nicht gewonnen. Deshalb ist es höchste Zeit, dass die Schweizer Geheimdienste NBD und MND die pro-schweizerischen Separatisten der «Division Schnabelix» mit logistischen Mitteln und unsichtbaren Panzern unterstützen (http://www.cigogne-rebelle.fr/dessins-illustrations/).

    Schliesslich Deutschland, die besitzen seit 1945 ohnehin keine vom Volk genehmigte Verfassung, ein komplett völkerrechtswidriger Zustand. Wenigstens Baden-Württemberg sollten wir abstimmen lassen, ob sie nicht eine Schweizer Lösung bevorzugen würden.

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  • am 1.02.2015 um 18:22 Uhr
    Permalink

    2/2 Tja und mit Baden-Württemberg fallen uns noch das US European Command und das US African Command in die Hände (beide bei Stuttgart), die müssen wir natürlich rauswerfen, denn wir bleiben selbstverständlich umfassend neutral. Sollen die Amis doch in ihren völkerrechtswidrig freigebombten Kosovo umziehen, oder nach Kiew.

    So und mit dieser neuen Ausgangslage können wir allmählich auf unsere älteren Vorhaben zurückkommen und mit Mailand Kontakt aufnehmen. Und von dort geht’s weiter nach Genua, um eine direkte Seeverbindung zum bereits schweizerischen Sardinien zu schaffen. Genua ist ohnehin bereits unser nächstgelegener Seehafen, was läge da näher als eine politische Integration? Völkerrechtlich ist das absolut wasserdicht, und auch historisch nur folgerichtig, nutzte doch bereits Garibaldi die Schweiz als Operationsbasis.

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  • am 1.02.2015 um 18:53 Uhr
    Permalink

    @Roelli. Machen Sie eigentlich unfreiwillig Werbung für das Marignano-Jubiläum, welches einseitig von der Rechten beansprucht wird und von der Linken eher ungeschickt kritisiert wird? Es lohnt sich auf jeden Fall, Grossmannssucht zu kritisieren.

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  • am 1.02.2015 um 20:21 Uhr
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    @Voegeli. Sie unterschätzten, wie wichtig, gerade bei den Bundesbriefen und Landsgemeinden, die Rechtsgrundlage und das Recht war, wirklich. Das war keine Anachie. Fast alle Dokumente der alten Eidgenossen, das ist natürlich etwas einseitig, sind Rechtsdokumente. Und es ist eben nicht so, dass man «Bock» hätte, einfach aus der Schweiz auszutreten, eher schon, sich ihr anzuschliessen, aber «wir» haben weder Konstanz noch im 20. Jahrhundert Vorarlberg genommen und das hatte gute Gründe. Nehmen Sie Detailkritiken nicht zu übel, das ist normal, sind eigentlich die ganz normalen im Einzelfall notwendigen Kritiken. Ihre Meinung wird geachtet.

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  • am 1.02.2015 um 20:39 Uhr
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    @Meier: Wieso unfreiwillig? Und was gibt es an der Gedenkfeier zu kritisieren? Wenn sich «Rechte» darauf berufen, ist das freilich eher ein Missverständnis. Ich hoffe wir sehen Sie am 13. September in Milano!

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  • am 1.02.2015 um 20:48 Uhr
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    @die Eidgenossen von einst sagten fast nie Milano, sondern Mailand, auch Luggarus für Locarno und Bellenz für Bellinzona, Lauis für Lugano. Für Luzern war Mailand was Paris für Solothurn und Bern. Renward Cysat erzählt von Bilokationen von Luzernern nach Mailand, also Entrückungen. Vielleicht nehme ich nur bilokativ an den Gedenkfeiern teil. Selber sprach ich in Rickenbach vor 200 Hörerinnen und Hörern von einem Habermacher, von hier, in Marignano gefallen, auch ein direkter Vorfahre des derzeitigen LU SVP-Präsidenten aus Ruswil war Schlachtteilnehmer von Marignano. Noch bedeutend bei den Mailänder Feldzügen der Anteil der Walliser, was auf Kardinal Schiner zurückzuführen ist. Das hat nicht allzu viel mit eidgenössischem Geist zu tun, am ehesten schon mit Kampfgeist.

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  • am 2.02.2015 um 01:43 Uhr
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    @ Pirmin Meier
    Danke für die Aufmunterung!
    Ich habe Beispiele mit der Schweiz aufgeführt um darzutun, dass ich nicht einerseits von Eigenverantwortlichkeit einer Bevölkerung schwafle, wenn es um die ferne Krim geht, und dann anderseits anders reden würde, wenn es auch um eine mir nahe Wurst, also um die nächste Umgebung meiner angestammten Heimat ginge.
    Beispiel Kanton Jura.
    Ich erinnere: Die dortige Bevölkerung hat in freier Abstimmung einen eigenen Kanton gründen wollen.
    Ich habe vergessen: Musste der Rest der Schweiz zustimmen? – schaue nach – und bin enttäuscht. Ja, es gab dann die Volksabstimmung, sinngemäss: «Darf sich ein neuer Kanton, der Kanton Jura, bilden?"
    Gott sei Dank waren die Schweizer so klug, mehrheitlich zuzustimmen.
    Ich halte es aber für komplett unzulässig, dass es einer Region verwehrt werden kann, über ihre Art des Zusammenlebens selber zu bestimmen.
    Es gibt höhere Rechte als die Buchstaben auf Papier.
    Ich möchte richtig verstanden werden:
    Ich halte es für vorbildlich, wenn Differenzen zum Beispiel zwischen DE-Schweizern und Romands zäh, aber offen und ehrlich besprochen und Lösungen ausgehandelt werden!
    UND ich halte es für selbstverständlich, dass sich zum Beispiel ein Staat Venedig eigenständig machen darf. Wer auf dieser lieben Welt dürfte das der venezianischen Menschen verwehren?
    Und so beisse ich mich in den Ellbogen, wenn jemand die Menschen der Krim für ihre Entscheidung kritisiert oder gar – KOMPLETT verlogen – von Annexion spricht.

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  • am 2.02.2015 um 04:31 Uhr
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    @Voegeli. Leider war auch die «Heimholung» Oesterreichs 1938, entgegen etwa den Memoiren des Theologen Paul M. Zulehner, keine Annexion, eine völlig mehrheitsfähige Angelegenheit, zumal hier ein Oesterrreicher die Hauptrolle spielte. «Grossdeutschland» war ein politischer Irrtum, um nicht zu sagen eine Verführung des deutschösterreischischen Volkes. Wäre Vorarlberg zur Schweiz gekommen, hätten wir uns allenfalls in dieser Sache Probleme eingeheimst, so wie die Freigrafschaft Burgund, von der Schweiz behalten, wohl früher oder später von Frankreich «geschnappt» worden wäre, wahrscheinlich schon von Ludwig XIV. Es gab Gründe, die Schweiz nicht zu stark auszudehnen. In Sachen Jura ist die Stadt Moutier noch ein Faktor, wo aber doch nur eine streng legale Lösung in Frage kommt. Meierskappel LU möchte aus steuerlichen Gründen zum Kanton Zug, das wird wohl nicht gehen.

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  • am 2.02.2015 um 04:48 Uhr
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    PS. Vor der Aufnahme Sardiniens in die Schweiz müssten wir noch eine Volksabstimmung über eine schweizerische Marine hinter uns bringen. Ich fürchte, das gäbe weniger Stimmen als der «Gripen."

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  • am 2.02.2015 um 06:17 Uhr
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    @ Pirmin Meier
    LoL. Und Einspruch. Unser einer macht das mit Basistunnels. Sagen wir mal Einstieg vor den Toren Berns, unter dem bitzeli Alpen und Mittelmeer durch, und dann können die Sardinier sagen, wo sie ihren Zugang haben wollen.

    Bezüglich Oesterreich 38 deckt sich Ihre Sicht mit der Meinigen, und es war in so fern ähnlich der Krim: Man möchte gerne, dass die Nationalsozialisten mit dem gierigen deutschen Gesamtvolk im Rücken nicht nur Oesterreich annektiert, sondern dass dieselbigen die Weltherrschaft angestrebt haben sollen. In der Schule habe ich das auch so gelernt, habe es 50 Jahre lang geglaubt – und es dürfte wenig mit der Wahrheit gemein haben.
    Heute soll ums Verrecken durchgedrückt werden, dass Russland die Krim ANNEKTIERT habe. Es ist schlicht und einfach eine Lüge, es ist ein neues Kapitel Geschichtslüge, welche hier jetzt, vor unsern Augen, etabliert werden soll.

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  • am 2.02.2015 um 11:58 Uhr
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    @Meier: Swiss Navy bzw. Schweizer Marine gibt es schon, die überwachen und verteidigen unsere Grenzseen. Während des Zweiten Weltkriegs und auch noch bis 1990 war das ziemlich ernst gemeint. Heute werden die Boote und Seebunker von der Motorboot Kompanie 10 betrieben. Die hätten sicherlich nichts gegen einen Bootsplatz in Cagliari. Den stillgelegten Atom-Uboot-Hafen der Amerikaner könnten sie ev. auch gleich noch übernehmen. Falls dann einer neuer Gaddafi nochmals mit der Aufteilung der Schweiz drohen sollte, könnte Bern ganz anders reagieren. Ausserdem gilt es, die wichtigen Erdölimporte aus Libyen und Algerien zu schützen. Diese gelangen via Genua und Marseille in die Schweiz und werden derzeit von der NATO bzw. der sechsten Flotte der US Navy überwacht. Aber spätestens wenn wir das US European Command nach der völkerrechtskonformen Aufnahme Baden-Württembergs aus Stuttgart rausgeworfen haben, können wir darauf wohl nicht mehr zählen. Der Schweizer Gripen hätte über dem Mittelmeer übrigens auch mehr Platz für seine Manöver…

    http://www.motbootkp.ch/index.php?show=16&sub=17

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  • am 2.02.2015 um 17:20 Uhr
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    Man fragt sich schon, wie dumm wir Europäer, resp. wie kurz das Gängelband des US-Rüstungslobby für uns ist…

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  • am 2.02.2015 um 17:36 Uhr
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    ja, leider. Die höchste Eskalationsstufe ist erreicht. Es gibt kein Zurück.

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  • am 2.02.2015 um 18:19 Uhr
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    Hier noch etwas Sonderbares aus der Ukraine: Den «Kampf gegen die Korruption» wird nun ein Georgier in der Ukraine führen, der wegen einer ganzen Reihe von Straftaten als Minister und Staatsanwalt unter Saakaschwili über INTERPOL gesucht wird!…

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