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Das russische Reich im Jahr 1914 vor dem Ersten Weltkrieg © University of Rochester illustration / Michael Osadciw

Das Aufbauschen der russischen Gefahr dient Rüstungskonzernen

Joe Lauria /  Putin hat weder die Mittel noch die Absicht, ein Nato-Land anzugreifen. Er ist ein Revisionist, aber kein Imperialist.

Red. Joe Lauria ist Chefredaktor von Consortium News und ehemaliger UN-Korrespondent für das Wall Street Journal, Boston Globe und andere Zeitungen. Zwischentitel von der Redaktion.


Medien und Politiker hatten das Interview von Tucker Carlson mit Wladimir Putin schon vor der Ausstrahlung einhellig verurteilt. Beispielsweise schrieb The Guardian:

«Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, es sei zu erwarten, dass das Interview Putin eine Plattform für seinen verrückten Plan biete, das russische Imperium wieder aufzubauen: ‹Wir können alle vorhersehen, was Putin sagen wird, ich meine, er ist ein chronischer Lügner […] Er versucht ohne Grund, so viele Ukrainer wie möglich zu töten. Der einzige Grund ist sein verrückter Wunsch, das jetzt imperialistische Russische Reich wieder zu errichten, in dem er all seine Nachbarländer kontrolliert und seinen Willen aufzwingt. Aber das können und werden wir in Europa und der Welt im 21. Jahrhundert nicht tolerieren.›» 

Gemäss dem letztes Jahr verabschiedeten europäischen Gesetz über digitale Dienste könnte Tucker Carlsons Interview sogar als «illegal» eingestuft werden, warnt The Guardian:

«Das Gesetz zielt darauf ab, illegale oder schädliche Inhalte, die Gewalt oder Hassrede anheizen, aus den Sozialen Medien zu verbannen. Alle grossen Plattformen, ausser X, haben einen Verhaltenskodex akzeptiert, der ihnen hilft, ihre internen Verfahrensweisen zu beschleunigen und auszubauen, um dem Gesetz zu entsprechen …

Die Plattformen selbst tragen die Verantwortung dafür, sicherzustellen, dass ihre Inhalte rechtmässig sind, sagte ein Sprecher des EU-Kommissars für digitale Dienstleistungen, Thierry Breton […] Wenn eine Social-Media-Plattform das neue EU-Gesetz nicht beachtet, kann sie mit hohen Bussgeldern belegt oder in der EU ganz verboten werden.»

Die Russen kommen – mal wieder…

Wie vorherzusehen war, verurteilten die westlichen Medien das Interview aus unterschiedlichen Gründen, unter anderem, weil es dem russischen «Imperialismus» Vorschub leiste. The Economist schrieb:

«[Putins] Besessenheit von Russlands historischem Anspruch auf die Ukraine stützt sich auf Atomwaffen […] Er stritt jegliches Interesse daran ab, in Polen oder Litauen einzumarschieren, doch dasselbe sagte er früher auch über die Ukraine.»

Die westliche Rhetorik über einen wiedererwachten «russischen Imperialismus» begann 2014, als Russland den Donbas dabei unterstützte, sich dem verfassungswidrigen, von den USA unterstützten Putsch in Kiew zu widersetzen. Damals versuchten westliche Politiker, das russische Vorgehen [auf der Krim und im Donbas] als «Invasion» oder «Besetzung» darzustellen. Es gehöre zu Putins grossem Plan, das russische Imperium wieder herzustellen und sogar Westeuropa zu bedrohen.

Im März 2014, einen Monat nach dem Putsch, verglich Hillary Clinton Putin mit Adolf Hitler. Die Washington Post informierte darüber: 

«Falls Ihnen das vertraut vorkommt, es ist dasselbe, was Hitler in den 1930er-Jahren gemacht hat», sagte Clinton laut dem Long-Beach-Press-Telegramm. «Hitler sagte immer wieder, dass alle ethnischen Deutschen, die Deutschen aufgrund ihrer Abstammung, in Ländern wie der Tschechoslowakei, Rumänien und anderen nicht rechtmässig behandelt wurden, ‹ich muss losziehen und mein Volk beschützen›, und das war es, was alle so nervös gemacht hat.»

Später versuchte Clinton, Vergleiche mit Hitler herunterzuspielen, indem sie sagte, Putin sei nicht so irrational, ganz Europa erobern zu wollen. Aber die Behauptung, der russische Präsident versuche, das Sowjetimperium wiederaufzubauen und dann Westeuropa zu bedrohen, wird im Westen oft wiederholt.

An vorderster Front stand der Atlantic Council, wenn es darum ging, die Idee [des russischen Imperialismus] zu verbreiten.

Eine Wiederherstellung des Sowjetimperiums würde bedeuten, dass Moskau die zentralasiatischen Republiken, Aserbaidschan und Armenien, und nicht zuletzt die Staaten des Baltikums und des früheren Warschauer Paktes, die jetzt zur Nato gehören, wieder unter seine Kontrolle bringt.

Seit der russischen Invasion 2022 haben zahlreiche Artikel dieser Leier zugestimmt, zum Beispiel:

The Hill:
«Die USA haben eine Chance, den russischen Imperialismus für immer zu besiegen»; 

Foreign Policy:
«Was uns die Geschichte über untergegangene Imperien erzählt, die versuchen, ihre früheren Besitztümer wiederherzustellen.»; 

Salon
«Wie der russischen Kolonialismus die westliche antiimperialistische Linke verschaukelte».

[Red. Grosse Medien in der Schweiz und in Deutschland wiederholen es häufig: Wenn die Ukraine (und der Westen) die Region Donbas und die Krim Russland überlasse, verstehe dies das imperialistische Russland als Einladung, baltische Staaten und Polen anzugreifen.]

Dieselben westlichen Politiker und Medien machen sich darüber lustig, wie desaströs angeblich die Lage der Russen auf dem ukrainischen Schlachtfeld sei, oder wie, in den Worten von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Russland auf Waschmaschinenteile zurückgreifen müsse, um sein Militär am Laufen zu halten. Diese Widersprüche machen deutlich, wie absurd die Behauptung ist, der russische «Imperialismus» bedrohe den Westen: Wie kann Russland gleichzeitig so schwach und inkompetent und doch eine so akute Bedrohung sein?

«Gefährliche Dämonisierungen Russlands»

Der verstorbene Russlandspezialist Stephen F. Cohen hat diese Ängste als gefährliche Dämonisierungen Russlands und Putins verworfen. Cohen erklärte wiederholt, Russland habe weder die Möglichkeiten noch den Willen, einen Krieg gegen die Nato zu beginnen, und verhalte sich gegenüber der Allianz defensiv.

  • Das beweisen die jahrzehntelangen russischen Proteste gegen die Nato-Osterweiterung (die Putin gegenüber Carlson erwähnte). Die Proteste begannen bereits in den 1990er-Jahren, als Russland von den USA und der Wall Street dominiert wurde, die zu ihrer eigenen Bereicherung die ehemals staatseigenen Industrien ausplünderten und das russische Volk ins Elend stürzten.
  • Das beweist Russlands Unterstützung des Minsk-Abkommens. Dieses sah vor, dass der Donbas ein autonomer Teil der Ukraine geblieben und nicht mit Russland vereinigt worden wäre.
  • Das beweisen auch die Verhandlungsangebote gegenüber der Nato und den USA, die Russland im Dezember 2021 unterbreitete, um eine militärische Eskalation in der Ukraine zu verhindern. 

Der Westen hat diese drei diplomatischen Initiativen Russlands allesamt zurückgewiesen.

Während Realisten in Washington und Europa allmählich eingestehen, dass die Ukraine den Krieg verlieren könnte, kochen die neokonservativen Ideologen das Thema der russischen Bedrohung des Westens wieder hoch. Damit wollen sie den US-Kongress beeinflussen, der zunehmende Bedenken äussert, immer mehr Geld und Menschenleben zu verschwenden.

Das Aufbauschen der russischen Gefahr ist notorisch

Die aufgebauschte Angst vor Russland hat den herrschenden Kreisen der USA [und dem militärisch-industriellen Komplex] seit mehr als siebzig Jahren immer wieder gute Dienste geleistet. In der Zeit von 1947 bis 1949 war in den Geheimdienstberichten der CIA keine Rede von einer sowjetischen Bedrohung, es gab keine Infrastruktur, die eine solche Bedrohung ermöglichen könnte, und offenbar auch nicht den Wunsch nach einer Konfrontation mit den USA. 

Trotzdem begann man 1948 damit, Kriegsangst zu schüren, um die US-Flugzeugindustrie zu retten, die mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges fast zusammengebrochen wäre.

Dann hörte man 1954 von der Bomberlücke und 1957 von der Raketenlücke gegenüber der Sowjetunion – inzwischen ist allgemein bekannt, dass es sich dabei um absichtliche Falschmeldungen handelte. 1979 genehmigte der damalige CIA-Direktor George H.W. Bush ein Projekt namens Team B, dessen Ziel wiederum darin bestand, die angebliche Stärke des sowjetischen Militärs aufzubauschen.

George Kennan, früherer US-Botschafter in Moskau und angesehenster Sowjetexperte in den USA, ist derartigen Übertreibungen immer entgegengetreten, auch noch in seinen späten Lebensjahren, als er die Nato-Osterweiterung kritisierte.

Heute wird uns wieder eine fiktive Geschichte über die russische Bedrohung des Westens aufgetischt, um das Gesicht der USA und Europas zu wahren – und Joe Bidens Präsidentschaft zu retten.

Aber tatsächlich handelt es sich um eine Projektion, um den eigenen Imperialismus zu vertuschen und um über die von Russland real empfundene Bedrohung hinwegzusehen. 

Revisionismus und Imperialismus

Es geht um den grundlegenden Unterschied zwischen Imperialismus und Revisionismus. Westliche Kritiker verwechseln die beiden Begriffe aus Unwissenheit oder absichtlich, weil es ihren Interessen dient. 

Der Unterschied ist folgender: Ein Imperialist übernimmt die Kontrolle über ein anderes Land, das dies nicht will und sich dagegen wehrt. Ein Revisionist hingegen will Gebiete zurückgewinnen, die früher zu seinem Land gehörten, deren Bevölkerung grösstenteils zur selben Ethnie gehört und welche die revisionistische Macht als Schutz vor einer fremden Bedrohung begrüsst.

Hitler war revisionistisch, als er die Sudetendeutschen in der Tschechoslowakei verteidigte. Aber in seinem Fall war dies nur ein erster Schritt eines imperialistischen Plans, Länder zu erobern, die sich ihm widersetzten. 

Wenn man Putins Vorgehen in der Ukraine «imperialistisch» nennt, dann sagt man damit, diese Gebiete hätten noch nie zu Russland gehört, und dass Putin anschliessend möglicherweise weitere Länder erobern wolle, die Russland nie kontrolliert hat – zum Beispiel Westeuropa.

Der russische Imperialismus in der Ukraine ereignete sich vor 250 Jahren unter der Herrschaft Katharinas der Grossen. Damals besiegten die Russen die Türken und besetzten ein Gebiet, das dann Novorossiya genannt wurde. Putin ging noch weiter in der Geschichte zurück, um russische Ansprüche geltend zu machen, und er äusserte offen sein Empfinden, dass dieses Gebiet und Russland eins sein sollten. Darüber sprach er auch schon 2017 ausführlich in seinen Interviews mit Oliver Stone.

Trotz dieser revisionistischen oder irredentistischen Haltung zur Ukraine hat Putin die Ukraine erst 2022 angegriffen. Carlson fragte Putin zweimal, warum er nicht schon früher in die Ukraine einmarschiert sei, wenn er so [revisionistisch] denke. Putin wich der Frage jeweils aus. 

Den westlichen Medien zufolge lügt Putin mit seiner Behauptung, er habe die russischsprachige Bevölkerung des Donbas verteidigt. Sein wirkliches Ziel sei eine territoriale Expansion gewesen.

Tatsächlich aber verteidigte Putins Vorgehensweise die Russen im Donbas, die im Februar 2022 unter ständigen Angriffen der Ukrainer zu leiden hatten. Gleichzeitig sah er darin eine Gelegenheit, diese Gebiete des alten Zarenreiches wieder mit Russland zu vereinigen. Dem Kreml erschien dies notwendig, nachdem der Westen Moskaus Versuche, den Konflikt diplomatisch beizulegen, abgewiesen hatte.

Die vier regionalen Referenden von 2022 im Donbas und das Referendum auf der Krim von 2014 zeigen deutlich, dass die Menschen dieser Regionen – nach dem Putsch in Kiew und dem Aufflammen des ukrainischen Rechtsextremismus – lieber mit Russland vereinigt werden wollten.

Man kann Revisionismus verdammen oder kritisieren. Aber man kann ihn nicht Imperialismus nennen.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine. Joe Lauria ist Chefredakteur von Consortium News und ehemaliger UN-Korrespondent für das Wall Street JournalBoston Globe und zahlreiche andere Zeitungen, darunter The Montreal Gazette und The Star of Johannesburg. Er war investigativer Reporter für die Sunday Times of London und Finanzreporter für Bloomberg News. Er ist auf Twitter unter @unjoe zu finden.
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

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Der Kalte Krieg bricht wieder aus

Die Grossmächte setzen bei ihrer Machtpolitik vermehrt wieder aufs Militär und gegenseitige Verleumdungen.

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Die Ukraine zwischen Ost und West: Jetzt von Russland angegriffen

Die Ukraine wird Opfer geopolitischer Interessen. Die Nato wollte näher an Russland. Seit dem 24.2.2022 führt Russland einen Angriffskrieg.

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22 Meinungen

  • am 26.02.2024 um 11:35 Uhr
    Permalink

    Aus meiner Sicht eine ziemlich blauäugige Perspektive. Es bleibt Tatsache, dass Putin einen imperialen Krieg führt. Die Menschenrechtsverletzungen dabei sind unerträglich.

  • am 26.02.2024 um 13:10 Uhr
    Permalink

    Joe Lauria schreibt:
    «Es geht um den grundlegenden Unterschied zwischen Imperialismus und Revisionismus. Westliche Kritiker verwechseln die beiden Begriffe aus Unwissenheit oder absichtlich, weil es ihren Interessen dient».
    Sobald Herr Lauria abgeklärt hat, ob Putin ein Imperialist oder ein Revisionist ist, werden wir wissen, ob das was er gegenüber der Ukraine tut, rechtens ist. Man frage die Ukrainer!

  • am 26.02.2024 um 13:50 Uhr
    Permalink

    Selbstverständlich muss man die einseitigen Berichte der westlichen Medien hinterfragen.
    Die hier dargestellte Meinung ist aber nicht minder einseitig und vielleicht doch zu blauäugig.
    Tatsache ist, dass Putin ein mehr oder weniger unabhängiges Land auf unsägliche Weise zu zerstören im Begriff ist, ob als Imperialist oder als Revisionist einerlei unakzeptabel!
    Dass die westliche Rüstungsindustrie einen solchen Ball mit Hilfe ihrer in irgendeiner Form profitierenden Politklientel aufnimmt, ist logsich und sollte niemanden überraschen.

  • am 26.02.2024 um 15:01 Uhr
    Permalink

    Vielen Dank für den guten Artikel. Wie so oft, läuft die Propagandamaschine aller Seiten auf Hochtouren, nur sind die Ziele nicht immer die gleichen, was im Artikel sehr gut beschrieben wird. Niemand wünscht sich Krieg, darum muss der Feind zuerst geschaffen werden und zwar in den Köpfen der Leute.
    Lassen wir uns nicht manipulieren, für die Interessen anderer!

  • am 26.02.2024 um 17:29 Uhr
    Permalink

    Der Bericht reiht Behauptungen an Behauptungen an, ohne sie zu hinterfragen. Man weiss zunächst gar nicht wo mit dem hinterfragen begonnen werden soll, so viel gäbe es zu fragen und zu klären. Auch das Narrativ mit den vielen emotionalen Unterstellungen und Pauschalisierungen geben zu denken. 
Natürlich kann man Vieles, das im Westen erzählt wird nicht als bare Münze nehmen, das gilt umgekehrt aber auch. Die Ukraine war seit etwa Mitte des 7. Jahrhunderts ein Spielball zwischen West und Ost, aber auch zwischen den römisch-katholischen und den christlich-orthodoxen Glaubensrichtungen. Man denke an Peter d.1., an Kathatrina d.2., an Zar Alexander d.2., Lenin, Stalin und den Holodomor, naja und heute eben auch an Putin. Die Ukraine hat meines Wissens nach eine eigene Sprache (und Literaturgeschichte), die der polnischen Sprache näher ist als der russischen.

    • am 27.02.2024 um 14:37 Uhr
      Permalink

      Sie haben aber in den letzten 2 Jahren schon mitgekriegt, dass die Ukraine in einen West- und Ostteil eingeteilt werden kann und dass im Osten hauptsächlich viele russisch sprachige Menschen leben? Darauf begründet ja der ganze Konflikt.

      • am 28.02.2024 um 13:04 Uhr
        Permalink

        Ich habe seit 2 Jahren eine Ukrainische Familie bei mir. Sie spricht in der Familie (als Muttersprache) Russisch Sie versteht sich aber zu 100% als Ukrainisch und verurteilt den Russischen Aggressionskrieg in aller Form!
        Nur soviel zum Argumentieren mit Halbwissen!

      • am 29.02.2024 um 09:17 Uhr
        Permalink

        Die Russischen Aggressionskrieg «in aller Form» ist ja nicht allein dem Expansionsdrang Putins geschuldet. Um den Konflikt in der Ukraine zu verstehen sollten sie schon mehr Kenntnisse haben. 1. die Aussage von August Bebel – 1868 schon mal als Grundlage «Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten»
        als 2 .Egon Bahr 2013 «In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten.
        Die Interessen von Staaten, und besonders die URSACHE zu begreifen was in Osteuropa, + Ukraine abläuft. können Sie im folgenden Video s anhören und auch lesen = dt. Untertitel
        George Friedman @The Chicago Council on Global Affairs 2015 ab Minute 8:54 wird es interessant. In diesem Szenario spielen Einzelinteressen oder sogar die Interessen der Bevölkerung keine Rolle. Siehe hier auch der Konflikt in GAZA. Man darf nicht vergessen, die Rüstungsindustrie, ist der größte Antreiber der jetzigen Lage

  • am 26.02.2024 um 18:11 Uhr
    Permalink

    Putin soll ja gemäss den Qualitätsmedien den Ukraine-Krieg verlieren – woher soll er dann die Ressourcen haben Europa anzugreifen?

  • am 26.02.2024 um 21:05 Uhr
    Permalink

    Wer lügt besser? Aber eins ist gewiss, es lügen fast alle, auf beiden Seiten. Begründung: die andern tun’s ja auch. Sowohl die USA als auch Russland und China nicht zu vergessen, wollen in möglichst vielen Ländern ihren Einfluss vergrößern. Europa bzw. Deutschland leben unter sehr großem Einfluss von den USA. Das geht soweit, dass das Ausspionieren der Kanzlerin durch die Obama-Regierung achselzuckend hingenommen wurde, genauso wie die Sprengung von North-Stream (mit Ankündigung durch die Regierung Biden)

    Die Ukraine war als «souveräner» Staat noch zu kriegen. Seit 2014 wird die Geschichte erzählt: der Maidan-Protest wurde durch das russlandfreundliche Regime niedergeschlagen. Sonderbarerweise, konnte dieses Regime dann durch bloße Gewaltandrohung des Volkes in die Flucht geschlagen werden.

    Man kann die Bündnisse, die Putin zu Ländern wie Syrien oder Iran und anderen schrecklichen Ländern hält, schlimm finden. Aber ein Bündnis wie zB. USA mit Saudiarabien ist auch nicht besser.

  • am 27.02.2024 um 01:45 Uhr
    Permalink

    Wer die eminent wichtige Vorgeschichte zum Ukrainekonflikt kennt, empfohlen sei bei der Gelegenheit das kurze Buch von Benjamin Abelow «Wie der Westen Krieg in die Ukraine brachte», weiss, wer an dem Debakel hauptsächlich die Schuld trägt. Der Artikel von Joe Lauria ist absolut stimmig. Putin sagte im Interview mit Tucker Carlson, dass er den Krieg nicht begonnen habe, sondern habe beenden wollen. Wer die Vorgeschichte gut kennt, wird das gar nicht abwegig finden. Auf jeden Fall ist Putin für das Werte-Europa keine Gefahr, eher, wie man z.B. von der Leyen, Scholz, Bärbock und eine ganze auch zum Kopfschütteln Anlass gebenden sogenannten Experten argumentieren sieht, eher umgekehrt.

  • am 27.02.2024 um 02:22 Uhr
    Permalink

    Dieser Artikel ist sehr richtig, denn, indem der Westen Putin von vornherein als Lügner abtut, verleiht man ihm kein Gehör und verstrickt sich in absurden Wahnvorstellungen. Putin ist weder blind noch dumm, er versteht, dass dieser Krieg zu einem Stellvertreterkrieg zwischen USA und Russland geworden ist. Wie oft hat Putin die Hand zu Verhandlungen ausgestreckt! Aber niemand erwähnt das, Selensky hat sogar ein Dekret erlassen, dass niemand mit Putin verhandeln darf. Wieviele Ukrainer will er denn noch in den Tod schicken? Und die EU rüstet auf, ihre Wirtschaft ist am Zusammenbrechen, aber die Frau Von der Leyen ist den USA blind verbunden und sieht nicht, dass sie die EU in die Wand fährt. Die USA hingegen , blühen wirtschaftlich auf (dank Waffenbestellungen und Flüssiggaslieferungen an Europa!). Und bald wird sich Uncle Sam zurückziehen und die Ukraine und Europa, ohne Dankeschön, ihrem bitteren und schmerzhaften Schicksal überlassen.

    • am 27.02.2024 um 13:03 Uhr
      Permalink

      Es empfiehlt sich den Film «Blackbox Ukraine: Kampf um die Geschichte» auf ARTE anzuschauen !

  • am 27.02.2024 um 17:03 Uhr
    Permalink

    Quatsch. Bitte einfach Putin und den Russischen Staatsmedien bzw. staatsnahen Figuren zuhören. Dann muss man nichts aufbauschen, sondern die Absicht einfach zur Kenntnis nehmen.

    Dann darf man noch die Handlungen des Regimens beobachten, insbesondere darf man sich ein Urteil machen, wie Russland mit seinen eigenen Bürgern, welche Kritik äußern, umgeht, siehe die Verurteilung und der Mord von Navalny (er ist selbst auch umstritten und kritisch zu betrachten) und der Umgang mit vielen weiteren Oppositionspolitikern. Es gibt mittlerweile keine Oppoisition mehr in Russland!

    In der ganzen UA wurde für die Unabhängigkeit gestimmt. Die Referenden unter russischer Besatzung sind nicht glaubhaft.

  • am 28.02.2024 um 13:22 Uhr
    Permalink

    Als Gegen- und Komplementärmeinung ist das absolut okay. Bei aller Kritik an der interessensgeleiteten Aufbauscherei durch die Kriegspropaganda des Westens sollte mensch die Idiotie des nationalistischen Regims in Moskau, das aufgrund völlig verfehlter Unterschätzung der militärischen und ideologischen Aufrüstung in der Ukraine geglaubt hat, das Problem mit den lästigen Nationalisten und dem vorrückenden Westen durch eine rasche, möglichst unblutige «militärische Spezialoperation» zwecks Regimechange in Kiew «lösen» zu können.

    Es warnte schon Hannah Arendt offenbar vergebens, «dass diejenigen, die das kleinere Übel wählen, rasch vergessen, dass sie sich für ein Übel entscheiden.» (Was heißt persönliche Verantwortung in einer Diktatur? Seite 34)

    Wenn zwei Räuberbanden sich um die Beute streiten, stellen wir uns bitte auf die Seite der Opfer bzw. des Friedens!

  • am 28.02.2024 um 14:32 Uhr
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    Was weiss nicht was im Kopf des russ. Präsidenten vorgeht. Bis jetzt hat er nur Facts in Ländern geschaffen, die nicht der NATO angehören: Georgien, Moldau und Ukraine. Diese 3 Länder waren Beitrittskandidaten. Mit seinen Angriffen hat er ihnen den Beitritt zur NATO verunmöglicht. Die Ukraine ist ein unabhängiges Land, welches aus der UdSSR hervorgegangen ist, ist also ein Gebilde, welches früher nur sehr kurz Bestand hatte. Die Zaristen bereiteten dem aber ein Ende und gliederten den Osten inkl. Kiew und die Krim in das russ Reich ein. Mit den 2. WK verlor Polen den Westen der heutigen Unkraine mit Odessa und Lwow.
    Der Osten der Ukraine wurde stärker russifiziert als der Westen, einer erwähnte den Holodomor Anfangs der 30er Jahre. Das geschah weil Stalin mit Ford ein Abkommen abschloss für die Industrialisierung (Lastwagenfabrik) Bezahlte mit Korn. Die verhungerten ukr. Bauern ersetzte er durch Russen. Idem die Krimtataren die zwangsumgesiedelt wurden. Auf die Krim kamen dann Russen

  • am 28.02.2024 um 16:56 Uhr
    Permalink

    Welche Sicht auch immer stimmen mag. Fakt ist: Putin ist ein gnadenloser Machtmensch, gross geworden im Geheimdienst. Er ist ein gefährlicher Diktator und Kleptokrat (wie alle Oligarchen), der lügt, einschüchtert, wegsperrt oder ermorden lässt, wer sich ihm in den Weg stellt. Arme Russen. Demokratie und freie Meinungsäusserung ade! Die russische Seele leidet weitere sechs Jahre…

  • am 28.02.2024 um 17:08 Uhr
    Permalink

    Stephan Meyerbeer, München
    An postfaktische Politik steht der sogenannte WESTEN Putin – Russland nichts nach Die können das genau sogut, teilweise noch besser. Da der WESTEN die GUTEN = glaubwürdiger sind und die Russen die Schlechten. Das zieht sich seit zig Jahren durch die Geschichte. Einzige Zeitpunkt waren wohl die Jahre 1990 -bis 1993 wo eben die Zeichen der Zeit eine Andere waren.
    Nehmen wir nur das Jahr 2003 USA´s Angriff auf den IRAK – auch völkerrechtswidrig- wo die USA selbst vor der UNO mit postfaktische Politik – sogar Lügen – diesen Angriff rechtfertig. Keineswegs will ich Putins Angriff relativieren. Nur die URSACHE ist wichtig zu begreifen was in Osteuropa abläuft. im folgenden Video könnte man sich das anhören und auch lesen = dt. Untertitel
    George Friedman @The Chicago Council on Global Affairs 2015 ab Minute 8:54 wird es interessant.

  • am 28.02.2024 um 18:18 Uhr
    Permalink

    Hat Russland Kriegsverbrechen an pro-russischen Separatisten verübt? Nein, sondern an der lokalen Bevölkerung. Wenn man entsprechende Beweise ignoriert, befindet man sich bereits jenseits der überprüfbaren Realität. Und diese lokale Bevölkerung soll nun angeblich per Referendum die russischen Annektionen legitimiert haben?

    Die russische Ökonomie wird seit der Invasion in die Ostukraine zu einer Kriegswirtschaft umgebaut, inklusive russischem Rüstungsboom und Kriegsmaterialimporten aus Nordkorea, Iran und China. Entsprechende Hinweise kann man nicht ignorieren.

    Der Rüstungsboom bei einigen NATO-Alliierten sowie der Beitritt zuvor neutraler Länder zur NATO sind eine defensive Reaktion auf das aggressive russische Vorgehen in der Ostukraine. Man erinnere sich auch daran, wie Trump monierte, dass NATO-Alliierte ihre Militärausgaben nicht einhielten.

    • am 29.02.2024 um 08:44 Uhr
      Permalink

      Der erste Absatz ist so wie sie Ihnen geschrieben haben kaum zu halten, Der ist so komplex, da müßten sie schon Hinweise bz,l der Beweise geben Gleichwohl ist Putins Angriff auf die Ukraine durch nichts zu rechtfertigen Das Problem grundsätzlich ist, es das – wie meistens – die Ursache des Konflikt in Osteuropa zur Beurteilung herangezigen wird, sondern nur die Wirkung. Man sollte sich folgendes YouTube Video ansehen und hören. Kann es im Ukraine-Krieg noch einen Sieger geben – Eine Frage noch mit Oberst Markus Reisner Agenda Austria v. 3.11.2022. Ab der 7;56 Minute ich würde sogar diesen Begriff Sieg in diesem Zusammenhang nicht verwenden oder ver-meiden, weil es kann keine Sieger geben im Gegenteil wir stehen eigentlich vor den Trümmern europäischer Sicherheitspolitik der europäischen Sicherheitsarchitektur wir stehen auch vor den Trümmern der Vermächtnisse unserer Großeltern, den nach Ende des Zweiten Weltkrieges haben wir doch alle festgestellt dass diese Zeit sein soll.

  • am 28.02.2024 um 23:54 Uhr
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    Ich mag mich gut daran erinnern, wie sehr man im Kalten Krieg besessen war vom Feindbild des Kommunismus und der Sowjetunion. Jetzt haben wir unser altes Feindbild zurück. Es kommt mir manchmal vor wie kollektive Gehirnwäsche. Vielleicht bin ich falsch? Man weiss das erst später.
    Ich halte es für ein Hirngespinst und gelungene Propaganda, dass Russland wieder ein Imperium erobern wolle. Dem Imperium gehörten neben osteuropäischen auch die zentralasiatischen Staaten an.
    Die Ukraine hätte sich dezidiert gegen EU- und NATO-Mitgliedschaft aussprechen können, wenn sie es denn gewollt hätte. Was die Versprechen gegen NATO-Erweiterungen wert sind, ist bekannt.

  • am 29.02.2024 um 08:18 Uhr
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    Russland ist militärisch nicht stark, es hätte wirklich nicht die Mittel ein Nato-Land anzugreifen. Europa verfügt über eine viel grössere Rüstung als Russland:
    2022 gab Russland 86,4 Milliarden USD für die Rüstung aus, Grossbritannien 68,5 Milliarden USD, Deutschland 55,8 Milliarden USD, Frankreich 53,6 Milliarden USD und Italien 33,5 Milliarden USD. Allein die vier europäischen Nato-Staaten, Grossbritannien, Deutschland, Frankreich und Italien haben 2022 fast 2,5-mal so viel wie Russland für die Rüstung und das Militär verbraten.
    Die USA vergeudete 2022 877 Milliarden USD für das Militär, 10-mal mehr als Russland. Die Lobby der Rüstungsindustrie ist in den USA sehr mächtig, wie leider in vielen Ländern auch, auch in Russland und der neutralen Schweiz.
    Im Ukrainekrieg wird nun auch Uran-Munition aus den USA und Grossbritannien eingesetzt. Die Folgen des Einsatzes von Uran-Munition sind Krebs, Missbildungen bei Nachkommen auch von Soldaten die aus dem Krieg nach Hause kommen.

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