Seattle Skyline

Seattle: In unmittelbarer Nähe des markanten Turms hat die Gates-Stiftung ihren Sitz. Rund zehn Autominuten entfernt befindet sich das IHME. Dort laufen Gesundheitsdaten aus aller Welt zusammen. © pandionhiatus3 / Depositphotos

WHO verliert Datenhoheit an privat gesponsertes US-Institut

Martina Frei /  Ein von der Gates-Stiftung bezahltes Institut hat die Publikation wichtiger, globaler Krankheitsdaten übernommen. (2)

Im ersten Teil dieses Artikels ging es um massive Kritik an Schätzungen des «Institute of Health Metrics and Evaluation» (IHME) bezüglich Covid-19. Wissenschaftler warfen dem IHME vor, unplausible Resultate geliefert zu haben. Der folgende zweite Teil beleuchtet die Hintergründe.

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Wer früher wissen wollte, wie viele Menschen mit HIV infiziert sind, welcher Anteil der Kinder in armen Ländern eine Schule besucht, wie hoch die Neugeborenensterblichkeit weltweit ist, wie viele Menschen an Malaria sterben, wie viele Lebensjahre das Rauchen kostet – dem lieferte die Weltgesundheitsorganisation WHO Antworten. Seit dem Ende des 2. Weltkriegs hatte sie den Auftrag, offizielle weltweite Gesundheitsdaten zu erheben.

Wer heute Gesundheitsdaten zu verschiedenen Ländern braucht, dem liefert das «Institute for Health Metrics and Evaluation» (IHME) an der Universität Washington Antworten. Letzte Woche beispielsweise gab es bekannt, wie viele Kinder weltweit an übertragbaren Krankheiten sterben, davor veröffentlichte es die globalen Erkrankungszahlen zu Diabetes, zur weltweiten Belastung durch Rückenschmerzen, zu den gesundheitlichen Folgen der Luftverschmutzung in Nordafrika, zum weltweiten Investment in die pandemische Vorbereitung, zur «alarmierenden» Zunahme der Prostatavergrösserung in den meisten Weltregionen, zur Anzahl der Krebserkrankungen, die verhinderbar wären…

«Der IHME-Kundendienst bietet Daten und analytische Beratung für Staatsoberhäupter, bedeutende Philanthropen, Fortune-500-Unternehmen in der Pharma-, Versicherungs- und Gesundheitsbranche und vielen anderen Industriezweigen.»

IHME Kundendienst, https://www.ihmeclientservices.org

Das massgeblich durch die Bill & Melinda Gates Stiftung finanzierte IHME, zehn Autominuten von der Gates Stiftung in Seattle entfernt, hat die WHO als die Quelle und Autorität für globale Gesundheitsdaten verdrängt. Auch Journalistinnen und Journalisten berufen sich auf die Resultate des IHME. Das ist in verschiedener Hinsicht problematisch.

Doch der Reihe nach. 

Die Fehlschätzungen der WHO

Seit 1991 erfassen Wissenschaftler, wie stark Krankheiten die Bevölkerung in verschiedenen Ländern weltweit belasten. Ihre «Global Burden of Diseases, Injuries and Risk factors»-Studien (GBD) dienen Gesundheitspolitikern, Ärzten und Wissenschaftlern als Richtschnur. 

Die erste «GBD»-Studie wurde durch die Weltbank initiiert, in Zusammenarbeit mit der WHO. Durchgeführt wurde sie von Christopher Murray von der US-Universität Harvard und von Alan Lopez, der damals bei der WHO arbeitete, zusammen mit über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern weltweit. 

Ab dem Jahr 2000 übernahm die WHO die Updates. Murray wechselte dorthin. Doch es gab gröbere Unstimmigkeiten: Die Summe der von verschiedenen WHO-Initiativen genannten Todesfälle an bestimmten Krankheiten überstieg die Gesamtzahl der weltweiten Todesfälle um ein Mehrfaches – die Schätzungen waren also mindestens teilweise nicht plausibel. Das war das erste Problem.

Wie die WHO durch ihre Geldgeber geschwächt wurde

Das zweite Problem: Die als bürokratisch kritisierte WHO konnte ihre Aufgaben immer weniger erfüllen. Ihr fehlte das Geld. Seit den 1980er-Jahren wurde sie zunehmend abhängiger von freiwilligen Zuwendungen, die oft zweckgebunden gemäss den Zielen des Spenders oder der Spenderin sind. Etwa 80 Prozent des WHO-Budgets stammen mittlerweile von freiwilligen Zuwendungen, in den späten 1980ern waren es rund 50 Prozent, in den frühen 1970er Jahren erst etwa 20 Prozent.

Die USA (die ihre Zahlungen zeitweise aussetzten) und die Bill & Melinda Gates Stiftung sind jetzt massgebliche Sponsoren. «Die WHO ist nun in einer Situation, wo externe Spender in zunehmend mehr Bereichen Prioritäten und Politik bestimmen können.» Gleichzeitig sei die WHO unter Druck geraten, bei Epidemien und Notfällen eine wichtigere Rolle einzunehmen, schrieb Colin Mathers 2020 in den «Archives of Public Health». 

Mathers arbeitete von 2002 bis 2018 bei der WHO und war dort verantwortlich für die Arbeit zu «Global Burden of Disease» sowie für die statistische Prüfung und Freigabe aller Gesundheitsstatistiken der WHO. Aus Sicht Mathers wurde die WHO geschwächt durch eine Vielzahl neu geschaffener, öffentlich-privater Partnerschaften. 

Dazu zählt er die Bill & Melinda Gates Stiftung, die globale Impfallianz GAVI (ebenfalls massgeblich gefördert durch die Bill & Melinda Gates Stiftung), und auch das von der Gates-Stiftung gegründete, gut dotierte «Institute for Health Metrics and Evaluation» (IHME) in Seattle. Als Bill Gates 2022 in London sein Buch «Wie wir die nächste Pandemie verhindern» vorstellte, spottete er über die WHO: «Wenn Sie nicht sehr gut sind, dann werden Sie dort für lange Zeit arbeiten.»

WHO von aussen und von innen unter Druck gesetzt

Das dritte Problem der WHO: Mathers zufolge gab es gelegentlich «substanziellen Druck» von Seiten grosser und kleiner Mitgliedsstaaten, die Gesundheitsstatistiken zu frisieren. Wenn ein mächtiges Land die Zahlen der WHO in Frage stelle, könne das «starken Druck» auf die WHO bewirken, die Daten zu verändern. «Jeder, der in einer leitenden Position bei den Vereinten Nationen gearbeitet hat, kennt dieses Problem», schrieb Christopher Murray 2004 im «British Medical Journal».

Aber auch Abteilungen innerhalb der WHO wollten Erfolge vorweisen, um gut bewertet zu werden. Das konnte bedeuten, Erkrankungszahlen als möglichst hoch darzustellen, um bestimmten Krankheiten eine grosse Bedeutung zuzuschreiben – oder aber möglichst tiefe Erkrankungszahlen auszuweisen, um so zu «belegen», welche Erfolge man im Kampf gegen die Krankheit bereits erzielt hatte.

Die Unabhängigkeit der WHO hänge entscheidend davon ab, ob das Kader und der Generaldirektor dem politischen Druck standhalten würden, so Mathers. Er wisse nur von einem einzigen Fall, bei dem sich die WHO-Leitung dem Druck widersetzt habe und auf den standardisierten Methoden der WHO bestand. Dieser Fall betraf laut Mathers Daten des IHME.

Der «komentenhafte» Aufstieg des IHME

Im Jahr 2003 verliess Christopher Murray die WHO und kehrte zurück zur US-Universität Harvard. Er rief nach einer neuen Institution, welche die «Global Burden of Disease, Injuries and Risk factors»-Berechnungen unabhängig durchführen könne. 

Das «Institute of Health Metrics and Evaluation» (IHME) war dafür wie gemacht: «Durch unsere Arbeit ermitteln wir die wichtigsten Gesundheitsprobleme der Welt, wie gut die Gesellschaft diese Probleme angeht und wie die Verantwortlichen die Ressourcen am besten einsetzen können, um die Gesundheit zu verbessern. Mit anfänglicher Finanzierung durch die Bill & Melinda Gates Stiftung und den Staat Washington begann das IHME mit einem Kernteam von drei Mitgliedern», schreibt das IHME auf seiner Website. Es sei die «weltgrösste, unabhängige Quelle von Gesundheitsdaten».

«Diese Schätzungen – in Wahrheit nur Vermutungen – helfen dabei, Milliarden von Dollar an Hilfsgeldern zu verwalten, und teilen Gesundheitsministern, Wohlfahrtsverbänden, Forschern und Journalisten mit, wo die Lage besser oder schlechter wird.»

Tim Schwab in «The Nation», 2020

Murray übernahm die Leitung des IHME, das 2007 mit einer Geldspritze der Bill & Melinda Gates Stiftung von 105 Millionen Dollar und einem Zuschuss der Universität Washington von 20 Millionen startete. 

Der Aufstieg des IHME war «kometenhaft», schrieb der Journalist Tim Schwab 2020 in «The Nation». Im Lauf der Jahre habe die Gates-Stiftung über 600 Millionen Dollar an das IHME überwiesen, plus 210 Millionen Dollar für den Bau eines Gebäudes.

Die Unabhängigkeit des IHME hänge entscheidend davon ab, ob sich sein Direktor dem Druck der Bill & Melinda Gates Stiftung und anderer wichtiger Sponsoren widersetzen könne, bemerkte Colin Mathers in den «Archives of Public Health». 

Das IHME beteuert, die Sponsoren hätten zu keinem Zeitpunkt Einfluss auf seine Arbeit genommen.

«Resultate zu erhalten, die wir wollten…»

«The Nation» berichtete allerdings, dass es eine Vereinbarung gegeben habe, derzufolge die Gates-Stiftung Neueinstellungen im Führungsteam des IHME bewilligte und die Aufsicht über Medienmitteilungen im Zusammenhang mit von ihr finanzierter Arbeit erhielt – also dem Grossteil der Forschung des IHME. «Es fühlte sich an, als wären wir Berater der Gates-Stiftung, und die wissenschaftlichen Methoden, die wir benützten, dienten oft dazu, die Resultate zu erhalten, die wir wollten … oder die Story, von der er [Murray] dachte, die Gates-Stiftung wolle sie», zitiert «The Nation» einen anonymen früheren IHME-Mitarbeiter.  

Auch «big pharma» – Merck, Pfizer, Novartis, Gilead , GlaxoSmithKline und weitere – sowie «big oil» hätten «über Jahre still Millionen von Dollar in das Institut gegossen». Murray habe 2018 einen 1,5 Millionen-Dollar-Vertrag mit dem Ölgiganten Chevron unterzeichnet, um eine Strategie zur Gesundheitsmessung für globale Unternehmen zu entwickeln. Im gleichen Monat kündigte Murray eine neue Initiative an, um den gesundheitlichen Effekt von Umweltverschmutzung und Klimawandel zu untersuchen – «zwei Gebiete, wo Chevron grosse und negative Effekte auf die menschliche Gesundheit hat», gibt der Journalist Tim Schwab in «The Nation» zu bedenken.

Mittlerweile sind am IHME über 600 Personen beschäftigt, die mit Hilfe von Supercomputern aufwändige Berechnungen mit Milliarden von Daten anstellen. Zum Vergleich: Bei der WHO waren 2019 rund 30 Personen (plus einige wenige in Länderbüros) für die Gesundheitsstatistiken zuständig, bei Unicef waren es etwa zehn Personen.1

Der Ansatz des IHME sei «streng wissenschaftlich», teilt das Institut auf Anfrage mit. Es verfolge einen «kohärenten statistischen Ansatz, um die Analysen auf alle verfügbaren Daten zu gründen und nicht bloss auf eine einzelne, vom Nutzer bevorzugte Datenquelle.» Auch Philosophen und Ethiker würden in die Überlegungen einbezogen. 

«Diese Schätzungen – in Wahrheit nur Vermutungen – helfen dabei, Milliarden von Dollar an Hilfsgeldern zu verwalten, und teilen Gesundheitsministern, Wohlfahrtsverbänden, Forschern und Journalisten mit, wo die Lage besser oder schlechter wird», schreibt Schwab. 

Vorteile für die beteiligten Wissenschaftler

Die «GBD»-Studien erfassen nun über 350 Krankheiten und mehr als 80 Risikofaktoren in rund 200 Ländern, sie werden in Abständen aktualisiert. Das IHME habe neue Massstäbe gesetzt, was globale Gesundheitsstatistiken betreffe, anerkennt die Wissenschaftlerin Manjari Mahajan. Sie ist Co-Direktorin des Indien-China-Instituts, hat sich mit dem «Philantrokapitalismus» befasst und ihre Erkenntnisse zum IHME in einem Artikel in «Global Policy» zusammengefasst.

«Public Health England» beispielsweise richtet seine Gesundheitspolitik nach den «GBD»-Studien aus, auch die chinesische Regierung greife darauf zurück, berichtete Murray 2017 in «The Lancet». Die «GBD»-Studien seien ein «essenzielles Gemeingut» geworden. Aus den «GBD»-Studien gingen über 16’000 wissenschaftliche Publikationen hervor.

Weltweit sind über 9000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an den von der Bill & Melinda Gates Stiftung gesponserten und frei zugänglichen «GBD»-Studien beteiligt. Bei manchen wirkten über 100 Fachleute mit – eine «win-win-Situation», wie ein Wissenschaftler aus Südafrika bekannte: «Unsere Partnerschaft mit dem IHME sichert uns häufige Publikationen in Top-Fachzeitschriften. Sie verschafft uns Zugang zu globalen Forschungsnetzwerken und Konferenzen. Sie erleichtert uns den Zugang zu Schulungen in den neuesten Computertechnologien … und sie bringt unserer [Forschungs-]Gruppe dringend benötigte Finanzmittel … Für Gruppen an ressourcenschwachen Universitäten im Süden ist es schwierig, diesem Paket zu widerstehen.» Über 200’000 Dollar habe seiner Forschungsgruppe die Forschung mit dem IHME eingebracht. Diese Zusammenarbeit lohnt sich also in mehrfacher Hinsicht. 

Unterschiedliche Ergebnisse von IHME und WHO

Doch auch bei den IHME-Studien gibt es Probleme. Immer wieder kritisieren andere Wissenschaftler die Ergebnisse als nicht plausibel (Infosperber berichtete) und die Berechnungsmethoden des IHME als undurchsichtig. 

Etliche Schätzungen zur globalen Krankheitsbelastung fielen Mathers zufolge in der Vergangenheit sehr unterschiedlich aus, je nachdem, ob sie von der WHO oder den Vereinten Nationen stammten oder vom IHME. 

So schätzte das IHME in der «GDB»-Studie 2010 zum Beispiel die jährliche Anzahl an Malaria-Todesfällen auf 1,24 Millionen, wovon mehr als 500’000 bei Menschen ab dem Alter von fünf Jahren. Die WHO dagegen kam auf halb so viele Malariatote (655’000 pro Jahr), davon weniger als 100’000 bei den Menschen ab fünf Jahren. 

Mathers zufolge war die Bill & Melinda Gates Stiftung, mit ihrem Fokus auf Krankheiten, die durch Impfungen verhindert werden können, «speziell besorgt über Differenzen bei den Schätzungen des IHME und der WHO zu den Todesfällen an diesen Erkrankungen.» Die Gates-Stiftung ist an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Malaria beteiligt. 

Bei den Zahlen zu den Neugeborenen sei das IHME 2016 auf weltweit neun Millionen weniger gekommen als die Schätzung der Vereinten Nationen. Das habe dazu geführt, dass die Kindersterblichkeit laut dem IHME im Jahr plötzlich 600’000 Kinder weniger betrug als von der UN geschätzt. 

«In den letzten fünf Jahren hat das IHME eng mit der WHO zusammengearbeitet, um die Schätzungen anzugleichen. Derzeit besteht fast der einzige Unterschied in den Schätzungen zur Bevölkerungszahl», schreibt das IHME auf Anfrage.

Das IHME hält Vorwürfe, es arbeite undurchsichtig, für unbegründet

Mathers beklagte, dass WHO-Mitarbeiter und andere Personen zwar zu den IHME-Studien beitrugen, über Jahre hinweg vom IHME aber immer weniger Zugang zu den Analysen erhielten. Selbst Teammitgliedern habe das IHME den Zugang zu Rohdaten, Datenquellen und wichtigen methodischen Entscheidungen verweigert. So habe das IHME die Kontrolle über die Analysen behalten. Folglich habe weder geklärt werden können, woher die teils grossen Unterschiede bei den Ergebnissen rührten, noch konnten die Ergebnisse des IHME von anderen überprüft werden.

Laut dem IHME sind die Vorwürfe der Intransparenz «völlig unbegründet». Das Institut habe sogar mit der WHO Richtlinien erarbeitet, die für mehr Transparenz sorgen sollen. Nur eine Minderheit an Daten sei nicht zugänglich, weil das IHME dort aufgrund von Vereinbarungen zur Verschwiegenheit verpflichtet sei. 

Mathers ist indes nicht der einzige Wissenschaftler, der Vorwürfe der Intransparenz erhob. Es sei unmöglich, die Methoden und Resultate des IHME zu kritisieren, zu kommentieren beziehungsweise zu überprüfen, weil diese völlig undurchsichtig seien, zitierte «The Nation» 2020 zwei Wissenschaftler. Das IHME habe jahrelange «Verschleierung und eklatante Verweigerung der Zusammenarbeit» betrieben, berichtete ein anderer Wissenschaftler, der das IHME um Herausgabe eines Codes bat, den es für seine Schätzungen benützte. 

Das IHME habe die Kritik jedoch ernst genommen und strebe Verbesserungen an, indem es alle Daten zugänglich mache, bemerkte eine Wissenschaftlerin vor drei Jahren.

Zwei Probleme: Grosse Datenlücken und riesige Datenmengen

Das behebt allerdings zwei andere Probleme nicht. Das erste Problem: Es gebe noch immer grosse Datenlücken, bekannte Murray 2017. Wo präzise Daten aus Ländern fehlen, füllt das IHME diese Lücken durch Schätzungen und Extrapolationen von anderen Staaten. Dabei greift es auch auf private Datensätze, etwa von Spitälern und Versicherungen zurück.

Anekdotischen Berichten zufolge habe dies in Nepal und Südafrika dazu geführt, dass dort nicht mehr zuerst die Regierung Daten zur Sterblichkeit und zur Krankheitsbelastung erhielt, sondern zuerst das IHME. Das schaffe potenziell eine Situation, wo Landesregierungen via Seattle – dem Sitz des IHME – einen Überblick zur Bevölkerung in ihren Ländern erhalten würden, schrieb Manjari Mahajan in ihrem Artikel in «Global Policy». 

Das zweite Problem ist die riesige Datenmenge. Mathers zufolge können die komplizierten rechnerischen Modellierungen Tage in Anspruch nehmen. Ohne entsprechende Ausstattung übersteige das die Möglichkeiten der meisten universitären Forschungsgruppen und Regierungsbehörden.

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1 Die Autorin bat sowohl die WHO als auch Unicef um aktuelle Angaben, erhielt bis anhin aber keine Antwort. Ausserdem wurde die WHO um Stellungnahme gebeten bezüglich des Vorwurfs, das IHME teile Rohdaten und seine Methoden nicht. Bisher traf keine Antwort ein.

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➞ Lesen Sie demnächst Teil 3: «Die Arbeit des IHME öffentlich zu kritisieren, könnte die Gates-Stiftung möglicherweise verstimmen» – weshalb Kritik nur verhalten kommt. Und was die Medizinzeitschrift «The Lancet» damit zu tun hat.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

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