Tanja Stadler Urs Karrer. SRF

Tanja Stadler und Urs Karrer, ehemalige Präsidentin und ehemaliger Vizepräsident der «Swiss National COVID-19 Science Task Force» © SRF

Leichtsinnig: EU will alle über 60-Jährigen sofort boostern

Urs P. Gasche /  Zwei ehemalige Task-Force Mitglieder der Schweiz unterstützen die Giesskannen-Empfehlung der EU mit krass irreführenden Angaben.

Alle über 60-Jährigen, die bereits dreimal geimpft sind und deren letzte Impfung mehr als vier Monate zurückliegt, sollen sich «sofort eine zweite Booster-Impfung» holen. Das erklärte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am 11. Juli. Sie forderte die EU-Mitgliedstaaten auf, «sofort zweite Booster-Impfungen bereitzustellen» für alle Menschen ab 60 und zusätzlich für jüngere Menschen, die besondere Risiken haben.

Anders das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF): Sie empfehlen nur den über 80-Jährigen «ab sofort eine weitere Auffrischimpfung». Es sei allerdings wahrscheinlich, dass über 80-Jährige «gegen Ende Jahr eine erneute Auffrischimpfung benötigen».

Laut BAG und EKIF sollen sich 60- bis 79-Jährige vorläufig nur ein viertes Mal impfen lassen, wenn sie immungeschwächt sind. 

Für Menschen, die sich bisher erst einmal oder zweimal oder gar nicht impfen liessen, gaben weder die EU-Gesundheitskommissarin noch das Bundesamt für Gesundheit Empfehlungen ab.


Hochbetagte mit Grunderkrankungen tragen das mit Abstand grösste Covid-Risiko

Seit über zwei Jahren zeigen die Statistiken deutlich, wer nach einer Covid-Ansteckung mit Abstand am schwersten erkrankt, hospitalisiert und sogar auf Intensivstationen behandelt werden muss, und wer an Sars-Cov-2 am häufigsten stirbt:

  1. 80- bis über 100-Jährige
  2. Vor allem Menschen, die an erheblichen Grunderkrankungen leiden.

Das ist der Hauptgrund, weshalb Länder wie Deutschland trotz langen Lockdowns und Schulschliessungen bei der Corona-Bewältigung nicht besser abschnitten als skandinavische Länder oder Frankreich, wo es im Jahr 2021 bis zum Frühjahr 2022 keine Schulschliessungen und nur punktuelle Schliessungen von Geschäften gab. Das Vermeiden von grossen Spreader-Events und der gezielte Schutz der besonders gefährdeten Personen genügte. «Es war bereits zu Beginn der Epidemie klar, dass Corona hauptsächlich die Vulnerablen trifft», erklärte Epidemiologe Klaus Stöhr am 14. Juli in der NZZ. «Statt diese Gruppe zu priorisieren, ohne die anderen zu vergessen», meinte Stöhr, «hat man in Deutschland versucht, gleichsam mit dem Rasenmäher möglichst alle gleichmässig aus dem Infektionsgeschehen rauszuhalten.»

Die Behörden der EU greifen mit ihrer Empfehlung, sofort sämtliche über 60-Jährige mit einer vierten Impfung zu boostern, ebenfalls zur Methode des Rasenmähers oder der Giesskanne. Profitieren werden Pharmakonzerne, welche die Impfungen verkaufen und für ihre Lobby-Arbeit bei den Behörden in Brüssel Millionen von Euro aufwenden.


Zwei ehemalige Task-Force-Mitglieder verbreiten krass irreführende Zahlen über den Nutzen

Zwei ehemalige Mitglieder der Schweizer Scientific Task Force unterstützen die Gieskannen-Empfehlung der EU, indem sie krass irreführende Angaben über den Nutzen einer vierten Impfung verbreiten. Professorin Tanja Stadler, ehemalige Präsidentin der Task Force erklärte Ende Juni auf Radio SRF:

«Menschen im Alter von über 60 Jahren, die vor mehr als vier Monaten die 3. Impfung erhielten, haben ohne zusätzliche 4. Impfung ein dreimal so grosses Risiko, nach einer Ansteckung einen schweren Verlauf zu haben, als wer in den letzten vier Wochen eine vierte Impfung erhalten hat.»

Infosperber hatte am 1. Juli darüber berichtet.

Urs Karrer, ehemaliger Vizepräsident der Task Force und Chefarzt am Kantonsspital Winterthur, sekundierte Stadler am 3. Juli in der Sonntags-Zeitung: 

«Eine vierte Impfdosis senkt das Risiko für eine Spitaleinweisung um einen Faktor drei.»

In der ARD-Tagesschau vom 15. Juli erklärte auch die Münchner Virologin Ulrike Protzer:

«Eine Auffrischimpfung hat bei den über 60-Jährigen einen deutlichen Effekt: Es kommt zu 2-3-Mal weniger Aufnahmen in ein Krankenhaus.» 

Diese Aussagen von Protzer, Karrer und Stadler suggerieren einen enormen Nutzen einer Auffrischimpfung für alle bereits dreifach Geimpften im Alter von über 60 Jahren. Tatsächlich verstehen die meisten Leute diese Angaben so, dass sie mit einer vierten Impfung ihr persönliches Risiko, wegen Corona schwer zu erkranken, um sagenhafte zwei Drittel reduzieren können. 

Radio SRF, die Sonntags-Zeitung und die ARD-Tagesschau haben diese Aussagen verbreitet, ohne sie zu hinterfragen. 

Doch Stadler, Karrer und Protzer sprachen – ohne dies zu sagen – von einer relativen Risikoreduktion. Dass Angaben über die relative Risikoreduktion nichts wert sind, wenn man nicht gleichzeitig die absoluten Zahlen nennt, zeigt folgendes Beispiel:

  1. Nehmen wir an, dass dank der vierten Impfung 1000 statt 3000 von 10’000 dreimal Geimpfte schwer erkranken: Die vierfach Geimpften senken ihr (relatives) Risiko auf ein Drittel (1000/3000).
  2. Nehmen wir an, dass dank der vierten Impfung nur 1 statt 3 von ebenfalls 10’000 Personen schwer erkranken: Die vierfach Geimpften senken ihr (relatives) Risiko ebenfalls auf ein Drittel (1/3).

Wenn man nicht darüber informiert, ob eine vierte Impfung bei 2000 von 10’000 Personen oder bei nur 2 von 10’000 Personen eine schwere Erkrankung verhindert, kann man mit der Information «Das Risiko wird um zwei Drittel verringert» nichts anfangen.
Das Beispiel macht klar, dass die alleinigen Angaben «ein dreimal so grosses Risiko» oder «eine Senkung des Risikos um den Faktor drei» unseriös sind.

In der Risikokommunikation gilt schon lange der Grundsatz, das relative Risiko oder den relativen Nutzen nur dann anzugeben, wenn gleichzeitig über das Risiko oder den Nutzen mit absoluten Zahlen informiert wird. Man kann davon ausgehen, dass den Mitgliedern der Taskforce dieser Grundsatz bekannt ist. Trotzdem haben sie ihn wieder und wieder ignoriert. 

Man kann nachvollziehen, weshalb Pharmakonzerne gegenüber Ärzten und der Öffentlichkeit ihre Medikamente häufig nur mit der Angabe des relativen Nutzens bewerben.

Im konkreten Fall sind die verbreiteten Zahlen von Stadler, Karrer und Protzer auch deshalb unseriös und unbrauchbar, weil der Nutzen einer Auffrischimpfung für über 80-Jährige mit Grunderkrankungen um ein Vielfaches höher ist als für Gesunde in den Sechzigern – sofern die Impfung bei sehr Betagten ebenso gut wirkt wie bei Jüngeren. Darauf gibt die von Stadler und Karrer zitierte NEJM-Studie keine Antwort, weil sie die über 80-Jährigen nicht getrennt analysierte.  


Der absolute Nutzen für Geimpfte liegt im Promillebereich

Karrer und Stadler stützen sich nach eigenen Angaben auf zwei Studien aus Israel. Da Israel mit dem Impfen und den Auffrischimpfungen viel früher begann, lagen dort Daten über den Nutzen einer vierten Auffrischimpfung bereits im April 2022 vor. 

Eine der beiden Studien, welche die medizinische Fachzeitschrift NEJM Ende April veröffentlichte, wirft alle über 60-Jährigen in einen Topf. Aus dieser Studie entnahmen Stadler und Karrer den relativen Nutzen einer Auffrischimpfung für die über 60-Jährigen («zwei Drittel weniger schwere Erkrankungen»).

Die absoluten Zahlen zeigen ein völlig anderes Bild, als von Stadler und Karrer suggeriert. 

Leicht verständlich ist auch die Information, wie viele Personen ein viertes Mal geimpft werden müssen, damit eine von ihnen davon profitiert (NNT = Number needed to treat oder im konkreten Fall number needed to vaccinate).

Die NNT und die absoluten Nutzen-Zahlen sind aus der NEJM-Studie wie folgt ersichtlich. Infosperber liess die Auswertung von Fachpersonen des Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin, des IQWiG  und von einer Professorin für Mathematik und Gesundheitswissenschaft kontrollieren.

Es geht immer um den Nutzen einer Auffrischimpfung, wenn die dritte Impfung mehr als vier Monate zurückliegt.

Hospitalisierungen

  • 27 von 10’000 dreimal Geimpften wurden hospitalisiert.
  • 9 von 10’000 viermal Geimpften wurden hospitalisiert. Hätten sich die dreimal Geimpften kein viertes Mal impfen lassen, wären wahrscheinlich ebenfalls 27 von 10’000 hospitalisiert worden.
  • 18 (27-9) über 60-Jährige haben also von der vierten Impfung einen Nutzen. 10’000 Personen können also mit einer vierten Impfung ihr persönliches Risiko, hospitalisiert zu werden, um etwa 0,18 Prozent reduzieren.
  • Es müssen sich rund 550 über 60-Jährige ein viertes Mal impfen lassen, damit eine oder einer von ihnen nicht hospitalisiert werden muss (NNT).

Mit diesen Informationen können die über 60-Jährigen informiert selber entscheiden, ob sie auf keinen Fall die einzige von 550 Personen sein wollen, welche ohne Auffrischimpfung hospitalisiert werden muss, oder ob sie den Nutzen für zu gering erachten, um sich schon jetzt ein viertes Mal impfen zu lassen.

Schwere Verläufe, die teilweise Intensivbehandlungen nötig machen

  • 11 von 10’000 dreimal Geimpften wurden hospitalisiert.
  • 4 von 10’000 viermal Geimpften wurden hospitalisiert.
  • 7 (11-4) über 60-Jährige haben folglich von der vierten Impfung einen Nutzen. 10’000 über 60-Jährige können mit einer vierten Impfung ihr persönliches Risiko, hospitalisiert zu werden, um etwa 0,07 Prozent reduzieren.
  • Es müssen sich rund 1450 über 60-Jährige ein viertes Mal impfen lassen, damit eine oder einer von ihnen wegen Corona nicht schwer erkrankt (NTT).

Tod

  • 3 von 10’000 dreimal Geimpften starben wegen Corona.
  • 1 von 10’000 viermal Geimpften starb wegen Corona.
  • 2 (3-1) über 60-Jährige haben von der vierten Impfung einen Nutzen. 10’000 über 60-Jährige können mit einer vierten Impfung ihr persönliches Risiko, an Corona zu sterben, um etwa 0,02 Prozent reduzieren.
  • Es müssen sich rund 5000 über 60-Jährige ein viertes Mal impfen lassen, damit eine oder einer von ihnen nicht wegen Corona stirbt (NNT).

Es sei hier nochmals betont: Auch diese absoluten Zahlen über den Nutzen sind wenig hilfreich, weil die NEJM-Studie nicht berücksichtigt, dass der Nutzen einer Auffrischimpfung für über 80-Jährige um ein Vielfaches höher ist als für Gesunde in den Sechzigern. Ausgerechnet Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen sowie Pflegebedürftige, die zu Hause leben und das Gesundheitspersonal schloss die Studie ausdrücklich aus. 
Unterscheiden müsste man zudem zwischen Personen mit erheblichen Grunderkrankungen und solchen ohne.

Stadler, Karrer und Protzer haben sich bei ihren Aussagen auf diese undifferenzierte israelische Studie gestützt, welche alle über 60-Jährigen in einen Topf wirft.

Der Nutzen einer sofortigen vierten Impfung ist extrem unterschiedlich

Die zweite israelische Studie, welche Tanja Stadler als Quelle angab, publizierte «Nature Medicine» am 25. April. Diese Studie unterscheidet zwischen den drei Altersklassen 60-69, 70-79 und 80+. Sie untersuchte, wie stark sich das Sterberisiko dank einer vierten Impfung in diesen Altersklassen reduziert. Die Unterschiede sind enorm, was einmal mehr beweist, dass es nicht zweckdienlich ist, alle über 60-Jährigen über einen Leisten zu schlagen.

Allerdings unterscheidet auch diese Studie nicht zwischen Älteren und Betagten in guter Gesundheit und solchen mit erheblichen Grunderkrankungen, obwohl letztere einem deutlich höheren Risiko ausgesetzt sind.

60 bis 69-Jährige

  • 26 von 100’000 dreimal Geimpfte starben wegen Corona.
  • 4,5 von 100’000 viermal Geimpfte starben wegen Corona.
  • 21,5 (26-4,5) von 100’000 Personen starben dank der vierten Impfung weniger. 100’000 Personen können also mit einer vierten Impfung ihr persönliches Risiko, nicht an Corona zu sterben, um etwa 0,0215 Prozent reduzieren.
  • Es müssen sich rund 4650 60-69-Jährige ein viertes Mal impfen lassen, damit eine oder einer von ihnen weniger an Corona stirbt (NNT).

70 bis 79-Jährige

  • 68 von 100’000 dreimal Geimpfte starben wegen Corona.
  • 16 von 100’000 viermal Geimpfte starben wegen Corona.
  • 52 (68-16) 70-79-Jährige starben dank der vierten Impfung weniger. 100’000 Personen können also mit einer vierten Impfung ihr persönliches Risiko, nicht an Corona zu sterben, um etwa 0,052 Prozent reduzieren.
  • Es müssen sich rund 1900 70-79-Jährige ein viertes Mal impfen lassen, damit eine oder einer von ihnen weniger an Corona stirbt (NNT).

80 bis 100-Jährige

  • 410 von 100’000 dreimal Geimpfte starben wegen Corona.
  • 79 von 100’000 viermal Geimpfte starben wegen Corona.
  • 331 (410-79) 80-100-Jährige starben dank der vierten Impfung weniger. 100’000 der 80-100-Jährigen können also mit einer vierten Impfung ihr persönliches Risiko, an Corona zu sterben, um etwa 0,331 Prozent reduzieren.
  • NNT: Es müssen sich rund 300 80-100-Jährige ein viertes Mal impfen lassen, damit eine oder einer von ihnen weniger an Corona stirbt (NNT).

Der Nutzen einer sofortigen vierten Impfung ist in den drei Altersgruppen also sehr unterschiedlich: 

Von den 60 bis 69-Jährigen müssen sich etwa 4650 impfen lassen, damit eine Person weniger stirbt. Von den 80 bis 100-Jährigen müssen sich nur 300 impfen lassen, damit eine Person weniger stirbt. Die «Nature Medicine»-Studie erfasste die Todesfälle nur während 40 Tagen.


Informiert entscheiden

Mit absoluten Zahlen zum Nutzen und mit der Angabe, wie viele einer bestimmten Risikogruppe ein viertes Mal geimpft werden müssen, damit eine oder einer davon profitiert (NNT), kann jede und jeder informiert entscheiden. Besonders Gefährdete, die bereits dreimal geimpft sind, werden sich vielleicht für eine sofortige Auffrischimpfung entscheiden.

Die meisten anderen werden bis zum Herbst zuwarten und dann aufgrund der epidemiologischen Lage, möglicherweise einer neuen Corona-Variante und einem wahrscheinlich angepassten Impfstoff entscheiden.

***

Derweil rät der deutsche SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach auch allen unter 60-Jährigen eine vierte Impfung: «Wer einen relativ sorgenfreien Sommer erleben möchte, muss sich überlegen, sich in Absprache mit seinem Hausarzt impfen zu lassen»…..


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Weiterführende Informationen

Zum Infosperber-Dossier:

Coronavirus_1

Coronavirus: Information statt Panik

Covid-19 fordert Behörden und Medien heraus. Infosperber filtert Wichtiges heraus.

Unstatistik_Mit_Hintergr

Fragwürdige Statistiken aus Medien

Mit Statistiken und Grafiken sollten Medien besonders sorgfältig umgehen. Beispiele von Unstatistiken.

War dieser Artikel nützlich?
Ja:
Nein:


Infosperber gibt es nur dank unbezahlter Arbeit und Spenden.
Spenden kann man bei den Steuern in Abzug bringen.



Die Redaktion schliesst den Meinungsaustausch automatisch nach zehn Tagen oder hat ihn für diesen Artikel gar nicht ermöglicht.

13 Meinungen

  • am 18.07.2022 um 12:09 Uhr
    Permalink

    Vielen Dank für diesen gründlich recherchierten Artikel. Es ist einigermassen erschütternd, dass die ehemalige Präsidentin und der ehemalige Vizepräsident der sog. COVID 19 – Task Force aktuell krass irreführende Angaben von sich geben. Unglaublich. Wieviele weitere unrichtige Angaben haben sie wohl während ihrer aktiven Zeit in der „Task Force“ abgesondert ? Das wäre vielleicht auch mal eine Recherche wert.

    3
  • am 18.07.2022 um 12:29 Uhr
    Permalink

    Bei den unter 60-jährigen war der Hospitalisierungsgrund mehrheitlich nicht Covid sondern «other».
    Sollten solche Leute sterben wären sie nicht «an» Covid, sondern mit Covid gestorben. Das reduziert die zitierten Wahrscheinlichkeiten noch weiter.

    Unter 16-64-Jährigen wurden mehrheitlich ungeimpfte hospitalisiert. Auch mit Omikron starben in dieser Altersklasse mehtheitlich ungeimpfte.

    Aussagen zur relativen Wahrscheinlichkeit werden durch diese BAG-Statistiken noch weiter relativiert.

    5
  • am 18.07.2022 um 13:52 Uhr
    Permalink

    Die beiden Personen der Task Force sind gebildet genug, um den Unterschied zwischen relativ und absolut zu kennen; ziemlich sicher sogar. Hier kann nur eine absichtliche Irreführung der Öffentlichkeit gewünscht sein. Es ist unverantwortlich, vier Impfdosen eines neuen Impfstoffes in so kurzer Zeit in einem Großversuch ohne aktives und passives Monitoring zu verabreichen. Jede Impfung, gleich welcher Machart, belastet erst einmal das Immunsystem. Je nach Impfstoff sogar enorm. Um diese Binsenweisheit weiß jeder Arzt. Deswegen impfte man früher eher einmal nicht, wenn der Verdacht auf eine relevante Erkrankung beim Impfling da war. Dieses fundamentale Wissen, diese fundamentale Sorgfalt ist seit Covid-19 ausgehebelt. Ärzte machen ihren Job nicht mehr und verletzen ihre Fürsorgepflicht.

    3
  • am 18.07.2022 um 14:11 Uhr
    Permalink

    Die Statistik ist ein rechnerischer Vorgang und somit gefühlsfrei, man könnte ihn fast amoralisch nennen. Nehmen wir zum Beispiel an, dass die Hälfte der Bevölkerung irgendwann dreimal geimpft ist. Bei 3 von 10‘000 sterben dann 1200 Menschen. Das wären sechsmal so viele wie 2021 Verkehrstote. Und jede/r vermeidbare Tote wäre eine Tragödie für die Hinterbliebenen. Und bei den schweren Verläufen? Dann wären es 4400 Patienten. Leider müssten dann einige auf ein Intensivbett verzichten.
    Selbstverständlich hinkt dieser Vergleich, denn die Hälfte der Bewohner/innen würde kaum gleichzeitig krank werden. Es gibt ja auch Schutzmassnahmen. Aber das ist eine andere Geschichte…

    7
    • am 18.07.2022 um 15:27 Uhr
      Permalink

      Wie aus dem Artikel hervorgeht, sind Frauen und Männer, die an den Folgen von Corona sterben, grossmehrheitlich über 80 Jahre alt. Der Anteil der über 80-Jährigen in der Schweizer Bevölkerung beträgt etwa 6 Prozent. Ihrer Hochrechnung fehlt deshalb die Basis.

      2
  • am 18.07.2022 um 14:18 Uhr
    Permalink

    Vielen Dank, für diesen sehr wichtigen Beitrag. Menschen wie Frau Stadler und Herr Karrer tragen dazu bei, dass das Ansehen von Wissenschaftler*innen und Expert*innen immer mehr leidet. Immer mehr Leute glauben ihnen einfach nicht mehr und das zu recht.

    3
  • am 18.07.2022 um 14:29 Uhr
    Permalink

    Zitat «Von den 60 bis 69-Jährigen müssen sich etwa 4650 impfen lassen, damit eine Person weniger stirbt. Von den 80 bis 100-Jährigen müssen sich nur 300 impfen lassen, damit eine Person weniger stirbt.»
    Die Aussagen in dieser Art sind auch irreführend. Es würde heissen, dass von 4650 resp. 300 nicht doppelt Geboosterten eine Person ZWINGEN STERBEN MUSSTE. Nach dem Zufallsprinzip tragen aber alle 4650 resp. 300 das gleiche Risiko, diese oder dieser Eine zu sein, der dem Tod näher steht.

    0
    • am 18.07.2022 um 15:11 Uhr
      Permalink

      Ihr letzter Satz ist korrekt. Niemand kann wissen, ob er oder sie die eine Person der 4650 bzw. 300 ist, welche ohne vierte Impfung stirbt. Andererseits ist in der zitierten Studie tatsächlich eine von 4650 bzw. 300 Personen ohne vierte Impfung zusätzlich gestorben. Der Artikel gibt die tatsächlichen Zahlen wieder, welche diese konkrete Studie ergeben hat.

      2
    • am 19.07.2022 um 22:03 Uhr
      Permalink

      Diese Aussage ist grundfalsch. Das Risiko ist nicht zufällig verteilt. Man braucht nicht 4650 Personen ü60 zu impfen um einen Todesfall zu vermeiden. Es reicht völlig die 50 Personen der Risikogruppen (40kg Übergewicht, Diabetes, Immunschwäche, Krebstherapie etc. etc. zu impfen. Alles andere ist sinnloser hysterischer Aktivismus.

      2
    • am 20.07.2022 um 08:40 Uhr
      Permalink

      Die Zahlen sind die korrekte Auswertung der genannten Studien, auf die sich Tanja Stadler und Urs Karrer stützten. Im Artikel kritisiere ich ausdrücklich, dass diese Studie zwischen Älteren und Betagten in guter Gesundheit und solchen mit erheblichen Grunderkrankungen nicht unterscheidet, obwohl letztere einem deutlich höheren Risiko ausgesetzt sind.

      1
  • am 18.07.2022 um 22:56 Uhr
    Permalink

    Mich würde in diesem Zusammenhang seit langem interessieren, wessen Interessen eine Frau Stadler vertritt. Einige Mitglieder der Taskforce hatten ja sogar offiziell ausgewiesene Mandate bei Pharmaunternehmen, oder waren involviert bei der WHO. Würde mich nicht verwundern wenn Frau Stadler enge Beziehungen zum WEF pflegt.

    2
  • am 19.07.2022 um 09:33 Uhr
    Permalink

    Mit 83 Jahren werde ich völlig «impf-frei» bleiben. Schade, dass ich mir noch nicht aussuchen kann, woran ich sterbe; aber an der Impfung wohl kaum.

    1
  • am 20.07.2022 um 14:33 Uhr
    Permalink

    Die Irreführungen gehen seit mehr als zwei Jahren weiter. Unverfroren.
    Konsequenzen für die Irreführer ? Keine. Keine Medienschelte, keine Rücktritte. Es gibt keine Verantwortung mehr, daher darf jeder «Experte» behaupten wie im beliebt.
    Es müsste so langsam auch bei Otto Normalverbraucher angekommen sein, dass die «Experten» inflationäre Behauptungen anstellen, mit Null Vorhersagewert. Ich hoffe es wirklich.

    Wir brauchen neue Medien, die die Experten wieder kritisch hinterfragen- wie Infosperber, damit diese Experten wirklich Experten sind, deren Vorhersagen auf kritischem Abwägen von Fakten basiert, nicht Glaubenssätzen.

    Aber so oder so: Ich hoffe, Infosperber untersucht das Ansteigen der Übersterblichkeit und vormals seltener Krankheitsbilder- ist der Trend weiter am Steigen ? Oder stabil ? Was haben die Impfungen angerichtet ? Was erzählen die Notfallambulanzen und Notaufnahmen ? Gibt’s untypische, unwahrscheinliche Muster ? Da liegt der Hase im Pfeffer.

    1

Comments are closed.

Ihre Meinung

Lade Eingabefeld...

Die Schlagzeilen der täglich drei neusten Artikel erhalten Sie nach Wunsch täglich oder wöchentlich.

Vielen Dank, dass Sie unseren Newsletter abonnieren!

Der Bestätigungslink ist nicht mehr gültig.