Leeres Bett ICU.umich

Freies Bett auf einer Intensivstation © umich

Ex-Spitaldirektor: Warum hängt alles von 865 Intensivbetten ab?

Urs P. Gasche /  Hätte man die Löhne der Pflegenden auf Intensivstationen verdoppelt, wären viele Ehemalige eingesprungen, sagt Werner Widmer.

Werner Widmer, Leiter der Stiftung Diakoniewerk Neumünster und bis 2019 Verwaltungsratspräsident des Kantonsspitals Baselland, versteht nicht, dass man die Kapazitäten der Intensivstationen nicht längst ausgebaut hat: «Wenn dieser Flaschenhals nicht wäre, könnte man sich mit deutlich weniger einschneidenden Massnahmen begnügen.» Aber alles drehe sich um diese 865 zertifizierten Intensivbetten, erklärte Widmer in einem NZZ-Interview vom 16. Dezember.

Tatsächlich hat der Bundesrat Massnahmen bis hin zum Lockdown hauptsächlich damit begründet, es dürfe auf den Intensivstationen auf keinen Fall zu einer Triage kommen, bei der einige Patienten auf die Warteliste kommen. Sobald alle Impfwilligen eine Impfung oder jetzt einen Booster hätten erhalten können, gälte die Eigenverantwortung der Ungeimpften – ausser es komme zu Engpässen auf Intensivstationen.

Deshalb sind die Intensivstationen für Widmer die «Achillesferse» des Gesundheitswesens: «Bei 82 Milliarden Franken pro Jahr [die wir in der Schweiz für Gesundheit ausgeben] müssen wir doch in der Lage sein, mehr als 865 IPS-Betten zu betreiben.»

50 Milliarden für einen Lockdown, aber keine 2 Milliarden für das Personal

Doch wir seien zwar bereit gewesen, 40 bis 50 Milliarden Franken für einen Lockdown ausgeben, aber 2 Milliarden für das Personal auf Intensivstationen waren offensichtlich zu viel. Der Bundesrat, das Parlament oder die Kantone hätten beschliessen können, den Spitälern für die Behandlung von Covid-Patienten auf Intensivstationen doppelt so viel zu entschädigen. Dann könnten die Spitäler die Löhne des Pflegepersonals verdoppeln: «Ein solcher finanzieller Anreiz würde ehemalige IPS-Pflegende motivieren, vorübergehend wieder zu arbeiten. Wir haben in der Schweiz eine ganze Reservearmee von ehemaligen IPS-Fachleuten.» Tatsächlich kam es wegen der strengen Arbeit, der unregelmässigen Arbeitszeiten und der mittelprächtigen Entlöhnung zu überdurchschnittlich vielen vorzeitigen Abgängen. Weniger Abgänge dank deutlich höherer Löhnen hätte den Druck auf mehrere Schultern verteilt, sagt Widmer.

Wer ein Menschenleben rettet, ist ein Held; wer hundert Menschenleben rettet, ist eine Pflegefachfrau – vermutlich überarbeitet und unterbezahlt.

Margaret Chan, bis 2017 Generaldirektorin der WHO

Während der ersten grossen Welle im Frühjahr 2020 gelang es den Spitälern mit einem grossen Effort, das Angebot an Intensivbetten mit nicht zertifizierten Betten auf maximal 1506 zu erhöhen. Seither reduzierten die Spitäler das Angebot um 44 Prozent auf noch 845 Intensivbetten. Sie machen dafür das fehlende Personal verantwortlich.

«Jeder Tote ist ein Toter zu viel»

An Covid-19 dürfe möglichst niemand sterben, jeder Tote sei ein Toter zu viel. Diese manchmal gehörte Forderung nach «Null-Risiko» müsste allerdings auf alle Krankheiten zutreffen. Laut Werner Widmer lautet die entscheidende Frage: «Wie gross ist das Risiko zu sterben, und welche Einschränkungen soll und will eine Gesellschaft in Kauf nehmen, um diese Todesfälle zu verhindern?» Im Strassenverkehr würden jedes Jahr 200 Menschen sterben. Jeder Einzelfall sei traurig und für die Angehörigen schockierend. Dennoch käme es niemandem in den Sinn, deswegen das Autofahren zu verbieten. Ja nicht einmal, deswegen die Höchstgeschwindigkeiten weiter zu senken. Opfer werden bei Unfällen mit Autos und Motorrädern ebenfalls häufig Unschuldige, die sich nicht schützen konnten.

Infosperber hat darüber informiert: An den Folgen des Tabaks sterben in der Schweiz jedes Jahr 9500 Menschen, doch das Parlament möchte der Gesellschaft nicht einmal ein totales Verbot der Tabakwerbung zumuten. In etlichen anderen Bereichen wären Massnahmen zum Gesundheitsschutz verhältnismässig einfach zu ergreifen, aber die Gesellschaft nimmt viele vermeidbare Todes- und Krankheitsfälle in Kauf. [Siehe «Coronabewältigung soll(te) Vorbild sein».]

Die Frage stellt sich also nicht nur bei Corona: Welche Einschränkungen will eine Gesellschaft in Kauf nehmen, um wie viele Todesfälle zu verhindern. Eine mögliche Antwort: Je mehr Todesfälle zu erwarten sind, desto härtere Massnahmen rechtfertigen sich.

«Einige Chefärzte haben Angst verbreitet»

Werner Widmer kritisiert auch einzelne Chefärzte, welche in den Medien «Pandemiepolitik mit Angst» betrieben hätten: «Wenn irgendwo eine Intensivstation voll ist, gehen ein Chefarzt oder der Spitaldirektor an die Medien und verkünden, alle Spitäler stünden kurz vor dem Kollaps.» Man betreibe «Pandemiepolitik mit Angst – und das seit fast zwei Jahren». Tatsächlich aber seien seit Beginn der Pandemie bis heute im 15-Tages-Durchschnitt [schweizweit] immer mindestens 100 Betten frei gewesen. Man könne Patienten auch in andere Spitäler einweisen oder verlegen. Für Schwerkranke ist dies natürlich nicht ideal.

Zur aktuellen Lage erklärte die Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin am 16. Dezember: «Aktuell besteht in der Schweiz gesamthaft keine Triage-Situation, wie sie in den SAMW-Richtlinien beschrieben ist. In den meisten Spitälern werden allerdings nicht-dringliche Operationen und Behandlungen aufgrund der stark ansteigenden Zahl der intensivpflichtigen Patientinnen und Patienten verschoben.»

In der letzten, am 17. Dezember veröffentlichten Intensivbetten-Statistik waren im 15-Tages-Durchschnitt (1.-15. Dezember) von insgesamt 845 Intensivbetten 148 Betten frei:

211217 Intensiv
Auslastung der Intensivstationen seit Beginn der Pandemie. Hellgrau = freie Betten; blau = Nicht-Covid-Patienten; dunkelgrau = auf Sars-Cov-2 positiv getestete Patienten. Erhebung am 17.12.2021.
Werner Widmer .KSBL

Werner Widmer

Werner Widmer, Dr. rer. pol., ist Leiter der «Stiftung Diakoniewerk Neumünster – Schweizerische Pflegerinnenschule». Er war Verwaltungsratspräsident des Kantonsspitals Baselland, Direktor mehrerer Spitäler und Stiftungsrat der Schweizerischen Patientenorganisationen.  

Weniger als 10 Prozent aller Eingewiesenen belegen 32 Prozent aller Intensivbetten

Von den insgesamt 845 Intensivbetten waren 267 oder 32 Prozent mit Covid-Patienten belegt (Tagesdurchschnitt von 15 Tagen). Tatsächlich sei die Situation noch viel prekärer, melden gelegentlich Leserinnen und Leser. Denn die «normalen» Patienten würden die Intensivstationen nur während durchschnittlich drei Tagen belasten, während Covid-Patienten im Durchschnitt viel länger behandelt werden müssten.

Das ist tatsächlich der Fall, wird jedoch beim Anteil von 32 Prozent Covid-Patienten bereits berücksichtigt. Denn anders als bei den Hospitalisierten, bei denen die Zahl der Spitaleintritte berücksichtigt wird, handelt es sich bei der Auslastung der Intensivstationen nicht um die Zahl der dorthin Eingewiesenen, sondern um die Zahl der dort Behandelten.

Der Anteil der Covid-Patienten unter allen, die in eine Intensivstation eingewiesen werden, dürfte unter 10 Prozent liegen. «In der Zeit, während der wir einen Covid-Patienten behandeln, könnten wir zehn bis fünfzehn andere Patienten behandeln», erklärte Peter Steiger, leitender Arzt des Instituts für Intensivmedizin am Universitätsspital Zürich, am 9. Dezember in der SRF-Sendung Gredig Direkt.

Die Gesellschaft für Intensivmedizin teilte Infosperber mit, sie könne keine Angaben darüber machen, wie hoch der Anteil der Covid-Patienten an den Patienten ist, die in eine Intensivstation überwiesen werden.

Ansteckungen vor allem in geschlossenen Räumen

upg. Zu den häufigsten Ansteckungen kommt es, wenn sich viele Menschen in geschlossenen Räumen nahekommen, vor allem wenn noch viel geredet, gesungen oder gejubelt wird. Der unterschiedliche Nutzen verschiedener Klima- und Lüftungsanlagen ist noch wenig erforscht.
Weiter kommt es darauf an, wie lange man sich und wie nahe man sich in der Nähe von Ansteckenden aufhält. Das gilt auch für längere Bahnfahrten, sofern eine ansteckende Person näher als zwei Meter entfernt sitzt. 
Häufiges Lüften reduziert das Risiko in solchen Innenräumen. Auch Masken reduzieren das Risiko. [In schlecht belüfteten Innenräumen braucht es FFP2-Masken, die überall gut anliegen.] 
Im Freien dagegen, vor allem wenn es noch etwas windet, ist es äusserst unwahrscheinlich, sich mit dem Virus anzustecken.

Achtung: Auch Geimpfte können ansteckend sein. Deshalb sollten auch Geimpfte in Innenräumen, wo sich viele Personen aufhalten, Masken tragen und Distanz halten.

Regelmässige körperliche Bewegung und ein gesunder Lebensstil sorgen dafür, dass das körpereigene Abwehrsystem gegen Viren besser schützt.

(Nach aktuellem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse)


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Zum Infosperber-Dossier:

Coronavirus_1

Coronavirus: Information statt Panik

Covid-19 fordert Behörden und Medien heraus. Infosperber filtert Wichtiges heraus.

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27 Meinungen

  • am 18.12.2021 um 11:21 Uhr
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    Da soll man also die Intensivstationen vergrössern, damit darin noch mehr Ungeimpfte zugrundegehen können, nur damit man nicht Impfen muss.

    43
    • am 18.12.2021 um 22:09 Uhr
      Permalink

      Bravo Herr Dr. Werner Widmer!! Auf diese Einsicht warte ich schon ein Jahr. Das liegt sowas von auf der Hand, diesen Flaschenhals zu entfernen. Ihr Vorschlag wäre mit Sicherheit eine Lösung. Ich kann mir nicht vorstellen, warum in Bundesbern niemand auf diese Idee kommt. Was liegt da quer? Das sollten sie nicht nur in Info Sperber veröffentlichen, sondern an oberster Stelle!! Vor allem das im blauen Kasten: «Jeder Tote ist ein toter zuviel» und man kann die Verhältnismässigkeit von den Massnahmen bei Verkehr, Alkohol und Tabak, etc. zu Covid nicht einsehen….
      Danke für diese Klarsicht.

      2
    • am 19.12.2021 um 20:36 Uhr
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      Zunächst zu den Ungeimpften: Dazu gehören auch Menschen, die infiziert waren, aber nicht mehr als Genesene anerkannt werden, da seit der Feststellung mehr als 6 Monate verstrichen sind, obwohl inzwischen klar ist, dass alle eine T-Zellenimmunität besitzen, die sie besser und länger schützt, als jede Impfung. Außerdem gibt es auch Menschen, die ein so starker Immunsystem haben, dass sie selbst bei ständigem Kontakt mit Infizierten nicht auf einen PCR-Test ansprechen. Beispiele sind aus dem Gesundheitswesen bekannt. Auch diese Menschen haben eine T-Zellen-Immunität, die sich nachweisen lässt. Schließlich ist leider weitgehend unbekannt, dass ein hoher Vitamin D-Spiegel vor Infektionen schützt oder schwere Fälle verhindert. Herr Vontobel hat bereits im Dezember 2020 darauf hingewiesen (So kann das Immunsystem Corona den Giftzahn ziehen- Infosperber) Die Bedeutung von Vitamin D für das Immunsystem ist seit 2010 nachgewiesen. Trotzdem werden die D-At- und CH-Referenzwerte für den optimalen Spiegel, die nachweislich falsch und viel zu niedrig sind, nicht erhöht.
      Nun zu den Impfungen: Erst war man mit zwei Impfungen geschützt. Dann kam eine dritte Impfung hinzu – als Boosterung bezeichnet. Nun wird in einigen Ländern die vierte Impfung vorbereitet und der Chef von Biontech erklärt, dass ein Impfstoff gegen Omikron für drei Impfungen vorbereitet wird. Wer aus diesem Impfkarussell aussteigt, gilt dann nach einer bestimmten Zeit als ungeimpft mit allen Konsequenzen.

      1
    • am 20.12.2021 um 10:15 Uhr
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      «Außerdem gibt es auch Menschen, die ein so starker Immunsystem haben, dass sie selbst bei ständigem Kontakt mit Infizierten nicht auf einen PCR-Test ansprechen.»

      Ich habe gerade von einem solchen Fall in meinem Bekanntenkreis gehört, der sich vor 3 Wochen zutrug. Bei der Familie, Eltern und 3 Kinder, wurde das eine Kind positiv getestet und die ganze Familie musste 10 Tage in die Quarantäne, und ein zweites Kind testete positiv. Die gesunden, jungen, ungeimpften Eltern versuchten alles, um sich von ihren Kindern anstecken zu lassen, um so den zunehmenden Restriktionen zu begegnen. Es gelang nicht, selbst durch Übertragung von Nasensekret mit den Testtupfern.

      Welcher Vitamin-D Spiegel sollte es sein? Es gibt auch Warnungen vor einem zu hohen, wegen Nierenschäden. Laut https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/12/01/nierenversagen-durch-vermeintlich-harmlose-vitamin-d-praeparate werden für die Einnahme als sicher erachtet von der Europäischen Lebensmittelbehörde für Heranwachsende und Erwachsene bis zu 4000 IE/d, das entspricht 100 µg/d. Aber das ist nicht der Spiegel und berücksichtigt nicht die Nahrung, Exposition zu Licht, und Speicherungsfähigkeit.

      0
    • am 28.12.2021 um 00:56 Uhr
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      Wo Sie allerdings wie leider so viele falsch liegen ist die Annahme, dass mit dieser Art von «Impfstoffen» die «Pandemie» beendet werden kann. Die Verabreichten Injektionen schützen offensichtlich nur kurzfristig vor einer schweren Erkrankung. Sie unterbrechen offensichtlich nicht die Infektionsketten. Im weiteren hatten wir 2020 und 2021 bei den Ü65 jährigen in den Wellen eine signifikante Übersterblichkeit. Bei den jüngeren allerdings in keinster Weise. Somit kann und muss man die Frage stellen ob andere Massnahmen zielführend wären. Zumal die ernst zu nehmenden Meldungen von Schäden durch den» Impfstoff» zu nehmen.

      0
  • am 18.12.2021 um 12:41 Uhr
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    Super Artikel, vielen Dank. Es geht wie immer um’s Geld.

    2
  • am 18.12.2021 um 14:34 Uhr
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    Wenn diese Angaben und Aussagen stimmen, frage ich mich wieso diese Daten nicht bei den Entscheidungsfindungen durch BAG und Task-Force einbezogen werden. Anyway, wenn dem so ist, wären ja diese verhängten Massnahmen in keinem Verhältnis (Verhältnismässigkeit) und nie und nimmer rechtens «gesunde» Menschen vom Leben auszuschliessen.

    2
  • am 18.12.2021 um 15:08 Uhr
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    Und stur geht es weiter auf derselben Strasse, unbeirrt mit immer derselben Litanei.

    Unserer Regierung und unseren PolitikerInnen ist offenbar nicht bewusst, dass sie gerade dabei sind, ein sehr kostbares Gut zu verspielen: Das (blinde) Vertrauen der BürgerInnen in sie und ihr fester Glauben, dass unsere VolksvertreterInnen schon das richtige für uns, unsere Gesundheit und unsere Gesellschaft tun. Ich bezweifle, dass sie es jemals wieder ganz zurückgewinnen werden können.

    2
  • am 18.12.2021 um 17:16 Uhr
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    Das ist die Tausend Franken Frage. Wieso buttert man nicht ein paar Mrd. in die Aufstockung der IPS Stationen (in 2 Jahren sollte doch das eine oder andere möglich sein), auch die Armee müsste eigentlich in der Lage sein, eine vernünftige Unterstützung bereitzustellen. Aber nein, hier tut sich nichts.
    Viel lieber impft man, wobei man nicht mal sicher weiss es nützt. Zuerst sagte man, 2 Shots nützen für immer, jetzt ist der Booster dran, und bestellt ist die Impfung für die Omikron Variante.

    5
    • am 20.12.2021 um 14:54 Uhr
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      Wöchtenlich oder gar halb-wöchentlich boostern ist für die Pharma-Industrie halt viel interessanter als die Leute effektiv gesund zu kriegen und zu immunisieren. Deswegen auch die starke Lobby in Bern für impfen, impfen, impfen…

      3
    • am 20.12.2021 um 20:55 Uhr
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      Man könnte dazu auch fragen, warum die Schweiz kategorisch auf der (immer nutzloseren) Impf-Schiene weiterfährt und dabei ebenso kategorisch die Behandlungserfolge mit Medikamenten in anderen Ländern negiert, nicht zur Kenntnis nehmen will.
      Das eine tun, das andere nicht lassen, das wäre die Strategie, welche wohl am ehesten Erfolg brächte.

      1
  • am 19.12.2021 um 09:42 Uhr
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    Merci für diesen Bericht U.P.Gasche.

    Warum hören unsere Entscheidungstragenden nicht auf solche Stimmen?
    Sie könnten sofort entsprechend handeln.
    Vieles könnte anders aussehen.
    Ich habe dieses einseitige Vertrauen der Behörden auf eine Impfung, deren Wirkung man nicht wirklich kennt – nicht einmal Teststufe 3 ist abgeschlossen – nie verstanden.

    3
  • am 19.12.2021 um 17:44 Uhr
    Permalink

    Der eine BR würde ja vielleicht schon gerne dem Pflegepersonal mehr bezahlen. Nur ob der BR welcher über den Sparstrumpf wacht das auch bezahlen will ist eine andere Frage. Fragt doch mal bei Maurer nach…

    10
  • am 20.12.2021 um 09:11 Uhr
    Permalink

    Die längere Behandlungsdauer bewirkt bei “voller” Auslastung eine reduzierte Gesamtanzahl Patienten, die auf der IPS in den z. B. 15 Tagen behandelt werden können. Es gibt “Stau” auf der IPS und darum werden jetzt weniger wichtige Eingriffe verschoben. Je höher die Belegung durch Covid-Patienten (in dieser Situation), desto länger der “Stau”.

    Betreffend “voller” IPS und den 150 freien Betten: Gemäss der Gesellschaft für Intensivmedizin (www.sgi-ssmi.ch) gibt es 84 Intensivstationen. Was bei 150 freien Betten auf jeder IPS im Schnitt 2 freie Betten ergibt. Ist das viel? Ist das wenig? Das kann ich nicht beantworten. Ein freies Bett pro IPS wäre noch schön für den nächsten Herzinfarktpatienten.

    Den Vorschlag mit höheren Löhnen Pflegepersonal zurück zu gewinnen und auch weitere Abgänge zu verhindern finde ich gut.
    Daneben wäre es schön, wenn sich möglichst viele der älteren Generationen noch impfen lassen würden.

    6
    • am 23.12.2021 um 19:04 Uhr
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      Aus meiner Erfahrung als Mitarbeiterin auf der Intensivstation kann ich sagen – das Ziel ist, dass mind. 1 freies IPS-Bett pro Intensivstation (betrifft die kleineren Intensivstationen, in grösseren Zentren müssen es natürlich entsprechend mehr sein) jederzeit für akute Notfälle zur Verfügung steht.

      0
  • am 20.12.2021 um 23:23 Uhr
    Permalink

    @ Daniel Maag
    Danke für Ihre Frage nach den «nötigen» freien Betten und das erwähnen der «Staus» auf den Intensivstationen. Leider zeigt Herr Gasche immer nur auf wie viele freie Betten es hat, ohne diese Fragen wirklich zu würdigen.

    3
  • am 20.12.2021 um 23:49 Uhr
    Permalink

    Ein weiterer Aspekt ist die Frage der Frühtherapie. Ich habe am eigenen Leib erfahren, wie lausig es darum bestellt ist – zwar in Deutschland, aber von Kontakten in der Schweiz höre ich nichts Gegenteiliges, das Mut machen könnte:
    Dass der Krankheitsverlauf durch Frühtherapie nachhaltig positiv beeinflusst werden kann, ist bekannt – dennoch konzentrieren sich die Gesundheitsbehörden praktisch ausschliesslich auf die Quarantäne.
    Selbst im Spital wird nach «Schema F» therapiert

    0
  • am 20.12.2021 um 23:57 Uhr
    Permalink

    «Ein solcher finanzieller Anreiz würde ehemalige IPS-Pflegende motivieren, vorübergehend wieder zu arbeiten. Wir haben in der Schweiz eine ganze Reservearmee von ehemaligen IPS-Fachleuten.»
    Und diese Reservearmee lässt alles stehen und liegen wenn es mehr Geld auf der IPS zu verdienen gibt?
    Beurlaubung oder Kündigung einer Anstellung, Kinderbetreuung suchen und bezahlen oder als Rentnerin zurück in den Beruf mit dem körperlichen und geistigen Stress? Und das alles für eine Anstellung auf ungewisse Zeit oder sogar nur auf Abruf? Für mich eine halbgare Idee.

    3
  • am 21.12.2021 um 03:03 Uhr
    Permalink

    Die Pflegenden, man spricht hier nur von den Intensivstationen, obwohl heute viel mehr Pflegefachleute in der Pflege von Covid19 Patienten involviert sind, zurückzugewinnen mit Geld ist eine verlockende Idee! Leider sind weder die verantwortlichen Politiker, noch die Spitaldirektoren und noch weniger die Krankenkassenlobby bereit,einen Rappen mehr für eine gute Pflege zu bezahlen.Der Club der Betonköpfe, vorab die seit Jahren die Spital und Pflegeheimlandschaft deregulieren und kaputtsparen,besteht aus den uns bekannten Abkömmlingen aus SVP, CVP und FDP. Sie predigen Wasser aber bezahlen die Wirtschaftslobby mit unfassbaren Löhnen,sind aber nicht bereit,die Pflegenden anständig und leistungsgerecht zu bezahlen.Also geht die Abwanderung weiter, viele Kollegen sind enttäuscht,müde und ausgelaugt! Diese Leute lassen sich auch nicht mit mehr Geld die angeschlagene Gesundheit ruinieren und die kaputte Work- Life Balance spricht Bände.Die Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden, es muss endlich eine Mitsprache geben was unsere Zukunft angeht! Ich habe mein ganzes Leben in der Pflege gearbeitet, diese Arbeit bedeutet Teamwork und Respekt vor der Leistung jeder Person, die sich für das Wohl der Patienten einsetzt.Die Situation zu retten mit einem Schnellschuss und der Geldspritze für das IPS Personal sehe ich als eine ziemliche kurzsichtige und verzweifelte Handlung an! In der ganzen Pflege gibt es Mangel und Abwanderung, die Lösung über das Geld ist viel zu kurz gedacht!

    0
  • am 21.12.2021 um 13:47 Uhr
    Permalink

    Letztlich geht es darum, dass die Spitäler keine Kapazitäten für Patienten die Aufgrund einer neuen Infektionskrankheit zusätzlich entstehen haben.
    Anstelle von Homestorys die diverse Menschen im Gesundheitsbereich von sich geben, wäre es angebracht wenn diese fordern würden, dass man die Kapazitäten in den Spitälern erhöht.
    Die neue Infektionskrankheit wird uns auch in Zukunft begleiten und auch künftig zusätzliche Kapazitäten in Anspruch nehmen. Unterlässt man eine Erhöhung der Kapazitäten, dann bleibt die eigentlichen Problematik bestehen und die ‹Massnahmen› lassen sich bis zum St. Nimmerleinstag weiterführen.

    1
    • am 22.12.2021 um 06:41 Uhr
      Permalink

      Lieber Christoph Speiser, Omikron hat eine Verdoppelungszeit von 2-3 Tagen. Wenn ein Drittel der Spitalbetten mit COVID-Patienten besetzt sind, so reicht eine Verdoppelung der Spitalbetten ohne «Massnahmen» gerade mal einige Tage. Wenn wir nicht überfüllte Spitäler, Leichenhallen und Krematorien wollen, so führt kein Weg an «Massnahmen» und/oder Impfen vorbei. Daran ändert alles Geschwätz über Spitalbetten oder über angebliche Nebenwirkungen oder Wirkungslosigkeit der Impfung nichts, und auch nicht die Anpreisung von wirkungsarmen oder wirkungslosen Alibimassnahmen wie Vitamin D und Ivermectin. Das alles verschlimmert lediglich die Epidemie.

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    • am 22.12.2021 um 16:56 Uhr
      Permalink

      Sie Unterstellen mir zu den Coronaleugnern zu gehören. Das verbitte ich mir ausdrücklich.
      Über die Omikron Variante weiss man nur, dass sie Ansteckender als die bisher Bekannten ist. In was für einem Mass weiss man nicht. Dass man deutlich mehr Omikroninfizierte, kann auch daran liegen, dass man gezielter danach sucht. Es gibt Anzeichen, dass Omikron weniger starke Symptome verursacht. Auch da weiss man nicht wie sehr das der Fall ist. Ich kann das nicht beurteilen und Gewissheit wird man erst in ein paar Monaten haben.
      Wenn Ihre Aussagen stimmen würden, dann wären die Spitalbetten schon heute nicht nur am Rande der Belastung sondern schon seit ein paar Tagen soweit, dass auch eilends eingerichtete Notspitäler den Ansturm nicht mehr bewältigen könnten. Die überall Infektionen wären am explodieren und nicht am sinken wie das derzeit der Fall ist.
      Aber was Tatsache ist, dass man es verpasst hat die Kapazitäten in den Spitälern zu erhöhen. Dass das Virus nicht einfach so verschwinden wird und dauerhaft eine erhöhte Anzahl von Patienten bedeutet war schon vor zwei Jahren abzusehen. Das ist meine Aussage und auf keinen Fall das ‹promoten› von obskuren Behandlungsmethoden.
      Was die Wirksamkeit der Massnahmen anbetrifft, gibt es bis heute keine verlässlichen Studien welche Massnahme was bewirkt. Man vermutet und schätzt immer noch .

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    • am 23.12.2021 um 14:26 Uhr
      Permalink

      Sehr geehrter Herr Speiser, ich unterstelle Ihnen keine Coronaleugnung. Dass die Spitäler/IPS noch nicht explodiert sind ist dem Impfen und den von Ihnen gescholtenen Massnahmen geschuldet. Bei konsequentem Einsatz wären die Spitaler nicht überlastet. Ohne konsequenten Einsatz bringt auch die Vergrösserung der Spitalkapazitäten nichts.
      Natürlich ist vieles bezüglich Verläufe, Übertragung und Massnahmen unklar, aber das war in der Medizin immer so: Man hat immer nur den aktuellen Stand des Irrtums, die Halbwertszeit des medizinischen Wissens ist einige Jahre und im Nachhinein ist man klüger. Das entbindet nicht von der Pflicht, mit den vorhandenen Mitteln so gut zu fechten als man kann, und davon sind wir immer noch weit entfernt.

      2
    • am 23.12.2021 um 11:56 Uhr
      Permalink

      Lieber Herr Fierz, alles wird nun auf Omikron und Ungeimpfte geschoben. Massnahmen sind ja gut und recht, aber wie hart diese sein sollen, ist ja schon die Frage. Während die Ungeimpften nach der Arbeit keine andere Möglichkeit haben als nach Hause zu gehen, reisen geimpfte Personen in der Welt umher, drängen sich in Gondeln um Ski zu fahren. Da ja bekanntlich auch Geimpfte in Spitäler eingeliefert werden, finde ich es mehr als nur bedenklich, wenn solche Leute dann noch schärfere Massnahmen fordern.

      1
    • am 24.12.2021 um 00:36 Uhr
      Permalink

      Herr Mühlethaler, dass von ihnen beschriebene Verhalten von Geimpften und Ungeimpften kann ich in meinem Bekanntenkreis nicht bestätigen. Im Gegenteil, die meisten Geimpften halten sich besser an die Regeln und verzichten auch auf einiges, dass sie dank der Impfung eigentlich machen dürften.

      3
    • am 22.12.2021 um 16:02 Uhr
      Permalink

      Herrn Speiser; Gerne würde ich Ihren Machbarkeitsglauben unterstützen, mehr IPS Betten und keine Homestorys vom Pflegepersonal mehr. Jetzt kommt die schlechte Nachricht für Sie. Schon vor Corona haben sich Berufsverbände, wie der SBK und der VPOD und interne Berufsgruppen in den Spitälern und Heimen in der ganzen Schweiz für eine gute Pflege, genügend Personal eingesetzt. Es wurde schon vor über 30 Jahren vor einem Mangel an Pflegepersonal in allen Sparten gewarnt und dass wiederholend! (Pflegeinitiative!). Auch wurde das letzte und hinterste kleine Spital entweder geschlossen oder so dereguliert und kaputtgespart, dass wenn jetzt auch noch das Pflegepersonal in Quarantäne muss, Stationen zugehen und nicht nur einzelne Betten.Falls Sie meine Homestory aufmerksam gelesen haben,fallen auch immer mehr Personal auch auf der IPS aus, wegen Krankheit, körperlicher und seelischer Überlastung! So auf die schnelle mal ein paar hundert oder mehrere tausend ausgebildete Pflegefachleute herzaubern, das wäre dann Ihre Aufgabe, einfache Antworten auf komplizierte Zusammenhänge ist nicht mein Ding. Die Betten und auch die Apparate kann man ja für ein paar Millionen kaufen, Geld ist ja genügend vorhanden! Was wirklich machbar ist, können Sie hier im Forum lesen, oder gehen Sie auf die Homepage des BAG, alles aufgeschrieben! Wenn Sie die Antworten und Lösungen zur Pandemie im Spital suchen oder bei den Bettenkapazitäten, dann ist nicht nur bei Ihnen schon einiges schief gelaufen!

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  • am 24.12.2021 um 09:14 Uhr
    Permalink

    Anerkennen, was ist.
    BFS-Statistik der Todesursachen: Covid-19 wird erstmals ausgewertet.
    Eigentlich werden die Todesursachen in der Schweiz – wie international üblich – nur jährlich publiziert. Angesichts der Covid-19-Pandemie hat das Bundesamt für Statistik (BFS) die Kodierungs- und Auswertungsarbeiten beschleunigt, wie es mitteilt, Link öffnet in einem neuen Fenster. Um die Resultate zeitnah veröffentlichen zu können, erfolgt laut dem Amt erstmals zusätzlich eine monatsweise Auswertung für die ersten drei Monate des Jahres 2020.
    Demnach kam es im ersten Monat mit Covid-19-Sterbefällen, also im März 2020, in der Schweizer Wohnbevölkerung zu 576 Sterbefällen, bei denen Covid-19 auf dem Todesursachenzertifikat als Haupt- oder Begleitursache angegeben war. Es starben 547 Personen an Covid-19 als Haupttodesursache, davon 344 Männer (63 % der Covid-19-Todesfälle) und 203 Frauen (37 %). Die Mehrzahl dieser Sterbefälle trat bei 65- bis 84-Jährigen (49 %) und bei Personen im Alter von 85 Jahren und darüber (46 %) auf. Das BFS schreibt zudem, dass bei mehr als 90 Prozent der Covid-19-Sterbefälle Begleiterkrankungen vorlagen. Es sterben mehr Menschen an Herzversagen und Krebs.
    Sterben ist das einzige das zu 100% während dem Leben eintrifft. Alles andere ist nicht in Stein gemeisselt und Wissenschaft bedeutet aus Unwissen, Wissen zu erarbeiten anhand von Hypothesen, Annahmen, Erfahrungen usw. und dies ist stetig im Wandel, sprich ist nie in Stein gemeisselt. Frohes Leben.

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