Woman wears sign about Epstein files at Atlanta protest

Kundgebung im September 2025 in Atlanta: Veröffentlicht die Epstein-Files © lulz60/Depositphotos

«Epstein verstand sich als Jude, der Nicht-Juden überlegen ist»

upg. /  Auch diese angezweifelte Aussage von Maria Farmer, die Epstein 1996 wegen Missbrauchs anzeigte, wird in den Epstein-Files belegt.

Maria Farmer hatte Jeffrey Epstein vorgeworfen, er und sein enger Kreis hätten andere Ethnien als minderwertige «Goyim» (Nicht-Juden) betrachtet und sich selber als ethnisch überlegen gesehen. Sowohl Epstein als auch seine Frau Ghislaine Maxwell hätten den Begriff «Goyim» häufig abschätzig verwendet. 

Einige jüdische und israelische Kreise verstanden diese Aussage als pauschale Diffamierung sämtlicher Juden und warfen Farmer deshalb vor, sie sei antisemitisch. Doch Farmers Kritik bezog sich nicht auf die Haltung sämtlicher Juden, sondern auf die Einstellung von Epstein und seiner Entourage.

Farmer erwähnte auch nie, Epstein sei Teil einer jüdischen Verschwörung gewesen, wie es Antisemiten aufgrund der Epstein-Files in Social Media verbreiteten. Jüdische Organisationen in den USA haben gegen solche antisemitischen Posts protestiert.

Die 2026 veröffentichten Epstein-Files belegen Farmers damalige Aussagen, dass Epstein und sein Frau Nicht-Juden als ethnisch unterlegen betrachteten. In den E-Mails von Epstein kommt der Begriff «Goyim» (Nicht-Juden) auffällig häufig vor. Einige Beispiele:

  • In einer E-Mail aus dem Jahr 2009 an den Psychologen Roger Schank schrieb Epstein: «Die Juden haben in den letzten zehn Jahren ein Vermögen gemacht, indem sie Schifffahrts-Futures leerverkauften, […] während die Goyim (Nicht-Juden) sich in der realen Welt herumschlagen.»
    Juden würden ihr Geld also mit Spekulieren verdienen, während Nicht-Juden sich in der realen Welt abrackerten.
  • In einer E-Mail vom August 2010 an die Hollywood-PR-Managerin Peggy Siegal antwortet ihr Epstein auf die Frage, ob an einer Party nur Juden teilnähmen: «Nein, Nichtjuden in Hülle und Fülle – die Führungskräfte von JPMorgan, brillante WASPs.» 
    «WASPs» steht für «White Anglo-Saxon Protestant». Damit sind Angehörige der oberen Mittel- und Oberschicht gemeint, die historisch grosse Teile der Wirtschaft, Politik und Kultur dominieren.
  • Einen jüdischen Bekannten beschimpfte Epstein mit den Worten: «Du hast dich genauso verhalten wie die Goyim (Nicht-Juden), die du nicht respektierst.» 
  • Den Begriff Goyim (Nicht-Juden) verwendete Epstein wiederholt auch für Staatsanwälte, die «seine Finanzkonstruktionen nicht verstehen» würden.

Die progressive-jüdische Webseite Mondoweiss zitiert die früheren Aussagen Maria Farmers:

«Als ich Ghislaine [Maxwell] anrief und fragte, warum ich dort [in einem privaten und exklusiven Country Club] nicht essen könne, sagte sie: Das ist ein jüdischer Country Club, du bist nicht jüdisch, sie werden dich nicht bedienen.› So denken diese Leute, Whitney. Sie glauben, bei Gott, dass ihre DNA besser ist als die aller anderen, das schwöre ich dir. Das war bei ihnen ständig ein Thema. Bei Eileen Guggenheim, bei Jeffrey Epstein, bei Ghislaine. Das war ein Thema.»1

«Du würdest nicht glauben, wie Jeffrey und Ghislaine über Afroamerikaner sprachen. Mir standen die Haare zu Berge. Die Art, wie sie über diese Menschen gesprochen haben, war wirklich erschreckend und hat mir sehr deutlich gezeigt, wie sehr diese Leute wirklich daran glauben, dass sie dazu auserwählt sind, hier etwas zu tun. Für mich ist das unglaublich. Das galt für jeden einzelnen von ihnen, so, wie sie redeten.»2

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1«When I called Ghislaine [Maxwell] and asked why I couldn’t eat there [at a private and exclusive country club] she said, ‘It’s a Jewish country club, you’re not Jewish, they’re not going to serve you.’ This is how these people think, Whitney. They, honest to God, think their DNA is better than everybody else’s, I swear to you. It was a theme all the time with them. With Eileen Guggenheim, with Jeffrey Epstein, with Ghislaine. It was a theme.»

2«You wouldn’t believe the way Jeffrey and Ghislaine spoke about African-Americans. It was like, it made my skin crawl. The way they spoke about them, it was really horrifying and it showed me a great deal about how these people truly believe that they are chosen to do something here. It’s unbelievable to me. It was every one of them, the way they spoke.» 

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