Was passiert

"Was passiert, wenn ich dran lecke?" © zvg

Das Spiel: Nicht jede Frage macht klug

Patrick Jerg /  Mit witzigen Fragen und den passenden Antworten nähert man sich der richtigen Lösung. Doch welche Frage hilft wirklich weiter?

Patrick Jerg
Patrick Jerg

Die erste Frage in diesem Ratespiel kostet nichts: «Was passiert, wenn ich dran lecke?» Das ist zugleich der Titel dieses aussergewöhnlichen Spiels, bei dem fast alles vorgegeben ist. Fragen und Antworten findet man auf den grossen Hinweiskarten. Nur die Lösung liegt verborgen und muss von den Mitspielenden erraten werden. Und die stehen manchmal ganz schön auf dem Schlauch, was wiederum zu amüsanten Szenen am Spieltisch führt. Der Moses-Verlag ist ein Meister der kreativen Quiz- und Ratespiele. Das beweist er auch mit diesem Spiel eindrücklich.

In jeder Runde führt ein Hinweisguru durch das Spiel. Er bekommt die Hinweiskarte, eine Art Drehbuch, für sämtliche Fragen. Gesucht wird ein Begriff. Um ihn herauszufinden, erhalten alle eine bestimmte Anzahl an zufällig ausgewählten Fragen. Diese Fragekarten legt man offen auf dem Tisch aus. Alle ratenden Personen erhalten einen Stift und einen Zettel für ihre Rateversuche.

Welche Frage ist nützlich?

Die erste Frage ist immer gesetzt: «Was passiert, wenn ich dran lecke?» Mit der ersten Antwort startet man in die aktuelle Raterunde: «Das sollte man bitte auf keinen Fall tun!» Es ist zugleich ein erster Hinweis auf das Lösungswort, wenn auch nicht wahnsinnig hilfreich. Um weiter voranzukommen, wählt man eine weitere Frage vom Spieltisch: «Passt es durch eine Tür?» Wieder erhält man eine korrekte Antwort vom Hinweisguru. Er findet sämtliche Antworten auf seiner Hinweiskarte. Nach jeder Frage haben die Ratenden die Möglichkeit, eine Lösung auf ihrem Zettel zu notieren. Diese Lösung schieben sie dem Hinweisguru geheim zu.

Was passiert, wenn ich dran lecke 3
«Was passiert, wenn ich dran lecke?»

Je eher man einen Begriff errät, desto mehr Punkte erhält man dafür. Doch auch der Hinweisguru kann in einer Runde profitieren. Errät niemand den Begriff, bekommt er Punkte zugesprochen. Das Drehbuch lässt zwar keinen Spielraum offen, doch der Guru besitzt zwei Joker, mit denen er die Lösung mit etwas Timing verschleiern kann. Man muss ja die Lösung nicht unbedingt auf dem Silbertablett servieren.

Verwirrung durch die Joker

Bei Bedarf kann bei der Antwort ein Joker eingesetzt werden. Dann liest der Hinweisguru die Antwort beispielsweise rückwärts vor. Oder er nennt nur die letzten vier Wörter der Antwort. Irgendjemand wird am Ende aber garantiert Punkte erhalten und die notiert man auf dem Ratezettel. Rateversuche gibt es übrigens nicht unbegrenzt. Genau zwei Mal darf man sein Glück versuchen.

Die eigentliche Kunst des Spiels ist es aber, die richtigen Fragen zu finden. Denn nicht jede Frage zieht bei einem Lösungswort gleich gut. Fragen und Antworten sind in diesem Spiel äusserst kreativ, aber immer korrekt. Was unser Gehirn aus den Informationen macht, ist oft sehr unterhaltsam. Das führt zu angeregten Diskussionen während und nach dem Spiel. In ganz seltenen Fällen hilft sogar die Ursprungsfrage den Spielenden schon auf die Sprünge.

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Was passiert, wenn ich dran lecke
«Was passiert, wenn ich dran lecke?»

Was passiert, wenn ich dran lecke?

Ein Ratespiel von Nicola Berger und Lukas Mai
Illustrationen: Sandra Kretzmann

Für 3 bis ?? Personen
Ab 14 Jahren | 30 Minuten
Verlag: moses. | ca. 20 Fr. / 20 Euro


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Patrick Jerg betreibt seit 15 Jahren die Webseite brettspielblog.ch und veröffentlicht regelmässig Spielkritiken über Brett- und Kartenspiele.
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

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Portrait Patrick Jerg 2

Das Spiel: Alle Beiträge

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