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Die Gleichstellungsinitiative verlangt die Zulassung von Frauen zum Priesteramt. © KGI

Das Kirchenvolk will Priesterinnen

Barbara Marti /  In der Schweiz haben KatholikInnen Verfassungsinitiativen für Frauen ins Priesteramt angenommen. Das ist weltweit eine Première.

Die katholischen Stimmberechtigten der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt haben einer Änderung der kantonalen Kirchenverfassungen mit über 80 Prozent Ja-Stimmen zugestimmt. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 29 (BL) bzw. 22 Prozent (BS). In den Verfassungen heisst es neu, dass die Kirchenleitungen der beiden Kantone sich auf kirchlicher Ebene dafür einsetzen müssen, dass alle Personen «unabhängig von Zivilstand und Geschlecht» Zugang zum Priesteramt erhalten.
Keine Änderung des Kirchenrechtes
In den beiden Kantonen wird die Kirchenverfassung vom Staat erlassen. Diese regelt unter anderem die Kompetenzen der kirchlichen Gremien in den Gemeinden. Auf das katholische Kirchenrecht, das der Vatikan festlegt und das unter anderem den Zugang zum Priesteramt regelt, hat das Ja zur Initiative keine direkten Auswirkungen.
Die Abstimmungsresultate wurden Ende September 2014 bekannt. Die grossen Medien haben nicht darüber berichtet.
«Starkes Zeichen des Kirchenvolkes»
Das Initiativkomitee sprach nach der Abstimmung von einem «starken Zeichen des Kirchenvolkes an die kirchlichen Organe». Kirchliche Gruppen und Fachleute hätten bereits viele Petitionen, Resolutionen und Memoranden an die kirchlichen Entscheidungsträger gerichtet. Die weltweit erstmalige Abstimmung sei «eine neue Form der Wunsch-Äusserung mit dringlichem Appellcharakter». Das Initiativkomitee hofft, dass nun in anderen Kantonen Gläubige ebenfalls das demokratische Mittel einer kirchlichen Verfassungsinitiative ergreifen, um ein Zeichen gegen die Diskriminierung der Frauen in der katholischen Kirche zu setzen.

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Keine. Die Autorin ist Herausgeberin der Online-Zeitung «FrauenSicht».

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5 Meinungen

  • am 30.11.2014 um 11:50 Uhr
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    Ich verweise auf die junge Theologin Jacqueline Straub, die sehr geschickt vorgeht: Papstbegeistert statt wie normal papstkritisch, frei von feministischem Zungenschlag, spirituell interessiert, will Priesterin werden, hat einen der kirchenrechtlich staatsrechtlich kompetentesten Juristen der Schweiz als inoffizellen Berater an ihrer Seite.

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  • am 30.11.2014 um 12:24 Uhr
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    Ja, das ist ein starkes «Zeichen» der demokratischen Basis. Das Kirchenrecht, wie Barbara Marti richtig schreibt, hat eine andere Grundlage.
    Weshalb nur wurde die Kirche zu einer manndominierten Organisation? Es wird vermutet, dass Paulus da schon gewisse Weichen gestellt hatte. Manche sagen ihm eine Frauenphobie nach und auch gewiss «Anpassungen» der neuen Lehre an sein kulturell bedingtes, jüdisches Templerdenken. Eine Diskussion und eine Entscheidung der Zulassung von Frauen und von verheirateten Menschen zum Priestertum erachte ich aber nur als einen Teil der ganzen Aufgabe. Wir sollten einen Schritt weitergehen und noch tiefer über das Priestertum an sich nachdenken, kritisch UND respektvoll….

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  • am 30.11.2014 um 16:03 Uhr
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    Bei Paulus im 1. Korintherbrief werden mit einer Priska und einer Damaris, noch anderen, voll in der Gemeinde tätigen Frauen aufgezählt und sogar dargestellt, man sollte das genauer lesen. Und in einer Bruder-Klaus-Handschrift von 1474, von Hans von Waltheym, Halle an der Saale, kommen Begriffe wie Bischöfin und Apostolin in der deutschen Sprache zum ersten Mal vor, habe ich in meinem Buch dargestellt, Hintergrund ist Maria Magdalena, oft fälschlicherweise, vorsätzliches totalignorantes Missververständnis, als Hure dargestellt. Auch die Version «Geliebte von Jesus» läuft auf Verkitschung hinaus.

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  • am 30.11.2014 um 18:10 Uhr
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    @PM
    Gerne erfahre ich noch mehr geschichtliche Details.
    Habe nun auf Ihre Empfehlung den 1. Korinther gelesen (noch nicht den ganzen..) Im Kapitel 11 äussert sich Paulus wirklich nicht sehr frauenfreundlich….
    Wer hat eigentlich Maria Magdalena so «demontiert"? (meine ernstgemeinte Frage an den Historiker)

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  • am 1.12.2014 um 14:54 Uhr
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    Die «Verhurung» von Magdalena geht schon auf das frühe Christentum zurück, aber doch nicht generell, die legenda aurea, allerdings eine mittelalterliche Quelle, gibt ihr einen Teil ihres Ranges zurück. Das müsste in einem Buch dargestellt werden. Magdalena ist die Heilige der Einsiedler, nach ihr wurde ursprünglich die Kapelle von Klaus von Flüe geweiht. Paulus: ich gebe zu, dass man den Text etwas gegen den Strich lesen muss, bin jetzt aber gerade nicht im Seminar darüber als Religionslehrer, weswegen ich um Geduld bitte. Texte gegen den Strich lesen gibt viel;im Koran ist es manchmal die einzige Rettung. Thiel liest ihn so, wie Kirchen- und Religionskritiker Karlheinz Deschner, zu breitem Lobe einer Anhängerschaft, christliche Quellen interpretiert, in Richtung einer hochperversen Kriminalgeschichte. Ein weites Feld. Es ist aber nicht verboten, den ersten Eindruck eines Textes nicht zu übersehen, damit man nicht in völlige Naivität und absurde Deutungen abgleitet.

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