Schweizer Bauern setzen überdurchschnittlich viel Pestizid ein © srf

Schweizer Bauern setzen überdurchschnittlich viel Pestizid ein

Pestizide theoretisch letzte Wahl, real überall

Beatrix Mühlethaler / 13. Dez 2017 - Schweizer Bauern erhalten Direktzahlungen für naturverträglichen Pflanzenschutz. In Realität aber vergiften sie die Natur.

«Beim Schutz der Kulturen vor Schädlingen, Krankheiten und Verunkrautung sind primär präventive Massnahmen, natürliche Regulationsmechanismen sowie biologische und mechanische Verfahren anzuwenden.» So steht es in der Direktzahlungsverordnung des Bundes. Demnach dürften die Bauern zur Pestizidspritze erst greifen, wenn ein Schaden droht. Diese Bestimmungen gelten für alle Bauern, die Direktzahlungen beanspruchen. Und das sind über 95 Prozent der Betriebe in der Schweiz. Als Entgelt für die Leistungsentschädigung könnte die Bevölkerung somit erwarten, dass Bauern hierzulande mit Pestiziden keine Umweltschäden anrichten.

Schweiz: Spitze im Pestizidverbrauch

Theoretisch ist ein Pestizideinsatz also die letzte Wahl. Die Realität sieht leider anders aus: Der Einsatz von chemischen Spritzmitteln ist hierzulande riesig, und die schädlichen Wirkungen sind spür- und messbar. Im Vergleich zu den umliegenden Staaten spritzen die Schweizer Bauern überdurchschnittlich viel.

Verlässliche Angaben über die verwendete Menge Wirkstoffe pro Hektare gibt es zwar nicht. Aber Grössenordnungen lassen sich abschätzen, wenn man die jährlich verkauften Mengen an Wirkstoffen zur behandelten Fläche in Beziehung setzt: In der Schweiz beträgt der Absatz rund 2100 Tonnen. Ackerland und Dauerkulturen wie Obst und Reben, in denen Pestizide zum Einsatz kommen können, umfassen 300'000 Hektaren. Das ergibt 7 Kilogramm pro Hektare. Das ist mehr als doppelt so viel wie in Deutschland und Österreich.

Pestizide belasten kleine Bäche stark

Messbare Spuren hinterlassen die Spritzeinsätze vor allem in Gewässern. Über 100 verschiedene Pestizide wurden bei einer nationalen Messaktion an Schweizer Flüssen in landwirtschaftlich genutzten Gebieten festgestellt. Über 30 Wirkstoffe waren in höheren Konzentrationen vorhanden als gesetzlich erlaubt. Noch stärker belastet sind kleine Bäche, bei denen die Stofffrachten weniger verdünnt werden. Das zeigte sich drastisch in einer Untersuchung im Auftrag des Bundesamts für Umwelt, bei der fünf Bäche während sechs Monaten beobachtet wurden. Die Wissenschaftler fanden insgesamt 128 Wirkstoffe und stellten wiederum viele, zum Teil enorme Überschreitungen der gesetzlich erlaubten Konzentrationen fest.

Dass sich die verschiedenen Wirkstoffe summieren, berücksichtigen die gesetzlichen Anforderungen nicht. Auf die Gewässerbewohner wirkt aber die ganze Palette ein. Bei den fünf untersuchten Bächen ergab die registrierte Mischung teils «ein akut toxisches Risiko», konstatierten die Wissenschaftler. «Der laufend ändernde Mix vieler Stoffe in problematischen Konzentrationen lässt den Organismen in vielen Fällen keine Erholungszeit», bilanziert Stefan Hasler, Direktor des Verbands Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) in der Zeitschrift «aqua viva». Das gelte insbesondere für die kleinen Bäche, die mit 45'000 Kilometern etwa drei Viertel der schweizerischen Gewässer ausmachen und für den Nachwuchs von Wasserlebewesen sehr wichtig sind.

Im Klartext bedeutet das: Die empfindlicheren Lebewesen sterben in vielen landwirtschaftlich exponierten Bächen aus. So heisst es auch in einem Bericht des Bundesrats vom 6. September 2017: «Pflanzenschutzmittel-Belastungen sind ein wichtiger Einflussfaktor für die verbreitet festgestellten Defizite der Artenvielfalt in den Gewässern intensiv landwirtschaftlich genutzter Einzugsgebiete». (Ein anderer Faktor sind die eingeschwemmten Düngemittel.)

Pestizide bedrohen Fauna und Flora

Der grosszügige Umgang mit Pestiziden stellt auch ein Risiko dar für die Bodenfruchtbarkeit, die ganze Flora und Fauna sowie die Anwender selbst. Die Behörden monieren vor allem die unbeabsichtigten Nebenwirkungen: Die Spritzmittel driften ab und belasten Orte und Lebewesen in der Nachbarschaft von Feldern. Sie werden bei Regen oberflächlich weggeschwemmt oder geraten über die in Feldern verlegten Drainagerohre sowie Entwässerungsschächte an Wegen direkt in Gewässer. Auch Ableitungen über die Kanalisation sind problematisch, da die Stoffe in den Abwasserreinigungsanlagen vorderhand ungenügend eliminiert werden.

Neben unbeabsichtigten gibt es aber auch Folgen, die sich direkt aus dem Zweck des Spritzeinsatzes ergeben: Herbizide haben viele Ackerbeikräuter an den Rand der Ausrottung getrieben. Mit dem bekämpften Unkraut verschwinden auch deren Bewohner; und die verschwundenen Insekten fehlen als Futter für andere Tiere. Ein Opfer ist die Feldlerche. Diesem Vogel setzt die intensive Landwirtschaft als Ganzes derart zu, dass seine Bestände in den letzten Jahren zusammengebrochen sind. Dies ist nur ein Beispiel für verschiedene negative Rückkoppelungen.

Aktionsplan soll Risiken mindern

Ausgefeilte Reglemente, ausgebaute Beratungsdienste, Weiterbildungen und Vorbild-Projekte haben bisher keine Wende bewirkt. Jetzt versucht es der Bund mit einem neuen «Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln». Er kommt damit einem Postulat nach, das die grünliberale Nationalrätin Tiana Angelina Moser 2012 eingereicht hatte. Der Aktionsplan verfolgt ausdrücklich nicht das Ziel, die verwendeten Pestizidmengen pauschal zu senken. Vielmehr sollen die riskanten Anwendungen und die Emissionen schwinden. Halbierung des Risikos lautet die Devise. Beispielsweise sollen bis 2027 die Anforderungen des Gewässerschutzes nur noch an halb so vielen Gewässerstrecken unerfüllt bleiben.

Die Palette an Massnahmen, welche die anvisierten Änderungen bewirken sollen, ist sehr breit. Beispielsweise geht es um eine finanzielle Belohnung für den verminderten Einsatz von Herbiziden, technische Anpassungen an den Spritzgeräten, sorgfältigen Umgang mit Spritzresten, das Begrünen von Fahrgassen als Mittel gegen Abdrift, grössere Pufferstreifen zu wertvollen Naturräumen, Ergänzungen in der Ausbildung, Verstärkung der unabhängigen Beratung, effizientere Kontrolle der landwirtschaftlichen Praxis und bessere Informationen für den Anwenderschutz. Dabei wurde unterschieden zwischen Vorhaben, die innerhalb von zwei bis drei Jahren umgesetzt werden sollen und zu prüfenden Möglichkeiten, zu denen die Grundlagen innerhalb von fünf Jahren erarbeitet sein müssen.

Belohnung und Ertüchtigung sollen es also richten. So mutet der umfangreiche Katalog wie ein heroischer Versuch an, den Pelz zu waschen, ohne ihn nass zu machen: keine Abstriche am pestizidgestützten Pflanzenschutz, aber Schräubeln an allen Ecken und Enden, um die giftige Fracht einzudämmen. Kaum zu glauben, dass dies mit möglichst geringem Zusatzaufwand für die Kantone machbar sein soll, wie mit Hinweis auf knappe Ressourcen angemerkt ist.

Warum fehlt dann genau jenes Instrument, das am einfachsten und effizientesten wirkt: Lenkungsabgaben? Würden Pestizide wirksam verteuert, so würden sie aus wirtschaftlichen Gründen zur zweiten oder dritten Wahl werden. Dann hätten die Bauern alles Interesse, sie so sparsam und sorgsam wie nur möglich einzusetzen. Zurzeit aber läuft der Anreiz umgekehrt: Pestizide profitieren ebenso wie Lebensmittel von einem niedrigeren Mehrwertsteuersatz!

Noch lange nicht gesetzeskonform

Die Umweltorganisationen halten den Aktionsplan für völlig ungenügend und kritisieren: «Der Plan nimmt gesetzliche Mindestvorgaben nicht ernst und beinhaltet weder einen expliziten Trinkwasserschutz noch ein Verbot der giftigsten Pestizide.» Auch der Verband der Gewässerschutzfachleute VSA sieht es so. Ihn enttäuscht die Zielvorgabe, bis 2027 die Gewässerstrecke, die von Verstössen gegen das Gewässerschutzgesetz betroffen ist, nur zu halbieren. Damit nehme das Bundesamt für Landwirtschaft bewusst in Kauf, dass gesetzliche Anforderungen an die Wasserqualität auch in Zukunft in kleinen und mittleren Gewässern nicht eingehalten werden. «Dies ist nicht zulässig», kritisiert der VSA.

Ferner bemängelt der VSA den ungenügenden Schutz des Grundwassers, das der Trinkwassergewinnung dient. Teils enthält dieses heute – entgegen den gesetzlichen Bestimmungen – langlebige künstliche Stoffe, insbesondere Abbauprodukte aus Pestiziden. Der VSA reagierte mit einem eigenen Zehn-Punkte-Plan, wie eine Trendwende im Umgang mit Pestiziden herbeizuführen sei.

Lenkungsabgaben, ein heisses Eisen

Die Forderungen der Gewässerfachleute bedingen allerdings, dass das politische Personal diese Wende will und die Agrarpolitik für die Jahre nach 2021 (AP22+) entsprechend gestaltet. Lenkungsabgaben gehören ebenso zu ihrem Plan wie andere heikle Punkte: eine von der Landwirtschaft unabhängige Bewilligungsinstanz inklusive Rekursmöglichkeiten; eine von Verkaufsinteressen unabhängige, umfassende Beratung der Bauern; verschärfte Anforderungen an den ökologischen Leistungsnachweis; klare Ausrichtung der Direktzahlungen auf einen extensiven Anbau, eine wirkungsvolle Kontrolle mit härteren Sanktionen und Verbote für den Hobbybereich.

Zur Stossrichtung der AP22+ hat sich der Bundesrat Anfang November geäussert. In der Öffentlichkeit schlug sein Bericht hohe Wellen, aber nicht wegen provokanter Vorschläge für eine naturfreundlichere Landwirtschaft, sondern weil er offene Grenzen für Nahrungsmittel propagiert. Die Überlegungen zur Ökologie sind noch wenig konkret: Leistungszahlungen seien so zu konzipieren, dass die Ziele insgesamt wirksamer erreicht werden können. Und bezüglich Lenkungsabgaben verrät der Text Unlust: Sie bedingten «eine äusserst komplexe Ausgestaltung» und seien «auf Schweizer Verhältnisse anzupassen». Es sei «ihr Aufwand-Nutzen-Verhältnis» abzuklären. Eine Botschaft zur AP22+ ans Parlament stellt der Bundesrat für den Sommer 2019 in Aussicht.

Höhere Grenzwerte für Pestizide

Derweil verunsichert das Umweltdepartement die Gewässerschützer, indem es die Belastungsgrenze von Gewässern durch Pestizide neu definieren und grösstenteils erhöhen will: Der Grenzwert soll nicht wie bisher für alle Stoffe einheitlich bei 0,1 Mikrogramm pro Liter liegen, sondern je nach Giftigkeit eines Stoffs für Wasserlebewesen unterschiedlich hoch sein. Dabei steigen die Werte teils in unerwartete Höhen. Für das aus gesundheitlichen Gründen umstrittene Herbizid Glyphosat soll neu eine Spitzenbelastung von bis zu 360 Mikrogramm gelten, für einen weniger prominenten Stoff sogar 1030 Mikrogramm. Insgesamt erhöhen sich die tolerierten Werte für die meisten der 38 Pestizide, die spezifisch geregelt werden. Nur für wenige Stoffe sinkt der Grenzwert so tief, dass diese wohl verboten werden müssten, um der gesetzlichen Bestimmung Genüge zu tun.

Die Neuregelung soll den Kantonen helfen, «auf die richtigen Stoffe zu fokussieren», heisst es im erläuternden Bericht zur Revision. Aber es hat auch einen anderen, den Vollzug erleichternden Effekt: Dank Neudefinition werden die Gewässerstrecken mit nicht gesetzeskonformer Wasserqualität auf einen Schlag kürzer. Eine praktische Hilfe also, dieses Ziel des Aktionsplans leichter zu erreichen. Ironie beiseite: Wenn die effektive Belastungsgrenze der Wasserlebewesen Massstab der Revision sein soll, ist es erstaunlich, dass nicht gleichzeitig eine Grenze für die Gesamtbelastung durch den Chemikalienmix festgelegt wird. Erst dies würde den Schutz der Wasserlebewesen garantieren. (Wobei immer noch die Frage bleibt, ob mit Tests ermittelte Werte das reale Ökosystem ausreichend schützen.)

Der Biobauer an der Spitze des schweizerischen Bauernverbands äusserte sich in der Presse erfreut über die vorgeschlagene neue Messmethode. Allerdings sollten sich die Bauern bewusst sein, dass sich auch bei höheren Grenzwerten bezüglich ihrer Sorgfaltspflicht rein gar nichts ändert. Denn, wie es im erläuternden Bericht des Umweltdepartements heisst: «Es gibt keinen Rechtsanspruch, ein Gewässer bis zum Erreichen einer numerischen Anforderung zu verunreinigen.»

Eine Initiative will die Wende

Interessenvertreter, die Pestizide seit Jahrzehnten gegen alle Kritik verteidigen, und Politiker, die keine klaren Schranken ziehen mögen, haben die Bevölkerung misstrauisch gemacht. Nur zwei Beispiele aus jüngster Zeit: Jahrelang wurde geleugnet, dass Neonicotinoide den Bienen schaden. Inzwischen ist das zwar klar, aber die Stoffe sind noch nicht weg vom Feld. Auch Glyphosat wird als zu wichtiges landwirtschaftliches Hilfsmittel gewertet, als dass die Sorgen Aussenstehender ein Verbot bewirken könnten.

Das erklärt, warum jetzt einer Volksinitiative Unterschriften zufliegen, die sich radikal gegen Pestizide wendet. Die Initiative für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung will den Chemie-Bauern die «Subventionen» streichen. Gemeint ist: Ein Bauer kann seinen ökologischen Leistungsnachweis nur noch erbringen und damit Direktzahlungen erwirken, wenn er ganz auf Pestizide verzichtet. Eine weitere Initiative fordert sogar pauschal ein Verbot aller synthetischen Pestizide.

Nachzureichen ist noch dies: Die Bauern stehen unter dem Druck der Grossverteiler, normierte und makellose Feldfrüchte zu günstigen Preisen zu liefern. Sie setzen sich auch nicht sichtbar dafür ein, dass resistente Sorten, die weniger Spritzmittel benötigen, zu Kaufrennern werden. Bioprodukte geniessen zwar ein hohes Prestige, doch die Nachfrage hält sich in Grenzen. Das Pestizidproblem zu lösen, lässt sich aber nicht voll an die Bauern delegieren. Es braucht die Bereitschaft, auch weniger makellose Gemüse und Früchte sowie neue Sorten zu akzeptieren und einen angemessenen Preis zu zahlen.

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Siehe dazu auch auf Infosperber:

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7 Meinungen

OECD-Bericht bestätigt: Die Schweizer Landwirtschaft verursacht grosse Umweltprobleme. Der überdurchschnittlich hohe Pestizideinsatz und die Stickstoffüberschüsse durch Futtermittelimporte sind nur die offensichtlichsten Mängel. Striktere Zulassungskriterien für Pestizide und eine ökologischere Ausrichtung der Direktzahlungen in der Landwirtschaft sind überfällig. Wann handeln Bundesrat und Parlament endlich?
Daniel Hartmann, am 13. Dezember 2017 um 12:31 Uhr
Dieser Bericht fasst die aktuelle Lage sehr gut zusammen – vielen Dank. Schockiert haben mich die Aussagen des BLW im Kassensturz: Die Vizedirektorin (?) gibt dort unumwunden zu, dass die möglichst intensive Lebensmittelproduktion wichtiger ist als der Schutz der Biodiversität (Fische, Bienen etc.), auch wenn es ganz klare Gesetze (zB Gewässerschutz) gäbe, die tagtäglich krass verletzt werden. Das Bafu hat anscheinend nicht viel zu sagen und darf nur beraten. Daher ist für mich völlig klar, wo der Hund begraben ist: beim BLW, das sich von den Bauern und der Industrie knebeln lässt statt dass sie die Interessen der Allgemeinheit inkl. Natur schützt. Schade ist nur, dass die beiden Volksinitiativen etwas zu extrem sind. Wären sie moderater, hätten sie beim Volk sehr grosse Chancen, und dann würde endlich etwas passieren.
Stefan Bachmann, am 13. Dezember 2017 um 14:40 Uhr
Extrem? Sind Initiativen, die verlangen, dass die von uns bezahlten Bauern die Lebensmittel nicht vergiften, extrem? Eher absurd und extrem ist wohl, wie bereitwillig wir teure Medikamente in Massen zahlen und zur Ärztin rennen, aber Biolebensmittel als zu teuer liegen lassen. Die wären eben radikal (von der Wurzel weg, von Grund auf) gesund!
Maja Beutler-Vatter, am 15. Dezember 2017 um 11:27 Uhr
Vielen Dank für diese gut recherchierte Misere.
Im Gespräch sagte mir ein Landwirt, er wisse nicht, was er an Pestiziden spritze und wieviel und davon; das erledige für ihn die Landi (Landi =Fenaco=Grosskonzern) Es ist offensichtlich, wenn derjenige, der das Gift verkauft, es auch auf das Feld bringt, da wird mit Gift nicht gespart.
thomas schenker, am 17. Dezember 2017 um 04:31 Uhr
Nicht Lustig,der Giftcoktail im Limpach,mir ist aber schleierhaft warum am Schluss immer noch dem «Konsumenten» eine «Mitschuld» angehängt wird.In einem Frühjahr lieferten die Bauern ein Viertel der Milch als «C-Milch der Emmi zu 4,5 Rappen.Schweizer subventionieren mit dem «normalen» Ladenpreis derartigen Unsinn.Im selbigen Frühjahr hob Johann Schneider notfallmäßig die Basissubvention für Zuckerrüben pro ha von 1600 auf 1800 Fr. an.Trotzdem brauchte Frauenfeld in jenem Herbst Rüben von der Nordsee für einen «Normalbetrieb». Größter Abnehmer von Schweizer Zucker ist Red Bull! Soll ich jetzt noch Red Bull saufen? In einem Herbst schenkte die Kartoffelwirtschaft etwa 2 Drittel der Speise Qualität einer besonders"wertvollen» Sorte einer Biogasanlage (zwecks Rettung des Preises dieser «superdelikaten Sondersorte».)
Pro Hektaren gibt es im Schnitt 198 kg BIOKARTOFFELN.Dieses Jahr sind es 258 kg! Also KARTOFFELESSEN ! Kartoffeln machen träge und dumm,so verträgt Ihr den Einheitsbrei in den Staatsmedien NZZ, SRG und WOZ besser.
Andreas Willy Rothenbühler, am 19. Dezember 2017 um 11:44 Uhr
Pro Are gab es 258 Kilo Biokartoffeln im 2017,peinlich das ich nicht einmal abschreiben kann.Wenigstens stammt die Zahl aus «BIO Aktuell », nicht das jemand noch glaubt,ich sei klammheimlich NZZ Leser.
Andreas Willy Rothenbühler, am 19. Dezember 2017 um 12:15 Uhr
EU-Bericht, Dr. Othmar Karas MEPt: (da geht es um Landwirte, familiäre Bauern-betriebe, ...vom Acker auf den Tisch usw, ..Zitat:
"Die Definition eines «aktiven Landwirts» hat lange genug für Amtsschimmel gesorgt – den Mitgliedsstaaten wird nun bei der Anwendung des Begriffs mehr Flexibilität gegeben»,.."Unser Ziel ist, dass die Landwirtschaft nicht mehr als Nischenbereich sondern als gesamtgesellschaft-liche Thematik wahrgenommen wird», sagt Karas. «Wir wollen vom Feld bis auf den Teller eine qualitativ hochwertige Lebensmittelkette zum Wohle der Bevölkerung sicherstellen. Dabei hilft die mögliche Ausweitung der Organisation der Erzeuger auf alle Lebensmittelbereiche. So können sie den Handelsketten bei Preisverhandlungen mit weit mehr Nachdruck entgegentreten.» Bisher waren Erzeugergemeinschaften nur auf wenige Lebensmittelbereiche wie Milch und Olivenöl beschränkt» ma sucht Lösungen! Zitat Ende
Und hier in der Schweiz, siehe oben./ Beschränkungen würden Importe behindern, / Höchstwerte für Gift von 0.1 auf 360 Einheiten, wo bleibt da die Justiz? Und das ist nur ein (extremes) Beispiel von vielen. Aber solange wir Verbraucher schweigen und kaufen?!! Produkte die nicht gekauft werden (oder jedesmal hinterfragt) verschwinden vom Markt.
Elisabeth Schmidlin, am 19. Dezember 2017 um 15:03 Uhr

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