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Energie und Bevölkerungsvermehrung: Die Fakten (3)

Urs P. Gasche / 05. Aug 2017 - Der Verbrauch von Kohle, Erdöl, Erdgas, Uran sowie die stark steigende Erdbevölkerung erwärmen das Klima am meisten.

Red. Ein erster Teil hatte gezeigt, wie historisch einmalig rasant sich das Klima auf der Erdkugel erwärmt und die Meeresspiegel steigen. Ein zweiter Teil zeigte auf, welch grossen Anteil die Menschen an dieser gefährlichen Entwicklung haben. Das Hauptproblem ist der verschwenderische Konsum. Worauf es dabei ankommt, zeigt dieser letzte Teil. Wo nicht anders vermerkt, stützt er sich für die Zahlen auf das neue Buch* von Stephan Buhofer, welches den wissenschaftlichen Konsens ausgezeichnet zusammenfasst.

Irreführende statistische Zuordnungen

Immer wieder verbreiten Medien, dass beispielsweise bei den CO2-Emissionen China an der Spitze sei, gefolgt von den USA, Indien, Russland, Japan und Deutschland.

Rangliste der IEA, 2012

Solche häufig zitierten Emissions-Ranglisten der Länder sind in zweifacher Hinsicht irreführend:

  1. Es ist trivial, dass Länder mit 1,4 oder 1,3 Milliarden Einwohnern wie China und Indien mehr Treibhausgase verursachen als Länder mit nur 325 oder sogar 8,4 Millionen wie die USA oder die Schweiz. Also muss man die Emissionen pro Kopf der Bevölkerung eines Landes vergleichen.
  2. Doch selbst ein Pro-Kopf-Vergleich der Emissionen, die innerhalb von Landesgrenze verursacht werden, sagt immer noch zu wenig darüber aus, wie stark die Einwohner eines Landes das Klima tatsächlich belasten. Entscheidend ist, wie viele Treibhausgase die konsumierten, also auch importierten Produkte, abzüglich der exportierten verursachen.

Treibhausgase aufgrund des Konsums vergleichen

Die Verträge zum Klimaabkommen stützen sich auf Emissionen, die landesspezifisch, territorial zugeordnet werden, weil diese aufgrund von Wirtschaftsdaten ziemlich genau zu erfassen sind. Das Berechnen der Emissionen aufgrund des Konsums innerhalb eines Landes ist jüngeren Datums, aufwändiger, ungenauer und methodisch umstritten.

Es nützt jedoch wenig, dass die territorialen Emissionen leichter erfasst werden können, wenn das Resultat den Ländervergleich stark verzerrt. Insbesondere die Industriestaaten der OECD – Westeuropa, USA, Kanada, Japan, Australien und Neuseeland – kommen viel zu gut weg. In diesen Ländern nahmen die territorialen CO2-Emissionen aus der Nutzung fossiler Energie von 1990 bis 2010 um nur 6 Prozent zu. Gemessen am Konsum in diesen Ländern haben die gleichen Emissionen aber um 22 Prozent zugenommen.

Grund: Die Emissionen importierter, energieintensiver Güter nahm zu.

In der Exportregion Asien ging die Entwicklung in die andere Richtung: Die territorialen Emissionen nahmen dort von 1990 bis 2010 um 197 Prozent zu, die Emissionen des Konsums jedoch nur um 175 Prozent.

In der Schweiz blieben die territorialen Emissionen, die unter das Kyoto-Protokoll fallen, von 1996 bis 2011 etwa konstant. Aus der Konsumperspektive nahmen diese Emissionen um 17 Prozent zu. Diese Zunahme ist zum grössten Teil auf die gestiegene Einwohnerzahl zurückzuführen. Pro Kopf blieben die Emissionen aus dem Konsum in der Schweiz trotz Anstrengungen zu mehr Effizienz und zum Energieasparen zwischen 1996 und 2011 etwa gleich hoch.

Auch weltweit ist für einen grossen Teil der Zunahme der Treibhausgase in den letzten Jahrzehnten die stark gestiegene Bevölkerung verantwortlich.

CO2-Emissionen durch Energie-Konsum im Vordergrund

Die Konsumgewohnheiten müssten dort verändert werden, wo am meisten klimarelevante Emissionen anfallen. Die menschengemachten Treibhausgasemissionen bestanden im Jahr 2010 zu 76 Prozent aus Kohlendioxid CO2.

Die restlichen Anteile sind zu 16 Prozent Methan (etwa zur Hälfte aus der Landwirtschaft) zuzuordnen, zu 6 Prozent dem Distickstoffmonoxid (vor allem aus der Landwirtschaft) und zu 2 Prozent fluorierten Gasen (Kühlmittel, Industrie).

Die CO2-Emissionen, die drei Viertel aller Treibhausemissionen ausmachen, entstehen wie folgt:

  • zu 77 Prozent beim Verbrauch von Energie;
  • zu 15 Prozent durch die Landnutzung, vor allem durch das Abholzen von Wäldern.
  • zu 8 Prozent durch industrielle Prozesse, insbesondere das Herstellen von Zement.

Am meisten Energie brauchen die Menschen zum Heizen/Klimatisieren sowie im Verkehr.

Die CO2-Emissionen des Verkehrs

Während einer Stunde, die jemand im Verkehr verbringt, entstehen folgende CO2-Emissionen**:

  • Etwa 137 Kilo CO2 während einer Stunde in einem Überseeflugzeug, Economy Klasse, je nach Auslastung. Quelle Myclimate;
  • Etwa 15 Kilo CO2 bei einer einstündigen Autofahrt, Durchschnittsgeschwindigkeit 90 km/h, je nach Benzinverbrauch des Autos.
  • Zwischen 3 und 9 Kilo CO2 während einer einstündigen Fahrt mit einem Bus.
  • Zwischen 5,5 und 6,5 Kilo CO2 pro Bahnpassagier während einer Stunde in Deutschland oder England, Durchschnittsgeschwindigkeit 110 km/h. In der Schweiz verursacht die gleiche Bahnstrecke pro Passagier während einer Stunde nur etwa 0,8 Kilo CO2, weil die Bahnen einen grossen Teil des Stroms aus Wasserkraft beziehen.

Bei diesen Zahlen sind die CO2-Emissionen, die bei der Herstellung der Flugzeuge, Autos, Busse und Züge sowie bei der Herstellung und dem Unterhalt der Verkehrsinfrastruktur anfallen, nicht inbegriffen.

Neben dem Personenverkehr verursacht auch der Konsum von importierten Gütern Treibhausgase. So entstehen beim Transport einer kleinen Packung Lebensmittel mit einem Gewicht von 250 Gramm, das per Flugzeug aus Übersee nach Europa transportiert wird, Emissionen von 2 bis 3 Kilo CO2.***

CO2-Emissionen nach Konsumarten

Das deutsche Bundesumweltamt hat die durchschnittlichen Anteile der Pro-Kopf-Emissionen von CO2 für unser Nachbarland ausrechnen lassen:

  • 31 Prozent Mobilität (Verkehr)
  • 28 Prozent Heizen von Wohnraum
  • 15 Prozent Aktivitäten in der Küche
  • 11 Prozent Nahrungsmittel
  • 5 Prozent Warmwasser
  • 2 Prozent Beleuchtung
  • 8 Prozent Diverses (Mediennutzung, Wäsche, Kleidung usw.)

Je nach individuellen Lebensgewohnheiten verschieben sich diese Anteile entsprechend. Je nach Einkommen der Haushalte schwankt der Energiekonsum von 10'000 kWh im Jahr und 20'000 kWh. Der Durchschnitt lag in Deutschland im Jahr 2014 bei 13'600 kWh.

Vermehrung der Menschen als Hauptursache

Rund 70 Prozent der weltweit von Menschen verursachten Emissionen von Treibhausgasen sind durch den Verbrauch von Energie verursacht. Der Verbrauch von Primärenergien entwickelte sich im Zeitraum von 1971 bis 2014 wie folgt

  • +150 Prozent in Öl-Äquivalente umgerechnete Energieeinheiten;
  • + 46 Prozent in Öl-Äquivalente umgerechneter Verbrauch pro Kopf.

Die viel geringere Zunahme pro Kopf zeigt, dass die Zunahme der Weltbevölkerung an der Zunahme der Treibhausemissionen am meisten schuld ist. Die Zahl der Menschen erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 91 Prozent von 3,772 Milliarden im Jahr 1971 auf 7,207 Milliarden im Jahr 2014 (Quelle: UN World Population Prospects).

Der Anteil der fossilen Energieträger an der globalen Energieversorgung hat sich seit 1971 kaum verändert. Damals machten sie 86 Prozent des Energiekonsums aus, im Jahr 2014 immer noch 82 Prozent.

Unsinnige Subventionen

Manche kritisieren, alternative Energiequellen würden zu stark subventioniert. Ihren Ärger sollten diese Kritiker an den Subventionen für die fossilen Energiequellen auslassen. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur IEA waren der Abbau und der Verbrauch von Kohle, Erdöl und Erdgas im Jahr 2008 weltweit noch mit 650 Milliarden Dollar subventioniert worden. Im Jahr 2014 waren es laut IEA noch 500 Milliarden Dollar und im Jahr 2015 sollen es noch 325 Milliarden gewesen sein.

Diese noch immer überaus massive Subventionierung der fossilen Energieträger fördert die Nutzung und beschleunigt damit den Klimawandel. Ohne diese Subventionierung hätten sich teurere Techniken zur rationellen Nutzung dieser fossilen Energieträger sowie teurere erneuerbare Energiequellen im Markt viel stärker durchsetzen können.

«Gesamte heutige Lebensweise»

Am Schluss seines Buches zieht Stephan Buholzer ein Fazit: Es sei «die gesamte heutige Lebensweise», die das Problem des Klimawandels verursacht. Innerhalb von zwei bis drei Generationen sei eine klimatische Situation geschaffen worden, «die seit Millionen von Jahren nicht bestanden hat, und die Hunderttausende von Jahren bedarf, um auf natürliche Weise wieder vollständig ausgeglichen zu werden». Das Klima ändere sich zwar auch ohne menschliches Zutun. Doch die Menschheit habe «innerhalb weniger Jahrhunderte Kohlenstoff in die Atmosphäre und Ozeane freigesetzt, der während Hunderten von Millionen Jahren in Sedimentschichten abgelagert wurde».

Und dies «auf einem dichter als jemals zuvor besiedelten Planeten».

Den Verursachern, die auch Wähler seien, fehle die Bereitschaft, sich gross einzuschränken. Die Aufgabe werde den Fachleuten, dem Staat und der Staatengemeinschaft überlassen.

Im normalen Leben gelte zwar der Grundsatz, sich an dem zu orientieren, was man für richtig halte, und nicht daran, was andere falsch machen. Doch beim Klimaschutz habe diese Norm einen schweren Stand. Trotzdem appelliert Buhofer an jede Einzelne und an jeden Einzelnen: «Die Motivation zum Handeln hängt von der persönlichen Überzeugung und dem Gefühl der Eigenverantwortung ab, vom Bewusstsein des Menschen, entweder zur Lösung oder zum Problem beizutragen.

Weder eine CO2-Steuer noch eine Besteuerung des Flugbenzins

Die Rolle mächtiger internationaler Lobbys, welche die Fakten, die in dieser dreiteiligen Serie dargelegt wurden, in Zweifel ziehen und wirksame Massnahmen ablehnen, wird im Buch «Der Klimawandel und die internationale Klimapolitik in Zahlen» nicht näher behandelt. Konzerne und Wirtschaftslobbys haben kollektive Massnahmen wie beispielsweise eine CO2-Steuer, eine Besteuerung des Flugbenzins, Autosteuern und -versicherungen in Abhängigkeit der gefahrenen Kilometer, oder progressive Energiepreise bisher mit Erfolg verhindert.

Heute bleiben Autosteuern und Autohaftpflichtprämien unabhängig von den gefahrenen Kilometern immer gleich hoch. Wer viel fährt, zahlt deshalb pro gefahrener Kilometer weniger. Solche Mengenrabatte gewähren auch die meisten Stromkonzerne: Wegen der hohen, gleich bleibenden Grundgebühren müssen Stromsparer pro kWh mehr zahlen als Stromverschwender.

Eine Politik zur gebotenen Verringerung der Treibhausgas-Emissionen sieht anders aus.

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**Goodall (2010), «How to Live a Low Carbon Life», S, 132, 228, 169, 167. Von Infosperber umgerechnet vom Vergleich pro Kilometer in den Vergleich pro verbrachte Zeit im Verkehrsmittel.

***Goodall (2010), «How to Live a Low Carbon Life», S. 206

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

*Das Buch ist eine ausgezeichnete, verständliche Zusammenfassung des heutigen Wissens über die Klimaveränderung. Als Standardreferenz des wissenschaftlichen Konsens dienten die Berichte des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderung (Intergovernmental Panel on Climate Change» IPPC.

«Der Klimawandel und die internationale Klimapolitik in Zahlen – eine Übersicht», oekom verlag münchen, 2017, 36.90 CHF Der Autor Stephan Buhofer arbeitete mehrere Jahre in Rechtsabteilungen verschiedener internationaler Organisationen, unter anderem bei der Klimarahmenkonvention UNFCCC in Bonn.

Weiterführende Informationen

David Wallace-Wells im New York Magazine: «The Uninhabitable Earth»

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19 Meinungen

"We pulled the trigger» James Lovelock.

Luc
Luc Farinelli, am 05. August 2017 um 09:18 Uhr
Mein lieber Freund Urs Gasche
Meinungen sind reine Glaubensbekenntnisse. Du verwechselst Meinungen mit Fakten und wenn Du glaubst, dass die Meinungen des IPCC richtig sind, so irrst Du gewaltig. Warum? Bis heute existiert kein experimenteller Beweis, welcher eine Kausalität zwischen dem Erd-Klima und dem angeblichen Treibhausgas CO2 aufzeigt. Die Treibhausgas-Theorien wurden im Jahr 2009 von Gerlich/Tscheuschner falsifiziert. Wer behauptet, dass CO2 via Infrarotstrahlung die bodennahen Luftschichten erwärmt, verstösst gegen den 2. Hauptsatz der Thermodynamik, welcher eine diesbezügliche Erwärmung ausschliesst. Siehe die mechanische Wärmetheorie von R. Clausius, September 1887, aus der hervorgeht, dass eine behauptete, atmosphärische Gegenstrahlung, deren Ursprung kälter ist als die Erde, dieselbe nicht erwärmen kann, denn warm fliesst immer nach kalt! Merke bitte: Auch mit dem hohen Energieinhalt von einer Tonne Eiswürfel, kann man keinen Kaffee kochen! Im römischen Klimaoptimum und in der mittelalterlichen Wärmeperiode, wo es auf der Erde über zwei Grad Celsius wärmer war als heute, war ganz sicher kein CO2 im Spiel. Mit Sicherheit gab es damals in der Schweiz keine Gletscher mehr und wie man damals in den Städten baulich auf die hohen Temperaturen reagierte, kann man an der damaligen Bausubstanz in unsern Altstädten mühelos ablesen.
Herzliche Grüsse, Dein Freund Paul Bossert
Paul Bossert, am 05. August 2017 um 16:19 Uhr
Lieber Paul. Deine Meinung soll Deine Meinung bleiben.
Bei Deinem Eintrag bin ich als Übermittler der falsche Adressat. Ich habe erklärtermassen über Fakten sorgfältig informiert, die im neuen Buch verständlich dargestellt sind und sich – ebenfalls erklärtermassen – fast alle auf den Befund des IPPC stützen.
Du kannst Hunderten von Wissenschaftlern, welche den Konsens des IPCC erarbeitet haben, nicht vorwerfen, sie würden wissenschaftliches Wissen mit Füssen treten. Das ist unnötig herabsetzend. Deshalb haben wir diesen Satz gelöscht.
Dass bei früheren, langsam sich entwickelten Wärmeperioden kein CO2 im Spiel war, scheint mir kein Widerspruch zum heutigen Befund zu sein.
Erinnere Dich: Auch die katastrophalen Folgen des Rauchens oder des Asbests hatten Wissenschaftler mit Studien verneint und Medien sind darauf hereingefallen. Herzliche Grüsse.
Urs P. Gasche, am 05. August 2017 um 16:38 Uhr
Energie sparen: Eine Sisyphus-Aufgabe!

Wenn wir Energie sparen, sparen wir auch Geld. Was machen wir aber mit dem gesparten Geld? Wir geben es anderweitig für Konsumgüter aus, was wiederum Energie – z. B. „graue Energie“ – braucht oder wir bringen es den Banken und Versicherungen als Spargeld, wodurch diese in die Lage versetzt werden, Kredite für Investitionsgüter zu geben, deren Produktion, Betrieb und Unterhalt wiederum Energie braucht. Das einzig wirksame Mittel gegen zu hohen Energieverbrauch ist die Reduktion des Einkommens für diejenigen Bevölkerungsschichten, die sich das leisten können oder wollen. Weniger Einkommen, dafür mehr Freizeit; das ist doch auch eine Lebensperspektive.! Die materialistische Gesellschaft in den reichen Ländern wird abgelöst werden, entweder freiwillig oder aufgrund von Verteilungs-,Ressourcen- oder Umweltproblemen, die wir zwangsweise lösen müssen.
Alex Schneider, am 06. August 2017 um 05:57 Uhr
Lieber Herr Bossert, eine einheitliche mittelalterliche Warmzeit gab es nicht. In Europa waren die Temperaturen etwa so wie im letzten Jahrhundert.
Clausius bezieht sich auf die Wärmeübertragung zwischen Körpern, z.B. von der Erde auf die bodennahe Luft. Für das Klima ist aber die Strahlung entscheidend. Durch sie wird die Erde erwärmt, und über Infrarot gibt sie auch einen guten Teil wieder in die Atmosphäre zurück.
Christoph Wydler, am 06. August 2017 um 09:34 Uhr
@Christoph Wydler
Nach Clausius gilt der 2. HS auch für die Strahlung! Ausserdem lässt sich Ihre Behauptung anhand der Bausubstanz so um 1300 widerlegen: Enge Gassen, hohe Häuser um die Einstrahlung zu minimieren und dicke Wänden mit einer hohen Phasenverschiebung. Im Gegensatz zu der Bauweise von der kleinen Eiszeit bis 2000, wo die Gebäudeabstände gross wurden, um die Solarstrahlung auf die Fassaden zu optimieren. Obwohl es heute etwas wärmer ist, gelten die grossen Gebäudeabstände in den Baugesetzen noch immer! Im römischen Optimum waren die Wände noch dicker bis 1.2 m (Ostia antica).
Mit freundlichen Grüssen Paul Bossert
Paul Bossert, am 06. August 2017 um 10:10 Uhr
Wenn mir 99 Aerzte eine bestimmte Diagnose stellen und ein einziger eine Gegenteilige, so neige ich als medizinischer Laie dazu, den 99 zu glauben. Genau so ist es mit der durch den Menschen verursachten Klimaerwärmung, denn warum sollte ich der kleinen Minorität der Verneiner, die wie Trump die Klimaerwärmung als Scherz abqualifizieren, glauben, diese könnten ja z.B. von der Kohle- oder Erdölindustrie bezahlt sein. Es gibt keinen plausiblen Grund mit der gegenwärtigen umweltschädigenden Energie- und Materialverschwendung fort zu fahren. Wegen all den nichtlinearen Prozessen und ihren gegenseitigen Interaktionen, die da im Spiel sind, dürfte es sehr schwierig sein, das Problem wirklich dingfest zu machen.
Nic H Müller, am 06. August 2017 um 11:21 Uhr
@Hoffmann: Ins Weltall, woher die Sonnenstrahlung herkommt, werden wieder die 340 W/m abgestrahlt. Es gibt keine Differenz.
@Bossert: die dichte mittelalterliche Bebauung hat mit dem Klima wenig zu tun, da geht es um Ausnützen des Platzes innerhalb möglichst kurzer Stadtmauern.
Christoph Wydler, am 06. August 2017 um 16:16 Uhr
Ich finde alle drei Artikel sehr gut und bemerkenswert gut detailliert.

Zwei Zusatzbemerkungen:
1. Einbezug von Importen in die Statistiken einzelner Länder.
Das ist zentral. Ich hörte dieses Argument das erste Mal
in Diskussionen über Kanada.

2. De Fakto Abbruch der Klimakonferenz in Marakesch
Der republikanisch dominierte Kongress der USA machte
schon früher klar, dass bindende Ziele oder gar Verträge
mit ihm nicht zu machen seien.

Viele der republikanischen Abgeordneten anerkennen den
"climate change» zwar, aber ihr Mandat hängt vom Support von «big oil and gas» ab.
Glücklicherweise ist in den USA vor allem die lokale Politik (county, state) für die Entwicklung der Stromversorgung massgebend und weniger die Regierung in D.C. Also haben sich bereits verschiedene Gemeinden und Staaten zusammengeschlossen und treiben die Wende in Richtung erneuerbarer Energien mit breiter Unterstützung im Volk voran.
Jörg Plaz, am 06. August 2017 um 18:45 Uhr
Der Treibhauseffekt lässt sich mit energieabhängiger Absorption & Emission von Strahlung durch Moleküle in der Luft erklären.
Hier ein Beispiel in englisch:

http://denning.atmos.colostate.edu/videos/Climate/CO2.Greenhouse.explained.mp4

(== Minimalwissen, viel einfacher kann man es nicht beschreiben)

Probleme mit der Thermodynamik (oder der statistischen Mechanik) sehe ich keine.
Jörg Plaz, am 06. August 2017 um 20:32 Uhr
"Heute bleiben Autosteuern und Autohaftpflichtprämien unabhängig von den gefahrenen Kilometern immer gleich hoch. Wer viel fährt, zahlt deshalb pro gefahrener Kilometer weniger.» Der 1. Satz stimmt, die Schlussfolgerung im 2. Satz ist natürlich völliger Quatsch. Bekanntlich gibts noch die Treibstoffzollzuschläge in Form von Mineralölsteuer, MWSt etc. Mehr mehr fährt bezahlt also mehr. Da brauchts keine CO2-Steuer, die auf demselben Ansatz basiert.
Tim Meier, am 06. August 2017 um 21:22 Uhr
@Tim Meier. An Ihrer Stelle wäre ich vorsichtiger damit, jemandem «völligen Quatsch» vorzuwerfen. Pro gefahrener Kilometer bleiben die Benzinsteuern und die Mehrwertsteuer auf dem Benzin immer gleich, unabhängig davon, wie hoch sie sind, und unabhängig davon, wie viel jemand herumfährt. Die fixen Autosteuern und die Haftpflichtprämien erhöhen aber die Kosten pro Kilometer, je weniger man das Auto benutzt.
Urs P. Gasche, am 06. August 2017 um 21:53 Uhr
BITTE BETRACHTEN SIE DEN MEINUNGSAUSTAUSCH ÜBER DIE KLIMARELEVANZ VON CO2 HIERMIT ALS ABGESCHLOSSEN. MIT VORWÜRFEN VON «UNSINNIG», «GROTTENFALSCH», «KLIMAKLAUMAUK», «VERTUSCHEN» IST OFFENSICHTLICH KEIN SACHLICHER MEINUNGSAUSTAUSCH ERWÜNSCHT. UND ER IST SO AUCH NICHT MÖGLICH. DIE REDAKTIONSLEITUNG.
Urs P. Gasche, am 06. August 2017 um 22:01 Uhr
Energie und Bevölkerungsvermehrung

Es gibt zwei Gründe für den menschengemachten Energieverbrauch: Die Anzahl Menschen und der Energieverbrauch pro Kopf. Will man den Energieverbrauch der Welt reduzieren oder weniger stark ansteigen lassen, kann dies entweder durch die Reduktion der Anzahl Menschen oder die Reduktion des Energieverbrauchs pro Mensch erreicht werden.
Während Jahrhunderten entwickelte sich der Wohlstand der Menschheit etwa parallel zum Energieverbrauch pro Kopf. Das gilt für die hochentwickelten Länder der Digitalgesellschaft nicht mehr, aber für die Mehrzahl der Menschheit bleibt das so. Eindrückliches Beispiel ist der wirtschaftliche und energetische Aufschwung Chinas.
In der politischen Klimadiskussion wird dieser Zusammenhang meistens ausgeklammert. Ehrlicherweise müsste die Diskussion wie folgt geführt werden: „Das Bevölkerungswachstum muss eingeschränkt werden“. Oder „der Energieverbrauch pro Kopf muss reduziert werden, d.h. auch, dass der Wohlstand der Menschheit reduziert werden muss“. Die erste Forderung entspricht der Politik, wie sie von ECOPOP vertreten wird. Die zweite Forderung widerspricht politischer Korrektheit und wird deshalb unterdrückt. Der Ruf nach mehr Armut käme nicht gut an.
Urs P. Gasche hat dies mit seiner Titelsetzung angesprochen. Das ist doch immerhin ein anständiger Anfang einer sachlichen Argumentation.
Hans Geiger, am 07. August 2017 um 14:58 Uhr
Es ist traurig zu sehen, dass auf die Sachlichen Argumente und die angegebenen Quellen von der Redaktion gar nicht erst eingegangen wird...Den Kritikern wird vorgeworfen den falschen Sprach-Stil in ihrer Argumentation zu gebrauchen und keine Zeile wird hier auf deren Inhalte eingegangen. Ein wahrhaftes Trauerspiel....
Matthieu Chanton, am 10. August 2017 um 06:21 Uhr
Ich hatte gehofft, dass Hans Geiger's Kommentar als Schluss stehen bleibt, denn es geht in diesem 3. Teil um den Effekt der Bevölkerungsvermehrung. Während grüne und rote Kreise dies im Rahmen der Menschlichkeit und liberale im Rahmen der Freiheit ausklammern, gibt es Nationalisten, welche die Einwanderung bremsen wollen, aber die eigene Fruchtbarkeit hochhalten, z.B. Frauke Petry der «Alternative für Deutschland» mit 5 Kindern. D.h. es gibt keine grössere politische Richtung, welche sich für den wichtigsten Aspekt des Energie/Klimaproblems einsetzt und wir werden zunehmen, bis wir platzen oder aber hungern.
Theo Schmidt, am 14. August 2017 um 13:52 Uhr
Da anscheinend die Diskussion zu diesem Thema doch noch nicht geschlossen ist, halte ich fest, dass den Kommentaren von Hans Geiger und Theo Schmidt ohne Einschränkung zuzustimmen ist. Die in diesen Kommentaren vertretene Haltung lag auch der ECOPOP-Initiative zu Grunde. Leider ist es damals den Gegnern gelungen, diesen vernünftigen Ansatz ins Lächerliche zu ziehen.
Hans R. Moning, am 14. August 2017 um 14:18 Uhr
DIE DISKUSSION HATTEN WIR NUR ZUM THEME DER KLIMARELEVANZ VON CO2 ABGESCHLOSSEN. AB JETZT SCHLIESSEN WIR DEN MEINUNGSAUSTAUSCH GANZ AB. WEITERE EINGÄNGE WERDEN GELÖSCHT. DIE REDAKTIONSLEITUNG.
Urs P. Gasche, am 14. August 2017 um 15:41 Uhr
kW/h Verbrauch pro Kopf
Köpfe pro km2
mögliche biologische Kapazität pro km/2 einer Region
Abbau der Biomasse wegen Optimierung der Versorgung anderer Grundbedürfnisse

Und je mehr wir Ressourcen dezimieren welche Treibhausgase binden, umso mehr Gase werden freigesetzt in der Atmosphäre der Stratosphäre schweben.

Weiterhin werden Bäume, Wälder, sowie Gewässer vernichtet und einer Versorgung zugeführt die lediglich Basisbedürfnisse (nicht einmal mehr knapp) abzudecken vermag.

Wünschenswert ist, alle welche über Klima und Veränderung reden einmal «Overshoot Day 2017» lesen und dies in Zusammenhang setzen mit den menschlichen Aktivitäten und der Anzahl Köpfe unserer Art weltweit.

Erstaunlich was da ersichtlich wird.

Wir können die Anzahl Menschen als Verursacher wirkungsvoll niedriger halten, wenn wir allen mehr Überlebenssicherheit garantieren können. Denn so erklärt sich auch der Ausdruck », warum wenn von maximal zwei Kindern 1,98 das Erwachsenenleben erreichen, macht einer 5, 10, 20 oder mehr Kinder?» Schliesslich die Einführung von auf Leben begründeter Erziehung wichtig. Heisst, wer sich achtet und versteht, kann auch so sozial effizienter leben. Im Team operieren und so mit sauberen Strategien/Techniken massgeblich einer gesunden Welt zum Durchbruch verhelfen.

- gesundes Wasser
- gesunde Nahrungsmittel
- gesunde Unterrichtung und meinetwegen Religion
- gesunde soziale Strukturen
- gesundes Denken
- gesunde Politik
- gesunde Lebensauffassung/Beziehung zu Natur
- etc.
André Dünner, am 25. August 2017 um 22:45 Uhr

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