Nur sie soll Geld neu schaffen können: die SNB © SNB
Martin Wolf von der «Financial Times» © cm
Uli Kortsch, weltbekannter und gefragter Finanz-Spezialist © cm
Katharina Serafimova, die Naturwissenschafterin © cm
Laurence J. Kotlikoff, Wirtschaftsprofessor an der University Boston © cm
William White vom Economic and Development Review Committee © cm
Sergio Rossi, Wirtschaftsprofessor an der Uni Freiburg / Schweiz © cm
Prof. Joseph Huber, Vater des Vollgeld-Vorschlags © cm
Ständerat Ruedi Noser © cm
Prof. Aleksander Berentsen, Berater der Nationalbank © cm
Jürg Müller, Wirtschaftsredaktor an der NZZ © cm

Finanzsystem: Es ist Zeit für radikale Schritte

Christoph Pfluger und Christian Müller / 11. Feb 2018 - So viel Klartext zu unserem Geldsystem hat man an einer öffentlichen Veranstaltung kaum je gehört: Eine Tagung am GDI war optimal!

Eine Tagung am Gottlieb Duttweiler-Institut GDI in Rüschlikon aus Anlass der anstehenden Vollgeld-Abstimmung am 10. Juni 2018 diskutierten Spitzenleute aus der globalen Finanzwirtschaft und Wissenschaft über «Geldschöpfung in der modernen Wirtschaft».

cp. Es ist ein Armutszeugnis für die Diskussionskultur der Schweiz, dass mit Uli Kortsch ein amerikanischer Finanzexperte endlich eine hochkarätige Konferenz zur umstrittenen Frage der Geldschöpfung organisieren musste. Dabei steht mit der Vollgeld-Initiative am 10. Juni eine Vorlage zur Abstimmung, der von Befürwortern wie Gegnern grösste Bedeutung zugesprochen wird und die vom bankennahen Thinktank avenir suisse schon vor der Unterschriftensammlung mit einer kritischen Expertise beehrt wurde. Bis jetzt äusserten sich die Exponenten der Finanzindustrie, die Experten und Initianten vornehmlich an ihren eigenen Veranstaltungen. Es ist dem GDI hoch anzurechnen, diskussionsfreudige Fachleute von internationalem Format zur heissen Frage zusammengebracht zu haben: Wer soll unser Geld schöpfen dürfen?

Uli Kortsch, international gefragter Finanz-Spezialist aus den USA und Initiant der GDI-Tagung: «Wir müssen einander zuhören»

Denn das ist umstritten. Heute werden rund 90 Prozent der Geldmenge M1 von den Banken durch Kreditvergabe in Umlauf gebracht. Ist dieses Geldschöpfungsprivileg neutral – d.h. profitieren alle Bürger gleichermassen davon? – ist es nachhaltig oder führt es zu wiederkehrenden Krisen? Dies sind die zentralen Fragen.

«Das gegenwärtige Finanzsystem stinkt.» Für diese Zusammenfassung der Stimmung im Saal des GDI erhielt Martin Wolf, Bestseller-Autor, Chef-Kommentator der Financial Times und einer der höchstdekorierten Finanzjournalisten der Welt, spontanen Szenenapplaus. Der kanadische Ökonom William White, Präsident des «Economic and Development Review Committee» der OECD, meinte das Gleiche, drückte sich aber ein bisschen vornehmer aus: «Unser Geldsystem hat versagt.»

Martin Wolf, Chefkommentator der Financial Times, in seinem Schlusssatz zum gegenwärtigen Finanzsystem und seinen Folgen in den nächsten Jahren: «Ich bin überhaupt nicht optimistisch»

Die Folgen der Akkumulation

Die Zahlen, die Martin Wolf präsentierte, sprechen eine deutliche Sprache. Der Aufschwung der US-Wirtschaft werde zwar überall gelobt, aber er sei «der schwächste in der US-Geschichte». Und die Eurozone habe seit der Finanzkrise ein glattes Jahrzehnt verloren. Der Produktivitätszuwachs der globalen Wirtschaft liegt seit 2004 auf dem niedrigsten Wert seit 1890. Für Wolf – definitiv kein Linker – ist dies ein Symptom der Akkumulation von Kapital: Anstatt in Investitionen in die Realwirtschaft wandert das Kapital in die Finanzwirtschaft. Und während die Reichen immer reicher werden, kämpfen knapp 70 Prozent der Bevölkerung in den 25 westlichen Ländern seit 2005 mit stagnierenden und sinkenden Einkommen. Gleichzeitig sind die Zinsen seit zehn Jahren nahe Null und damit gemäss Wolf seit 1694 auf historisch unerreicht tiefem Niveau. Die Aktienkurse dagegen lägen so hoch wie nur in den Crash-Jahren 1929 und 1987. Wir befänden uns auf ausserordentlichem Territorium, «das System funktioniert nicht, und ich bin überhaupt nicht optimistisch», schloss er sein Referat.

«too big to save»

Könnten die Regierungen und Zentralbanken das System korrigieren, fragte William White. «Ja, aber sie haben nichts getan.» Im Gegenteil: «Das Krisenmanagement hat die Probleme vergrössert. Banken, die früher 'too big to fail' waren, sind heute 'too big to save'», zu gross, um überhaupt gerettet werden zu können. Als Konsequenz müssten wir radikaler an die Grundlagen des Geldsystems herangehen. Zusammenbrüche hätten sich immer wieder ereignet, kleinere häufig, grössere seltener. Die Lektion sei deshalb klar: «vorbereiten!» Zum Tagungsthema der Vollgeld-Reform, die das Bankengeld in pleitesicheres Nationalbankgeld umwandeln will, meinte er: «Wenn Geld wirklich sicher ist, braucht es keine Sicherheitsnetze und keine Regulierung, und dann gibt es auch keine Versuche, sie zu umgehen.»

William White, international anerkannter Banken-Experte aus Kanada: «Viele Grossbanken waren 'too big to fail', heute sind sie 'too big to save'.»

Ungesicherte Kredite in einem undurchsichtigen System

Nach Ansicht von Laurence J. Kotlikoff, Wirtschaftsprofessor an der Universität Boston und gemäss der Zeitschrift «Economist» einer der weltweit 25 einflussreichsten Ökonomen, geht die Vollgeld-Initiative «in die Richtung, in die sich unser Geldsystem bewegen muss. Das Schweizer Modell könnte ein Vorbild für die Welt sein.» Die Hebelwirkung schwach gesicherter Kredite für Spekulationen und die Undurchsichtigkeit des Systems ortet er als grösste Probleme der Finanzwelt, in der sich ein Bank-Run jederzeit ereignen könne. Nach seiner Einschätzung wäre mit einer Stärkung der Investmentfonds, die ja mit gespartem und nicht geborgtem Geld arbeiten, schon viel erreicht.

Laurence J. Kotlikoff, gemäss «Economist» einer der einflussreichsten Ökonomen der Welt: «Die Vollgeld-Initiative ist ein Schritt in die richtige Richtung.»

Geld: ein Zahlungsversprechen, unterlegt mit etwas Zentralbankgeld

Dann erklärten Sergio Rossi, Wirtschaftsprofessor an der Universität Fribourg, und Prof. Joseph Huber, der geistige Vater der Vollgeld-Initiative, die Reform, über die am 10. Juni abgestimmt wird. Sie will die Geldschöpfung allein der Nationalbank übergeben und wandelt dabei die Guthaben auf den Bankkonten – bis jetzt kein gesetzliches Zahlungsmittel – in Nationalbankgeld um.

Sergio Rossi, Wirtschaftsprofessor an der Universität Fribourg: «Die Geldschöpfung muss exklusiv der Nationalbank überlassen werden.»

Prof. Joseph Huber, geistiger – sprich: wissenschaftlicher – Vater der Vollgeld-Theorie: «Die Privatisierung der Geldschöpfung muss gestoppt werden.»

Huber unterstrich, dass die «Banken dabei kein Geld verlieren, sondern nur 'Geld', das sie behaupten zu haben, aber nicht besitzen». Bankguthaben seien eben kein Geld, sondern bloss «ein Zahlungsversprechen, das mit etwas Zentralbankgeld unterlegt» sei. Gemäss Katharina Serafimova , Umweltwissenschaftlerin und Dozentin am «Institute for Banking and Finance» der Universität Zürich, führt das Privileg der Banken, Geld aus dem Nichts zu schöpfen, zu Instabilität, Wachstumszwang und einer Hierarchisierung der Gesellschaft. Sich dem zu stellen, mache Angst.

Katharina Serafimova vom Institute for Banking and Finance: «Das gesellschaftliche Klima wird, gerade auch wegen des heutigen Finanzsystems, spürbar kälter.»

Ein Riesenmist

Dann waren die Gegner der Initiative an der Reihe. «Das Vollgeld wird die Wirtschaftsfreiheit ersticken», sagte Jürg Müller von der NZZ-Wirtschaftsredaktion. Buchgeldschöpfung betrieben die Banken seit der Renaissance. Seine Hoffnung ruht in der Digitalisierung der Geldwirtschaft, in der fast jeder Vermögenswert in Geld verwandelt werden könne.

Jürg Müller, NZZ-Wirtschaftsredaktor: «Vollgeld ist einmal mehr einfach eine neue Regulierung, und Regulierungen müssen im Zeitalter der Digitalisierung einfach vermieden werden.»

Aleksander Berentsen, Professor für Wirtschaftstheorie an der Universität Basel und Berater der Nationalbank, bezeichnete die Vollgeld-Initiative als «eine der schädlichsten Initiativen überhaupt – ein Riesenmist». Eine der Gefahren bestehe darin, dass die Nationalbank die Geldmenge nicht reduzieren könne. Nach seiner Darstellung bringt die Vollgeld-Initiative ein «Verbot des Buchgeldes». In Tat und Wahrheit will sie nur die Schöpfung von Buchgeld durch die Banken verbieten. Für Ständerat Ruedi Noser (ZH, FdP) birgt die neue Lösung, die noch nirgends eingeführt worden ist, mehr Risiken als das alte System. «Ich möchte nicht Teil eines internationalen Experiments sein.»

Aleksander Berentsen, Wirtschaftsprofessor an der Uni Basel und Berater der Nationalbank: «Die Vollgeld-Initiative ist ein Riesenmist.»

Ruedi Noser, Zürcher FDP-Ständerat: «Im Falle eines Ja zur Initiative kann ich mein eigenes Unternehmen ganz locker auf Euros umstellen. Die Pharma-Industrie in Basel rechnet ja auch in Dollar.»

Die andere Lösung: gemeinwirtschaftliche Banken

Mit Ausnahme von Noser und Berentsen bezeichneten sämtliche Referenten das bestehende Finanzsystem als marode, nicht wirklich funktionsfähig oder höchst unsicher. Doch das Vollgeld ist nicht die einzig taugliche Reform. Die Möglichkeit, dezentral und mit lokaler Kontrolle Geld aus dem Nichts zu schöpfen, könne durchaus Probleme lösen, ist Richard Werner, Direktor des Centre for Banking, Finance and Sustainable Development der Universität Southhampton überzeugt. Die Schlüsselfrage sei, wer das neu geschöpfte Geld erhält und wofür. In Grossbritannien fliessen nach seinen Berechnungen 86 Prozent des von den Banken geschöpften Geldes direkt in den Kauf von Vermögenswerten, wie Wertpapiere und Immobilien. Eine Wertschöpfung findet dabei nicht statt. Kleine, lokal verankerte Banken in Gemeinbesitz, wie es sie in Deutschland (noch) zu tausenden gibt, vergeben dagegen Kredite (d.h. schöpfen Geld) für Investitionen in die Realwirtschaft, und die Gewinne der Banken kommen dem Gemeinwesen zugut. Der Erfolg der deutschen Wirtschaft sei ein schlagender Beweis für den Nutzen dieser Bankstruktur: Deutschland hat in Nischen fast so viele versteckte Weltmarktführer wie der Rest der Welt und exportiert mit sechs Prozent der Bevölkerung von China fast so viel wie das Reich der Mitte. Für Werner ist klar: Man muss die lokalen Banken von Genossenschaften oder in öffentlichem Besitz stärken und dafür sorgen, dass die Kreditgeldschöpfung ausschliesslich der Realwirtschft zugute kommt. Geldanlagen andrerseits sollen nur noch mit Spargeldern getätigt werden. Für Richard Werner, Mitglied des Schatten-Bankrats der Europäischen Zentralbank, geht der gegenwärtige Trend allerdings in die andere Richtung: «Aufgrund der Vorschriften der EZB wird es in fünf Jahren keine Gemeindebanken mehr geben.»

Dringend: über das Unmögliche sprechen

Über all den Visionen für ein besseres Geldwesen schwebt allerdings das Damoklesschwert der Überschuldung. Die Kreditgeldschöpfung der Banken führt zu einem Schuldenberg, der mit dem vorhandenen Geld nie zurückbezahlt werden kann. Gemäss William White können die Schulden nur mit einer Hyperinflation oder mit einem Erlass beseitigt werden. «Darüber will niemand sprechen, aber genau das müssen wir tun.» Dank dem GDI und dem Organisator der Tagung Uli Kortsch, Gründer der Money Trust Initiative und Berater von zahlreichen Finanzministerien, sind die Themen nun auch in der Schweiz auf dem Tisch und im Gespräch.

Damit die Diskussion weitergehen kann, sollten die Ergebnisse und die Aufzeichnungen der Tagung entgegen den Gepflogenheiten des GDI öffentlich zugänglich gemacht werden. Als «Mitbesitzer» der Muttergesellschaft, als Genossenschafter der Migros, wäre ich sehr dafür. Der GDI-Direktor David Bosshart hat den Vorschlag jedenfalls mit einem herzlichen Lachen entgegengenommen.

... und ein kurzer Kommentar

(cm) Die Tagung zum heutigen Finanzsystem und zur Vollgeld-Initiative am Gottlieb Duttweiler Institut GDI war in jedem Sinne informativ und in keiner Weise nur eine Bühne für Polit-Propaganda. Sie hat aber nicht nur Pro- und Contra-Argumente zur Vollgeld-Abstimmung gebracht, sie hat – einmal mehr – auch etwas Anderes deutlich gemacht, das oft übersehen wird: Männer – vor allem Männer in grauen oder dunkelblauen Anzügen – neigen in der Regel dazu, Probleme zu lösen, in dem sie sie isolieren, nicht links und nicht rechts hinschauen, sie eben so eng definieren, bis sie lösbar sind oder als Bagatelle abgebucht werden können. Frauen dagegen sind mutiger und neigen dazu, Probleme und ihre möglichen Lösungen in einem grösseren Zusammenhang zu sehen, Nebenwirkungen und Folgen in die Argumentation einzubeziehen, ein Problem eher integral als spezifisch anzugehen. Das hat ihnen bei vielen Managern den Ruf eingebracht, oft zu kompliziert, zu langsam oder zu wenig entscheidungsfreudig zu sein – zu Unrecht. Ihre Lösungen sind dafür oft die beständigeren.

Der Zürcher Ständerat Ruedi Noser war da beispielhaft. Er hatte nur ein Argument – nicht überraschend ein Gegenargument: Die direkte Demokratie dürfe nicht für Experimente missbraucht werden. «Ich als Politiker und als Unternehmer bin nicht bereit, ein Experiment zu machen», sagte er. Die Politik in Bern mit all den Lobbyisten würde das Vorhaben dann eh so auslegen, wie es ihr passe. Und falls die Initiative angenommen werde, bitte, er könne sein Unternehmen in 'no time' von Franken-Buchhaltung auf Euro-Buchhaltung umstellen. Das sagte, notabene, einer, der in einem Parlament sitzt, wo oberster Grundsatz ist: Ja keine Annäherung der Schweiz an die EU, die Unabhängigkeit und Selbständigkeit der Schweiz ist unantastbar!

Professor Aleksander Berentsen versuchte nicht einmal, irgend etwas abzuwägen. Er machte gleich auf Provokation. Schon sein Tonfall verriet: Er glaubt an die Lautstärke des Redners. Wer seine Biografie nachliest, versteht, warum er das so handhabt: «Zwischen 2014 und 2016 war Aleksander Berentsen externer Berater bei der Schweizerischen Nationalbank. Seit 2009 ist er Research Fellow an der US-amerikanischen Federal Reserve Bank of St. Louis

Ganz anders die – an dieser Tagung einzige! – Frau unter den Referenten. Katharina Serafimova war es vorbehalten, die Reform in einen grösseren Zusammenhang zu stellen. «Wir brauchen ein Finanzsystem, das auch ohne BIP-Wachstum funktioniert, das nicht die Hierarchie und die Mächtigen stärkt und Wachstum braucht, um zu funktionieren. Wir brauchen ein Finanzsystem, das eine nachhaltige Zukunft möglich macht», sagte sie sinngemäss.

Es war eine Wohltat, wenigstens eine solche Stimme zu hören!

---------------------------------------------------------

Infosperber hat Katharina Serafimovas kurzes Referat an der GDI-Tagung zur Vollgeld-Initiative separat aufgeschaltet. Siehe hier.

---------------------------------------------------------

---------------------------------------------------------

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Christoph Pfluger (Lauftext) ist Journalist, Herausgeber des Magazins «Zeitpunkt – für intelligente Optimistinnen und konstruktive Skeptiker» und Autor des Buches «Das nächste Geld – die zehn Fallgruben unseres Geldsystems und wie wir sie überwinden» (2015). Christian Müller (Schlusskommentar und Bilder) ist Mitglied der Redaktionsleitung infosperber.ch; sein berufliches CV kann hier eingesehen werden.

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Ihre Spende macht es möglich:

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto für Stiftung SSUI, Jurablickstr. 69, 3095 Spiegel BE
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX, Clearing: 09000

Ihre Spenden können Sie bei den Steuern abziehen.

Einzahlungsschein anfordern: kontakt@infosperber.ch (Postadresse angeben!)

3 Meinungen

Danke Herr Pfluger für Ihr unermüdliches Engagement für ein stabileres und faireres Finanzsystem! Schade das die alten, priviligierten Männer zuspät merken was der Umwelt und den nächsten Generationen mit diesem Finanzsystem angetan wird.
Daniel Bertschi, am 13. Februar 2018 um 18:35 Uhr
Der Stimmbürger muss bei der Vollgeld-Initiative eine ganz einfache Frage beantworten:
Lassen wir das entscheidende Privileg zur Bereicherung, sprich Geldschöpfung aus dem Nichts, in den Händen der profitorientierten Privatbanken oder geben wir dieses Privileg zurück in die Hand unserer Nationalbank, welche der Demokratie und uns allen verpflichtet ist?
Wenn die SNB einmal die gesamte Geldschöpfung innehat, dann wird sie zusammen mit der Politik einen besseren Weg finden, damit die systeminnewohnende Umverteilung von unten nach oben endlich aufhört. Es ist ungerecht.
Alle Bürger, welche Vollgeld ablehnen, werden es nach dem bereits anrollenden, nächsten Finanz-Tsunami bitter bereuen.
Es gibt keine nächste Chance zur besseren Sicherung des Ersparten auf der Bank. Die Einlagensicherung von 100'000.- ist eine glatte Lüge.
Bei einem Nein muss man als realistisch denkender Bürger/Bürgerin sein Geld von der Bank abziehen, weil es in der nächsten Finanz- und Schulden-Krise zu unsicher und zu riskant ist. Wir tragen das volle Risiko. Nicht die Bank.
Paul Steinmann, am 13. Februar 2018 um 22:29 Uhr
Die 43 Reichsten der Welt besitzen so viel wie die Hälfte der Menschheit. Das ist - so höre ich - der unbestrittene Ist-Zustand. Zu diesem Ist-Zustand hat seit 200 Jahren ein Prozess geführt, den nur wenige Mächtige für richtig halten, es ist ein Skandal der mit Sicherheit nicht zu einem besseren Klima führt, weder zwischenmenschlich noch ökologisch noch wirtschaftlich.
Der bescheidene Schriftsteller Peter Bichsel erklärt den Grund, warum dieser Zustand entstehen konnte in einem Satz: «Dass der Mächtige keine Feinde hat, ist das Ziel aller Systeme...» Das kapitalistische Geldsystem ist das Mittel mit welchem die Mächtigen dieses Ziel erreichen. Alles, was die 43 uns übrigen zugestehen, sind Almosen für welche wir dankbar zu sein haben. Die Vorschläge zur Korrektur sind längst gemacht worden, aber die 43 wissen genau, wie man diese abwürgt. Siehe z.B. die Argumentation gegen die Vollgeld-Initiative.
Einige der Redner am GDI halte ich für Vasallen der erwähnten 43. Sie reden mit dem Auftrag: ja nichts ändern! Weiter so!
Walter Schenk, am 14. Februar 2018 um 16:23 Uhr

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Meinungen schalten wir neu 9 Stunden nach Erhalt online. Wir folgen damit einer Empfehlung des Presserats. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge, welche andere Personen, Institutionen oder Unternehmen beleidigen oder unnötig herabsetzen, oder sich nicht auf den Inhalt des betreffenden Beitrags beziehen, zu kürzen, nicht zu veröffentlichen oder zu entfernen. Über Entscheide der Redaktion können wir keine Korrespondenz führen. Zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander sind nicht erlaubt.