Dezember 1989: US-Panzer nach dem Einmarsch in Panama © cc

Dezember 1989: US-Panzer nach dem Einmarsch in Panama

Militärinterventionen von Russland und den USA

Red. / 08. Mär 2014 - Beide Grossmächte haben regelmässig Gewalt angewandt, ohne dafür ein völkerrechtliches Mandat der Uno zu haben. Eine Aufstellung.

Red. Folgende chronologische Liste der militärischen Eingriffe von Russland und den USA seit 1970 in Drittländern, ohne dass ein Mandat des Uno-Sicherheitsrats vorlag, ist nicht vollständig. Ergänzungen sind willkommen.

1970 Mit Unterstützung der USA putscht sich in Kambodscha General Lon Nol an die Macht. Ausweitung des Vietnam-Krieges auch auf Kambodscha.

1979 Russland interveniert in Afghanistan. Die Militärpräsenz dauerte zehn Jahre. Begründung: Eine pro-russische Regierung in Kabul drohte gestürzt zu werden.

1983 USA besetzen die Insel Grenada. Begründung: Eine per Putsch an die Macht gekommene Regierung knüpfte Beziehungen mit der Sowjetunion. US-Studenten in Granada seien in Gefahr.

1989 USA unter George H.W. Bush greifen mit 24'000 Mann Panama an und stürzen den dortigen Präsidenten Manuel Noriega. Begründung: Schutz von US-Bürgern in Panama. Eine Verurteilung im Sicherheitsrat scheitert an den Vetos der USA, Grossbritanniens und Frankreichs.

1994 Russland interveniert in Tschetschenien. Begründung: Schutz der russischen Bevölkerung. 1991 hatte Präsident Dschochar Dudajew einseitig die Unabhängigkeit seines Landes erklärt. Bis 1994 wanderten über 200'000 Menschen der nicht-tschetschenischen Bevölkerung aus. Ein zweijähriger Krieg mit Unterbrüchen kostete mindestens 80'000 Menschen das Leben.

1998 US-Luftangriff auf eine angebliche Giftgasfabrik in Sudan. Begründung: Vergeltung für Terroranschläge auf US-Botschaften in Kenia und Tansania. Tatsächlich handelte es sich bei der Fabrik um eine Arzneimittelfabrik.

1999 US-Luftangriffe gegen die Bundesrepublik Jugoslawien im Rahmen eine Nato-Beschlusses. Kein Uno-Mandat.

1999 Russlands Armee marschiert erneut in Tschetschenien ein, um die Regierung von Aslan Maschadow von der Macht zu entfernen. Begründung: Die Regierung sei kriminell und unterstütze Rebellen. Die Armee erobert den Grossteil des tschetschenischen Flachlandes und die Hauptstadt Grosny.

2001 USA greifen Afghanistan militärisch an. Begründung: Vergeltung von Terrorakten islamistischer Fundamentalisten in New York und Washington. Mit Verbündeten setzen die USA ihre Militärinterventionen jahrelang fort. Die USA erklären die Taliban als «Nichtkombattanten», weshalb sie als Kriegsgefangene keinen Schutz gemäss Genfer Konvention erhalten.

2003 USA besetzen mit Koalition von 48 Staaten den Irak und stürzen Präsident Saddam Hussein. Begründung: Hussein besitze biologische und chemische Waffen und sei daran, eine Atombombe herzustellen. Beides erwies sich als falsch.

2008 Russland schickt Truppen nach Südossetien. Das an Russland grenzende Südossetien hatte sich 1990 von der Kaukasusrepublik Georgien faktisch abgespalten. Nach dem Einmarsch georgischer Truppen im August 2008 begann eine russische Offensive. Begründung: Schutz eigener Bürger.

2014 Russland demonstriert militärische Präsenz auf der Halbinsel Krim. Begründung: Die verfassungswidrig an die Macht gekommene Regierung in der Ukraine gefährde die Sicherheit der russischen Bevölkerung.

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Siehe auch

«USA: 44 An- und Übergriffe auf andere Länder» vom 6.1.2013

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Keine

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