snapshot

Céline Amaudruz. © RTS

Radio SRF beschuldigt «Boulevardmedien»

Marco Diener /  Zuerst bezeichnete Radio SRF Céline Amaudruz als ungeeignet – wegen ihrer Töchter. Und nun sind «Boulevardmedien» schuld.

Wer gestern die Nachrichten auf Radio SRF 1 hörte, rieb sich die Augen. Oder besser gesagt: die Ohren. Nicht weil die Genfer SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz für den Bundesrat kandidieren will, sondern vielmehr wegen der Art der Berichterstattung von Radio SRF.

Westschweiz-Korrespondent Roman Fillinger sagte: «Amaudruz hat zwei kleine Töchter. Schon vor der Ankündigung ihrer Kandidatur wurde in den Deutschschweizer Boulevardmedien gewerweisst ob die 47-Jährige Mutterschaft und Regierungsarbeit unter einen Hut bringen könne.»

In den «Boulevardmedien»?

Wirklich?

Wir erinnern uns an den 3. Oktober. Damals behauptete Bundeshausredaktor Philipp Burkhardt – ebenfalls in den Nachrichten von Radio SRF 1: «Es gibt in der SVP kaum valable Kandidatinnen und Kandidaten aus der Romandie.» Und er begründete: «Die öfters genannte 47-jährige Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz ist Mutter von zwei Töchtern im Alter von einem und drei Jahren, womit sehr fraglich ist, ob sie sich für eine Kandidatur zur Verfügung stellen will.»

Zählt sich Radio SRF 1 plötzlich zu den «Deutschschweizer Boulevardmedien»? Zählen auch die Tamedia-Zeitungen dazu? Und der «Nebelspalter»? Auch sie hatten Anfang Oktober wegen der Töchter an Amaudruz‘ Eignung gezweifelt.

Und was sagte Amaudruz gestern zum Thema? «Dass die Schweiz diese Art von Debatte im 21. Jahrhundert führen kann – das finde ich erstaunlich.»

Weiterführende Informationen


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
_____________________
➔ Solche Artikel sind nur dank Ihren SPENDEN möglich. Spenden an unsere Stiftung können Sie bei den Steuern abziehen.

Mit Twint oder Bank-App auch gleich hier:



_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

War dieser Artikel nützlich?
Ja:
Nein:


Infosperber gibt es nur dank unbezahlter Arbeit und Spenden.
Spenden kann man bei den Steuern in Abzug bringen.

Direkt mit Twint oder Bank-App



Spenden


Ihre Meinung

Lade Eingabefeld...