UBS und Schweizer Nationalbank sind Aktionäre von Palantir
Ausgerechnet die Schweizerische Nationalbank, aber auch die Grossbank UBS sind Mitbesitzerinnen eines Software-Konzerns, der unter anderem die US-Regierung unterwandert. Palantir half etwa der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) mit ihrer Software, um gegen illegale Migration vorzugehen.
Software von Palantir wird auch für völkerrechtswidrige Kriege eingesetzt. Der Konzern arbeitet eng mit der israelischen Regierung im Krieg in Gaza und in Libanon zusammen.
Amnesty International hatte Palantir bereits im Jahr 2020 dafür kritisiert, dass das Unternehmen seinen Sorgfaltspflichten im Bereich der Menschenrechte gemäss internationalen Standards nicht nachgekommen sei.
Milliardenaufträge vom US-Kriegsministerium
Der Software-Konzern Palantir wird von den fundamentalistischen Milliardären Peter Thiel und Alex Karp kontrolliert. Mit KI-Software und Datenplattformen versorgt Palantir Militär, Geheimdienste, Polizei und Grenzbehörden befreundeter Staaten. 2025 schloss die US‑Armee Milliardenverträge mit Palantir ab. Diese Verträge sichern dem Militär den Zugang zu dessen Software für die nächsten zehn Jahre. Die Software unterstützt Kriegsführung, Logistik, Geheimdienstanalysen und das Auswerten innenpolitischer Daten.
Ehemalige Manager von Palantir besetzen – wie solche von Anduril, Meta oder Open-AI – Schlüsselpositionen in Washington und im Pentagon.
Peter Thiel erklärte offen, «Freiheit und Demokratie» seien «nicht mehr miteinander vereinbar». «Le Monde diplomatique» stellte fest: «In den USA wird der Staat grundlegend umgebaut. Tech-Unternehmen wie Palantir und Anduril (deren wichtiger Geldgeber Peter Thiel ist) übernehmen zentrale hoheitliche Aufgaben. Diese ‹Privatisierung der Souveränität› greift zunehmend auch in Europa.»
SNB und Schweizer Konzerne sind Mitbesitzer
Der Wert aller Palantir-Aktien lag Ende 2025 bei rund 450 Milliarden Dollar. Investoren aus der Schweiz halten nach Angaben der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC Palantir-Aktien im Wert von fast drei Milliarden Dollar:
| Aktionäre | Aktienwert Ende 2025 in Dollar |
| UBS Group AG | 1,2 Milliarden |
| Schweizerische Nationalbank | 1,1 Milliarden |
| Pictet Asset Management | 219,7 Millionen |
| Zürcher Kantonalbank | 135,8 Millionen |
| Swiss Life | 135,8 Millionen |
| Zürich Versicherungen | 102,7 Millionen |
| Bank Julius Bär | 46,1 Millionen |
| Quelle: U.S. Securities and Exchange Commission |
Die Nationalbank hat seit Trumps Wiederwahl ihr Aktienpaket von 5,75 Millionen Palantir-Aktien bis Ende 2025 um 8,5 Prozent auf 6,24 Millionen Stück erhöht.
Gegenüber der «Republik» liess die Nationalbank verlauten, man investiere in keine Unternehmen, «die grundlegende Menschenrechte massiv verletzen». Warum sie es trotzdem tut, wollte die Nationalbank nicht erläutern.
Die UBS wollte überhaupt nicht Stellung nehmen.
Weitere Schweizer Aktionäre sind die Privatbank Union Bancaire, Bank Vontobel und andere. Einige Investoren wie der norwegische Vermögensverwalter Storebrand haben ihre Palantir-Aktien verkauft.
Professorin Tara Van Ho von der St. Mary’s University in Texas, Expertin für die Sorgfaltspflichten von Unternehmen, erklärte gegenüber «Follow the Money»: «Wenn begründete Bedenken hinsichtlich Menschenrechtsverletzungen bestehen, an denen Palantir beteiligt ist, müssen Finanzakteure ihren Einfluss auf Palantir geltend machen und versuchen, eine Änderung des Verhaltens des Unternehmens zu bewirken.» Falls Palantir sich weigere, sein Verhalten zu ändern, «müssen sie Wege finden, diese Geschäftsbeziehung zu beenden».
Europäische Banken, Vermögensverwalter, Versicherer und Pensionsfonds besassen Ende 2025 Palantir-Aktien im Wert von mindestens 27 Milliarden US-Dollar. Das ergab eine grenzüberschreitende Untersuchung unter der Leitung von «Follow the Money» – gemeinsam mit der belgischen Zeitung «De Tijd», der dänischen «Børsen», dem österreichischen «Der Standard», der Schweizer «Republik», dem norwegischen «Morgenbladet», dem britischen «The Nerve» und der spanischen Zeitung «El País».

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