Iran Golf Luftangriffe

Mit Raketen und Drohnen getroffene Ziele. Stand 9. Februar 2026. © The Institute for the Study of War / Grafik CNN

«Krieg bald zu Ende»: Trump muss Märkte beruhigen

Urs P. Gasche /  Wegen der enormen Verschuldung kann das Finanzsystem keine grössere Ölkrise mehr bewältigen. Trump reagiert auf erste Alarmzeichen.

Nicht nur in Iran gingen Öl- und Gasanlagen in Flammen auf, sondern auch in Saudi-Arabien, Katar und Bahrain. Der Golf von Hormus ist für Öltransporte geschlossen. Als Folge davon schnellen die Öl- und Gaspreise an den Terminbörsen in die Höhe. Auch Wählerinnen und Wähler in den USA bekommen dies bereits zu spüren.

Bei einem länger anhaltenden Krieg drohen auch in den USA und in Europa Inflation bei gleichzeitiger Stagnation oder Rezession der Wirtschaft. Um diese zu bekämpfen, haben Notenbanken und Regierungen fast kein Pulver mehr zur Verfügung. Denn falls sie noch mehr billiges, fast zinsloses Geld zur Verfügung stellen, um die Wirtschaft anzukurbeln, drohen eine Hyperinflation und ein folgenschwerer Vertrauensverlust in die Leitwährung Dollar.

Im Hinblick auf die US-Zwischenwahlen im November muss für Präsident Trump klar sein: Die Benzin- und Gaspreise dürfen nicht stark steigen. Und die Börsen dürfen keinen grösseren Einbruch erleiden.

Jetzt wurde das Ausmass der Schäden ersichtlich und die Börsen begannen zu reagieren. Deshalb preschte Präsident Trump vor, um die Märkte zu beruhigen: Der Krieg gegen Iran werde «sehr bald» enden, wenn auch noch nicht in dieser Woche. Das erklärte Präsident Donald Trump an einer Medienkonferenz am 9. März in Florida. Auf seiner Plattform «Truth-Social» versprach er, die Ölpreise seien nur kurzfristig so hoch und würden nach Ende der «Iran-Operation» wieder «fallen, sogar tiefer als vorher». 

Nach dieser Beruhigungspille gaben die Ölpreise wieder etwas nach. Auch die Börsen reagierten positiv: Am Morgen des heutigen 10. März stieg der Nikkei-Index um gut 3 Prozent und der südkoreanische Kospi um 3,4 Prozent. Gewinner sind vor allem Technologie- und Exportunternehmen, die von der Aussicht auf ein rascheres Ende des Iran‑Kriegs und sinkende Ölpreise profitieren.

«NZZ»-Wirtschaftsredaktor Albert Steck kommentiert heute: «Schon jetzt murren die Konsumenten über die höheren Benzinpreise an den Tankstellen. Wenn jetzt noch zusätzlich die Aktienkurse einbrechen und die Zinsen für Staatsanleihen steigen, wird dies direkt auf das Kriegsgeschehen einwirken.» Viel Spielraum bleibe Trump nicht, denn «das globale Finanzsystem befindet sich mittlerweile in einem sehr fragilen Zustand».


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