Das Insel-Dasein kann blind machen © Patrick Chappatte in «Le Temps»
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Ausbeutung dort, Abschottung hier

Urs P. Gasche / 01. Jan 2015 - Wir lassen Menschen in der Dritten Welt wie Sklaven schuften und wundern uns, wenn sie als Flüchtlinge ihr Leben riskieren.

Wirtschaftsflüchtlinge werden weiterhin in Richtung Europa strömen. Sie werden weiterhin auf prekären Barken im Mittelmeer ihr Leben risikieren. Viele werden die befestigten Grenzen rings um die Schengenländer überwinden. Sie werden versuchen, sich in Ländern, in denen sie unerwünscht sind, in fremden Kulturen und Sprachregionen zurechtzufinden. Kaum jemand von ihnen verlässt seine Heimat, seine Familie und Freunde ohne persönliche oder materielle Not.

  • Mitverantwortlich an ihrer Not sind Rohstoff- und andere Konzerne, die mit autoritären Regimes paktieren, um die lokale Bevölkerung als rechtlose Billigstarbeitskräfte auszubeuten.
  • Mitverantwortlich sind auch unfaire Spielregeln des internationalen Handels, die diese Länder im Wettbewerb krass benachteiligen.
  • Konzerne und Regierungen der Industriestaaten können diese beiden Faktoren beeinflussen. Andere Missstände in den jeweiligen Ländern können sie weniger beeinflussen. Befassen wir uns also mit dem, wofür die Schweiz und andere Industriestaaten mitverantwortlich sind.

    Wer von Not und Elend profitiert

    Es gibt Profiteure:

    • Internationale Konzerne, etliche davon mit Sitz in der Schweiz, die Rohstoffe mit wenig Rücksicht auf Menschen und Umwelt günstig beschaffen und die Massenprodukte «dank» Hungerlöhnen billigst herstellen lassen, machen lukrative Geschäfte.
    • Konsumentinnen und Konsumenten in den Industriestaaten profitieren von billigen Computern, Handys, Kleidern und tropischen Früchten. Sie können sich eine rohstoffverschleissende Wegwerfmentalität leisten.

    Oft wissen diese Konsumierenden nicht, was sie anrichten. Denn die anbietenden Konzerne verschweigen der Käuferschaft wenn immer möglich die skandalösen Arbeitsbedingungen, die in den Herstellungsländern herrschen, und die gravierenden Umweltschäden, die sie dort anrichten.

    Über eine Milliarde Mitmenschen leiden unter Elend und Armut

    Auf der südlichen Erdhalbkugel, wenige Flugstunden von Zürich oder Genf entfernt, leben 800 Millionen Mitmenschen, die nicht nur extrem arm, sondern obendrein chronisch unterernährt sind. Was die Industriestaaten ihren eigenen Bauern wie selbstverständlich zugestehen – ein genügendes und sicheres Einkommen dank Subventionen, garantierten Preisen und Zollschutz – verweigern sie mit fadenscheinigen Argumenten den Bauern in Afrika, Asien und Südamerika.

    Der Internationale Währungsfonds verbietet jenen Staaten, den Bauern Subventionen zu zahlen und einen Zollschutz einzuführen. Die dortigen Bauern (und Regierungen) dürfen sich nicht einmal wehren, wenn die USA, Kanada und die EU sie mit hoch subventionierten Exportprodukten wie Mais, Zucker, Fleisch oder Baumwolle zu Dumpingpreisen auf unfairste Art konkurrenzieren.

    Kümmerliche Pflanzen und leere Lagerhallen

    Dazu ein Beispiel: Ein «Hilfsprojekt» in Tansania hatte zum Ziel, Baumwolle für den Weltmarkt zu produzieren. Die Einnahmen der Exporte sollten den Menschen in der Region um die Stadt Muhenda Fortschritt und Wohlstand bringen. Die Landwirtschaft wurde Ende der 1970er-Jahre nach westlichem Vorbild intensiviert, die Felder mit Dünger und Pestiziden auf hohe Erträge getrimmt. Die Regierung in Tansania unterstützte diese «grüne Revolution» mit Hilfsgeldern aus dem Westen.

    Etliche Jahre ging das gut. Doch dann brach der Weltmarktpreis für Baumwolle ein – unter anderem weil die USA ihre eigene Baumwollproduktion und ihre eigenen Baumwollexporte noch stärker subventionierten (Siehe Dokumentarfilm «Süsses Gift – Hilfe als Geschäft»).

    Da konnten die Afrikaner nicht mehr mithalten. Folge: Die Baumwollbauern konnten die hohen Kosten für Traktoren, Chemikalien und Sprühpumpen nicht mehr finanzieren. Heute wachsen auf den Feldern nur noch ein paar kümmerliche Pflanzen. Die riesigen Lagerhallen stehen leer. Die Familien im Dorf müssen mit ein paar Cents am Tag überleben.

    Um Milliarden Einnahmen geprellt

    Ihre eigene Baumwollbranche subventionieren die Industriestaaten mit rund acht Milliarden Franken jährlich. Ohne diese Subventionen wäre der Weltmarktpreis für Baumwolle rund siebzig Prozent höher. Das hat das «International Cotton Advisory Committee» in Washington ausgerechnet. Solange aber die Industriestaaten Agrarprodukte zu «Schleuderpreisen» exportieren, «hat der lokale Bauer keine Chance mehr», konstatierte auch Peter Brabeck, als er noch CEO von Nestlé war.

    Den armen und teilweise unterernährten Bauern in Uganda, Burkina Faso, Tschad, Mali, Benin oder Bangladesh und Indien gehen wegen der unfairen westlichen Exporte Milliarden an Einnahmen verloren.

    Das Gleiche gilt für die Zuckerproduzenten von Indien über Kuba bis Brasilien, weil die EU ihre Zuckerrüben und den Export von Zucker massiv subventioniert.

    Die westlichen Industriestaaten subventionieren ihre Landwirtschaft jedes Jahr insgesamt mit 250 Milliarden Dollar (Quelle OECD).

    Auswandern als letzte Hoffnung in der Not

    Die Bevölkerung dieser Länder kommt nicht aus der Armutsfalle heraus. So wie verarmte Schweizer im 19. Jahrhundert massenweise auswanderten, versuchen heute immer mehr Menschen aus diesen armen Ländern in reiche Länder – darunter auch die Schweiz – auszuwandern.

    Sklaverei nur formell beendet

    Früher waren es Sklaven, die Billigprodukte für uns herstellten. Heute werden Arbeiterinnen und Arbeiter wie Sklaven behandelt. Das zeigt die Geschichte der Baumwoll-Arbeiter, die der Geschichtsprofessor Sven Beckert der Harvard University in seinem soeben erschienenen Buch «King Cotton: Eine Geschichte des globalen Kapitalismus»

    und Edward Baptist in seinem im September erschienenen Buch aufgedeckt haben.«The Half Has Never Been Told: Slavery and the Making of American Capitalism»

    Die Ausbeutung begann im 18. Jahrhundert: Die britische Textilindustrie vertrieb im Süden der USA gewaltsam indianische Stämme, die dort schon seit Generationen lebten, um deren fruchtbare Böden zum Pflanzen von Baumwolle zu nutzen. Darauf importierten die Briten Hunderttausende von Sklaven aus Afrika, um die Baumwolle zu säen und zu ernten. Verarbeitet wurde die Baumwolle in Manchester und Liverpool zu günstigen Kleidern.

    Als der amerikanische Bürgerkrieg die billige Baumwollproduktion in den Südstaaten bremste, zwangen die britischen und andere europäische Baumwollfabrikanten die Bauern in Indien und Ägypten ebenfalls, die Nahrungsmittelproduktion zugunsten der Massenproduktion von Baumwolle aufzugeben. Angeblich könnten die Bauern damit mehr verdienen. Die kolonialen Verwaltungen setzten den nötigen Druck auf.

    Die Bauern in jenen Ländern konnten von Subventionen oder fixen Preisen nur träumen. Als in den Jahren 1877 und Ende der 1890er Jahre die «Weltmarktpreise» für Baumwolle sanken und gleichzeitig die Lebensmittelpreise stiegen, verhungerten im westindischen Anbaugebiet für Baumwolle Berar und auch im Nordosten Brasiliens nach den Recherchen von Sven Beckert Millionen von Bauern.

    Die «gefühllose Gleichgültigkeit», mit der heutige Kleiderkonzerne ihre Ware in armen Ländern wie Bangladesch, Kambodscha, Osteuropa und Afrika herstellen lassen, «gleicht mehr als nur oberflächlich den historischen Ungerechtigkeiten im Namen von ‹King Cotton›», bilanziert Vikas Bajaj, Wirtschaftsredaktor der New York Times. Die Verantwortung auf beauftragte lokale Firmen abzuwälzen, bezeichnet Bajaj als «faule Ausrede».

    Folgende Fragen warten auf Antworten

    1. Ist es ethisch vertretbar, nur unseren eigenen Bauern Einkommen und Preise zu garantieren, jedoch Bauern in armen Ländern der Willkür von spekulativen, stark schwankenden Weltmarktpreisen von Mais, Getreide, Reis, Palmöl, Soja, Kaffee, Kakao, südländischen Früchten oder Baumwolle auszuliefern? Ist diese unterschiedliche Behandlung sogar rassistisch?
    2. Mit welchem Recht überschwemmen wir arme Länder mit hoch subventionierten landwirtschaftlichen Überschüssen, treiben mit dieser unfairen Dumpingpolitik Millionen von Bauern in den Ruin und zwingen viele Länder, einen schönen Teil ihrer Eigenversorgung aufzugeben?
    3. Fruchtbares Land wird knapp. Es geht zu denen, die am meisten Geld haben. Ist es richtig, wenn reiche Staaten und Konzerne, auch Schweizer Investmentfonds, weite fruchtbare Gebiete in Afrika oder Südamerika auf Jahrzehnte hinaus pachten, leasen oder kaufen? Um darauf Pflanzen für Agrartreibstoffe sowie Futtermittel für sich zu produzieren?
    4. Warum subventionieren wir bei uns die Fleischproduktion sowie den Fleischexport und fördern gleichzeitig die Viehhaltung in Entwicklungsländern, obwohl der hohe Fleischkonsum zum Bekämpfen der existenziellen Nöte in armen Ländern kontraproduktiv ist?

    Zum letzten Punkt: Der mit Subventionen künstlich hoch gehaltene Fleischkonsum, mit den dazu gehörenden Subventionen der benötigten Futtermittel- und Düngerproduktion, führen in eine Sackgasse. Die vorhandenen Hektaren fruchtbaren Landes auf der Erde reichen – selbst bei optimistischsten Annahmen – nicht aus, wenn die dreieinhalb Milliarden Menschen in China, Indien und Afrika alle gleich viel tierische Nahrungsmittel essen wollen wie wir. Um allen einen mässigen Fleischkonsum zu ermöglichen, müssen wir in den Industriestaaten weniger Fleisch essen und die Produktion sowie den Konsum nicht noch subventionieren.

    Auf mehr Geld angewiesen als früher

    Die Politik der Industriestaaten hat einem grossen Teil der Ärmsten die Grundlagen zur Selbstversorgung zerstört. Früher brauchten die Ärmsten kaum Geld, um ihre existenziellen Bedürfnisse zu befriedigen. Die Dorfgemeinschaften bauten ihre Behausungen selber, hatten noch genügend Grundwasser und bessere Böden, trieben Tauschhandel und ernährten sich weitgehend selber. Heute arbeiten viele als ausgebeutete Landarbeiter auf Monokulturen. Viele leben als Landflüchtlinge in den Slums der Grossstädte und lassen sich «im besten Fall» von Textilherstellern wie Sklaven halten und ausbeuten.

    In den Slums brauchen sie zum Überleben Geld. Deshalb ist die häufig zitierte Weltbank-Statistik, wonach heute weniger Menschen mit weniger als zwei oder einem Dollar Einkommen pro Tag auskommen müssen als vor dreissig Jahren, als Beweis unbrauchbar, dass es heute weniger Menschen im Elend gibt.

    Die Politik muss sich daran messen lassen, ob sie die weltweite Armut beseitigen kann. Denn wer sehr arm ist, kann sich keine ausreichende Nahrung leisten. Ausreichende Nahrung ist ein grundlegendes Menschenrecht.

    • Solange internationale (Rohstoff- und Kleider-)Konzerne und die von ihnen abhängigen Subkontrahenten Arbeitskräfte in armen Ländern ausbeuten und in sklavenähnlichen Verhältnissen halten, und
    • solange die Regeln des internationalen Handels derart einseitig zugunsten der Industriestaaten ausgestaltet sind,

    werden Wirtschaftsflüchtlinge weiterhin massenweise versuchen, auch bei hohen Risiken die befestigten Schengengrenzen zu überwinden.

    Plakativ ausgedrückt:

    Entweder billige Computer, Handys, Kleider etc. und dafür viele Wirtschaftsflüchtlinge. Oder für unseren Konsum mehr Geld ausgeben und dafür weniger Elend und Not anderswo.

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    Siehe auch

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    NACHTRAG

    Der EU-Kommissar für Landwirtschaft, Dacian Cioloş, hatte am 16.1.2014 zur Eröffnung der Grünen Woche in Berlin erklärt:

    «Unsere Handelspolitik sollte nicht auf Politikinstrumenten zur Exportförderung fussen, die die Möglichkeiten anderer beschneiden, ihre eigene Landwirtschaft aufzubauen, insbesondere in weniger entwickelten Ländern. Ich bin bereit, ein für alle Mal auf die Erstattung für Ausfuhren in diese Entwicklungsländer vollständig zu verzichten – selbst in Krisenzeiten, wenn dieses Instrument noch angewendet werden könnte. Diese Entscheidung wird unsere Agrarpolitik und unsere Entwicklungspolitik vollständig miteinander in Einklang bringen......Landwirte müssen gut von ihrer Arbeit leben können. Deshalb hat die Europäische Kommission kürzlich vorgeschlagen, die Absatzförderung von landwirtschaftlichen Produkten aus Europa zu stärken, sowohl innerhalb der EU als auch auf den internationalen Märkten. Wir haben vorgeschlagen, das Budget für die Absatzförderung bis 2020 zu verdreifachen.»

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    Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

    Keine. Zusammen mit Hanspeter Guggenbühl Autor des Buches «Schluss mit dem Wachstumswahn – Plädoyer für eine Umkehr».

    Weiterführende Informationen

    Urs P. Gasche zum Jahreswechsel 2012/2013: Ein Tsunami bedroht 2013 auch die Schweiz
    Urs P. Gasche zum Jahreswechsel 2013/2014: Eine trügerische Ruhe macht Kommentatoren blind

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    12 Meinungen

    Schon der Film «Quemada» aus den 60er Jahren hat aufgezeigt, dass Lohnarbeit für kapitalistische Monopolisten günstiger ist als die Sklaverei. Schliesslich kann so die Kapitalerneuerung, bzw. die Kapitalerhaltung an die Gesellschaft «ausgelagert» werden.

    Ich habe in den 80er Jahren den Studenten gezeigt, dass selbst Burundi Käse in die Schweiz exportieren könnte, wenn nur die Arbeitskosten, lies Löhne, in die Nähe von Null gedrückt werden könnten. Der Wert der Produkte würde gerade genügen die Transportkosten und eventuellen Einfuhrgebühren zu decken. Ich habe den Studenten aber geraten, auf solchen internationalen Handel zu verzichten und sich auf echte Wertschöpfung durch Austausch innerhalb der Region zu konzentrieren.

    Leider gab es dafür keine organisierte Lobby, da bei diesem Handel nicht viel steuerbares Substrat anfällt und auch die Währungen der Nachbarländer in Ostafrika von den «intenationalen Beratern» nicht als nützliche Devisen betrachtet wurden.

    Kartoffeln gaben für die Bauern ein mehrfaches vom Ertrag von Tee, Baumwolle oder sogar Kaffee. Aber auch hier > keine Steuern, keine Devisen - also auch keine Anbauförderung.

    Viel hat sich offenbar in der Zwischenzeit nicht geändert und viele der «Berater» erzählen immer noch die alten Geschichten von «export-led growth», «infant industry investments» (lies Verschuldung), usw.

    Faire Handelsregeln könnten hier in der Tat etwas verbessern. Aber das wissen wir ja eigentlich schon seit langem...

    Augenhöhe ?
    Josef Hunkeler, am 01. Januar 2015 um 10:42 Uhr
    Guter Text, danke!
    Natürlich ist nichts darin «neu»; aber es ist immer wieder wichtig, die Dinge in ihren Zusammenhang zu rücken und so im einen oder andern Kopf ein Licht aufgehen zu lassen. Journalistische Sisyphus-Arbeit, wichtig und meist undankbar…
    Tatsache ist freilich auch, dass viele Hilfsprojekte zu weissen Elefanten mutieren, weil die «Geber»länder nicht nur Geld, Know-how, Maschinen, Saatgut und dergleichen in den Weltsüden brachten, sondern zuvor eine Verwaltungslogik, der man in den heute «unabhängigen» Ländern als horrible Karikatur der Bürokratie à la française und anderer europäischer Traditionen begegnet, im Verein mit der Karikatur einer Lässigkeit die vor der Kolonisierung vermutlich vollkommen sinnvoll war, weil die Natur den Reichtum des Lebens bescherte.
    Billo Heinzpeter Studer, am 01. Januar 2015 um 12:24 Uhr
    In unserem Projekt mit Kleinfischern im Senegal hatten wir in der sehr hauptstadtfernen Provinz einen Fahrer, der uns fallweise zur Verfügung stand. Weil er der damals «richtigen» Partei angehörte, den «Demokraten» des Obergauners und Staatspräsidenten Ablaye Wade, war er als neuer Beamter auserkoren und absolvierte eine halbjährige Ausbildung in Dakar, weswegen seine Dienste für uns manchmal von einem seiner «Cousins» ausgeführt wurden. Aber, sagte er mir zu jener Zeit: bald wrede ich die Ausbildung fertig haben und als Beamter eingestellt sein, und dann hab ich alle Zeit der Welt für Dich und Dein tolles Projekt! Moment, sagte ich, dann hast Du eine volle Stelle und musst für die Bürger Deines Landes da sein! Ach wo, sagte er mit grosser Selbstverständlichkeit: dann hab ich Zeit, WEIL ich meine Stelle hab.
    Billo Heinzpeter Studer, am 01. Januar 2015 um 12:26 Uhr
    Sehr gute Darlegung der Probleme und Zusammenhänge! Treffende Kommentare, Danke! Die Lösungen scheinen leider fast unmöglich. In Helvetischer Existenzangst wurde sogar die Initiative gegen die Aufwandbesteuerung abgelehnt. Die Mehrheit meint tatsächlich, wir müssen superreiche Ausländer mit ungerechten (aber gerechtfertigten) Steuergeschenken aus der ganzen Welt in unser Land ziehen, um unsre Existenz zu sichern. Dem Kapitalfluss folgen notgedrungen die Menschen.
    Urs Lachenmeier, am 01. Januar 2015 um 22:20 Uhr
    Treffend Herr Gasche. Eine nicht zu widerlegende Zusammenfassung. Leider, leider, sorgen unsere Mainstreammedien dafür, dass solche Wahrheiten nur unzureichend an ihre Konsumenten weiter gereicht werden. Es ist doch so: Wir in den reichen Ländern hätten derzeit noch die Chance, die ungerechten Regeln des internationalen Handels zu ändern. Bald wird aber diese Chance vertan sein. Die unterdrückten Völker werden sich erheben und versuchen, sich das zu nehmen, was ihnen zusteht. Wir werden dem dann Terror sagen. Letztendlich haben wir einer solchen Entwicklung auch militärisch nichts entgegen zu setzen.
    Peter Beutler, am 01. Januar 2015 um 23:23 Uhr
    Herr Lachemeier. Danke für Ihren Kommentar.
    Peter Beutler, am 01. Januar 2015 um 23:25 Uhr
    DANKE, das war wohl einer der substantiellsten Jahresrückblicke und leider auch Ausblick auf die Hintergründe des Geschehens im 2015.

    Wer sich für Nord-Süd-Konflikte und andere interessiert, dem empfehle ich auch die wöchentliche (Mo/Di) Presseschau von TRANSCEND (inspiriert vom Konflikt- und Imperaliasmus-forscher Johan Galtung):
    https://www.transcend.org/tms/
    (leider fast nur in Englisch).

    Gutes 2015
    Werner T. Meyer
    Werner Meyer, am 02. Januar 2015 um 12:54 Uhr
    Gerhard Schwarz (avenir suisse, es-nzz) fordert sogar einen Eintrittspreis für den Club der Ausbeuter. Damit ein Neuer, der zuvor nur Sklave war, nicht von etwas profitiert, zu dem er nichts beigetragen hat:

    https://www.youtube.com/watch?v=eCINVEUgi2I

    John Perkins zu den Methoden der Ecominic Hit Man:

    https://www.youtube.com/watch?v=jPi3hFwfxM4

    Hermann Scheer zur notwendigen Umverteilung:

    https://www.youtube.com/watch?v=YgQJk-imaAI


    aus der Doku «Let's make money» :

    https://www.youtube.com/watch?v=NETxzILPokw

    (Die Doku war für die NZZ zu «eindimensional»: http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/film/um-eindimensionalitaet-bemueht-1.1750435)
    Olivier Bregy, am 02. Januar 2015 um 19:07 Uhr
    Anteile am Welteinkommen, Verteilung, wachsende Kluft:

    https://www.youtube.com/watch?v=ThfjoWFNZF0

    aus der Doku «Der Geist des Geldes»:

    https://www.youtube.com/watch?v=j4Fxh-6jx7c
    Olivier Bregy, am 03. Januar 2015 um 01:16 Uhr
    Wer sich für das Weltbild der Abzocker interessiert, findet das komprimiert beim World Economic Forum im RISIKOREPORT 2014:
    http://www3.weforum.org/docs/WEF_GlobalRisks_Report_2014.pdf
    Man reibt sich die Augen: Hauptrisiken (Schaden maximal UND Risiko maximal bis schon eingetroffen) sind ex aequo (s. 16)
    - Global Warming
    - Extreme Wetterereignisse
    - Arbeitslosigkeit / Unterbeschäftigung
    - Extreme Einkommens-Ungleichheit
    (erst etwas darunter kommt dann die Finanzkrise)

    Auf Seite 21 wird dann auf die Wechselwirkungen dieser 4 untereinander und mit sozialer Unstabilität, Verbrechen, Staatskollapsen, Versagen der Internationalen Ordnung etc. eingegangen.

    Hinter verschlossenen Türen und unter Schichten und undurchdringlicher Risiko-Mathematik diskutieren sie ja genau das gleiche wir hier. Nur tun sie nichts dagegen. Das heisst sie tun schon: mit Versicherungen und Hedging. Solche Studien werden schliesslich von Rückversicherern gesponsored.

    Werner T. Meyer
    Werner Meyer, am 03. Januar 2015 um 10:34 Uhr
    ...und für 2015 noch Seuchen und geklaute Flugzeuge, die in AKW's fliegen. Haben die Herren einen vergoldeten Bunker?
    Olivier Bregy, am 03. Januar 2015 um 12:26 Uhr
    So lange der Staat zwar von Fairness spricht und dann der Benefiz des Gesetzes an den Vermögenden geht, so lange bleibt das so.
    Hansjörg Bracher, am 05. Januar 2015 um 14:26 Uhr

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