Ritalin für hyperaktive 3-Jährige

Red. ©

Red. /  Über 10'000 Kleinkinder im Alter von zwei oder drei Jahren werden in den USA mit Ritalin behandelt.

«Aufmerksamkeitdefizitsyndrom» heisst die Krankheit, gegen welche Ärzte den Wirkstoff «Methylphenidat» verschreiben. Das Geschäft boomt. Neben Ritalin heissen kassenpflichtige Medikamente mit dem gleichen Wirkstoff Concerta, Equasym oder Medikinet.
Die US-Fachgesellschaft der Kinderärzte sieht in ihren Richtlinien keine Verabreichung von Ritalin & Co an Kinder im Alter von unter vier Jahren vor. «Es ist absolut schockierend und sollte keinesfalls vorkommen», erklärt Anita Zervigon-Hakes vom spezialisierten «Georgia Mental Health Forum» am «Carter Center» in Atlanta, nachdem dort eine Statistik von «Medicaid», der US-Krankenversicherung für Bedürftige, vorgestellt worden war. Die Daten des US-Bundesstaates Georgia auf die ganzen USA hochgerechnet hat die US-Behörde «Centers for Desease Control and Prevention».
Elf Prozent der Kinder im Alter von 4 bis 17
Schockierend häufig wird Ritalin & Co auch Kindern im Alter von 4 bis 17 Jahren verschrieben. Elf Prozent der Kinder dieser Altersklasse hat gemäss der US-Behörde von Ärzten Medikamente mit dem Wirkstoff «Methylphenidat» verschrieben erhalten.
«Immer mehr Jungs bekommen die Diagnose. Die Pille macht sie glatt, gefügig, still und abhängig», schrieb FAZ online: «Ohne Ritalin bin ich lustiger», sagte Paul, «aber ohne Ritalin kann ich mit den anderen in meiner Klasse nicht mithalten.» Seit fünf Jahren legt seine Mutter jeden Morgen die weisse Pille in eine kleine Schüssel neben sein Müsli.
Laut «New York Times» NYT haben erst ganz wenige Studien die Wirkungen und Nebenwirkungen von Ritalin auf Kinder bis sieben Jahren untersucht. Die am meisten zitierte Studie stammt aus dem Jahr 2006. Sie schloss aber nur ein Dutzend 3-Jährige und keine 2-Jährigen ein. Die meisten der an dieser Studie beteiligten Ärzte hätten «bedeutende finanzielle Beziehungen» zur Pharmaindustrie gehabt, berichtete die NYT.

Siehe:
Dokumentation «Drugging our Kids», 2014


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine

War dieser Artikel nützlich?
Ja:
Nein:


Infosperber gibt es nur dank unbezahlter Arbeit und Spenden.
Spenden kann man bei den Steuern in Abzug bringen.

IBAN: CH 0309000000604575581

Eine Meinung zu

Ihre Meinung

Lade Eingabefeld...