Giftiger Schlamm von Rinderweiden tötet Korallen © Andreas März/flickr/cc

Giftiger Schlamm von Rinderweiden tötet Korallen

Hamburgerfleisch zerstört Great Barrier Reef

Christof Moser / 02. Sep 2013 - 72 Prozent des australischen Naturweltwunders sind tot. Schuld daran ist nicht die Klimaerwärmung, wie eine neue Studie zeigt.

Das Great Barrier Reef an der australischen Ostküste stirbt einen langsamen und stillen Tod. Die Regierung von Queensland hat in ihrem neusten Umweltreport vom Juli den Zustand des Riffs auf «schlecht» herabgestuft. 72 Prozent der Steinkorallen sind seit den 1960er-Jahren abgestorben. Die Unesco droht bereits damit, dem Riff den Status des Weltnaturerbes abzuerkennen – auch als Protest gegen mangelnde Schutzmassnahmen durch die australische Regierung. Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace protestieren seit langem gegen Baggerarbeiten für einen neuen Kohle-Verlade-Hafen in unmittelbarer Nähe des Riffs.

Forscher gingen bisher davon aus, dass vor allem die Klimaerwärmung für den Tod des Riffs verantwortlich ist, gefolgt von der Übersäuerung der Meere. Sie hindert Korallen und Muscheln daran, Kalzium zu bilden, das sie für das Wachstum brauchen. Den tödlichen Rest gibt dem Riff der Dornenkronenseestern, der lebende Korallen frisst und eine tote, weisse Unterwasserlandschaft hinterlässt wie Heuschrecken abgegraste Felder.

Das Riff verschlammt

Jetzt zeigt eine neue Untersuchung der Umweltbehörden von Queensland die wahren Gründe für das Absterben des Riffs: Verantwortlich für den Tod des sensiblen Ökosystems ist die exzessive Fleischproduktion.

Durch die Flüsse Burdekin und Fitzroy wird feiner Schlamm ins Riff geschwemmt, der zu 75 Prozent von Rinderweiden stammt. Mit dem Schlamm aus Sedimenterosionen werden auch Nitrogen und Phosphor sowie Pestizide und Herbizide mitgeschwemmt, die das Great Barrier Reef vergiften.

Die Fleischerzeugung ist eine der grössten Exportindustrien Australiens. Auf dem wenig produktiven Weideland grasen Rinder, deren Fleisch zur Produktion von Hamburgern in alle Welt exportiert werden.

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