Blick.ch nach der Infosperber-Kritik an "Schawinski" mit Roger Köppel © is

Blick.ch nach der Infosperber-Kritik an "Schawinski" mit Roger Köppel

Schawinski und „Blick.ch“ und...

Robert Ruoff / 15. Jan. 2012 - Wie eine Debatte heruntergefahren wird, bevor sie wirklich begonnen hat.

Ich habe mich gefragt, ob ich die Diskussion weiterführen will. Und ich denke, es ist an der Zeit. Wenn die «Affäre Hildebrand», die vielleicht eine «Affäre ‚Weltwoche’ « ist oder eine «Affäre Rechtsstaat» oder eine «Affäre Medien» einen guten Sinn gehabt haben soll.

Fürs heute nur soviel: «Blick.ch» greift, nach «persönlich.com», meine «Schawinski»-Kritik und den Leserkommentar von Peter Schellenberg auf. Mit ein paar bemerkenswerten Einzelheiten, mit denen Blick-online Autor «kmu» den Boulevard pflegt.

Zum Beispiel mit dem schönen Jugendkult-Bild vom «Kampf dreier älterer Medienherren» – entbehrt nicht der Komik. Aber: Wenn das Engagement für Qualität im Service Public damit etwas zu tun haben sollte – was es meines Wissens nicht hat -, dann bin ich gerne «älter».

Zum Beispiel mit dem Hinweis auf den Marktanteil von 33,5 Prozent. Der mich nicht überrascht. Das Thema war heiss, die Sendung hatte Publicity auf allen Online-Kanälen. Also ist nicht erstaunlich, dass der Marktanteil etwas höher liegt als der Wähleranteil der SVP. Aber was hat das mit Qualität zu tun? Gilt das Motto: je mehr, desto besser?

Das wäre alles nicht so bemerkenswert. Ich greife nochmals in die Tasten, weil die Debatte heruntergefahren wird auf das Niveau des «Intimfeinds». – Nun wissen wir alle, und ich weiss es , ohne die Gründe zu kennen, aus meiner Zeit als Kommunikationschef bei Fernsehdirektor Peter Schellenberg, dass Schawi und Schälli keine grossen Freunde mehr werden.

Aber ist das schon Grund genug, die vielleicht eben doch berechtigte Kritik von Peter Schellenberg auf das Neidniveau hinunterzustufen, wie Roger Schawinski das tut: meine «erfolgreiche Sendung auf SF1... Höchststrafe» für Peter Schellenberg, der sein «während vielen Jahren angekündigtes Jazzplattenlädeli in Marseille noch immer nicht eröffnet hat».

Wir wissen, dass Roger Schawinski gerne austeilt, auf Kritik höchst empfindlich und, wie sich wieder zeigt, gerne mit persönlicher Polemik reagiert. Aber muss es denn immer gleich zweitunterste Schublade sein?

«Schawsinki» läuft nicht auf Sat1 oder TeleZürio oder Radio 24 oder Radio 1. «Schawinski» läuft als öffentliche Veranstaltung auf SF1, einem Sender, der für sich die Qualität des «Service Public» in Anspruch nimmt, von der Information bis hin zu Sport und Unterhaltung. Dazu gehört Offenheit für öffentliche Kritik, auch wenn sie weh tun sollte, und ein Diskussionsstil, der sich vom üblichen Potenzgehabe auf dem Boulevard deutlich unterscheidet.

Mir scheint, zu «Schawinski» besteht bei SF auch in dieser Hinsicht Gesprächsbedarf, irgendwo auf der Chefetage.

***

PS: Nein, ich habe mit Peter Schellenberg auch über diesen Text nicht gesprochen.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Mitarbeiter der Schweizer Fernsehens von 1981 bis 2004, unter anderem 1991 bis 1995 Kommunikationschef von SF DRS bei Fernsehdirektor Peter Schellenberg

Eine Meinung

Die Sendung ist gut. Ja nicht abschaffen.
Andreas Mathys, am 16. Januar 2012 um 12:56 Uhr

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