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Tagesschau SRF vom 13.8.2013 © srf

Warum nur hat die Tagesschau Angst vor Wettbewerb?

upg /  Kommen Mega-Fusionen nicht zustande, meldet dies die Tagesschau als Hiobsbotschaften. Marktwirtschaft aber setzt Wettbewerb voraus.

Seit langem berichtet die Tagesschau über Mega-Fusionen in der Wirtschaft nicht neutral oder kritisch, sondern stets begeistert: «Dank der Fusion wird der Konzern X zum grössten der Welt», tönt es etwa. Oder: «Der Konzern X kann den Marktanteil in dieser oder jener Sparte dank der Acquisition der Firma Y auf sechzig Prozent steigern».
Das jüngste Beispiel lieferte die gestrige Tagesschau vom 13. August: «Der Zusammenschluss der American Airlines und den US-Airways zur weltgrössten Fluggesellschaft droht zu scheitern», verkündete Moderatorin Cornelia Boesch. Sie informierte auch warum: «Die US-Justiz sowie mehrere US-Bundesstaaten haben Klagen eingereicht. Sie fürchten Nachteile für den örtlichen Wettbewerb und teurere Flugtickets
Zum Glück gibt es noch Kartellbehörden oder die US-Justiz, welche Megafusionen im Interesse des Wettbewerbs kritisch unter die Lupe nehmen. Ohne Wettbewerb verliert die freie Marktwirtschaft jede Legitimation.
Warum nur hat die Tagesschau Angst vor Wettbewerb und bezeichnet es als «Drohung», wenn eine Megafusion dank Wettbewerbshütern eventuell nicht zustande kommt?
Man könnte es als sprachlichen Ausrutscher durchgehen lassen. Doch die Tagesschau berichtet über Grossfusionen fast immer euphorisch-kommentierend.
Vielleicht steht sie unter dem Einfluss der Börsensendung, die wenige Minuten vor der Tagesschau über den Sender geht, gesponsert von einer Bank, und die stets freudig Kurssprünge verkündet, die eine Fusion (vielleicht) auslösen kann.

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Eine Meinung zu

  • am 18.08.2013 um 13:42 Uhr
    Permalink

    Das ist – an einem Detailbeispiel gezeigt – diese eingeimpfte Ideologie, die gar nicht mehr hinterfragen lässt, was man da eigentlich bejubelt.

    Es ist wie früher mit dem Katechismus, wo die Glaubenssätze fettgedruckt vorgegeben waren, zu denen die Gläubigen keine Fragen mehr stellen sollten, weil damit ein für allemal alles geklärt sei.

    Alle Konzerne tendieren ab einer gewissen Grösse zu monopolistischem Verhalten, um ihre Bedingungen und Preise durchzusetzen, zum Nachteil der Konsumenten und zum Vorteil des Unternehmen. Das ist sozusagen ein zwangsläufiger Entwicklungsprozess. Dafür wird das positiv besetzte Wort «Marktführerschaft» benutzt, was nichts anderes als Marktkontrolle und letztlich Ausschaltung des Wettbewerbs bedeutet.

    Das ist alles legitim. Aber kritische Journalisten dürfen nicht einfach vorgegebene Worthülsen übernehmen. Sie müssen dahinterschauen, was damit bezweckt wird. Das ist zwingender Bestandteil des Berufsverständnisses und nicht einfach bloss ein frommer Wunsch.

    0

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