Dwight D. Eisenhower

Präsident Dwight D. Eisenhower am 17. Januar 1961 über die Gefahr des militärisch-industriellen Komplexes. Während des 2. Weltkriegs war er als General ein Supreme Commander für Europa. © cc

Krieg ist Big Business

Helmut Scheben /  Die Lobbyisten der Rüstungsindustrie reden selten vom Geschäft, aber häufig und gerne von Sicherheit, Moral und Verantwortung.

Der grösste Arbeitgeber der USA ist das Verteidigungsministerium. Laut eigenen Angaben beschäftigt der militärische Apparat derzeit 2,91 Millionen Menschen an 4800 Orten in 160 Ländern. Die Raumfahrt als eng mit militärischer Strategie verflochtene Sparte könnte man wohl dazu rechnen, ebenso zahlreiche PR-Denkfabriken und nicht zuletzt ein paar Millionen US-Veteranen und ihre Angehörigen, die mit mehr oder weniger beträchtlichen Leistungen auf der Payroll des Pentagons stehen. 

Die US-Army verbraucht weltweit Tag für Tag soviel Erdöl wie das ganze Land Schweden ebenfalls an einem Tag. Von Nahrung und Kleidung über Transport und Bauwesen bis zu den IT-Konzernen gibt es keine Branche, die nicht mit Milliarden-Aufträgen am Tropf des Militärs hängt. Für die Fabrikation des F-35 sind 1250 US-Firmen unter Vertrag. Die Beschaffungskanäle (supply chain) erstrecken sich auf 45 US-Bundesstaaten

Aufrüstung und Krieg waren schon immer Wirtschaftsmotoren der Industriestaaten, unterdessen sind sie Big Business geworden. Die Mythologie vom «Krieg gegen den Terror» funktioniert seit 9/11 als wirkungsvolle politische Anästhesie, welche die Öffentlichkeit an den permanenten Krieg als den Normalzustand gewöhnt hat. Die militärischen Angriffe der Nato-Alliierten auf «Schurkenstaaten» werden weitherum als unvermeidlich akzeptiert. 

Dabei fällt gerne unter den Tisch, dass die Kriege in Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien oder in der Sahelzone die Motoren einer Geldmaschine sind, die Jahr für Jahr enorm viel Cash in die Kassen der grössten US-Konzerne und ihrer Aktionäre leitet. 

Für die Neoliberalen in Washington war die Lehre von John Maynard Keynes immer ein rotes Tuch, wenn es darum ging, für Infrastruktur, Bildung oder Gesundheit Schulden aufzunehmen. Nur für Aufrüstung und Krieg hatten und haben sie nie Bedenken, einen Schuldenberg anzuhäufen

Das Geschäft folgt der Logik von Zerstörung und Wiederaufbau. Die Luftwaffe legt die Infrastruktur eines Landes wie Irak in Schutt und Asche. Dann beginnt mit dem «Wiederaufbau» der grosse Reibach westlicher Unternehmen. Vizepräsident Dick Cheney war einer der schärfsten Kriegstreiber und zuvor Vorstandsmitglied des Halliburton-Konzerns, welcher wiederum ohne öffentliche Ausschreibung den Auftrag erhielt, den kaputtgebombten Irak zu sanieren. Ein open-end Auftrag. 

«Ordnungsmacht», «Sicherheit» und andere wohltönende Vokabeln 

Ihre grossen Geschäftsinteressen vernebeln die Sicherheits-Experten und Lobbyisten der Rüstungsindustrie mit abstrakten Textbausteinen. Sie sagen nicht, mit Krieg und Aufrüstung werde gut Geld verdient. Stattdessen sagen sie zum Beispiel, Deutschland müsse «mehr für die Sicherheit Europas tun» und könne sich «seinen Schutzschirm nicht von den USA bezahlen lassen.» Oder sie sagen: Die USA sollten sich unter Präsident Biden endlich wieder «als Ordnungsmacht zurückmelden». Solche Sprachhülsen verbreiten grosse Medien meistens ohne sie zu hinterfragen. Und eine breite Öffentlichkeit schluckt sie . 

Kaum jemand stellt die Frage, welches Gremium der Völkergemeinschaft den Staat, der als einziger auf der Welt Atombomben auf Städte geworfen hat, als «Ordnungsmacht» gewählt hat. Ist mit der viel beschworenen Völkergemeinschaft die Nato gemeint? Soll ein Land mit 5550 Nuklearsprengköpfen automatisch die Weltordnungsmacht sein?

Den Anspruch, für Ordnung auf dem ganzen Planeten zu sorgen, begründet die Nato mit der Verteidigung von Freiheit, Rechtstaatlichkeit und Demokratie in den westlichen Industriestaaten. Diese Werte seien gefährdet, falls die USA nicht die weltbeherrschende Macht bleiben. Deshalb gelte es, die Vormachtsstellung mit allen Mitteln zu verteidigen, auch mit Waffengewalt in fernen Weltgegenden.

Ob diese Mittel geeignet und nötig sind, um die besagten Werte zu verteidigen, steht kaum zur Diskussion. Zweifel daran könnten das grosse Geschäft der Konzerne gefährden. Gravierende eigene Verletzungen von Menschenrechten in Abu Ghraib, auf Guantanamo oder die systematische Folter im Gefängnis der Air Base Bagram (Geheimbericht der US-Army) werden als Begleiterscheinungen der «sicherheitspolitischen Verantwortung» bagatellisiert.  

Den Interessen der Rüstungskonzerne dienen auch «Think Tanks» oder Institutionen mit wohltönenden Namen wie das «Center for Strategic and International Studies» (gegründet von den Rüstungskonzernen Northrop Grumman, Boeing und Lockheed Martin) oder das «Center for a New American Society» (finanziert von grossen Rüstungs-Auftragnehmern).

Der falsche Krieg in Hollywood

Im Film «Apocalypse Now» gibt es die schockierende Sequenz, in der Francis Ford Coppola den Krieg im Kino als ästhetischen Genuss vorführt. Zu einem Luftangriff auf ein vietnamesisches Dorf lässt Lieutenant Colonel Bill Kilgore (Robert Duvall) in ohrenbetäubender Lautstärke Wagners «Ritt der Walküren» spielen. Da dröhnen die Fanfaren von Wagners Opern-Auftakt aus allen Helikoptern, während ein vietnamesisches Dorf mit Napalm eingedeckt wird. Luftwaffe und Artillerie vollziehen unter brausender Opernmusik das «Clearing» eines Küstenabschnitts, damit Kilgore dort mit seinen Jungs am Strand surfen kann.  «Fuck man, this is better than Disneyland», sagt einer.  

Die Walküren-Sequenz hat ein Vorbild. Bereits die Deutsche Wochenschau hatte im Zweiten Weltkrieg Kriegsbilder mit Wagners Walkürenritt unterlegt, zum Beispiel die Luftlandung deutscher Truppen in Kreta am 30. Mai 1941. 

Coppola arbeitet mit dem filmischen Mittel der Persiflage. Durch die obszöne Inszenierung des Krieges als Musikvideo deckt er gnadenlos eine bittere Wahrheit auf. Er verweist auf die perverse Seite einer Filmindustrie, die am Fliessband kassenfüllende Kriegsmovies produziert und dabei die traditionellen Klischees als Alibi einbaut: nämlich den abgenutzten Plot vom Kampf der Tapferen, welche Frauen, Kinder und Vaterland vor den Bösen schützen müssen: «Ich will nicht, dass sie bis nach Los Angeles kommen», lässt Clint Eastwood im Irak-Film «American Sniper» einen Protagonisten sagen. 

Coppola deutete mit seiner bitterbösen Satire an, dass unsere Wahrnehmung vom Krieg weitgehend aus Bildern besteht, die eine falsche Realität vorgaukeln, weil die Hersteller dieser Bilder nie frei von Ideologie, Klischees und politischen Interessen sind. Und weil der wirkliche Krieg meist mehr auf Machtpolitik und Profit beruht als auf moralischer Legitimation. Als «Apocalypse Now» 1979 in Cannes gezeigt wurde, sagte Coppola auf einer Pressekonferenz, in der Materialschlacht Vietnam sei zu viel Geld im Spiel gewesen und die US-Amerikaner seien nach und nach verrückt geworden: 

«It was crazy. There were too many of us, we had access to too much money, too much equipment and little by little, we went insane.»[1]

Moderne Lenkwaffensysteme: die Goldgrube der IT-Konzerne

Donald Trump ist bekanntlich kein Freund von Amazon, denn Amazon-Gründer Jeff Bezos gehört die Washington Post, die Trump regelmässig an den Karren fährt. «Screw Amazon», soll Trump seinem Verteidigungsminister James Mattis gesagt haben. So berichtete jedenfalls der ehemalige Redenschreiber von Mattis, Guy Snodgrass, in seinem Buch «Holding the Line». Es ging um den Aufbau einer Datenbank des Pentagons. Der zehn Milliarden-Dollar-Auftrag wurde 2019 nicht an Amazon, sondern an Microsoft vergeben. 

Mit der Begründung, das Geschäft sei auf unzulässigen Druck von Präsident Trump zustande genommen, reichte Amazon im Februar 2020 dagegen Klage ein. Nun hat das Pentagon, um einen längeren Rechtsstreit zu vermeiden, den Auftrag zurückgezogen und plant eine neue Ausschreibung. Dabei sollen auch andere Computer-Konzerne wie Oracle, IBM und Google berücksichtigt werden. Das Projekt heisst jetzt «Joint Warfighter Cloud Capability».[2] Je mehr Konzerne daran beteiligt sind, desto grösser wird die Lobby für Feindbilder, Rüstung und Krieg.

Früher dachte man bei dem Wort «Rüstungsindustrie» an Ruag-Patronen, Oerlikon-Kanonen, Kampfstiefel oder Militärbiscuits. Spätestens seit Ronald Reagans «Strategic Defense Initiative», mit der man angreifende sowjetische Atomraketen mit Laserwaffen im Weltraum zerstören wollte, musste auch dem letzten Rekruten klar geworden sein, dass Krieg etwas mit Computern und künstlicher Intelligenz zu tun hat. Das Star-Wars-Projekt der achtziger Jahre war eine Wahnvorstellung, die ergebnislos Milliarden Dollar verschlang, aber nach wie vor virulent ist. Denn die zugrunde liegende Logik ist immer noch Lehrmeinung im Pentagon, welche lautet: Wir müssen uns auf den Atomkrieg vorbereiten. Dafür wurde unter der Regierung Obama eine Billion Dollar (1 trillion $) für die Weiterentwicklung der US-Atomwaffen in den kommenden Jahrzehnten budgetiert. Das wird als «nuclear updating» deklariert.

Moderne Waffensysteme sind ein gigantischer Markt für die IT-Branche. Ein F-35 ist ein fliegender Computer, der den Namen Tarnkappen-Jet vielleicht deshalb zu Recht trägt, weil er unter seiner Tarnkappe verbirgt, wieviel Geld er dem Hersteller Lockhheed Martin in die Kasse spült. Im US-Kongress ist das seit langem ein Thema. Der Demokrat Adam Smith, Vorsitzender des mächtigen Armed Services Committee, nannte die F-35-Produktion im März ein «Versagen in einem verdammt riesigen Ausmass» und «ein Rattenloch, in das wir Geld werfen.»[3]

Die für die Rüstungsindustrie relevanten Konzerne sind wohlweislich über fast alle US-Bundesstaaten verteilt, folglich gibt es kaum einen US-Parlamentarier, der es wagen würde, gegen die regelmässige Erhöhung des Verteidigungsetats zu opponieren. Es geht um Arbeitsplätze «daheim». Als Donald Trump im Juni 2017 dem Emirat Katar für 12 Milliarden Dollar Kampfjets verkaufte, twitterte der Botschafter von Katar in Washington, der Deal bedeute: «60’000 new jobs in 42 states across the United States». [Ähnlich läuft es mit den «Gegengeschäften» in der Schweiz: Alle Landesteile und grossen Kantone sind zu berücksichtigen.] 

Die Macht der Generäle

Norman Cousins war einer der prominentesten Wissenschaftsjournalisten und Friedensaktivisten in den USA der Ronald-Reagan-Jahre. In seinem 1987 erschienen Buch «The pathology of power» beschreibt er mit hohem Level an militärtechnischen Kenntnissen die enorme Macht, welche die Rüstungsindustrie, das Militär und die Geheimdienste in der US-Politik ausüben. Cousins hatte politischen Einfluss bei inoffiziellen Kontakten zwischen Moskau und Washington. Er rapportiert ein Gespräch von 1963 mit dem sowjetischen Regierungschef Nikita Chruschtschow, in dem dieser sich illusionslos über den Mechanismus des Wettrüstens zeigt: 

«Es vergeht keine Woche, ohne dass meine Generäle mit allerlei Horrorgeschichten zu mir kommen, mit allen Sorten von Geheimdokumenten, die zeigen, dass die Sowjetunion in der Entwicklung dieser oder jener Waffe weit hinter den USA zurückliegt. Sie sagen, sie könnten nicht für die Sicherheit unseres Landes garantieren, wenn sie nicht mehr Rubel bekommen, Milliarden von Rubel. Ich weiss, dass in Ihrem Land das Gleiche geschieht. Die Generäle brauchen einander. So können sie ihre Position stärken und sich wichtig machen.»

Als er Präsident Kennedy von diesem Gespräch berichtete, so Cousins, habe dieser lachend gesagt: «Chruschtschow kennt das System perfekt. Ich kann von meiner Seite aus die gleiche Geschichte erzählen (…) Aber wenn ich meine Generäle frage, ob sie die Waffenüberlegenheit, die sie suchen, wirklich erreichen und nicht demnächst wieder Geld wollen, rutschen sie auf ihrem Sitz hin und her und fangen an zu stottern. Sie können natürlich nichts garantieren, ausser dass sie demnächst wieder mit Geldforderungen kommen werden – und das Ergebnis ist im allgemeinen weniger Sicherheit … Ich hoffe, Sie haben Chruschtschow gesagt, dass es niemand bei den Demokraten und Republikanern gibt, der mehr wünscht als ich, ernsthaft mit der Sowjetunion zu verhandeln, um dieser Rüstungsspirale, in wir gefangen sind, ein Ende zu machen.» John F. Kennedy wurde am 22.November 1963 in Dallas erschossen.»[4]

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion träumten nicht nur Pazifisten von einer neuen Ära der Friedfertigkeit. Es war eine grosse Illusion. Inzwischen ist das Rüstungsgeschäft ins Gigantische gewachsen. 740 Milliarden Dollar beträgt derzeit das US-Verteidigungsbudget. Das sind 740 Milliarden, die verwendet werden, um das Ungeheuer King Kong zu füttern, vor dem Präsident Eisenhower 1961 in seiner berühmten Farwell-Rede warnte. Der «militärisch-industrielle Komplex» könne so mächtig werden, dass er die Politik an sich reisse und die Demokratie zerstöre, sagte Eisenhower. 

Der Spitzendiplomat George F. Kennan, der die Politik der USA im Kalten Krieg mitprägte, schrieb im Vorwort zu Cousins Buch im Jahr 1987, wenn die Sowjetunion plötzlich im Ozean versinken würde, müsste der militärisch-industrielle Komplex der USA weitermachen, bis ein neuer Feind erfunden würde: «Alles andere wäre ein unerträglicher Schock für die Wirtschaft der USA.»[5]

Kennans Prognose hat sich bewahrheitet. 

Militärisch-industrielle Komplexe auch in Russland, China und anderen Ländern

Bereits Anfang der Sechzigerjahr sah sich auch Chruschtschow dem Druck der Rüstungsindustrie der UdSSR ausgesetzt, wie oben geschildert. Heute ist der politische und wirtschaftliche Einfluss der vielen Konzerne und Staatsbetriebe, die mit Rüstungsaufträgen grosses Geld verdienen, in den meisten Ländern noch erheblich grösser als zu Zeiten von Eisenhower oder Chruschtschow, wohl mit Abstand am grössten in den USA. Doch auch in westeuropäischen Ländern ist der Einfluss der Rüstungsbranche und ihrer Zulieferer gross. Ihr Interesse am Verbreiten von Feindbildern und an höheren Rüstungsausgaben ist evident. Forderungen nach Abrüstungsverhandlungen und Abrüstung finden nur noch wenig Aufmerksamkeit.

Präsident Dwight D. Eisenhowers Ansprache vom 17. Januar 1961:


FUSSNOTEN

[1] Elisabeth Bronfen. Specters of War. Hollywoods Engagement with Military Conflict. S.102
[2] NZZ 8.7.21
[3] NZZ 8.6.21
[4] Norman Cousins, The Pathology of Power. S.183,184
[5] Norman Cousins, The Pathology of Power. S. 11


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
_____________________
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9 Meinungen

  • am 18.07.2021 um 11:19 Uhr
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    OHNE VOLK KEIN KÖNIG
    Dass dies nicht geschieht verhindern, bisher erfolgreich, all unsere Medien. Möglichkeiten für konstruktive Veränderungen, Demokratisierungen sind längst bekannt, doch wird von unseren Medien, und nicht nur von ihnen, verhindert, dass die Möglichkeit des zivilen Ungehorsams, des gewaltfreien Widerstand in all ihren vielfältigen Formen und Methoden allgemein bekannt werden, Verbreitung finden.

    Unter vielen vor ihnen sind es auch Arno Gruen und Rainer Mausfeld, welche darauf aufmerksam machten, dass es immer Perspektiven gibt, konstruktive Veränderungen keine Utopie, sondern möglich sind:
    Arno Gruen durch vielfältigste Formen und Möglichkeiten des Ungehorsams, Verweigerungen und Verhinderung von Vereinnahmung.
    Rainer Mausfeld macht unter anderem darauf aufmerksam, wie verhindert werden könnte, dass emanzipatorische Bewegungen in dem Moment in dem sie entstehen, weil sie ja die Macht gefährden, nicht sofort wieder zersetzt werden. Dass emanzipatorische Bewegungen von ‘unten’ kommen müssen. Und «Solange du deinen Feind nicht kennst höre auf von einer besseren Welt zu träumen»

    Sattsam bekannt sind jene «Gutmeinenden», welche andere belehren man könne als Volk gegen die Mächtigen nichts unternehmen und damit mit ihrer emanzipatorische Bewegungen behindernden Demotivation, Resignation, Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit bewusst, unbewusst und autoritätshörig den Interessen der Bestimmenden und Mächtigen zudienen (Auch bei Infosperber).

    2
  • am 18.07.2021 um 11:44 Uhr
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    ausgezeichneter Artikel, der deutlich macht, in welcher tödlichen Spirale wir uns seit Längerem befinden. Das Problem ist wie immer, dass das Gros der Bevölkerung diese Entwicklung aus Unkenntnis oder – weil zu bedrohlich – nicht zur Kenntnis nimmt / nehmen will. Solche aufklärenden Text sind deshalb bitter nötig. Ein grosses Dankeschön!

    1
  • am 18.07.2021 um 11:56 Uhr
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    Die Artikel auf Infosperber werden immer länger, damit aber nicht besser!
    KISS ist angesagt, bitte nicht zu lange werden, andernfalls nimmt das Interesse der Leserschaft ab, insbesondere wenn zweihundert Jahre alte Tatsachen aufgewärmt werden. Was will uns der Autor mitteilen, was macht die Schweiz richtig oder falsch?

    13
  • am 18.07.2021 um 13:16 Uhr
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    Danke, Helmut Scheben, dieser Bericht war längst überfällig. Die Frage ist, was der Einzelne dagegen machen kann. Die Antwort: Alleine garnichts. Nur zusammen. Das bedeutet, den politischen Druck aufzubauen, um die UNO zu reformiren, zuallererst den Scherheitstrat. Der Weg zu diesem Ziel ist mithilfe von den Friedensforschungsinstituten zu zeichnen, danach über das Pateiensystem national, europäisch und dann global zu bewirken, indem nur solche Politiker gewählt werden, die dem Ziel zustimmen, korruptionsresistent sind und kräftig mitwirken. Dagegen wäre auch das militär-industrielle Komplex machtlos. Das ist ein langer Weg, der hier nicht näher zu beschreiben ist, aber jeder und jede von uns muss ihn mitgehen, denn sonst führen die Resultate des Klimawandels und die unersättliche Gier von Machtmenschen zu einem dritten Weltkrieg. Diese Kombination könnte das Ende der Zivilisation bedeuten.

    0
  • am 18.07.2021 um 15:19 Uhr
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    Vielen Dank, Herr Scheben, für diesen detailreichen Artikel.
    Sie listen zu Beginn den militärisch-industriellen Komplex auf. Ich würde noch ergänzen: Forschung, Wissenschaft, Biowaffen-Industrie.
    Sie weisen auf etwas hin, das dringend verstanden werden muss:
    Es geht nicht um Arbeitsplätze, nicht um „diese, unsere Werte“: Freiheit, Rechtstaatlichkeit und Demokratie, die zu erhalten und zu fördern Aufgabe der Politik innerhalb(!) ihres originären Wirkungskreises ist – es geht um schnödes Geld für die Privatwirtschaft/ -personen mit den Mitteln von Zerstörung und Wiederaufbau. Denn Geld bedeutet Macht. „Ob die Mittel geeignet und nötig sind, um die besagten Werte zu verteidigen, steht kaum zur Diskussion.“
    Sie sagen: „Kaum jemand stellt die Frage, welches Gremium der Völkergemeinschaft den Staat, der als einziger … Atombomben … geworfen hat, als «Ordnungsmacht» gewählt hat.“ Das gleiche gilt für die WHO, die sich anmaßt, die Gesundheitspolitik der Welt zu bestimmen.
    Jetzt ist der Punkt gekommen, sich zu vergegenwärtigen:
    Wir brauchen dringend ein NEUES ZEITALTER DER AUFKLÄRUNG darüber, wer die wirklichen Weltenlenker sind, und dass sie die Stellschrauben besitzen.
    Sie haben dazu einen hervorragenden Beitrag geleistet.
    PS: Auch dies muss man sich vergegenwärtigen: Das Geld, und damit die Machtkonzentration, „liefert“ hauptsächlich der, dessen Arbeitsplatz -als Mittel zum Zweck- erhalten werden muss(!), damit es bei ihm in Form von Steuern abgegriffen werden kann.

    1
  • am 18.07.2021 um 18:08 Uhr
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    Die menschliche Natur ist seit Adams Fall immer die gleiche geblieben. Sie hat im Laufe der Zeit lediglich ihre äussere Erscheinung und ihr Arsenal von psychologischen und technischen Werkzeugen perfektioniert. Da auf allen Ebenen dieselbe Natur wirkt, müssen wir inzwischen von einem militärisch-pharmazeutisch-industriellen-politisch-religiös-medialen Komplex, oder kurz von «Babylon der Grossen» aus der Johannes-Offenbarung reden. Auch weltliche Grössen wie ein Friedrich A. Hayek oder ein Gustave Le Bon sind zu dieser Einsicht gelangt.

    2
  • am 18.07.2021 um 18:46 Uhr
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    Eigentlich können es alle wissen, die es wissen wollen: Krieg ist ein Geschäft. Und dies vor allem für schwer Reiche. Auch in der kleinen Schweiz – siehe beispielsweise Kampfjets – ist das nur mit einer Bevölkerung möglich, die gemäss ihrem Verhalten mehrheitlich als obrigkeitshörig, oder als unkritisch, oder als nichts wissen wollend, oder als bequem, oder einfach nur als dumm gesehen werden muss!

    0
  • am 18.07.2021 um 20:16 Uhr
    Permalink

    Scheben schreibt: Unter der Regierung Obama wurde eine Billion Dollar (1 Trillion $) für die Weiterentwicklung der US-Atomwaffen in den kommenden Jahrzehnten budgetiert. Ein Atomkrieg ist nicht führbar, ein atomarer Schlagabtausch der Grossmächte würde das Ende der Menschheit bedeuten. Verschiedene Male in den letzten 70 Jahren konnte ein Atomkrieg verhindert werden, 1962 bei der Kuba Krise. Durch einen technischen Defekt, durch ein Missverständnis, durch Verrückte am Drücker kann es auch heute jederzeit zu einem Atomkrieg kommen. Am Irrsinn der Aufrüstung und auch an der atomarer Aufrüstung macht auch die Schweiz mit:
    Die Schweizerische Nationalbank, Banken, Versicherungen und Pensionskassen unseres Landes investieren Milliarden in Rüstungskonzerne und finanzieren Waffengeschäfte. – Für wie viele Milliarden ist nicht bekannt. – Bekannt hingegen ist, dank Recherchen von ICAN, der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen, dass im Jahr 2019 schweizerische Geldhäuser für 8,983 Milliarden US-Dollar in Konzerne investierten die Atomwaffen herstellen.
    (Dont Bank On The Bomb)
    ICAN schreibt: «Dass Schweizer Banken Geld in die Weiterentwicklung von Massen-vernichtungswaffen investieren, ist umso erstaunlicher als dies in der Schweiz verboten ist. Seit der Revision des Kriegsmaterialgesetzes (KMG) vom 1. Januar 2013 gibt es ein gesetzliches Finanzierungsverbot von verbotenen Waffen. Darunter fallen auch Atomwaffen, welche in Art. 7 Abs. 1 lit. a KMG aufgeführt sind».

    0
  • am 19.07.2021 um 10:02 Uhr
    Permalink

    Ich schliesse mich voll der pointiert formulierten Meinung von Ueli Keller an und danke dem Autor dieses ausgezeichneten Beitrags, Helmut Scheben. Aber wie könnten solche Erkenntnisse nicht nur einer kritischen Gruppe selbstdenkender Menschen mitgeteilt werden? Oder ist es wirklich hoffnungslos? Will die Mehrheit die Wahrheit einfach nicht zur Kenntnis nehmen, obwohl diese seit Jahrzehnten (im Grunde Jahrhunderten) gültig und im Grunde genommen auch bekannt ist, aber von den entscheidenden Politikern und Medien – die selber offensichtlich leider auch blind und dumm sind – totgeschwiegen oder umgebogen wird? Oder ist Dummheit und Naivität einfach unausrottbar, gehört einfach zur Menschheit, wie Richard Mosimann schreibt? Sicher können wir den «Infosperbern» dankbar sein, dass sie eine solche Plattform eingerichtet haben, aber wir dürfen doch einfach nicht die Hoffnung auf eine radikale «Erlösung» der Mehrheit der ganzen Menschheit von diesen Wahnsinnsideen vom immer nötigen Krieg aufgeben! Vielleicht verhilft die drohende Klimakatastrophe der Einsicht weltweit doch noch zum Durchbruch, bevor es zu spät ist.

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