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Spekulanten investieren in Start-Up-Unternehmen. Es locken Milliarden. © Handelsblatt

Hohe Medikamentenpreise für die Forschung? Oft Fehlanzeige.

Urs P. Gasche /  Milliarden fliessen nicht in Forschung und Entwicklung, sondern in die Taschen von Risiko-Investoren. Ein Beispiel.

Was man wissen muss:

  1. Das Geld für Forschung und Entwicklung stammt zum kleineren Teil von den grossen Pharmakonzernen, jedoch in erster Linie von Risiko-Investoren und Hedge-Funds. Diese finanzieren kleine Start-Up-Unternehmen, die am Entwickeln neuer Medikamente sind. Sobald sich ein Erfolg abzeichnet, wetteifern Pharmakonzerne darum, wer den Aktionären des Start-Up-Unternehmens den höchsten Preis bieten kann. Die Pharmakonzerne profitieren dann von ihrem Know-how für die grosse Produktion, die Verteilung und den weltweiten Verkauf. 
  2. Beim Bieten um den höchsten Kaufpreis müssen die Pharmakonzerne zum Voraus abschätzen, welchen Verkaufspreis sie in den USA und in Europa für das neue Medikament durchsetzen können.
  3. Die grossen Pharmakonzerne geben für die eigene Forschung und Entwicklung neuer Medikamente oder für den Kauf von entsprechenden Start-Up-Firmen nur halb so viel Geld aus wie für Marketing, Werbung und Lobbying insgesamt. Studien, welche verschiedene Medikamente und Therapien miteinander vergleichen, fehlen meistens. Deshalb können Ärztinnen und Ärzte zuweilen nicht wissen, welche Therapie für ihre Patientinnen und Patienten die zweckmässigste ist. Allzu oft kommt einfach dasjenige Medikament zum Einsatz, für das am erfolgreichsten geworben wird.

Das Beispiel: 8,3 Milliarden Dollar für ein einziges Medikament gingen in die Taschen der Aktionäre der aufgekauften Firma

Im Sommer 2014 kaufte Roche das kleine kalifornische Pharma-Unternehmen Intermune, das einen Umsatz von 130 Millionen Dollar erzielte und rote Zahlen schrieb. Roche zahlte den Intermune-Aktionären 8,3 Milliarden Dollar. Das entsprach dem 64-Fachen des Umsatzes (!) der kleinen Firma. «Das sind schlechte Aussichten für die Prämienzahlenden», schrieb Infosperber am 26. August 2014.

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Einige der Investoren, die Aktien von Intermune kauften – in der Erwartung eines lukrativen Geschäfts.

Diese und viele andere Investoren beteiligen sich finanziell an zahlreichen Start-Up-Unternehmen, deren Forschung und Entwicklung vielversprechend sind. Die Wette besteht darin, dass einzelne dieser Start-Ups ein marktfähiges Medikament entwickeln, mit dem sich Milliarden verdienen lassen.

Die Firma Intermune entwickelte als einziges Medikament Esbriet mit dem Wirkstoff Pirfenidon gegen idiopathische Lungenfibrose. Das Medikament kann diese schwere Lungenkrankheit nicht heilen, aber das Leben verlängern. In der EU war Esbriet seit 2011 und in Kanada seit 2012 zugelassen. Als Roche Interesse zeigte, stand es auch in den USA vor der Zulassung. Die bezahlten 8,3 Milliarden Dollar übertrafen die Forschungs- und Entwicklungskosten um mehr als das Zwanzigfache.

Die Rechnung von Roche

Roche musste als Käuferin ausrechnen, welches Angebot sie den Aktionären von Intermune machen konnte. Der Konzern wusste, dass es in den USA und in Europa zusammen rund 200’000 Patientinnen und Patienten gibt, für welche die Behandlung mit Esbriet in Frage kam. Die Roche-Verantwortlichen konnten davon ausgehen, dass sie bei den nationalen Behörden einen Behandlungspreis von über 30’000 Dollar pro Jahr und Patient durchsetzen können. Überschlagsrechnung: 30’000 mal 200’000 Patienten ergibt im besten Fall Jahreseinnahmen von 6 Milliarden Dollar – nämlich falls sich eines Tages sämtliche in Frage kommenden Patienten mit dem patentierten Medikament behandeln lassen. In kurzer Zeit wäre der Kaufpreis abgeschrieben und es würden vielleicht viele Jahre mit Gewinnen in Milliardenhöhe locken.

Warum war Roche so sicher, einen Behandlungspreis von über 30’000 Dollar pro Jahr durchsetzen zu können?

Bei Preisverhandlungen mit den Behörden sitzen die Pharmakonzerne am längeren Hebel. Als Erstes genügt eine Studie, dass ein Medikament wie Esbriet das Leben der schwer kranken Patienten verlängern kann. Der Hersteller spricht von einem medizinischen «Durchbruch», verlangt einen sehr hohen Preis und in der Schweiz zusätzlich einen «Innovationszuschlag».
Doch um darzulegen, dass das neue Medikament bei einem Teil der Patienten das Leben tatsächlich verlängert, muss der Hersteller sein neues Medikament nicht etwa mit der besten bisherigen Behandlung vergleichen. Es genügt eine Studie, welche die Behandlung mit einem Placebo, also mit Patienten ohne Behandlung, vergleicht. Der Hersteller muss nicht einmal zwingend beweisen, dass die Patienten bei zufriedenstellender Lebensqualität länger leben. Manchmal wird die Verlängerung des Lebens mit einer noch schlechteren Lebensqualität erkauft und ein Medikament verlängert lediglich die Leidenszeit.

Falls das Medikament in europäischen Ländern oder in den USA bereits zu einem hohen Preis im Verkauf ist, befinden sich die Behörden bei den Preisverhandlungen in einer besonders schlechten Lage. In der Schweiz kommt ein «Auslandpreisvergleich» zum Zug, welchen das Parlament unter Einfluss der Pharmalobby beschlossen hat.
In Deutschland dagegen befindet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), in dem Ärzte, Spitäler und Kassen vertreten sind, aufgrund einer Zweckmässigkeits-Bewertung ein Jahr nach Markteinführung über den definitiven Preis.

Falls die Behörden den Preisforderungen des Herstellers nicht annähernd entgegenkommen, bleibt den Pharmakonzernen die Möglichkeit, mit einer Medienkampagne die Öffentlichkeit gegen die Behörden aufzuwiegeln. Vereinigungen von Patienten mit bestimmten Krankheitsbildern, die von Pharmafirmen finanziell unterstützt werden, vermitteln «Opfer», über welche grosse Medien einfühlsame Portraits veröffentlichen. Diese Patienten würden von den Behörden sträflich im Stich gelassen, weil diese nicht bereit seien, einen vernünftigen Preis für die Behandlung zu bewilligen.

Über 30’000 Franken und Euro pro Jahr

Im konkreten Fall des Medikaments Esbriet kassiert der Roche-Konzern für die Jahresbehandlung einer Patientin oder eines Patienten noch heute 31’776 Franken, in Deutschland noch etwa zehn Prozent mehr. Diese hohen Preise konnte Roche durchsetzen, obwohl das deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen IQWiG bereits im Jahr 2011 – also vor dem Kauf von Roche – zum Schluss kam, dass Esbriet im Vergleich zur zweckmässigsten Alternativbehandlung «einen geringen Zusatznutzen bei mehr Nebenwirkungen» habe. Dieser Zusatznutzen sei bei der Hälfte der Patienten «nicht quantifizierbar», befand der G-BA noch im Jahr 2020. Im Klartext: Die Hälfte der Behandelten hat keinen Nutzen. Dieser Hälfte bleiben nur allfällige Nebenwirkungen.

Nur eine Milliarde Umsatz pro Jahr

Der «Durchbruch», den Esbriet bei der Behandlung der idiopathischen Lungenfibrose angeblich bringen sollte, war offensichtlich nicht gross genug, um den hohen Preis zu rechtfertigen. Das zeigt sich auch daran, dass die Ärztinnen und Ärzte in den USA und in Europa höchstens 40’000 der 200’000 möglichen Patienten mit Esbriet behandeln. Anstatt einen jährlichen Umsatz von 6 Milliarden Dollar zu erzielen, muss sich Roche deshalb mit einem selbst deklarierten weltweiten Umsatz von 1,1 Milliarden Franken begnügen (2020). Die jährlichen Herstellungs-, Verkaufs- und Vertriebskosten für Esbriet gibt das Portal «EndpointsNews» mit etwa 100’000 Dollar an. Es würde also ein jährlicher Gewinn von einer Milliarde Franken bleiben.

Roche reagiert auf das Auslaufen von Patenten

Offensichtlich müssen Krankenkassen und Prämienzahlende für Esbriet viel zu viel zahlen, weil Roche für das Start-Up-Unternehmen Intermune einen zu hohen Preis bezahlte. Im laufenden Jahr 2021 sollen einige Patente für Esbriet in einigen Ländern auslaufen, meldet Reuters. In Europa läuft das Patent allerdings bis zum 16.9.2030, wie aus Angaben des Instituts für Geistiges Eigentum zu entnehmen ist.*
Um das Geschäft mit Esbriet in anderen Regionen zu retten, verfolgt Roche eine doppelte Strategie:

  1. Roche versucht, den Anwendungsbereich von Esbriet auszuweiten. Künftig sollen auch Patienten mit nicht klassifizierbaren «Interstitiellen Lungenkrankheiten» in Frage kommen. Roche unterbreitete der US-Zulassungsbehörde FDA eine Studie, wonach Esbriet – im Vergleich zu Placebo – die Lungenfunktionen dieser Patienten stabilisiert.
  2. Roche prozessiert bereits gegen Generika-Hersteller wegen Patentverletzungen, weil diese daran sind, ein günstiges Nachahmerpräparat zu Esbriet auf den Markt zu bringen. Unter den Angeklagten befänden sich die Generika-Herstellerinnen Sandoz (Novartis) und Teva, berichtet PMLive.

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Stellungnahme von Roche

Infosperber unterbreitete Roche folgende Fragen:

  1. War Roche damals wegen Konkurrenz-Angeboten gezwungen, für den erfolgreichen Kauf von Intermune 8,3 Milliarden Dollar auszugeben?
  2. Hätte Roche Esbriet zum halben Preis anbieten können, falls der Kaufpreis nur 4 Milliarden Dollar betragen hätte?
  3. Wie sicher konnte Roche vor dem Kauf von Intermune sein, mit Esbriet einen Preis von über 30’000 Dollar pro Patient/Jahr zu erzielen?
  4. Ist es korrekt, dass ein grosser Teil der bisherigen Verkaufs-Einnahmen von Esbriet dazu verwendet werden musste, um den Kauf von Intermune zu amortisieren? 
  5. Wann läuft das Patent auf Esbriet aus?
  6. Existiert die Firma Intermune immer noch als Tochterfgesellschaft der Roche? Falls ja, welche Medikamente ausser Esbriet stellt sie heute her?

Die Medienstelle von Roche antwortete auf diese sechs Fragen pauschal wie folgt:

«Der Preis eines Medikamentes reflektiert in erster Linie den Nutzen des Präparates. Dabei handelt es sich meistens um Preise, die, wie beispielsweise in der Schweiz, von den Behörden aufgrund bestimmter Kriterien festgelegt werden (Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit bei der Beurteilung durch das BAG in der Schweiz). Die Akquisition von Intermune haben wir damals aufgrund des vielversprechenden klinischen Profils von Esbriet getätigt. Das Unternehmen wurde in die Roche integriert. Zur Patentlaufzeit äussern wir uns grundsätzlich nicht.»

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*Die Präzisierung der Patentdauer in Europa wurde am 28. Mai ergänzt.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

Pillen

Die Politik der Pharmakonzerne

Sie gehören zu den mächtigsten Konzernen der Welt und haben einen grossen Einfluss auf die Gesundheitspolitik.

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6 Meinungen

  • am 28.05.2021 um 12:02 Uhr
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    ich empfehle allen Menschen, besonders aber der Redaktion von Infosperber sich sehr ausgiebig über Chlordioxid zu informieren. Chlordioxid wird seit vielen Jahrzehnten in der Lebensmittel-Desinfektion eingesetzt. Damit werden Hühnerbeine, Coca-Cola, Trinkwasser und sogar Transfusions-Blut desinfiziert. Als ich vor Kurzem mit einem Chemiker davon sprach, sage er: „Verzell mer nüüt vo Chlordioxid, das putz alles!!“ Ja, es ist ein ganz hervorragendes Mittel gegen Krankheitserreger! Es tötet Bakterien, Viren, Pilze und einzellige Parasiten. Das ist der „Wissenschaft“ bestens bekannt. Die Industrie, welche die Lebensmittel vor dem Verpacken damit desinfiziert, muss es interessanterweise nicht deklarieren, weil es innert 4 Stunden zu Wasser, Sauerstoff, und Kochsalz zerfällt. Es ist ungefährlich, wenn man mit ganz kleinen Dosen anfängt. Ich nehme es seit 12 Jahren. Dass die Pharma dagegen kämpft ist klar. Aber es kommt in der Gesundheitsbranche eine Revolution von unten auf uns zu. Mit Chlordioxid !!! Damit diese Machenschaften reduziert werden. Dieses «Geld regiert die Welt» muss in der Gesundheitsbranche ganz massiv unter die Lupe genommen werden. Und von der Politik scheint nichts zu erwarten zu sein.

    1
  • am 28.05.2021 um 21:23 Uhr
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    Seit der Einführung von Lucentis gilt für die Pharma nicht mehr der Gestehungspreis als Referenzgrösse für die Preisbestimmung sondern die Höhe der Kosten, welche eine alternative Therapie verursachen würde. Dieses «Opportunity-Cost» Denken wurde damals auch von einem prominenten Zürcher Gesundheitspolitiker unterstützt und gilt seither im BAG als das ungeschriebene Gesetz der SL-Preisbestimmung.

    Begriffe wie Referenzzpräparate, Innovationsprämien, Zusatznutzen für Patienten … sind aus dem Vokabular der betroffenen Entscheidträger verschwunden,

    Das System wird ausgereizt, so weit der staatlich garantierte Monopolzugang zu den Kassengeldern dies ermöglicht. Das Motto der politisch verantwortlichen bleibt > was gut ist für die Anbieter ist gut für die Schweiz. Dass Konsumenten das anders sehen können interessiert hier kaum.

    Das Prinip «besser oder billiger», welches während Jahren das Denken der Arzneimittelkommission dominierte und welches auch die Preisüberwachung in diesem Gremium durchzusetzen versuchte, ist nur noch ein nostalgisches Souvenir längst vergangener Zeiten.

    0
  • am 29.05.2021 um 14:33 Uhr
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    Lucentis ist der best-dokumentierte CH-Big Pharma Betrug der letzten 10 Jahre.
    1) Forschungaufwand = 0 Avastin war schon auf dem Markt
    2) Testkosten minus einige Millionen. Wurde am kt-Spital St.Gallen von freiwilligen getestet und voll bezahlt. Dies unabhängig von Roche( Genetech.)
    3) Vertuschung: Rechte werden an Novartis verkauft um die Herkunft zu verschleiern.
    4) Patentbetrug. Novartis tauscht eine kleine unwichtige Nebenkette an einem riesigen Molekül aus und deklariert das Molekül als neu, was es natürlich funktionell nicht ist. Patent wird erteilt für einen neuen Wirkstoff der kein neuer Wirkstoff ist da funktionell homolog = identisch.
    5) Fake Studie. Sie zeigt, wenig überraschend 100% identische Wirkung von Lucentis und Avastin.
    6) Betrügerische Schweizer Gesetzgebung erlaubt nur Pharmafirmen neue Wirkungen alter Medikament zu beantragen.
    7) Abrechnungsbetrug: Jeder Arzt darf weiterhin Avastin – «off label» – verwenden doch die KK muss es nicht vergüten. (Betrügerische Schweizer Gesetzgebung )
    8) KK werden in CH gezwungen einen 20x teureren Wirkstoff, der keinen Fortschritt bringt – gegenüber altem Wirkstoff – zu bezahlen. Italien/Frankreich habe sich geweigert.

    Resultat: Bisher > 10 Milliarden Reingewinn mit 0.- Sfr. Forschungsaufwand

    Schlussfolgerung: CH-Big Pharma Management ist längst mit der Drogen-Mafia gleich zusetzten!

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  • am 30.05.2021 um 10:45 Uhr
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    Die «Antwort» von Roche auf diese ganz konkreten Fragen ist hervorragend. Sie kann als Paradebeispiel für jeden Kommunikationskurs verwendet werden: Wie versucht man, mit einem Wischiwaschi-Text, zumindest bei der breiten unkritischen Leserschaft, potenziellen Rufschaden abzuwehren.
    Die Patentinformation ist öffentlich zugänglich und beträgt maximal 20 Jahre. Und über diese Tatsache weiss gerade diese Kommunikationsabteilung offensichtlich nichts.

    0
  • am 31.05.2021 um 22:54 Uhr
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    Guten Abend aus Braunschweig,
    Die Sache mit dem Desinfizieren ist nicht ganz richtig dargestellt. Einzig und allein durch Sauerstoff erfolgt das Desiizieren. Chloroxid wird verrwendet, und durch eine Reaktion mit dem Wasser, die extrem langsam verläuft, wird der für die Desinfektion erforderliche Sauerstoff freigesetzt. Gleichzeitig entstehen Moleküle einer der Chlorsäuren. Der Vorteil dieser Methode ist zu. B. bei der Trinkwasserversorgung, dass bis zum Wasserhahn im Haushalt langfristig der Sterilisierungsvorgang anhält. Das Chloroxid ist als nur Mittel zum Zweck.

    Das wurde mir in meinen Berufsausbildungen begebracht ( Chemiefacharbeiter; Diplomingenieur für Verfahrenstechnik und Umweltberater.). Ic h bin Jahrgang 1948 und komme ehemals aus Sachsen.
    Mit freundlichen Grüßen

    Kurt Wolfgang Ringel

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  • am 4.06.2021 um 13:59 Uhr
    Permalink

    Und wenn Forschung im Spiel ist, insbesondere Grundlagenforschung, dann ist diese meist öffentlich finanziert, so ganz aktuell zu den Covid-19-Impfstoffen:

    «(…) Haupteinwand gegen eine Aussetzung der Patentrechte: Die Pharmaindustrie würde, nachdem sie Milliarden in Forschung und Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten gesteckt habe, um ihre Gewinne geprellt. Damit entfalle auch der Anreiz für künftige Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten der Konzerne.

    (…). Nach Recherchen der Zürcher Wochenzeitung „WOZ“ zur Entwicklung der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna kamen die dafür benötigten Gelder fast ausschließlich aus öffentlichen Steuerkassen der USA, Frankreichs und zuletzt auch der übrigen EU-Staaten. (…)»

    1961: Nachweis der Messenger-RNA (mRNA) an öffentlichen Einrichtungen in den USA und Frankreich.
    1990 Nachweis des Aufbaus dieser Proteine von Forscher*innen an der Universität im US-Bundesstaat Wisconsin.
    1993 bildeten Forscher*innen des französischen Gesundheitsministeriums mittels mRNA in Mäusen Proteine von Viren nach, gegen die das Immunsystem Antikörper bildet.
    In den 90er Jahren wurde diese bis dato ausschließlich mit öffentlichen Geldern finanzierte Grundlagenforschung in der Wissenschaftsgemeinde diskutiert.

    Die heutigen Hersteller von Impfstoffen gegen Covid-19 stiegen erst viel später in dieses patentfreie Forschungsfeld ein.

    https://www.blaetter.de/ausgabe/2021/juni/umkaempfte-patente-die-globale-impfstoff-apartheid

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