Galaxus kritisiert Temu – und verkauft Temu-Produkte
«Ja, das Zeug ist wahnsinnig billig. Und ja, mit etwas Glück ist es sogar gut.» Das schrieb Galaxus vor anderthalb Jahren über den chinesischen Konkurrenten Temu. Doch als Kompliment war das nicht gemeint. Denn so ging es weiter: «Trotzdem solltest du dir gut überlegen, ob du beim Onlineshop Temu bestellst. Für die Umwelt ist es eine Katastrophe und es könnte auch deiner Gesundheit schaden.»
Das waren deutliche Worte. Umso überraschender ist, dass die Migros-Tochter Galaxus selber Temu-Produkte verkauft. Das deckte die Konsumentenzeitschrift «Saldo» in ihrer neusten Nummer auf. Sie stiess im Galaxus-Sortiment auf mehrere Produkte, die von Temu stammen. Galaxus verkaufte die Produkte nicht nur, sondern verlangte auch noch ein Mehrfaches dafür:
- Ein Kartoffelmesser verkauft Temu für 2.91 Franken, bei Galaxus kostete es 14.90 Franken.
- Einen Getränke- und Handyhalter für den Kinderwagen gibt’s bei Temu für 3.02 Franken, Galaxus verlangte 18.90 Franken.
- Ein dreiteiliges Schneidebrettset ist bei Temu für 13.39 Franken zu haben, Galaxus wollte 39.90 Franken dafür.
Galaxus kritisiert im eingangs erwähnten Artikel die mangelhafte Qualität der Temu-Artikel: «Wird Temu mit solchen Testergebnissen konfrontiert, reagiert das Unternehmen fast immer gleich: Das beanstandete Produkt sei aus dem Shop entfernt worden.»
Und wie reagierte Galaxus auf die Kritik von «Saldo»? Galaxus entfernte die Artikel aus dem Sortiment. Genau wie Temu.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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