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Heiner Flassbeck: Ohne Weltregierung, die hohe Preise für fossile Energieträger durchsetzt, sind die Klimaziele nicht zu erreichen. © BahaiTeaching

Klima: Wie soll ein Planet ohne Exekutive die Krise meistern?

Heiner Flassbeck /  Der Weltklimarat fordert zum dringenden Handeln auf. Über das Was sollen Politiker der Welt gemeinsam entscheiden. Nur wie?

Red. Heiner Flassbeck war deutscher Staatssekretär und von 2003-2012 Direktor bei der UN-Organisation für Welthandel und Entwicklung Unctad in Genf. Er veröffentlicht Wirtschaftsanalysen auf der Plattform Makroskop.


Die Regierungen der Welt müssten gemeinsam handeln

In unseren Breiten sind sich alle einig, dass etwas geschehen muss. Doch wie es geschehen soll in einer Welt ohne Exekutive, das fragt niemand. Der neue IPCC-Report (Intergovernmental Panel on Climate Change) rüttelt auf, sagt aber den Politikern ausdrücklich nicht, was sie tun sollen:

«Die Bewertungen sind für die Politik relevant, aber nicht präskriptiv: Sie können Projektionen des zukünftigen Klimawandels auf der Grundlage verschiedener Szenarien und der Risiken, die der Klimawandel mit sich bringt, präsentieren und die Auswirkungen von Reaktionsmöglichkeiten erörtern, aber sie sagen den politischen Entscheidungsträgern nicht, welche Massnahmen zu ergreifen sind.» (Übers. d. Red.)

Das könnte man hinnehmen, wenn es eine andere intergouvernementale Arbeitsgruppe gäbe, die genau das den Politikern sagt. Die aber gibt es nicht. Ist das Feigheit vor dem Feind oder schlicht Ergebnis des alten Glaubens, jeder könne etwas anderes tun und dennoch könnte am Ende das Richtige herauskommen? Letzteres ist jedoch falsch. Nur wenn die Regierungen der Welt einer gemeinsamen Strategie folgen und konsequent gemeinsam handeln, gibt es überhaupt einen Weg, der aus der Abhängigkeit von der fossilen Energie herausführt. Alles andere ist Augenwischerei (siehe «Der begrenzte Planet und die unbegrenzte Wirtschaft»).

Mit der weiteren Förderung fossiler Energien sollte Schluss sein

Der Report soll laut Guterres eine Totenglocke für die fossilen Rohstoffe läuten. Doch wer läutet? Der Report ja gerade nicht. Die Totenglocke kann ja nur läuten, wer vorschlägt, etwas Entscheidendes zu tun, was der Öl- und Kohleindustrie den Garaus macht. Der Report schlägt nichts vor und der Generalsekretär genauso wenig. Auch die meisten Medien und die meisten Politiker sind nahezu enthusiastisch dafür, die Verbrennung der fossilen Brennstoffe zu beenden. Wenn es allerdings um die Frage geht, wie das konkret auf der globalen Ebene umgesetzt werden soll, ist Schweigen angesagt.

Weder der UN-Generalsekretär noch die handelnden Politiker der grossen Staaten haben verstanden (oder sie wollen nicht verstehen), dass ein „Aus“ für die fossile Energie voraussetzt, dass die Produzenten dieser Rohstoffe nicht nur keine neuen Explorationen mehr vornehmen, sondern nach und nach die Förderung einschränken und schliesslich beenden. Das muss selbstverständlich von einem weltweiten Verbot begleitet sein, das dann unweigerlich zu steigenden Preisen für die fossilen Energieträger führt. So lange die fossile Energie jedoch so spottbillig bleibt, wie sie gegenwärtig ist, wird auf Teufel komm raus gefördert, weil sich irgendwo auf der Welt immer eine Nachfrage dafür findet. Zu glauben, bei extrem niedrigen Preisen für fossile Energie liesse sich mit kleinen und kleinsten Massnahmen eine globale Wende herbeiführen, ist naiv.

Solange die Preise tief bleiben, ist alles nur Symbolpolitik

Für eine globale Strategie, die alle Produzenten systematisch einbezieht, gibt es nicht einmal eine Initiative. Hier müsste der Generalsekretär der UNO vorangehen und sich folglich mit den Produzenten explizit anlegen. Wenn er das nicht tut und sich auch die Spitzenpolitiker der grossen Nationen weigern, den klaren Zusammenhang zwischen extrem niedrigen Preisen und dem hohen globalen Verbrauch anzuerkennen und ihren Wählern zu erklären, ist alles andere Symbolpolitik, die das Gewissen beruhigen soll, mit einer Lösung aber nichts zu tun hat.

Hohe und steigende Preise für die fossilen Energieträger müssen von der Staatengemeinschaft durchgesetzt werden. Das kann aber politisch – zumindest in den demokratisch geführten Staaten – nur mit einer massiven Umverteilung der Einkommen (und/oder der Vermögen), bewerkstelligt werden. Und eine solche Umverteilung zu veranlassen, traut sich kein Politiker und keine Partei zu. Dennoch sind hohe Preise mit Umverteilung eindeutig die Lösung, die am ehesten mit den gegenwärtigen Mischsystem von Staat und Markt in Einklang zu bringen ist. Alles andere, was ernsthaft zur Reduktion des Verbrauchs von fossiler Energie beitragen könnte, käme einer Systemänderung gleich, die vollkommen illusionär ist, wenn sogar schon die systemkonforme Lösung nahezu unendlich schwer ist.

Rationierung auch für Bezos und Branson?

Ohne hohe Preise, verbunden mit einer Umverteilung, müsste man auf irgendeine Form der staatlichen Rationierung der fossilen Energieträger zurückgreifen. Doch auch Rationierung funktioniert nur, wenn das, was rationiert werden soll, knapp ist und bleibt. Der Versuch einzelner nationaler Regierungen, einen weltweit leicht verfügbaren und noch immer reichlich vorhandenen Stoff zu rationieren bzw. in gewissen Verwendungen zu limitieren oder zu verbieten, ist ohne jeden Zweifel zum Scheitern verurteilt, wenn keine verbindliche internationale Vereinbarung zustande kommt.

Doch selbst wenn generell Knappheit an fossilen Energieträgern herrschte, wäre Rationierung wesentlich schwieriger zu bewerkstelligen als Preiserhöhung und Umverteilung. Bei Rationierung stellt sich zuallererst die „einfache“ Frage nach der Legitimität eines bestimmten individuellen Verbrauchs. Man kann dann der Frage nicht mehr ausweichen, wie viel CO2 pro Kopf im Durchschnitt der Welt ausgestossen werden und wer aus welchen Gründen davon abweichen dürfe. Dürfen, um ein aktuelles Beispiel zu benutzen, Milliardäre wie Herr Bezos und Herr Branson aus Jux und Tollerei ins Weltall fliegen?

Nach einer Rechnung von Kai Ruhsert kann man für einen Flug mit Bransons› Virgin Galactic ein durchschnittliches Dieselauto ca. 300’000 km fahren, für einen Trip mit Bezos› Blue Origin sind es sogar ca. 465’000 km. Wer sich für eine Rationierungsstrategie entscheidet, muss solche Vergleiche systematisch durchführen und sich immer wieder fragen, woher die Legitimation eines Menschen kommen sollte, mehr zu verbrauchen als ein anderer. Ich habe in meinem Buch das wirkliche Beispiel eines Scheichs aus dem Morgenland erwähnt, der 300 Rennpferde in der Wüste hält und dafür jeden Tag ein Flugzeug voll Futter aus den USA und eines aus Australien mit Stroh einfliegen lässt. Das sind nur zwei Beispiele von Millionen, die zeigen, wie fossile Energie ohne Sinn und Verstand verbrannt wird. Wer stoppt solchen Wahnsinn?

In allen Medien war nach dem Erscheinen des IPCC-Berichts wieder die alte Leier zu hören, „wir“ müssten uns zusammenreissen, „wir“ müssten uns umstellen, „wir“ müssten verzichten. Doch wer ist „wir“? Ist es der Diesel-Fahrer, der ein ökologisch vernünftiges Leben führt, sich aber die Freiheit nimmt, mit dem Auto zur Arbeit und in den Urlaub zu fahren? Ist es der Flugpassagier, der einmal im Jahr einen Inlandsflug macht, ansonsten aber vollständig auf grössere Reisen verzichtet? Oder sind es abgehobene Milliardäre, die sich um die die Ökobilanz der Welt einen Dreck scheren?

Wer rationieren will, kommt um die Berechnung eines individuellen ökologischen Fussabdrucks nicht herum und kann der Frage nicht ausweichen, ob es einen Grund dafür geben kann, dass ein Mensch mehr als ein anderer den Planten belastet (bzw. in der Vergangenheit schon belastet hat). Die Antwort ist meines Erachtens eindeutig. Jeder Mensch muss exakt das gleiche Recht haben. Und diejenigen (etwa in den Entwicklungsländern), die in der Vergangenheit weniger gesündigt haben, haben einen Anspruch darauf, von den bisher grösseren Sündern entschädigt zu werden. Wer heute mehr verbrauchen will, als ihm zusteht, muss das Recht denjenigen abkaufen, die bereit und in der Lage sind, den Planeten weniger als erlaubt zu belasten.

In diesem Rationierungsmodell haben wir dann eine schöne neue Welt geschaffen, in der jeder Mensch (und jedes Unternehmen) auf der gesamten Welt akribisch alle seine Tätigkeiten einem statistischen Zentralamt zu melden hat, das ihm noch am gleichen Tag mitteilt, ob er über oder unter der Norm lag, so dass er sein Verhalten an den folgenden Tagen entsprechend anpassen kann. Wer die Norm nicht schafft, dem wird vom Zentralamt der Zugang zu fossiler Energie so lange gesperrt, bis er die Norm wieder erreicht. Gleichzeitig beginnt das grosser Geschachere, bei dem die Reichen den Armen die Verschmutzungsrechte abkaufen, um ihr gewohntes Leben möglichst wenig ändern zu müssen. Das Ganze ist so absurd, dass man es nicht weiter kommentieren muss.

Wie «wir» uns rausmogeln werden

Wer nun glaubt, angesichts solch einfacher Logik müsste sich die Staatengemeinschaft doch endlich zusammensetzen, um eine realistische politische Strategie zum Ausstieg aus der fossilen Energie zu diskutieren, hat unser politisches System nicht verstanden. Da sich niemand an die grosse Frage einer wirklichen Verteuerung und Verknappung der fossilen Energieträger auf der globalen Ebene herantraut, von der dazu gehörenden Einkommensumverteilung ganz zu schweigen, behilft man sich mit hektischer Aktivität auf Nebenkriegsschauplätzen.

Ohne dass irgendjemand das globale Gesamtbild vor Augen hat, wird von der nationalen Politik immer dort etwas unternommen, wo es gerade politisch opportun erscheint, weil es wenig Wählerstimmen kostet. Einmal schaffen wir den „Verbrenner“ ab, ein anderes Mal verbieten wir Inlandsflüge oder werben für Inlandsurlaub und regionale Produkte. Da niemand die Frage stellt, was der Beitrag dieser Symbolpolitik auf der globalen Ebene ist, kann man sich bis zum nächsten Bericht des IPCC durchmogeln, dessen erneute und noch schärfere Warnungen man dann mit noch grösserer Hektik bei der Symbolpolitik beantworten wird.

In der medialen Diskussion herrscht immer noch die Vorstellung, „wir“ wollten den Klimawandel einfach nicht wahrhaben. So konstatiert der „Spiegel“, dass nichts geschieht, „obwohl wir längst wissen, was zu tun ist – in der Politik und im täglichen Leben: weniger Fleisch essen zum Beispiel, auf Flugreisen verzichten oder eben die Subventionen für fossile Brennstoffe streichen.“

Abgesehen davon, dass das wieder einmal eine absolut lächerliche Liste ist, erkennt der „Spiegel“ wenige Zeilen später aber doch an, dass „die Individualisierung der Klimakrise letztlich kontraproduktiv“ ist, denn „wenn der löbliche Verzicht auf Flugreisen im Vordergrund steht, verblasst im Hintergrund das grössere Problem fehlenden staatlichen Handelns: Die grossen Herausforderungen, die wir angehen müssen, sind unsere Energieversorgung von der Kohle zu lösen und Rahmenbedingungen zu schaffen unter denen Geschäftsmodelle, die CO₂ erzeugen, nicht mehr lukrativ sind.“

Das «wir» gibt es gar nicht

Das ist ein bemerkenswerter Widerspruch: Man stellt einerseits fest, dass der einzelne Mensch die Klimakrise und ihre Kosten nicht wahrhaben will, konstatiert aber gleichzeitig die Sinnlosigkeit einer Verhaltensänderung auf individueller Ebene. Das Problem besteht eben nicht darin, dass die allermeisten Menschen die Klimakrise nicht wahrhaben wollen, sondern darin, dass sie spüren, dass ihr individuelles Engagement beim persönlichen Lebensstil zugunsten von Klimaschutz praktisch keinen Unterschied macht, weil es genügend andere gibt, die sich nicht darum scheren.

Der „Spiegel“ appelliert wie so viele andere an das „wir“, um das grosse Problem der Entkoppelung von der fossilen Energie angehen zu können. Dieses „wir“ gibt es nicht. Es gibt keinen Anführer der globalen Staatengemeinschaft, der das grosse Brett bohren könnte. Die wenigen global agierenden Institutionen haben zwar die Möglichkeit, eine globale Strategie zu formulieren, sie haben aber nicht das Recht, sie durchzusetzen. Daran wird der nächste Gipfel in Glasgow so wenig ändern, wie das der Gipfel von Paris im Jahr 2015 getan hat. Die Welt hat ein Problem, aber die Welt hat keinen Problemlöser. Es ist verständlich, dass der IPCC es vermeidet, konkrete politische Empfehlungen zu geben. Es ist aber kaum nachzuvollziehen, dass es den Empfängern seiner Botschaften gelingt, sich so billig, nämlich mit nationalem Aktionismus, aus der Verantwortung zu stehlen.

Nur die Preislösung verhindert ein jahrzehntelanges politisches Chaos

Das Sich-Durchwurschteln und Sich-Rausmogeln, dem sich die Politik der Industriestaaten verschrieben hat, bringt enorme wirtschaftliche und soziale Verwerfungen mit sich. Weil nichts mehr sicher und für einige Jahre klar abschätzbar ist, unterbleiben viele Aktivitäten und Investitionen, die Arbeitsplätze sichern könnten. Damit sinkt die Chance der Politik weiter, den Strukturwandel, der mit einem langfristigen ökologischen Umbau (auch jenseits der Klimafrage) einhergehen muss, politisch durchsetzen zu können. Hohe Arbeitslosigkeit, das sollte inzwischen jeder verstanden haben, ist das grösste Hindernis für jede Art von Umbau der Wirtschaft, der vom Staat angestossen werden muss.

Nur mit einer konsequenten Strategie der globalen Verknappung der fossilen Energieträger und einer daran angepassten Wirtschaftspolitik kann man verhindern, dass bald nichts mehr als das Klimagewurstel von der Politik wahrgenommen und umgesetzt werden kann. Es ist auch für die gesellschaftliche Stimmungslage auf Dauer unerträglich, wenn das Hickhack um die Klimafrage in der jetzigen Art und Weise mit täglich neuen Schuldzuweisungen und moralisch anklagenden Appellen weitergeht. Das stumpft die Menschen ab und bereitet den Boden für Parteien, die versprechen, einfach nichts zu tun. Notwendig ist daher gerade jetzt eine grosse politische Initiative der EU mit dem Ziel, der globalen Politik einen Anschub für eine Konzentration auf die geeignete Strategie der Verknappung der fossilen Stoffe zu geben. Gelingt das nicht, kann man sich das Klein-Klein auch sparen und sich darauf konzentrieren, die Anpassung an weit höhere Temperaturen in den am stärksten betroffenen Regionen der Welt in Angriff zu nehmen.

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Dieser Beitrag erschien zuerst auf Makroskop.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

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Die Klimapolitik kritisch hinterfragt

Die Menschen beschleunigen die Erwärmung der Erde. Doch kurzfristige Interessen verhindern griffige Massnahmen.

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18 Meinungen

  • am 9.09.2021 um 11:29 Uhr
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    «In unseren Breiten sind sich alle einig, dass etwas geschehen muss.» – Der ist gut. Inbegriffen sind auch jene die keinen klimapolitischen Handlungsbedarf sehen, sondern auf andere Prioritäten wie z.B. ein stabiles Energiesystem setzen.

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  • am 9.09.2021 um 12:13 Uhr
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    Ein guter Bericht. Gegenwärtig erheben sich Waffen und Pharma mit ihrer Macht aus dem Sumpf der Korruption und sorgen dafür, das es in der Schweiz von 8 Vakzinen nur 2 mRna gibt, und das die Konzerne bestimmen wer was wo und wann bekommen darf. Aerzte welche im Ausland bei Ihrem Einsatz mit dem chin. Totimpfstoff vakziniert wurden, werden nicht anerkannt, obwohl qualitativ dieses Vakzin von vielen Fachpersonen als besser, weniger Nebenwirkungsreich und breitbandiger bei Mutationen bezeichnet wird. Mitfühlend schauen chin. Volksangehörige zu uns rüber, wie der rohe, unregulierte Kapitalismus sich selbst zerstört und Menschenleben dazu. Wo bleibt der Weltethos von Hans Küng gegründet, machtlos tümpelt er vor sich her, er hat es noch nicht mal geschafft das größte Problem der Welt, nämlich jegliche Form von Gewalt welche jenseits von Notwehr stattfindet, zu verbalisieren als Grundwert. Ebenso wenig wie das Ausformulieren, wo die Grenzen zwischen Gewalt und «Schützender Macht ‹ sind, wie Marshall Rosenberg es nennen würde. Ich bereite mich als zweitletztes Familienmitglied auf das Sterben vor, 3 von 5 verstarben am Versagen dieses Systems (Beweisbar) und Helvetia dreht sich im Grabe um vor Scham darüber, was aus ihrem Land wurde. Nietzsche, Steiner und Kafka warnten vor über 100 Jahren vor dem, was wir jetzt haben. Traurig und eine Schmach und Schande für die Schweiz.

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  • am 9.09.2021 um 13:12 Uhr
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    Der geschätzte Autor kennt zweifellos das Marx’sche Diktum: «Der Staat ist das Machtinstrument der herrschenden Klasse.» Dies gilt für jeden Staat in der gesamten Geschichte und auf dem gesamten Globus. Die Staaten, also die handelnden Politiker aufzufordern, ihre Politik endlich zu ändern, kommt der Aufforderung des (Kinder-) Publikums an den Kasperle im Puppentheater gleich, das Krokodil zu verjagen – oder dem an die Marionetten, sich endlich von ihren Fäden zu befreien.
    Solange die herrschende Klasse der Kapitalbesitzer von der Vernichtung der Erde PROFITiert und sich zugleich einreden kann, sie könne sich in bereits existierende Refugien in Alaska oder Neuseeland vor dem Zusammenbruch der Umwelt und in dessen direkter Folge (bzw. schon davor): der Zivilisation retten oder ins Weltall, gar auf den Mars (Elon Musk), solange wird die Politik sich nicht ändern. Und die Politiker werden erst aufwachen, wenn ihnen klar wird, dass für sie in diesen Refugien kein Platz vorgesehen ist. Ganz abgesehen davon, dass die Superreichen selbst nicht wissen und sich zugleich weigern, das konsequent zu durchdenken, wie sie in diesen Refugien überleben und sich bspw. vor den eigenen «Soldaten» schützen sollen, die sie vor den hungernden Massen draußen schützen sollen … Aber solange Politik und Medien weiter nicht nur «symbolisch» handeln, sondern effektiv FÜR einen sich immer beschleunigenden Klimawandel, solange rasen wir auf den Abgrund zu. Und weniger als 0,001% glauben, sie kämen davon.

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    • am 15.09.2021 um 15:33 Uhr
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      Gegen diesen Weiter-so-Clan hilft nur das Exodus- und Umsteuerungsangebot der Evolutionsprozesses selbst. Dieses Ange ot ist seit Jahrzehnten erkannt und wird von allen Durchblickern in Medien , Politik, Regierunen usf. mit allen Mitteln totgeschwiegen – einschl. der evolutions- und chaosphysikalischen Theoriegrundlage. Meine Hoffnung auf die Öffnung der Medienma+ur ruhen auf Angela Merkel. Mehr auf meinen Webseiten.

      0
  • am 9.09.2021 um 21:05 Uhr
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    60 Prozent der Bevölkerung und ihrer Politiker*innen verhalten sich gleichgültig so, als ob es Ihnen Wurst wäre, dass unsere Welt zerstört wird. 20 Prozent wollen andere Wege gehen. 20 Prozent wollen das ganz und gar nicht.

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  • am 9.09.2021 um 22:54 Uhr
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    Wenn die repraesentativitaet der sogenannten demokratien nach nato zuschnitt sich nicht dadurch auszeichnen wurden, den volkswillen vermoege seiner repraesentation in sein gegenteil zu verwandeln waeren die loesungen verhaeltnismaessig einfach.

    Zunaechst wuerde das militaer auf ein 1% des jetzigen standes geschrumpft. Die industrieproduktion wuerde renationalisiert, der personenverkehr wuerde auf muskelkraft umgestellt. Ausserdem wuerde man aufhoeren alles immer von dem gesichtspunkt aus zu betrachten, der den grossbanken, finanzdienstleistern und grosskonzernen eigen ist.

    Danach wuerde man mal weiter sehen.

    Vielleicht wuerde herr flassbeck dann auch die zeit finden, zur kenntnis zu nehmen, dass e s viele gibt, die nicht anhaenger des klimawahns sind. Aber diese vielen sind nicht so prominent vielleicht, nicht in amt und wuerden. Unvoreingenommen betrachtet sind dies keine relevanten gesichtspunkte. Repraesentative demokratie eben. Sehr praktisch!

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  • am 10.09.2021 um 01:23 Uhr
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    Es sind immer die gleichen beiden grundsätzlichen Fehler: Die wissenschaftliche Basis wird unkritisch als geklärt angenommen und es wird ein prinzipiell aussichtsloser Lösungsweg vorgeschlagen.
    Dabei ist nichts wirklich geklärt. Jedenfalls nicht, wie stark CO2 tatsächlich das Klima beeinflusst, und auch nicht, woher das viele CO2 in der Atmosphäre tatsächlich kommt. In beiden Fällen gibt es zwar Mehrheitsmeinungen, aber auch gewichtige Gegenargumente und Wissenschaft ist nun einmal keine demokratische Veranstaltung, bei der die Mehrheit entscheidet. In ihr entscheidet immer nur die Qualität der Argumente. In «Probleme beim Klimaproblem – ein Mythos zerbricht», ISBN 978-3-7481-8275-7, und «Abgesagt! Dem Klimanotstand bricht die Basis weg», ISBN 978-37526-4764-8, habe ich versucht, einen Beitrag hierzu zu leisten.
    Als Lösung fordert Herr Flassbeck steigende Preise für Kohle, Öl und Gas! Er übersieht aber, dass dieser Weg aus physikalischen und aus sozialen Gründen gar nicht möglich ist: Physikalisch, weil es keine geeigneten Speicher für Strom aus den volatilen Quellen Wind und Sonne gibt. Den einzigen verbleibenden Ausweg, Kernenergie in großem Stil einzusetzen, erwähnt Herr Flassbeck nicht einmal. Und mit Bezug zur sozialen Problematik erwähnt Herr Flassbeck die Namen Bezos und Branson, jedoch ohne zu berücksichtigen, dass diese beiden die steigenden Preise kaum spüren werden, Millionen von Menschen aber dadurch zusätzlich in Armut getrieben werden. So wird es nicht gehen.

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  • am 10.09.2021 um 09:04 Uhr
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    Zitat: Der „Spiegel“ appelliert wie so viele andere an das „wir“, um das grosse Problem der Entkoppelung von der fossilen Energie angehen zu können. Dieses „wir“ gibt es nicht.
    Endlich sagt das jemand mal deutlich! Die Idee, dass irgendwo Energievorräte lagern, diese erschliessbar sind und einen Nutzen erbringen – und einfach liegen gelassen werden, erscheint mir phantastisch, wenn nicht irr. Die ganze Klimapolitik ist auf einen «pie in the sky» ausgerichtet. Man verspricht in ferner, für das Individuum unerreichbaren Zukunft eine Belohnung für die suffiziente, «züchtige» Lebenshaltung (schöne Grafiken und Tabellen werden da nicht ausreichen). Das Ziel ist zwar wissenschaftlich gut unterfüttert, stellt in ihrem Wesen aber eine neue Religion dar. Die angestrebte «Klimakorrektur» hat mit grundlegenden menschlichen Verhaltensweisen nichts zu tun, will sich aber dennoch durchsetzen. Ich höre das Totenglöckchen der Demokratie, wie wir sie kennen.

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    • am 10.09.2021 um 20:58 Uhr
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      «Das Ziel ist zwar wissenschaftlich gut unterfüttert», schreiben Sie. Genau das wird aber nur in vielen Medien so behauptet, stimmt real aber weder hinsichtlich der Klimawirksamkeit des CO2 noch hinsichtlich des anthropogenen Ursprungs des vielen CO2 in der Atmosphäre. In beiden Fällen gibt es erhebliche offene Fragen. Das eigentliche Problem besteht darin, dass diese nicht ausdiskutiert werden.

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  • am 10.09.2021 um 09:19 Uhr
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    Aus der sehr gut dargestellten Sackgasse der fehlenden Welt-Exekutive kann uns doch eigentlich nur eine weltweite „Bewegung“ retten; denn die politischen Parteien müssen versagen, weil sie ja nur innerhalb ihrer Staaten Macht gestalten. Mich freut daher die Fridays-for-Future-Bewegung. Vielleicht finden wir in 20 Jahren viele von ihnen als Staatenlenker in der UN Vollversammlung und einen als UN-Generalsekretär. Der könnte von mir aus dann gern Chinese oder Russe sein und den UN-Sicherheitsrat in eine Um-Weltregierung upgraden.

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    • am 10.09.2021 um 22:23 Uhr
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      Das eigentliche Problem sind wissenschaftlich offene Fragen: Wie stark klimawirksam ist CO2 wirklich und woher kommt das viele CO2 in der Atmosphäre tatsächlich?
      Eine hohe Klimawirksamkeit wird nur in komplexen Computerprogrammen errechnet. Die können aber die Klimaentwicklung der Vergangenheit nicht gut nachrechnen. Können sie dann gesicherte Prognosen machen? Überschätzen sie die Klimawirksamkeit des CO2 nicht erheblich?
      Und weil das CO2 in der Atmosphäre sehr rasch ausgetauscht wird (jährlich ein Viertel des gesamten Inventars!), kann die Konzentration nur dann um 50 % angestiegen sein, wenn auch die (gesamte) Freisetzung um 50 % angestiegen ist. An anthropogenen Freisetzungen sind aber nur 5 % hinzu gekommen. Muss dann der Rest nicht aus einer erheblichen Zunahme der natürlichen Freisetzungen kommen? Macht eine Reduzierung der anthropogenen Freisetzungen dann überhaupt noch Sinn?
      Das sind, wie gesagt, offene Fragen. Zu deren Beantwortung ist weniger die Fridays For Future Bewegung gefragt (obwohl die selbstverständlich gerne mitarbeiten darf), sondern vor allem eine ergebnisoffene wissenschaftliche Diskussion erforderlich. Nur leider findet die nicht statt. Sie zu fordern, ist das wichtigste Gebot der Stunde.

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    • am 11.09.2021 um 09:07 Uhr
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      Um zu verstehen, dass immer noch mehr Dank immer noch mehr schlicht und einfach nicht mehr geht, braucht es keine wissenschaftlichen CO2-Analysen.

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  • am 10.09.2021 um 12:06 Uhr
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    Der Mensch zimmert sich halt seine eigene kleine Welt, und die ist oft flach und endet am Tellerrand. Wer dahingehend was ändert möchte, dass künftig die Teller weniger stark gefüllt werden sollen; der ist womöglich etwas naiv.

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  • am 10.09.2021 um 13:28 Uhr
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    Vielen Dank für diesen Beitrag. Für mich lässt er nur eine Schlussfolgerung zu: Game over! Schon viele «Zivilisationen» waren auf die eine oder andere Weise erfolgreich, zum Teil über lange Zeiträume, sind am Ende aber an sich selber gescheitert.

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    • am 11.09.2021 um 12:56 Uhr
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      @Mathias Wyss Ja, da kann ich Ihnen recht geben. Game Over. Allein die Usa haben 70’000 thermonukleare Sprengköpfe dem Steuerzahler abgepresst. Russlands Diktatur-Episoden waren auch nicht besser. Mindestens 4 Hochsicherheitslabore sind bekannt, mit Viren, biologischen Waffen, welche das Potential haben, 90% der Menschheit zu vernichten. Nebenbei zerstört man den Planeten, welcher von seiner Natur her gesehen ebenfalls eine biologische Fressmaschine zu sein scheint. Nichts entsteht in der Natur, ohne das vorher dafür etwas anderes zerstört wird. Der Mensch hätte die Gelegenheit gehabt, es besser zu machen. Er hätte auf jede Form von Gewalt, welche jenseits von Notwehr liegt, verzichten können. Er hätte einen Weltethos als oberste Instanz erschaffen können. Er hätte gewalttätige Anführer und Diktatoren rechtzeitig ausschalten können. Exit hat grossen Zulauf, ich sehe immer mehr Menschen, welche sich darauf vorbereiten, diese Welt zu verlassen. Die Suizidzahlen werden derzeit beim Bundesamt für Statistik verheimlicht, mit der fadenscheinigen Begründung, man wolle Trittbrettfahrer vermeiden. Doch von Mund zu Mund lässt sich nichts aufhalten. Lieber in Würde sterben, als zu einem solchen Raubtier zu werden, oder noch mehr zu Sklaven eines Elitärismus der Gewalt und des Mordens. Traurig und Schade, sogar jetzt gäbe es noch Chancen etwas zu ändern, doch keiner tut es. Alles endet irgend wann einmal, was des irdischen war.

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  • am 12.09.2021 um 07:58 Uhr
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    Genau das wird geschehen, die Temperaturen werden steigen und nicht nur um 2 Grad, dann treten sich selbst verstärkende Prozesse in Gang, die die Temperatur weiter und zwar exponentiell ansteigen lassen, die Luftfeuchtigkeit wird auch zu nehmen, es geht dann in Richtung Dampfbad, Flüchtlingsströme auf der einen Seite, die Verteidiger der «Sozialmarktwirtschaftlichen Wohlstandsgesellschaft» überlegen krampfhaft wie man sowas wie eine «chinesische Mauer» hochziehen kann, der «Durchschnittsbürger» (Gegenteil von «Querschnittswürger) braucht allein für den Betrieb seiner Klimaanlage ( bei 38 Grad und 99% Luftfeuchtigkeit ) 500 Quadratmeter Solarzellen. Vielleicht ist es deshalb besser gleich Raumanzüge wie für Astronauten zu entwickeln, wir reden dann auch nicht mehr von Treibhaustemperaturen sondern «leichte Dampfkochtopftemperaturen». Aber nun zur Beruhigung: Die Lage ist nicht nur hoffnungslos und katastrophal, denn man kann ja vielleicht schon in naher Zukunft eine Einzimmerwohnung auf dem Mond erwerben, allerdings mit ziemlich hohen Wohnnebenkosten, mit einem schönen Ausblick auf die Erde, die allerdings die Farbe von blau langsam in grün-rot wechselt. Dann gibts`nur noch Viren und Bakterien auf dem kunterbunten Planten und Christian Lindner von der FDP, der für die Befreiung von Bakterien aus Petrischalen kämpft.

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  • am 15.09.2021 um 15:28 Uhr
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    Der evolutionsprzess-eigene Umsteuerungsansatz ist global-projektfähiger Form erkannt – und er ist machtpolitisch als übermächtig getestet. Alles Große ist bekanntlich genial einfach. Man muss nur die Geniepunkt-Innovation finden, die den Exodus startet.

    Das Evolutionsangebot ist mit seinem Bekanntwerden ein dominomächtiger Selbstläufer. Via Vorwegnahmespekulation an den Weltfinanzmärkte … Den Machtspitzen ist diese höchste Gefahr allen bekannt. Totschweigen eint alle – MNedien usf. . Infos unter dem Verfassernamen suchen und finden.

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  • am 15.09.2021 um 18:24 Uhr
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    Dieser Artikel enthält sehr viel Unsinn und ist wissenschaftlich nicht fundiert. Klimawandel gab es seit Jahrtausenden schon immer. Dafür gibt es genug Belege. Anstatt diesen «Verteufelungen» zu folgen, empfehle ich die Broschüre «Die grüne Gefahr – Der Weg in den Öko-Faschismus» zu lesen. In dieser wird ausführlich auf das Thema Klima, wissenschaftlich und aus biblischer Sicht, eingegangen. Kostenlos zu beziehen bei den Deutschen Konservativen in Hamburg.
    Vor allem wäre auch nicht hilfreich, sich frei zu kaufen, wie vorgeschlagen. Wie kann man nur auf einen derartigen Vorschlag kommen? Außerdem ist unerwähnt, dass osteuropäische Länder und vor allem China massiv mit Atomstrom aufrüsten und Kohle nicht abbauen. Macht das CO2 an der Grenze halt? Soll Deutschland wieder einmal die Welt retten? Und kaufen wir dann von den Nachbarn Atomstrom, weil Merkel den Ausstieg beschloss, was teilweise in «Hochzeiten» schon passiert?

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